Interne Personalfreisetzung

Handlungsansätze und Gestaltungsmöglichkeiten in wirtschaftlichen Krisenzeiten


Hausarbeit, 2009

24 Seiten, Note: 1,4


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

II. Abkürzungsverzeichnis

1. Einleitung

2. Begriffsdefinition und Abgrenzung

3. Ursachen für Personalfreisetzung

4. Maßnahmen interner Personalfreisetzung
4.1 Vorbeugende Maßnahmen
4.1.1 Produktionsplanung
4.1.1.1 Flexibilisierung des Produktionsprogramms
4.1.2 Arbeitsgestaltung
4.1.2.1 Flexibilisierung des Arbeitseinsatzes
4.1.3 Personalpolitik
4.1.3.1 Mitarbeitergruppen alspotentielle Abbaureserve
4.1.3.2 Unterdrückung von Entlassungen durch personelle Unterdeckung
4.2 Quantitative Maßnahmen
4.2.1 Maßnahmen der Produktions- und Absatzplanung
4.2.1.1 Erweiterte Lagerhaltung
4.2.1.2 Rücknahme von Fremdaufträgen
4.2.1.3 Vorziehen von Reparatur- und Erneuerungsaufgaben
4.2.1.4 Produktionsdiversifikation
4.2.1.5 Intensivierung der Marketingaktivitäten
4.2.2 Arbeitszeitverkürzende Maßnahmen
4.2.2.1 Abbau von Mehrarbeit/ Überstunden
4.2.2.2 Einführung von Kurzarbeit
4.2.2.3 Kürzung der regulären Arbeitszeit
4.2.2.4 Urlaubsgestaltung
4.2.2.5 Umwandlung von Voll- in Teilzeitkräfte
4.3 Qualitative Maßnahmen
4.3.1 Maßnahmen der Personalentwicklung
4.3.1.1 Anpassungs- und Aufstiegsfortbildung

5. Perspektiven

III. Literaturverzeichnis

IV. Internetverzeichnis

II. Abkürzunqsverzeichnis

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

1. Einleitung

September2009. Rund ein Jahr nachdem Bankenzusammenbrüche im Zuge der Immobilienkrise in den USA die Weltwirtschaftskrise auslösten, leiden mehr und mehr Unternehmen unter der allgemeinen Rezession.

In der deutschen Industrie kann zwar ein Anstieg der Auftragseingänge verzeichnet werden, jedoch fielen die Umsätze im Juli 2009 erneut.

Wie das Statistische Bundesamt berichtet, konnte im Verarbeitenden Gewerbe noch im Juni 2009 1,1 Prozent mehr Umsatz verbuchet werden als im Folgemonat Juli.

Arbeitstäglich und preisbereinigt ging der Umsatz gegenüber dem Vorjahresmonat um 16,7 Prozent zurück nachdem der Volumenindex des Umsatzes im Monat Juni ein Minus von 19,8 Prozent anzeigte. Der Umsatz im Inland ist um 14,6 Prozent gesunken, während der Auslandsumsatz um 19 Prozent einbrach.1

Für viele Unternehmen bedeutet der Konjunktureinbruch zunehmend das finanzielle Aus, im ersten Halbjahr dieses Jahres meldeten rund 16.000 Unternehmen Insolvenz an, dies sind etwa 15 Prozent mehr als im Vergleichszeitraum des Vorjahres.

Als Ursache für die zunehmende Zahl der zahlungsunfähigen Firmen ,,[...]nennen [.] Experten Engpässe bei der Finanzierung und der Liquidität sowie die sehr schlechte Auftragslage.“2 Mit den zunehmenden Bankrotterklärungen, steigt gleichzeitig die Zahl der Arbeitslosen, was im August 2009 zu einem Anstieg von fast 9 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat geführt hat.3 Aber auch das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) prognostiziert trübe Aussichten für den Arbeitsmarkt. Im Laufe des Jahres 2009 soll die Arbeitslosenzahl weiterhin spürbar ansteigen.4

Vor diesem Hintergrund wird es ersichtlich, dass die Krise und ihre Folgen noch lange nicht überwunden sind, woraus sich auch der eigentliche Anreiz für die vorliegende Arbeit ergibt.

Ziel der Hausarbeit soll es sein, die Zahl der Arbeitslosen mit den Mitteln der internen Personalfreisetzung nicht weiterzu erhöhen.

