Im Rahmen des abgeschlossenen Proseminars „Methodik des Geschichtsunterrichts“ beschäftigt sich meine Ausarbeitung mit Bildquellen im Geschichtsunterricht mit dem Schwerpunkt Bildarten, eingebettet in den Kontext des Themas Vertreibung nach 1945. Neben der Vorstellung von zeitgleichen Bildern als Bildtypen im Geschichtsunterricht handelt die Ausarbeitung von der Besprechung mit den Seminarteilnehmern bezüglich der wichtigsten Eckdaten und des organisatorischen Aufbaus und Vorüberlungen zur Bildinterpretation. Zudem sollten die Seminarteilnehmer ein ihnen vorgegebenes Bild zum Thema Vertreibung anhand der zuvor gesammelten Punkte zur Interpretation von Bildern darauf anwenden.
Inhaltsverzeichnis
1) Einleitende Worte
2) Bilder als Element des Geschichtsunterrichts
3) Zeitgleiche Bilder als Bildtypen im historischen Lernen
4) Interpretation von Bildern im Geschichtsunterricht
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit befasst sich mit der methodischen Einbindung von Bildquellen in den Geschichtsunterricht, wobei der Fokus auf der Kategorisierung verschiedener Bildtypen und der praktischen Anwendung von Interpretationsmethoden am Beispiel des Themas "Vertreibung nach 1945" liegt.
- Bedeutung und Funktion von Bildern als historische Quellen
- Differenzierung und Klassifizierung von Bildtypen (z. B. Personenbilder, Ereignisbilder, Karikaturen)
- Methodische Vorgehensweise bei der Interpretation historischer Bilder im Unterricht
- Einsatz von induktiven Lehrmethoden wie Mind Maps zur Bildanalyse
- Verknüpfung von Bildinterpretation mit historischem Kontextwissen
Auszug aus dem Buch
3) Zeitgleiche Bilder als Bildtypen im historischen Lernen
Zeitgleiche Bilder nennt man diejenigen Bilder, welche während der erfolgten Handlung bzw. unmittelbar darauf entstanden sind.
Hierfür lassen sich Personenbilder nennen, welche sich seit der Antike bis in unsere frühe Neuzeit auf die herrschenden Personen, sprich Adlige, zumeist Könige oder Kaiser, beschränkt hat. Beispiele lassen sich zu Personenbildern viele nennen, zu den bekanntesten gehört das Gemälde Ludwig des XIV., welches als Vorbild in seiner Ausdrucksweise und Selbstverständlichkeit der Präsentation von Macht für nachfolgende Herrschergenerationen ganz Europa diente. Ein weiteres zeitgleiches Bild ist das Ereignisbild: Auch hier kann man dem Begriff nach entnehmen, um welche Art von Bild es sich handelt: Es stellt ein Ereignis dar, welches zumeist einen politischen und historischen Wert für die Geschichtswissenschaften an sich besitzt. Das Gemälde der Kaiserkrönung im Schloss von Versailles gibt es in zweifacher Ausführung, wobei das zeitlich erstere als Ereignisbild bezeichnet werden kann.
Die Alltagsbilder als weitere zeitgleiche Bilder sind in den letzten Jahren in die nähere Betrachtungsweise und Forschungsinteresse der Historiker gerückt: Insbesondere der Alltag der „kleinen Leute“, der Bauern, Arbeiter oder Bürger stellt den Alltag einer Mehrheit der Bevölkerung in diesen Alltagsbildern dar. Landschaftsbilder können wiederum als weitere zeitgleiche Bildarten in Fotografien von Landschaften, aber auch in gemalten Landschaften, wie z.B. bei Monet, differenziert werden. Beide haben jedoch eins gemeinsam: Sie zeigen einen unmittelbar festgehaltenen, subjektiv erfahrenen Ausschnitt der Wirklichkeit.
Zusammenfassung der Kapitel
1) Einleitende Worte: Die Einleitung erläutert den Rahmen des Proseminars zur Methodik des Geschichtsunterrichts und führt in die praktische Auseinandersetzung mit Bildquellen zum Thema Vertreibung ein.
2) Bilder als Element des Geschichtsunterrichts: Dieses Kapitel thematisiert die Notwendigkeit der Interpretation von Bildern als interpretierbedürftige historische Quellen und grenzt verschiedene Erscheinungsformen wie Gemälde oder Illustrationen ein.
3) Zeitgleiche Bilder als Bildtypen im historischen Lernen: Es erfolgt eine Klassifizierung von zeitgleichen Bildern in Kategorien wie Personenbilder, Ereignisbilder, Alltagsbilder und Karikaturen, um deren historischen Wert zu verdeutlichen.
4) Interpretation von Bildern im Geschichtsunterricht: Das Kapitel beschreibt methodische Ansätze zur Bildanalyse, insbesondere den Einsatz von Mind Maps zur Förderung der Sensibilität und historischer Kontextualisierung bei den Lernenden.
Schlüsselwörter
Geschichtsunterricht, Bildquellen, Bildtypen, historische Interpretation, zeitgleiche Bilder, Quellenarbeit, Methodenkompetenz, Bildanalyse, Ereignisbilder, Alltagsbilder, Karikaturen, Bildinterpretation, historische Wirklichkeit, Geschichtsdidaktik, Vertreibung
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit behandelt die didaktische Einbindung von Bildern als historische Quellen im Unterricht und wie diese methodisch korrekt analysiert werden können.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zu den Schwerpunkten gehören die Klassifizierung von Bildtypen und die praktische Umsetzung der Bildinterpretation unter Berücksichtigung historischer Kontexte.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, den Teilnehmern eines Proseminars Methoden zur Bildinterpretation zu vermitteln und diese anhand konkreter Bildquellen zum Thema Vertreibung anzuwenden.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es wird eine induktive Unterrichtsmethode eingesetzt, bei der Studierende mittels Mind Maps eigene Analyseaspekte entwickeln, die anschließend auf spezifische Bildquellen angewendet werden.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Verortung von Bildern als Unterrichtsmedium, die Kategorisierung zeitgleicher Bilder und die praktische Durchführung der Bildinterpretation.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit lässt sich vor allem durch Begriffe wie Geschichtsdidaktik, Bildquellen, Quellenarbeit, historische Interpretation und methodische Bildanalyse beschreiben.
Warum ist das historische Kontextwissen für die Interpretation so entscheidend?
Eine reine Bildbeschreibung reicht für eine historische Einordnung nicht aus; der Interpret muss den historischen Hintergrund kennen, um die Aussageabsicht des Bildes im Kontext seiner Entstehung zu verstehen.
Welche konkrete praktische Übung wird für die Bildinterpretation vorgeschlagen?
Die Studierenden sollen zunächst in einer Mind-Map-Phase relevante Kriterien wie Farbwirkung, Gestaltung und biographische Daten sammeln, um diese dann in Partnerarbeit auf ein Bild zum Thema Vertreibung anzuwenden.
- Quote paper
- Boris Meder (Author), 2006, Ausarbeitung Bildquellen Referat Geschichtsdidaktik, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/165271