Unsere Gesellschaft und die Wirtschaft sind mitten in einer demografischen Entwicklung. Die damit einhergehende Alterung lässt sich nicht mehr aufhalten. Diese Entwicklung stellt nicht nur die Unternehmen oder die Gesellschaft vor neue Herausforderungen, sondern auch jedes Individuum.
Die Veränderung der Bevölkerungsstruktur führt unweigerlich zu einer veränderten Altersstruktur in den Unternehmen und Betrieben. Somit sollte eine altersgerechte Personalentwicklung und betriebliche Weiterbildung mehr denn je im Fokus der Unternehmen stehen. Dass dieses Thema in der Wirtschaft angekommen ist, zeigt sich auch darin, dass „es […] kaum mehr einen Branchen- oder Unternehmensverband und kaum mehr eine Einzelgewerkschaft [gibt], die in jüngerer Zeit keine Fachveranstaltung zu demographischen Herausforderungen ausgerichtet und die dazu keine Handlungsanleitung oder Broschüre für die betriebliche Praxis erstellt hätte“ (Morschhäuser 2006, S. 14).
Es ist aber auch festzustellen, dass nicht alle Betriebe und Unternehmen die demografische Entwicklung als wichtig genug angesehen haben um frühzeitig darauf zu reagieren. Sie stehen nun vor dem Problem, dass eine altersgerechte Personalpolitik nicht kurzfristig erzielbar ist, sondern ein umfassender Prozess ist, der seine Zeit benötigt um zu wirken.
Im Zusammenhang mit der Diskussion um eine alterssensible Personalpolitik fällt auch immer häufiger der Begriff des „Lebenslangen Lernens“ und des „Lernen im Alter“. Für das Bildungsministerium für Bildung und Forschung zählt das Lernen im Lebenslauf zu den großen politischen und gesellschaftlichen Herausforderungen in Deutschland denn die Verwirklichung des Lernens im Lebenslauf ist entscheidend für die Perspektive des Einzelnen, den Erfolg der Wirtschaft und die Zukunft der Gesellschaft.“. Dieses Thema macht also auch vor der Politik nicht halt und dies unterstreicht nochmals die Wichtigkeit, sich mit der demografischen Entwicklung und ihren Herausforderungen auseinanderzusetzen.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Der demografische Wandel
2.1 Demografische Grundlagen
2.1.1 Die Fertilität
2.1.2 Die Mortalität
2.1.3 Die Migration
2.2 Die aktuelle Situation in Deutschland
2.2.1 Auswirkungen auf die Erwerbstätigkeit
2.2.1.1 Auswirkungen auf den Arbeitsmarkt
2.2.1.2 Auswirkungen auf das Sozialsystem
2.2.2 Auswirkungen auf das Gesundheitssystem
2.2.2.1 Die betriebliche Gesundheitspolitik
2.2.3 Auswirkungen auf das Bildungssystem
3. Altern in unserer Gesellschaft
3.1 Die Altersforschung
3.1.1 Konstruktionen des Alters
3.1.2 Altern und Bildung
3.2 Die Notwendigkeit des Lebenslangen Lernens
3.2.1 Die Historie des Lebenslangen Lernens
3.2.2 Lebenslanges Lernen und gesellschaftliche Hintergründe
3.2.3 Lebenslanges Lernen in der Bildungspolitik
3.2.4 Formelles, informelles und non-formales Lernen
4. Personalentwicklung und betriebliche Weiterbildung
4.1 Definitionen und Inhalte der Personalentwicklung
4.1.1 Instrumente der Personalentwicklung
4.1.1.1 Maßnahmen into-the-job
4.1.1.2 Maßnahmen on-the-job
4.1.1.3 Maßnahmen off-the-job
4.1.1.4 Maßnahmen near-the-job
4.2 Betriebliche Bildung als Teil der Personalentwicklung
5. Altersgerechte Personalentwicklung
5.1 Die Leistungsfähigkeit älterer Arbeitnehmer
5.1.1 Körperliche Veränderungen im Alter
5.1.2 Kognitive Veränderungen im Alter
5.1.3 Soziale Kompetenzen im Alter
5.1.4 Lernen im Alter
5.2 Qualifizierung älterer Mitarbeiter
5.2.1.Das Risiko einer alternden Belegschaft
5.2.2 Weiterbildungsbeteiligung von älteren Menschen
5.3 Potenziale älterer Mitarbeiter
5.3.1 Das Erfahrungswissen älterer Mitarbeiter
5.3.2 Intergenerationelles Lernen am Arbeitsplatz
5.3.3 Mentoring und Coaching
6. Praxismodelle einer altersgerechten Personalentwicklung
6.1 Die Fahrion Engineering GmbH
6.2 Die „Senior Professionals“ bei der Lufthansa
6.3 Die Siemens AG und ihre Senior Professionals
7. Ein Ausblick unter Einbezug des Berufes des Erwachsenenbildners
8. Resümee
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht, welche Anforderungen der demografische Wandel an die Personalentwicklung sowie die betriebliche Weiterbildung stellt und wie Unternehmen diesen Herausforderungen durch eine altersgerechte Personalpolitik begegnen können.
