Potentiale der außerschulischen Bildung für den Sachunterricht in Kooperation mit einem Wasservogelreservat


Referat (Ausarbeitung), 2010

22 Seiten, Note: 1,3


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 NABU

3 Wasservogelreservat Wallnau
3.1 Die Idee Wallnaus
3.2 Die Geschichte Wallnaus
3.3 Öffentlichkeitsarbeit
3.4 Der Natur- und Erlebnislehrpfad
3.5 Ausstellung „Vogelzug“
3.6 Allgemeines

4 Schulische Umweltbildung in Wallnau

5 Methodenbearbeitung
5.1 Sinnes Parcours
5.2 Naturerlebnis- Spiele
5.2.1 Menschlicher Fotoapparat
5.2.2 Vögel beobachten und bestimmen
5.2.3 Bedeutung von Naturspielen

6 Diskussionsergebnisse

7 Fazit

8 Anhang

9 Literaturverzeichnis

1 Einleitung

Da wir als zukünftige Sachunterrichtslehrerinnen vor der Herausforderung stehen unseren SchülerInnen Kompetenzen zu übermitteln, die sie benötigen um ihr Leben verantwortungsvoll im Sinne der nachhaltigen Entwicklung zu führen, müssen die Potentiale außerschulischer Jugendbildung für die Schule erkannt und genutzt werden. Aufgrund dessen wird in dieser Hausarbeit, zum Thema „Potentiale außerschulische Bildung für den Sachunterricht", ein Kooperationspartner der schulischen Umweltbildung, das Wasservogelreservat Wallnau vorgestellt.

Welche Chancen bietet eine Kooperation zwischen dem Träger und der Schule? Welcher Nutzen lässt sich speziell für den Sachunterricht daraus ziehen? Unter diesen beiden Fragestellungen wird das NABU Projekt auf Fehmarn auf die Anwendbarkeit im Sachunterricht in der Grundschule untersucht, und eine (langfristige) Kooperation zwischen Träger und Schule kritisch hinterfragt.

Hierzu wird zunächst der Träger NABU und anschließend der Standort Wallnau mit seinem Konzept der außerschulischen Umweltbildung vorgestellt. Aufgrund der Präsentation innerhalb der Seminargestaltung, folgen dann die verwendeten Methoden der Erlebnispädagogik (Wallnaus) mit entsprechenden Diskussionsergebnissen. Abschließend wird eine Verbindung zum (Perspektivrahmen des) Sachunterricht hergestellt und eine kritische Reflexion der Umsetzung im Berufsfeld des Lehrers vorgenommen.

2 NABU

Der Naturschutzbund Deutschland e.V. (NABU) - möchte Menschen dafür begeistern, sich durch gemeinschaftliches Handeln für die Natur einzusetzen. In diesem Jahr feiert der NABU sein 111 jähriges Bestehen. Ziel und Anliegen des NABU ist der praktische Naturschutz der über 5000 NABU-Schutzgebiete in Deutschland. Die Natur soll bewahrt und die Zukunft für folgende Generationen gesichert werden. Dies geschieht durch konkreten Naturschutz vor Ort, innovative Umweltbildung, Öffentlichkeitsarbeit und wissenschaftlicher Forschung. Dabei ist vor allem das politische Engagement der freien, größtenteils ehrenamtlichen Mitarbeiter gefragt. Mittlerweile sind im NABU mehr als 460.000 Mitglieder und Förderer tätig, die es sich zur Aufgabe gemacht haben, die Natur in Deutschland nachhaltig zu schützen.

Über 80 Naturzentren ermöglichen es (zukünftigen) Naturschützern und Interessierten, Einblick in die Arbeit des NABU zu erlangen, indem die Natur hautnah erlebt werden kann. Ein Beispiel dafür ist das Wasservogelreservat Wallnau.

„Natur erleben wird beim NABU gro[ss]geschrieben. Die meisten der [...] aufgeführten Zentren sind reine NABU-Einrichtungen, einige [...] werden von Trägergemeinschaften unter Beteiligung des NABU unterhalten. Das Spektrum reicht dabei von einfachen Veranstaltungshäusern oder Anlaufstellen in Schutzgebieten bis hin zu Zentren mit mehreren zehntausend Besuchern jährlich wie etwa die Blumberger Mühle, Wallnau oder die Umweltpyramide Bremervörde.“

(Zit. http://www.nabu.de/naturerleben/zentren/index.html?gclid=CKaS-- 3Z8Z8CFcGAzAod4EceYw)

Seit dem Jahre 1971 wählt der NABU den „Vogels des Jahres“, der auf die Gefährdung und Umweltprobleme seines Lebensraumes aufmerksam machen soll. Der Vogel des Jahres 2010 ist der Kormoran, der in Deutschland schon einmal so gut wie ausgestorben war. Nach seiner Rückkehr hat sich sein Bestand erholt, doch versuchen nun Angler und Fischer ihn wieder aus Deutschland zu vertreiben und seine Artenzahl zu reduzieren. Der NABU will mit der Wahl des Kormorans zum „Vogel des Jahres“ darauf aufmerksam machen, dass der Artenbestand der Vögel keineswegs schadhaft für den Fischbestand ist.1

