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Berufliche Weiterbildung - Fluch oder Segen?

Titre: Berufliche Weiterbildung - Fluch oder Segen?

Essai Scientifique , 2008 , 20 Pages , Note: 2,0

Autor:in: MMag. Herbert Adrian Ortner (Auteur)

Pédagogie - Education des adultes
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Weiterbildung ist im 21. Jahrhundert zu einem wichtigen Instrument geworden. Darüber hinaus betont die Europäische Union die Notwendigkeit des Lebenslangen Lernens. Demzufolge ist in den letzten Jahren eine verstärkte Weiterbildungsnachfrage zu bemerken. Allerdings sind die Kosten dafür immer häufiger von den Lernenden selbst zu tragen.

Weiterbildung wird vermehrt zu einer Belastungsprobe. Daraus resultiert eine Zunahme aktiven oder passiven Bildungswiderstands. Dazu kommt, dass Frauen trotz guter Qualifizierung nach wie vor weniger verdienen als Männer und vielfach einer Doppelbelastung von Erwerbs- und Hausarbeit ausgesetzt sind.

Extrait


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Lernen oder nicht Lernen, das ist hier die Frage!

2.1. Ist Weiterbildung wichtig?

2.2. Normative Erwartung der Gesellschaft

2.3. Disparitäten in der geschlechterspezifischen Weiterbildung

2.4. Wenn Weiterbildung zur Belastung wird

3. Resümee und Ausblick

4. Literatur

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht kritisch die Ambivalenz beruflicher Weiterbildung im Kontext des „Lebenslangen Lernens“ und analysiert, inwieweit dieser Prozess als gesellschaftlicher Zwang und Instrument zur Risikoverlagerung auf das Individuum dient. Dabei wird hinterfragt, ob Weiterbildung tatsächlich ein „Segen“ für die persönliche Entwicklung darstellt oder eine zusätzliche Belastung, die soziale Ungleichheiten verschärft.

  • Die Ideologie des „Lebenslangen Lernens“ und ihre ökonomischen Hintergründe
  • Die normativen Erwartungen der Gesellschaft an das Individuum
  • Geschlechtsspezifische Disparitäten und Bildungsungleichheiten
  • Widerstandsformen gegen den vorherrschenden Weiterbildungswahn
  • Der Wandel von Bildung hin zu reinem, ökonomisch verwertbarem Wissen

Auszug aus dem Buch

2.4. Wenn Weiterbildung zur Belastung wird

Wer sich hingegen zu den Privilegierten zählen darf, zu denen, die sich beruflich aus- und weiterbilden können, kommt dennoch unmerklich vom Regen in die Traufe. Denn wie alles hat auch Weiterbildung eine Kehrseite der Medaille. Aus der Idee des Lebenslangen Lernens wird eine gesellschaftliche Notwendigkeit, mehr noch, ständige Weiterbildung wird zum Zwang und hängt wie ein Damoklesschwert über den Köpfen der Menschen. Ein Entkommen scheint fast unmöglich. Jenen, die eine Flucht aus der Weiterbildungs-Maschinerie ins Auge fassen, werden etwaige Konsequenzen mit erhobenem Zeigefinger demonstriert. So bleibt nur eines – Lernen ohne Aussicht auf ein Ende, aber mit der Gewissheit, dass heute Gelerntes morgen vielleicht schon überholt sein könnte. Eine solche Vorstellung lässt mitunter die Sinnhaftigkeit ständiger Weiterbildung in einem anderen Licht erscheinen.

Axmacher (1990, 216) spricht von einer “[...] Aufholjagd, in der wir hinter dem jeweils letzten verfügbaren Wissen hinterherjagen, einfach weil der Konkurrent sonst eher am Ziel ist oder sich der Abstand noch weiter vergrößert.“ Er fügt jedoch hinzu, dass Weiterbildung auch nicht unterbleiben darf. Das Resultat ist für Liessmann (2006, 33) nicht zu übersehen: „Ständiges Lernen wird zu einer Notwendigkeit, genauer, zu einem Zwang, aber niemand weiß genau, was eigentlich wozu gelernt werden soll.“ Die Lernanforderungen orientieren sich weitgehend an den fortschreitenden Produktions- und Berufsstrukturen. Ein rascher Wandel in diesen Bereichen bedeutet gleichzeitig eine Veränderung der Qualitätsansprüche. Dies geht mit einer Weiterbildungsnotwendigkeit der Beschäftigten einher, ob sie nun wollen oder nicht. „Sie müssen diesen Lernanforderungen um ihrer Selbsterhaltung willen nachkommen“, so Meueler (1998, 164).