- Analyse des demografischen Wandels und seiner Auswirkungen auf Wirtschaft und Gesellschaft
- Untersuchung der Lernfähigkeit und Potenziale älterer Arbeitnehmer
- Strategien zur Implementierung einer altersgerechten Personalentwicklung
- Evaluierung von Praxismodellen führender Unternehmen
- Die Rolle des Erwachsenenbildners in der betrieblichen Personalentwicklung
Auszug aus dem Buch
1. EINLEITUNG
„Realistisch betrachtet: Die demographische Entwicklung wird nicht aufzuhalten sein. Diejenigen Unternehmen, die sich der demographischen Entwicklung und den damit verbundenen Herausforderungen stellen (…) werden darin eine Chance finden, mit der sie sich am Arbeitsmarkt und im Absatzmarkt ihrer Produkte und Dienstleistungen den entscheidenden Wettbewerbsvorteil verschaffen können. Und für die anderen gilt wie immer der Grundsatz: Wer zu spät kommt, den bestraft das Leben!“ (Jörg Rumpf von der Hay Group GmbH in der Zeitschrift Personal, 2004)
Beim Blick in die Presse und in die Literatur sind diese und ähnliche Aussagen vermehrt zu finden. Unsere Gesellschaft und die Wirtschaft sind mitten in einer demografischen Entwicklung. Die damit einhergehende Alterung lässt sich nicht mehr aufhalten. Diese Entwicklung stellt nicht nur die Unternehmen oder die Gesellschaft vor neue Herausforderungen, sondern auch jedes Individuum.
Die Veränderung der Bevölkerungsstruktur führt unweigerlich zu einer veränderten Altersstruktur in den Unternehmen und Betrieben. Somit sollte eine altersgerechte Personalentwicklung und betriebliche Weiterbildung mehr denn je im Fokus der Unternehmen stehen. Dass dieses Thema in der Wirtschaft angekommen ist, zeigt sich auch darin, dass „es […] kaum mehr einen Branchen- oder Unternehmensverband und kaum mehr eine Einzelgewerkschaft [gibt], die in jüngerer Zeit keine Fachveranstaltung zu demographischen Herausforderungen ausgerichtet und die dazu keine Handlungsanleitung oder Broschüre für die betriebliche Praxis erstellt hätte“ (Morschhäuser 2006, S. 14).
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Einführung in die Problematik des demografischen Wandels und die daraus resultierende Notwendigkeit einer altersgerechten Personalpolitik.
2. Der demografische Wandel: Detaillierte Betrachtung der Grundlagen (Fertilität, Mortalität, Migration) und der Auswirkungen auf Arbeitsmarkt, Sozialsystem und Bildungssystem.
3. Altern in unserer Gesellschaft: Auseinandersetzung mit der Altersforschung sowie der historischen und gesellschaftlichen Bedeutung des Lebenslangen Lernens.
