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Wie erleben Kinder im Grundschulalter den Verlust ihrer durch eine Krebserkrankung verstorbenen Mutter?

Title: Wie erleben Kinder im Grundschulalter den Verlust ihrer durch eine Krebserkrankung verstorbenen Mutter?

Pre-University Paper , 2010 , 26 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Nicole Ketter (Author)

Medicine - Neoplasms, Oncology
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1. Einleitung

„Tust Du meiner Mama weh?“ fragte mich die 8jährige Anna mit erschrockenen Augen und näherte sich neugierig an das Krankenbett ihrer sich in der Finalphase befindlichen Mutter.
„Nein“, erwiderte ich erstaunt und fügte eher wortsuchend hinzu:
„ Ich gebe Deiner Mama eine kleine Spritze, dass sie keine Schmerzen mehr hat!“ Wie eine Einwilligung „ohne Worte“ tritt Anna noch näher ans Bett und schaut zweifelnd und ganz genau zu, als ich ihrer Mutter die Injektion verabreichte.

Diese Situation, vor ungefähr zwei Jahren, machte es zum Anlass, jetzt, im Rahmen der derzeitigen Weiterbildung, mir die Frage zu stellen, wie Kinder, mit der Trauer und dem Sterben ihres geliebten Elternteils umgehen, zurechtkommen; vielmehr wie sie es verarbeiten
und wer sie in dieser Lage begleitet.

„Gib´mir Deine Hand- Trauerbegleitung für Kindern“, so sollte ursprünglich der Titel meiner Facharbeit lauten! In meiner Einleitung möchte ich nachträglich eine Begründung dafür abgeben:
Kinder brauchen in dieser extrem schweren Phase ihres Lebens eine emotional sichere Hand, Trauer und Verlust zu verarbeiten!
Erwachsene die sich dieser Situation gewachsen fühlen, sollten dem Kind eine Hand reichen, sie nicht unwissend und alleine lassen und somit einer kindgerechten Trauerbegleitung mehr Beachtung schenken.

In meiner Facharbeit werde ich verschiedene Stationen einer adäquaten und effizienten Trauerbegleitung für Kinder wie Anna, beschreiben, so das auch deren Umfeld, wie z.B. die nächsten Angehörigen, die Kinder in ihrer Art Trauerverarbeitung verstehen und miteinbeziehen.

Der Inhalt meiner Facharbeit entstand nach einer mehrmonatige Literaturrecherche, eigenen Erfahrungen in der Praxis, sowie ein Erfahrungsbericht einer Krankenschwester einer onkologischen Station.

[...]

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Was bedeutet Trauer?

2.1 Trauer ist Verlust

2.1.1 Trauerphasen nach Verena Kast

2.2 Trauerreaktionen bei Kindern

2.2.1 Unkompliziertes trauern

2.2.2 Kompliziertes trauern z.B. Regression

3. Trauern Kinder anders?

3.1 Faktoren für die Art der Trauer

3.2 Todesverständnis bei Kindern im Alter von 6 bis 10 Jahre

4. Der Verlust in der Kindheit als traumatisches Erlebnis

4.1 Was bedeutet ,,Trauma"?

4.1.2 Verlust der Mutter als (nicht-) traumatisches Ereignis

5. Methoden und Aufgaben bei der Trauerbegleitung von Kindern

5.1 Trauerbegleitung aus Sicht einer onkologischen Fachschwester

5.1.1 Interventionen einer effizienten Trauerbegleitung (Selbsthilfegruppe, Trauerfeier, Nachsorge)

5.2 Trauerrituale von Kindern - Bedeutung und Funktion

6. Schlussbetrachtung

Zielsetzung & Themen

Die Facharbeit untersucht, wie Kinder im Grundschulalter den Tod eines geliebten Elternteils erleben, verarbeiten und welche Rolle eine adäquate kindgerechte Trauerbegleitung in diesem Prozess spielt. Ziel ist es, ein besseres Verständnis für kindliche Trauer zu schaffen und Wege aufzuzeigen, wie das familiäre Umfeld sowie Fachkräfte die Kinder in dieser existenziellen Krise unterstützen können.