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Der Aufsatz führt in die Bedeutung beruflicher Weiterbildung als Reaktion auf den globalen technologischen Wandel ein und hinterfragt kritisch den „Weiterbildungswahn“ sowie dessen soziale Auswirkungen.

2. Lernen oder nicht Lernen, das ist hier die Frage!: Dieses Kapitel analysiert das Konzept des Lebenslangen Lernens als gesellschaftliche Forderung und beleuchtet die damit einhergehenden ökonomischen Interessen, geschlechtsspezifischen Ungleichheiten und den daraus resultierenden Bildungsdruck.

3. Resümee und Ausblick: Der Autor fasst zusammen, dass die Wissensgesellschaft die Kluft zwischen Gebildeten und weniger Gebildeten vergrößert und plädiert für eine stärkere Anerkennung informellen Wissens, um den Wert des Individuums zu stärken.

4. Literatur: Dieses Verzeichnis listet sämtliche wissenschaftlichen Quellen und Studien auf, die für die Analyse der Weiterbildungsthematik herangezogen wurden.

Schlüsselwörter

Berufliche Weiterbildung, Lebenslanges Lernen, Wissensgesellschaft, Bildungsverweigerung, soziale Ungleichheit, Bildungskritik, Geschlechtsspezifische Disparitäten, informelles Lernen, Bildungsökonomie, Qualifizierung, Arbeitsmarkt, Widerstand, Humankapital, Reproduktionsarbeit, Bildungswahn.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht die Ambivalenz des aktuellen Weiterbildungssystems und hinterfragt, ob ständige Qualifizierungsmaßnahmen ein Fortschritt für den Menschen sind oder lediglich einen gesellschaftlichen Zwang darstellen.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Felder umfassen die Ideologie des Lebenslangen Lernens, die ökonomische Verwertung von Wissen, die Rolle der Geschlechter bei Bildungsentscheidungen und die Widerstandskultur gegenüber institutionellen Lernzwängen.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das Ziel ist es, Weiterbildung in einem kritischen Licht zu beleuchten und zu hinterfragen, warum Bildung zunehmend als Instrument zur Risikoverlagerung auf das Individuum genutzt wird.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Der Autor führt eine theoretische Analyse auf Basis soziologischer und bildungswissenschaftlicher Literatur durch, um die Diskurse um das Lebenslange Lernen kritisch zu hinterfragen.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil analysiert die normativen Erwartungen der Gesellschaft, die ungleiche Verteilung von Weiterbildungschancen zwischen den Geschlechtern und die Entstehung von passivem Widerstand gegen den Bildungsdruck.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind Wissensgesellschaft, Bildungsverweigerung, Lebenslanges Lernen, berufliche Weiterbildung, soziale Ungleichheit und Bildungskritik.

Wie wirkt sich die Globalisierung auf das Thema Weiterbildung aus?

Die Globalisierung wird als Treiber für den ständigen Wandel beschrieben, der den Menschen zwingt, sich durch stetige Weiterbildung als „Ich-Marke“ zu vermarkten, um in der modernen Ökonomie zu bestehen.

Was bedeutet „Bildungswiderstand“ laut der Arbeit?

Bildungswiderstand bezeichnet die (oft passive) Verweigerung oder innere Abwesenheit von Beschäftigten gegenüber Weiterbildungsmaßnahmen, die als Belastung oder ökonomischer Zwang empfunden werden.

Welche Rolle spielen Frauen im beschriebenen Weiterbildungssystem?

Frauen sind laut Arbeit stärker von Chancenungleichheiten betroffen, da sie oft zwischen der Verantwortung für Reproduktionsarbeit und dem Druck zur beruflichen Qualifizierung stehen, was ihre Karrierepfade negativ beeinflussen kann.

Welche Lösung schlägt der Autor für die „Weiterbildungs-Resistenz“ vor?

Der Autor schlägt vor, dass die Anerkennung von informell erworbenem Wissen dazu beitragen könnte, den Wert des Lernens für das Individuum zu erhöhen und somit die Akzeptanz von Weiterbildungsprozessen zu verbessern.

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Résumé des informations

Titre
Berufliche Weiterbildung - Fluch oder Segen?
Université
Klagenfurt University
Note
2,0
Auteur
MMag. Herbert Adrian Ortner (Auteur)
Année de publication
2008
Pages
20
N° de catalogue
V165358
ISBN (ebook)
9783640808809
Langue
allemand
mots-clé
Weiterbildung Lebenslanges Lernen Bildungswiderstand Geschlechterdisparität
Sécurité des produits
GRIN Publishing GmbH
Citation du texte
MMag. Herbert Adrian Ortner (Auteur), 2008, Berufliche Weiterbildung - Fluch oder Segen?, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/165358
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