4. Personalentwicklung und betriebliche Weiterbildung: Definition von Begriffen, Erläuterung der Instrumente (into-, on-, off-, near-the-job) und Einordnung betrieblicher Bildung.
5. Altersgerechte Personalentwicklung: Untersuchung der Leistungsfähigkeit älterer Arbeitnehmer und Entwicklung von Strategien zur Qualifizierung und Nutzung ihrer Potenziale.
6. Praxismodelle einer altersgerechten Personalentwicklung: Vorstellung konkreter Unternehmensbeispiele (Fahrion Engineering, Lufthansa, Siemens) zur Integration älterer Mitarbeiter.
7. Ein Ausblick unter Einbezug des Berufes des Erwachsenenbildners: Reflexion über die Rolle und Kompetenzen von Pädagogen in der modernen, altersorientierten Personalentwicklung.
8. Resümee: Zusammenfassung der Kernergebnisse der Arbeit und abschließendes Fazit.
Schlüsselwörter
Demografischer Wandel, Personalentwicklung, betriebliche Weiterbildung, Lebenslanges Lernen, Altersforschung, Leistungsfähigkeit, Erfahrungswissen, intergenerationelles Lernen, Mentoring, Coaching, Arbeitsmarkt, Sozialsystem, Personalpolitik, Fachkräftemangel, Erwachsenenbildung
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Diplomarbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit den Auswirkungen der demografischen Entwicklung in Deutschland auf die betriebliche Personalpolitik und zeigt auf, wie Unternehmen durch altersgerechte Maßnahmen und Weiterbildungskonzepte zukunftsfähig bleiben können.
Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?
Die zentralen Themen umfassen den demografischen Wandel, die Leistungsfähigkeit und das Erfahrungswissen älterer Arbeitnehmer, das Konzept des Lebenslangen Lernens sowie verschiedene Instrumente der Personalentwicklung.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Ziel ist es, Anforderungen an die Personalentwicklung in einer alternden Belegschaft herauszuarbeiten und konkrete Handlungsstrategien für Unternehmen aufzuzeigen, um ältere Mitarbeiter erfolgreich zu binden und deren Wissen zu sichern.
Welche wissenschaftlichen Ansätze finden Anwendung?
Die Arbeit stützt sich auf gerontologische Erkenntnisse, Theorien der Erwachsenenbildung und personalwirtschaftliche Instrumente, um eine interdisziplinäre Sicht auf das Thema zu ermöglichen.
Was wird im Hauptteil der Arbeit detailliert ausgeführt?
Der Hauptteil analysiert die Auswirkungen des Wandels auf gesellschaftliche Bereiche, beleuchtet die Potenziale und Lernformen im Alter und stellt Praxismodelle (z.B. Lufthansa Pro 40, Siemens Kompass) gegenüber.
Welche Keywords charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind unter anderem demografischer Wandel, Personalentwicklung, Lebenslanges Lernen, intergenerationelles Lernen, Erfahrungswissen und altersgerechte Personalpolitik.
Warum ist das Erfahrungswissen älterer Mitarbeiter für Unternehmen so wichtig?
Ältere Mitarbeiter verfügen über implizites und explizites Wissen, das durch jahrelange Praxis erworben wurde und bei richtiger Weitergabe an jüngere Kollegen („intergenerationelles Lernen“) einen entscheidenden Wettbewerbsvorteil darstellt.
Welche Rolle spielt der Erwachsenenbildner bei der Umsetzung einer altersgerechten Personalpolitik?
Der Erwachsenenbildner bringt pädagogische Kompetenzen in die Organisation ein, unterstützt bei der Gestaltung von Lernprozessen, die den Bedürfnissen Älterer gerecht werden, und agiert als vertrauensvoller Vermittler bei der Personalentwicklung.
- Arbeit zitieren
- Heike Suchanek (Autor:in), 2010, Anforderungen an die Personalentwicklung und die betriebliche Weiterbildung in der aktuellen demografischen Entwicklung, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/165578