Sie setzt sich mit dem Problem des Personalabbaus bzw. mit derVermeidung von Personalverlust auseinander und soll, im Rahmen der internen Personalfreisetzung, Möglichkeiten aufzeigen die geeignet sind konjunkturelle Absatzschwierigkeiten abzufangen ohne dabei die personellen Kapazitäten reduzieren zu müssen.

Gelingt es den Unternehmen nicht die Umsatzeinbrüche auszugleichen, bleibt ihnen nur die Möglichkeit Mitarbeiterzu entlassen, was oftmals mit Abfindungen und hohen Personalbeschaffungskosten bei einem erneuten Konjunkturanstieg verbunden ist. Das IAB schätzt diese Kosten auf rund 7000 Euro für Geringqualifizierte und auf 32.000 Euro für qualifizierte Mitarbeiter.5 Zu diesen zusätzlichen Belastungen kommt außerdem noch der mit Entlassungen verbundene Verlust von Wissen, welches mit den freigesetzten Fachkräften verloren geht und einkalkuliert werden sollte.

Nicht weniger bedeutend sind aber auch die menschlichen und arbeitsrechtlichen Aspekte die beachtet und eingehalten werden müssen, bevor es zur letztendlichen Abgabe von Personal an den Arbeitsmarkt kommen darf.

Im zweiten und dritten Kapitel werden die Grundlagen für den weiteren Verlauf gelegt und ein Überblick über die allgemeinen Ursachen für die Entstehung von Personalüberhängen dargestellt. Das vierte Kapitel gibt ausführlich die verschiedenen Alternativen der internen Personalfreisetzung wieder und vermittelt als Erweiterung des zweiten Kapitels punktuell bedeutsame Begrifflichkeiten. Der Arbeit ist so aufgebaut, dass sie mit den „weichen“ vorbeugenden Maßnahmen beginnt und in ihremVerlaufzunehmend an Intensität gewinnt.

Den Abschluss bildet u.a. die Frage inwiefern die beschriebenen Maßnahmen Anwendung finden und welche Auswirkungen sich daraus künftig ergeben können.

2. Begriffsdefinition und Abgrenzung

Unter dem Begriff Personalfreisetzung bzw. Personalfreistellung werden alle von einer Unternehmensleitung eingeleiteten Aktivitäten verstanden, die der Verminderung nicht benötigter Personalkapazitäten dienen.6

Nach Jung stellt „die mit dem Begriff Personalfreisetzung häufig verbundene Assoziation von 'Entlassungen' bzw. 'Ausscheiden aus dem Unternehmen' [.][jedoch] nur eine Verwendungsalternative für nicht mehr benötigtes Personal dar“.7 Tatsächlich gibt es jedoch auch Personalfreistellungsmaßnahmen die die eigentliche Entlassung von Mitarbeitern vermeiden können, indem „bestehende Arbeitsverhältnisse kapazitativ an den geringeren Leistungsbedarf angepasst [.].“ werden.8

In der personalwirtschaftlichen Literatur wird in diesem Zusammenhang von interner Personalfreisetzung gesprochen. In Abgrenzung zum externen Personalabbau wird der Gesamtbestand der Belegschaft mit den Maßnahmen der internen Freisetzung nicht reduziert.9 Die unterschiedlichen Alternativen lassen sich einerseits in vorbeugende und andererseits in qualitative und in quantitative Maßnahmen untergliedern. Die quantitativen lassen sich wiederum in Maßnahmen der Produktions- und Absatzplanung, arbeitszeitverkürzende Maßnahmen, indirekte und direkte Maßnahmen differenzieren.10

Direkte und indirekte Maßnahmen als Form der quantitativen Personalfreisetzung zielen auf die Verringerung des Personals ab (externe Personalfreisetzung) und werden in den folgenden Ausführungen daher nur kurz betrachtet.

