Obwohl die Reformpädagogik bereits vor etwa 126 Jahren begonnen hat (vgl. Röhrs 1986, S. 13) und heutzutage eigentlich nichts mehr Neues ist, gibt es gegenwärtig jedoch nur sehr wenige Schulen in Deutschland, die die Vorstellungen von Ellen Key, Maria Montessori oder Peter Petersen, welche drei bedeutende Vertreter waren, in ihren Erziehungsauftrag und ihren Unterricht mit einarbeiten.
Eine dieser besonderen Reformschulen ist die Bielefelder Laborschule, die im Mittelpunkt der vorliegenden Arbeit steht und vorgestellt werden soll.
Der erste Teil der Arbeit gibt einen kurzen Überblick über den Begriff und die Geschichte der Reformpädagogik. Der Hauptteil der Arbeit befasst sich jedoch mit der Laborschule in Bielefeld, welche im zweiten Teil der Arbeit behandelt wird. Dabei steht vor allem das reformpädagogische Konzept im Mittelpunkt der Untersuchung. Am Rande wird in diesem Teil außerdem auch noch auf die Entwicklung, die Aufgaben und die Ziele sowie auf allgemeine Angaben der Laborschule eingegangen.
Inhaltsverzeichnis
1. EINLEITUNG
2. DER BEGRIFF REFORMPÄDAGOGIK
3. DIE LABORSCHULE BIELEFELD
3.1. DIE GESCHICHTE DER LABORSCHULE
3.2. DIE ZUKÜNFTIGEN AUFGABEN DER LABORSCHULE
3.3. ALLGEMEINE ANGABEN DER LABORSCHULE
3.4. DIE REFORMPÄDAGOGIK AN DER LABORSCHULE
4. SCHLUSSBEMERKUNGEN
Zielsetzung und Themen der Arbeit
Die vorliegende Arbeit untersucht das reformpädagogische Konzept der Laborschule Bielefeld, eingebettet in den historischen Kontext und die theoretischen Grundlagen der Reformpädagogik. Ziel ist es, die spezifischen Arbeitsweisen, die Struktur und die pädagogischen Besonderheiten dieser Schule darzustellen sowie kritisch zu reflektieren, inwiefern dieses Modell die Schüler auf die Anforderungen des weiteren Lebens vorbereitet.
- Historische Entwicklung und Einordnung der Reformpädagogik
- Entstehung und konzeptionelle Ausrichtung der Laborschule Bielefeld
- Organisationsformen, Lernmethoden und Tagesrhythmus der Schule
- Die Bedeutung von Jahrgangsmischung, Gemeinschaft und Eigenverantwortung
- Evaluierung der schulischen Laufbahn und der Übergang in die berufliche Realität
Auszug aus dem Buch
3.4. Die Reformpädagogik an der Laborschule
Die Bielefelder Laborschule will für die Schülerinnen und Schüler ein Ort sein, an dem sie sich wohl fühlen können. Sie nimmt Kinder aller Schichten auf und somit auch Solche, die körperlich, psychisch oder sozial benachteiligt sind und dadurch sonderpädagogischer Förderung bedürfen. (vgl. Krüger 2004, S. 115 f.)
Der Begriff „Betreuungslehrer soll die persönliche Beziehung zwischen Erwachsenen und Kindern zum Ausdruck bringen“20. Allerdings darf dabei die Nähe auch nicht zu groß werden. „Professionell handelnde PädagogInnen müssen sich somit begrenzen“21, damit keines der Kinder bevorzugt oder benachteiligt wird.
Die Schule richtet sich nach verschiedenen pädagogischen Vorstellungen. Die Heranwachsenden sollen unter anderem lernen, in einer Gemeinschaft zu leben. Dies beginnt für die Kinder bereits im fünften Lebensjahr, also früher als an anderen staatlichen Schulen. Gelernt und gespielt wird nicht nur mit Gleichaltrigen, sondern auch mit älteren oder jüngeren Schülern (vgl. Krüger 2004, S. 116 f.). Auch die Unterschiede zwischen den einzelnen Menschen sollen von Anfang an beigebracht werden. Deshalb ist es eine der reformpädagogischen Ideen der Laborschule, die einzelnen Jahrgangstufen zu mischen, wie es in Punkt 3.3 bereits erwähnt wurde. Jedes Kind hat dabei von Anfang an die Chance, einmal zu Kleinen, danach zu den Mittleren und am Ende zu den Großen zu gehören (vgl. Demmer-Dieckmann 2005, S. 16). Mit dieser Jahrgangsmischung ist auch vorgesehen, dass die älteren Schüler die Jüngeren hin und wieder im Unterricht unterstützen.