  • Kindliche Trauerreaktionen und ihre Besonderheiten
  • Entwicklung des Todesverständnisses im Grundschulalter
  • Abgrenzung zwischen normalem und kompliziertem Trauerverlauf
  • Bedeutung von Kommunikation und Trauerritualen im Familienalltag
  • Professionelle Begleitungsansätze auf onkologischen Stationen

Auszug aus dem Buch

2.2.2 Kompliziertes trauern z.B. Regression

Als Regression (lat. regredi-sich zurückziehen) wird ein bestimmtes Verhalten, besonders in belastenden Situationen, bezeichnet, bei dem Menschen auf früher erworbene, besonders kindliche Verhaltensmuster zurückgreifen. Die Phase der Regression im Trauerprozess ist von hoher Emotionalität gekennzeichnet. Dazu gehören weinen, klagen, Wutanfälle, aber auch Scham- und Schuldgefühle. Diese verschiedenen starken Gefühle führen zu einer psychischen Desorganisation.

Bei Kindern, besonders im frühen Schulalter, kommt häufig eine Ursachenpersonalisierung hinzu: Der erlittene Verlust wird auf ein bestimmtes (Fehl)-Verhalten einer anderen oder der eigenen Person zurückgeführt. Das Kind entwickelt folglich Scham- und Schuldgefühle, die es nicht von alleine verbalisieren kann. Wenn sich Kinder in dieser Phase zurückziehen und apathisch wirken, so ist dies im Sinne eines Abwehrmechanismus im Dienst des Ichs zu verstehen. Der Rückzug zeigt an, dass die Seele überbelastet und schonungsbedürftig ist.

Nach Siegmund Freud (1856-1939) gibt es drei verschieden Formen der Regression:

- Vorgänge und Verhaltensabläufe werden auf ein niedrigeres Niveau verschoben: z.B. weinen, jammern.

- Es findet ein Rückzug auf frühere Entwicklungsstufen statt: z.B. Bettnässen oder Verweigerung von Aufnahme fester Nahrung

- Kinder greifen auf archaische Vorstellung- und Denkmuster zurück, in dem sie magische Ansichten vertreten: z.B. „Wenn ich mein Lieblingstier opfere, dann kommt Mama zurück“ (vgl. Hirschberg, 2009, S.8).

Da Vater oder Mutter (im Normalfall) die bedeutungsvollsten Beziehungspartner und die wichtigsten Bezugspunkte im Leben eines Kindes sind, ist der Tod die vernichtendste und tiefgreifendste Verlusterfahrung schlechthin. [...]. Der Tod eines Elternteils ruft im Kind eine existentielle Krise hervor, die neben wirtschaftlichen Einschränkungen und den unmittelbar eintretenden Veränderungen immer auch eine Gefährdung der normalen, gesunden Entwicklung mit sich bringt. (Franz, 2002, S. 119)

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Autorin begründet ihre Themenwahl durch eigene berufliche Erfahrungen und betont die Notwendigkeit, Kindern in ihrer Trauer eine emotional sichere Begleitung zu bieten.

2. Was bedeutet Trauer?: Dieses Kapitel erläutert den Trauerbegriff, stellt die Trauerphasen nach Verena Kast vor und differenziert zwischen normalen und komplizierten Trauerreaktionen bei Kindern.

3. Trauern Kinder anders?: Es wird verdeutlicht, dass Kinder ihre Trauer häufig durch Verhalten statt durch Worte ausdrücken, und das Todesverständnis in der Altersgruppe der 6- bis 10-Jährigen analysiert.

4. Der Verlust in der Kindheit als traumatisches Erlebnis: Dieser Teil befasst sich mit der Definition von Trauma und der spezifischen Belastungssituation, die der Verlust der Mutter für ein Kind darstellt.