Die folgende Untergliederung gibt einen kurzen Überblick über die unterschiedlichen Maßnahmen derinternen und externen Personalfreisetzung:11

Im Rahmen der vorbeugenden Maßnahmen existieren, produktionsplanerische-, arbeitsgestalterische- bzw. personalpolitische Möglichkeiten:

1. Produktionsplanung
- Flexibilisierung des Produktionsprogrammes

2. Arbeitsgestaltung
- Flexibilisierung des Arbeitseinsatzes

3. Personalpolitik
- Mitarbeitergruppen als potentielle Abbaureserve
- Unterdrückung von Entlassungen durch personelle Unterdeckung

Quantitative Maßnahmen der Personalfreisetzung lassen sich wie folgt darstellen:

1. Maßnahmen der Produktions- und Absatzplanung
- Erweiterte Lagerhaltung
- Rücknahme von Fremdaufträgen
- Vorziehen von Reparatur- und Erneuerungsaufgaben
- Produktionsdiversifikation
- Intensivierung der Marketingaktivitäten

2. Arbeitszeitverkürzende Maßnahmen
- Abbau von Mehrarbeit, Überstunden, Sonderschichten
- Kurzarbeit
- Kürzung der regulären Arbeitszeit
- Urlaubsgestaltung
- Umwandlung von Voll- in Teilzeit

3. Indirekte Maßnahmen
- Einstellungsstop
- Nichtverlängerung befristeter Arbeitsverhältnisse
- Abbau von Leiharbeit bzw. Personalleasing
- Nichtersetzen des natürlichen Personalabganges

4. Direkte Maßnahmen
- vorzeitige Pensionierung
- Aufhebungsverträge
- Förderung des freiwilligen Ausscheidens
- Altersteilzeit
- Einzel- und Massenentlassungen

Als weiteren Untergliederungspunkt bestehen die qualitativen Maßnahmen der Personalentwicklung:

1. Personalentwicklung
- Anpassungs- und Aufstiegsfortbildungen

ZurVerdeutlichung stellt die Abbildung aufderfolgenden S]eite die, in den kommenden Abschnitten näher erläuterten, Personalabbaumaßnahmen dar. Die externe Personalfreisetzung steht dabei nicht im Zusammenhang mit der Zielsetzung der Arbeit und findet in der weiteren Ausarbeitung keine Beachtung.

[...]


1 Statistisches Bundesamt (Hg.): Umsatz im Verarbeitenden Gewerbe. URL:http://www.destatis.de/jetspeed/portal/cms/Sites/destatis/Internet/DE/Content/Statistiken/Zeitreihen/WirtschaftAk tuell/Schluesselindikatoren/UmsatzVerarbeitendesGewerbe/liste verums.templateId=renderPrint.psml [Stand 09. 09.2009]

2 URL: http://www.zeit.de/online/2009/27/unternehmen-insolvenzen-creditreform. abgerufen am 10. September 2009

3 Statistisches Bundesamt (Hg.): Arbeitslosenquote. URL: http://www.destatis.de/jetspeed/portal/cms/Sites/destatis/Internet/DE/Content/Statistiken/Zeitreihen/WirtschaftAktuell/ Arbeitsmarkt/Content75/arb110i.psml [Stand 10. 09.2009]

4 Vgl. URL: http://doku.iab.de/grauepap/2009/Forschungsprogramm 2009.pdf, abgerufen am 10. September 2009

5 Vgl. rtr/ap: Kurzarbeit kostet Betriebe Milliarden. In: Hannoversche Allgemeine Zeitung, Nr. 191 vom 18. August 2009, S.9

6 Vgl. Kropp, Systemische Personalwirtschaft, 2001, S. 325

7 Jung, Personalwirtschaft, 2008, S. 317

8 Olfert, Kompakt-Training. Personalwirtschaft, 2008, S. 195

9 Vgl. Albert, Betriebliche Personalwirtschaft, 2007, S. 52

10 Vgl. Jung, Personalwirtschaft, 2008 ,S318

11 In Anlehnung an Jung, Personalwirtschaft, 2008, S. 318

Ende der Leseprobe aus 24 Seiten

Details

Titel
Interne Personalfreisetzung
Untertitel
Handlungsansätze und Gestaltungsmöglichkeiten in wirtschaftlichen Krisenzeiten
Hochschule
Akademie der Wirtschaft Bremen
Note
1,4
Autor
Jahr
2009
Seiten
24
Katalognummer
V165167
ISBN (eBook)
9783640807291
ISBN (Buch)
9783640807079
Dateigröße
454 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
interne, personalfreisetzung, handlungsansätze, gestaltungsmöglichkeiten, krisenzeiten
Arbeit zitieren
Valeria Heins (Autor), 2009, Interne Personalfreisetzung, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/165167

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