Die NABU- Jugendorganisation NAJU hat rund 75.000 Mitglieder im Alter von 6 bis 27 Jahren und ist einer der größten Jugendumweltverbänden der Bundesrepublik Deutschland. In zwei Altersstufen wird den Kindern und Jugendlichen ein breit gefächertes Angebot von Natur- und Umweltschutzaktivitäten angeboten. Den Kindern steht die Figur „Rudi Rotbein" zur Seite und gibt ihnen Einblicke in die spannende Welt der Natur. Folgende Projekte werden beispielsweise vom NAJU durchgeführt:

- ein verwilderter NAJU Garten in Berlin, in dem die Kinder ihre gärtnerischen Fähigkeiten austesten können, um den Garten zu verschönern
- „Give me Moor“- Ein Projekt zum Schutz der Moorflächen und zum Wecken der Aufmerksamkeit auf die Zerstörung und der damit verbundenen Freisetzung der CO2 Reserven in Mooren
- Kreative Teilnahme an einem Wettbewerb zum Thema „erlebten Frühling“
- „Habitat Mare“ (Projekt aus 2007): 18 junge Naturschützer gehen auf See und arbeiteten an Themen wie Fischerei, Meerestiere sowie menschlichen Einflüssen auf die Ostsee

3 Wasservogelreservat Wallnau

Das NABU-Wasservogelreservat Wallnau liegt an der Westküste Fehmarns und gilt als das größte Naturschutzzentrum an der deutschen Ostseeküste. Dabei handelt es sich um eine von Teichen, Schilfflächen, Wiesen und kleinen Gehölzen geprägte, knapp 300 Hektar große Kulturlandschaft. Die unterschiedlichen Lebensräume entwickelten sich während der langjährigen Bewirtschaftung des Gebietes als Teichgut. Für den skandinavischen und sibirischen Vogelzug ist Wallnau einer der wichtigsten Rastplätze im Ostseeraum. Das Thema Vogelzug wird in Wallnau deshalb in einer Ausstellung und im Außenbereich als weltumspannendes biologisches Phänomen vorgestellt.

Zusammen mit dem Kreis Ostholstein und dem Land Schleswig-Holstein hat sich der NABU das Ziel gesetzt, die Kulturlandschaft Wallnaus zu schützen, zu erhalten und durch gezielte Maßnahmen für Tiere und Pflanzen noch attraktiver zu machen. Dabei wird es den Besuchern des Naturschutzreservats möglich gemacht, die Vögel in ihrer natürlichen Umgebung zu beobachten. Großräumige Schutzzonen bieten den Tieren jedoch auch ausreichend Rückzugsmöglichkeiten, die für die Besucher nicht zugänglich sind. Um die Pflege und Bewirtschaftung an die Tier- und Pflanzenwelt anzupassen, werden in Wallnau regelmäßige Vogelzählungen durchgeführt. Außerdem finden wissenschaftliche Untersuchungen im Rahmen von Diplom- und Examensarbeiten statt, die das Konzept des Wasservogelreservats Wallnau überprüfen und verbessern (vgl. http://wallnau.nabu.de).

3.1 Die Idee Wallnaus

Die Idee und das Ziel Wallnaus werden in folgendem Zitat des Wasservogelreservats deutlich:

„[Die] Idee des NABU-Wasservogelreservats Wallnau ist es, ökologische, gesellschaftliche und wirtschaftliche Zusammenhänge besonders am Beispiel von Vogelschutz und Vogelzug zu vermitteln. Durch gezieltes Erhalten und Entwickeln verschiedener Lebensräume schaffen wir ein attraktives Umfeld für die Tier- und Pflanzenwelt und machen diese Artenvielfalt für den Menschen sichtbar"

(http://wallnau.nabu.de/umweltbildung/schulen/)

3.2 Die Geschichte Wallnaus

Mitte der 70er Jahre kaufte der NABU das Gebiet Wallnau mit Hilfe von Spenden. Idee war und ist es, nach dem englischen Vorbild neue Wege zu gehen: einerseits aktiv zugunsten einer noch größeren Vogelartenvielfalt eine Kulturlandschaft zu gestalten, andererseits Menschen an einzigartigen Naturschauspielen teilhaben zu lassen. Zu diesem Zweck wurden beispielsweise die Uferlinien verändert, neue Kanäle ausgehoben oder künstliche Brutinseln angelegt.