5. Methoden und Aufgaben bei der Trauerbegleitung von Kindern: Basierend auf Experteninterviews und Fachliteratur werden Interventionsmöglichkeiten, die Rolle von Trauerritualen und die praktische Begleitung durch Angehörige und Pflegekräfte dargestellt.

6. Schlussbetrachtung: Die Autorin fasst zusammen, dass Kinder ein offenes und ehrliches Umfeld benötigen, um ihren individuellen Trauerprozess ohne die Last von Tabus und Verdrängung zu bewältigen.

Schlüsselwörter

Trauerbegleitung, Kindheit, Verlust, Elternverlust, Trauerphasen, Regression, Todesverständnis, Trauerrituale, onkologische Pflege, Kommunikation, emotionale Unterstützung, psychische Belastung, Trauma, Trauerbewältigung, Familienhilfe

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Facharbeit?

Die Arbeit befasst sich mit der kindlichen Trauerverarbeitung nach dem Tod eines Elternteils, insbesondere einer Mutter, und untersucht, wie betroffene Kinder einfühlsam in diesem Prozess unterstützt werden können.

Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?

Zu den zentralen Themen gehören die kindliche Psychologie im Trauerfall, die Entwicklung eines Todesverständnisses, die Unterscheidung zwischen kindlicher und erwachsener Trauer sowie praktische Interventionsansätze für Angehörige und professionelle Pflegekräfte.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Ziel ist es, das Bewusstsein für die Bedürfnisse trauernder Kinder zu schärfen und Handlungsempfehlungen zu geben, um Kindern eine kindgerechte Begleitung zu ermöglichen, die Verdrängung entgegenwirkt.

Welche wissenschaftlichen Methoden werden verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer fundierten Literaturrecherche und wird durch qualitative Erfahrungsberichte einer onkologischen Fachschwester aus der Praxis ergänzt.

Was steht im Hauptteil im Fokus?

Der Hauptteil konzentriert sich auf die Phasen der Trauer, die verschiedenen Ausdrucksformen von Trauer bei Kindern (auch als Verhalten), die Bedeutung von Ritualen und die Fallbeispiele aus der onkologischen Station.

Welche Schlüsselbegriffe sind für die Arbeit prägend?

Wichtige Begriffe sind Trauerbegleitung, kindliche Trauerreaktionen, Regression, Todesverständnis sowie die Bedeutung von ehrlicher Kommunikation und stabilen sozialen Netzwerken für die kindliche Entwicklung.

Warum spielt die Regression in dieser Arbeit eine wichtige Rolle?

Die Regression ist ein wesentlicher Schutz- und Abwehrmechanismus bei Kindern; das Verständnis dieses Phänomens hilft Erwachsenen, kindliches Verhalten (wie Bettnässen oder Rückzug) als Symptom für Überforderung statt als bewusste Provokation zu interpretieren.

Welchen Stellenwert nimmt die Rolle der onkologischen Pflege ein?

Die Arbeit unterstreicht, dass Pflegekräfte eine wichtige Brückenfunktion übernehmen können, indem sie durch eine ehrliche Kommunikation und das Einbeziehen der Kinder in den Prozess des Abschiednehmens eine wesentliche Entlastung für Familien schaffen.

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Details

Title
Wie erleben Kinder im Grundschulalter den Verlust ihrer durch eine Krebserkrankung verstorbenen Mutter?
College
University of Dusseldorf "Heinrich Heine"  (Bildungszentrum für Kompetenzentwicklung im Gesundheitswesen Weiterbildungslehrgang für die Pflege in der Onkologie)
Grade
1,0
Author
Nicole Ketter (Author)
Publication Year
2010
Pages
26
Catalog Number
V165642
ISBN (eBook)
9783640825271
ISBN (Book)
9783640825653
Language
German
Tags
kinder grundschulalter verlust krebserkrankung mutter
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Nicole Ketter (Author), 2010, Wie erleben Kinder im Grundschulalter den Verlust ihrer durch eine Krebserkrankung verstorbenen Mutter?, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/165642
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