Zusammenfassung der Kapitel
1. EINLEITUNG: Dieses Kapitel führt in die Thematik der Reformpädagogik ein und stellt die Laborschule Bielefeld als zentralen Gegenstand der Untersuchung vor.
2. DER BEGRIFF REFORMPÄDAGOGIK: Es werden die begrifflichen Grundlagen sowie die geschichtliche Entwicklung der Reformpädagogik als Epoche seit ca. 1880 dargelegt.
3. DIE LABORSCHULE BIELEFELD: Das Hauptkapitel behandelt die Gründung, die theoretische Konzeption, die Organisationsstruktur und die pädagogische Praxis der Laborschule.
3.1. DIE GESCHICHTE DER LABORSCHULE: Hier wird der Ursprung der Laborschule unter Hartmut von Hentig sowie deren Entwicklung und Umstrukturierung bis in die Gegenwart beschrieben.
3.2. DIE ZUKÜNFTIGEN AUFGABEN DER LABORSCHULE: Dieses Kapitel erläutert den Auftrag der Schule zur stetigen Weiterentwicklung und zum Transfer ihrer Erkenntnisse in den erziehungswissenschaftlichen Diskurs.
3.3. ALLGEMEINE ANGABEN DER LABORSCHULE: Es werden strukturelle Rahmenbedingungen wie Finanzierung, Altersstruktur, Aufnahmeverfahren und der Aufbau der Stufen I bis IV dargestellt.
3.4. DIE REFORMPÄDAGOGIK AN DER LABORSCHULE: Dieser Abschnitt fokussiert auf das pädagogische Konzept, inklusive Jahrgangsmischung, Rhythmisierung, fächerübergreifendem Unterricht und Leistungsbewertung.
4. SCHLUSSBEMERKUNGEN: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und reflektiert kritisch die Vorbereitung der Schüler auf das Leben außerhalb des „Schonraums“ Schule.
Schlüsselwörter
Reformpädagogik, Laborschule Bielefeld, Hartmut von Hentig, Jahrgangsmischung, Reformschule, Pädagogik, Lernentwicklungsbericht, Selbstständigkeit, Schulentwicklung, Projektarbeit, Erziehungswissenschaft, Versuchsschule, Gemeinschaft, Verantwortung, Lernrhythmus
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit beschäftigt sich mit der Reformpädagogik und analysiert konkret deren praktische Umsetzung am Beispiel der Laborschule Bielefeld.
Was sind die zentralen Themenfelder der Publikation?
Die Schwerpunkte liegen auf der Historie der Reformbewegung, der Gründungsidee der Laborschule, ihrer strukturellen Organisation und der pädagogischen Konzepte im Schulalltag.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Ziel ist es, ein umfassendes Bild der Arbeitsweise der Laborschule zu vermitteln und die pädagogischen Besonderheiten zu untersuchen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um eine theoretische Arbeit, die auf Literaturanalyse und der Auswertung von Studien sowie Dokumenten zur Laborschule basiert.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil widmet sich intensiv der Laborschule Bielefeld: ihrer Geschichte, den Aufgaben, den allgemeinen Rahmenbedingungen und dem spezifischen reformpädagogischen Konzept.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wesentliche Begriffe sind Reformpädagogik, Laborschule Bielefeld, Jahrgangsmischung, Selbstständigkeit und Schulentwicklung.
Warum wird an der Laborschule in den ersten Jahren auf Noten verzichtet?
Die Schule ist davon überzeugt, dass eine Benotung die Unterschiede zwischen Kindern eher verurteilt als bestätigt; stattdessen werden textuelle Lernentwicklungsberichte genutzt.
Wie bereitet die Laborschule ihre Schüler auf die Wirklichkeit vor?
Die Schule fördert durch den „Lebens- und Erfahrungsraum“ Eigenverantwortung und Gemeinschaftssinn, wobei kritische Diskussionen bestehen, ob dieser „Schonraum“ ausreicht, um im späteren, selektiven Leben zu bestehen.
- Quote paper
- Susanne Zocher (Author), 2009, Die Reformpädagogik am Beispiel der Laborschule Bielefeld, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/165224