Noch vor 400 Jahren war das heutige Naturschutzgebiet (NSG) eine Bucht der Ostsee. Durch Brandungswellen im Nordosten der Insel abgetragenes Material wurde durch die Meeresströmung südwärts transportiert und an Fehmarns Westküste angelagert. Hier entwickelte sich in für die Ostseeküste typischer, stetig wachsender Strand- und Nehrungshaken. Erst Ende des 19. Jahrhunderts wurde das Gebiet abgetrennt, künstlich trocken gelegt und bis zur Jahrhundertwende landwirtschaftlich genutzt. Nach einer schweren Sturmflut entstand im Schutz des neuen Deiches das Teichgut Wallnau. Einst Norddeutschlands größte Karpfen- und Schleienzucht, wurde es bis in die 70er Jahre des letzten Jahrhunderts betrieben (siehe Abb. unten). Als das Gebiet dann im Jahre 1975 zum Verkauf stand, gelang es dem NABU mit der Unterstützung der zoologischen Gesellschaft Frankfurt und dem Kreis Ostholstein rund 209 ha des ehemaligen Teichgutes zu erwerben. Ab 1976 begann der Aufbau der Station und die gezielte Besucherbetreuung (vgl. Jürgens, Schindler (1995), S.7ff.).

3.3 Öffentlichkeitsarbeit

Rund 10 Hektar des insgesamt knapp 300 Hektar großen Naturschutzgebietes sind für die Öffentlichkeit zugänglich. Die Öffentlichkeitsarbeit des Wasservogelreservat Wallnau bezieht sich sowohl auf Kinder als auch auf Erwachsene. Das Thema „Vogelzug“ wird anschaulich und zum „ausprobieren" dargestellt. „Verschiedene Erlebnisstationen laden dazu ein, den Alltag zu vergessen und sich der Natur spielerisch zu öffnen" (http://wallnau.nabu.de/besucher/kleinundgross/). Im Außenbereich bieten die sogenannten „Hides" (Beobachtungshütten) außerdem die Möglichkeit zur Vogelbeobachtung. So kann das Vogelzuggeschehen hautnah beobachtet werden, das je nach Jahreszeit sehr unterschiedlich ist (vgl. ebd., S.33ff.).

3.4 Der Natur- und Erlebnislehrpfad

Der ein Kilometer lange Natur- und Erlebnislehrpfad „Pfad der Sinne" führt hinter Schutzwällen zu den vier Beobachtungshütten. Aus den so genannten "Hides" (von engl. „hide" = „verstecken") können die Besucher die frei lebenden Wildtiere hautnah erleben. Sie erlauben dem Besucher jeweils einen ungestörten Blick auf die unterschiedlichen Lebensräume der Wallnauer Kulturlandschaft. Aus wenigen Metern Entfernung können die frei lebenden Vögel in ihrem natürlichen Lebensraum beobachten.

Auf zahlreichen Schautafeln und den drei großen Themensäulen (Baum-, Brennnessel-, Tiersäule) werden den Besuchern auf dem Natur- und Erlebnispfad interessante Einblicke in Wallnaus Flora und Fauna geboten. Ohne die frei lebenden Wildtiere zu stören, können die Besucher aus nächster Nähe über das Jahr bis zu 250 unterschiedliche Brut- und Zugvogelarten in ihrem natürlichen Lebensumfeld beobachten. Der Naturerlebnispfad bietet darüber hinaus umfangreiche Informationen zur heimischen Tier- und Pflanzenwelt sowie verschiedene Objekte zur Sensibilisierung der Sinne. Neben Information soll der Lehrpfad Natur auch spielerisch „erlebbar", „erfühlbar" oder „ertastbar" machen. Zahlreiche pädagogische Spielelemente laden zum Mitmachen ein (siehe Kapitel 4). Am Ende des Natur- und Erlebnispfades befindet sich der zehn Meter hohe Aussichtsturm der einen beeindruckenden Ausblick auf das gesamte Naturschutzgebiet bietet (vgl. ebd., S.39ff.).

[...]


1 Näheres hierzu siehe: http://www.nabu.de/aktionenundprojekte/vogeldesjahres/2010-kormoran/Informationen/index.html

Ende der Leseprobe aus 22 Seiten

Details

Titel
Potentiale der außerschulischen Bildung für den Sachunterricht in Kooperation mit einem Wasservogelreservat
Hochschule
Leuphana Universität Lüneburg
Note
1,3
Autor
Jahr
2010
Seiten
22
Katalognummer
V165486
ISBN (eBook)
9783640811977
ISBN (Buch)
9783640812226
Dateigröße
1031 KB
Sprache
Deutsch
Anmerkungen
Ein Besuch mit der Klasse im Wasservorgelschutzreservat ist wirklich zu empfehlen!
Schlagworte
potentiale, bildung, sachunterricht, kooperation, wasservogelreservat
Arbeit zitieren
Carola Willner (Autor), 2010, Potentiale der außerschulischen Bildung für den Sachunterricht in Kooperation mit einem Wasservogelreservat, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/165486

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