Deutsch:
Gegenstand dieser Arbeit ist die kommunale Wirtschaftsförderung, die direkt einen Zusammen- hang mit der kommunalen Standortentwicklung bildet. Die heutigen Rahmenbedingungen einer kommunale Wirtschaftsförderung sind einerseits durch die europäische Integration und anderer- seits durch die Internationalisierung des Handels geprägt. Solche Anforderungen beschränken die Möglichkeit des souveränen Instrumenteneinsatzes der Kommunen zur Förderung ihrer lokalen Ökonomie. Deshalb soll der Fokus innerhalb dieser Arbeit auf die kommunalen Instrumente und deren Stellenwert im Zeitablauf gesetzt werden.
Des Weiteren findet die mikroökonomische Standorttheorie aus Sicht der Unternehmen ebenfalls ihren Platz in dieser Ausarbeitung. Als Bindeglied dieser zwei großen Themen, kommunale In- strumente zur Wirtschaftsförderung und der mikroökonomischen Standorttheorie, wird auch auf die Existenzberechtigung eines solchen kommunalen Eingriffes eingegangen.
English:
Subject of this paper ist the promotion of the local economy which is deeply related to the topic of location development. Basic conditions for the promotion of local economic development is influenced by the European Union as well as by the globalization of the market. Such regulations minimize the options of independent usage of instruments to boost the local economy. Therefore, the paper focuses on a description and a critique of the tools which communities can use and their effetcs in the long run.
Moreover, the microeconomic location theory from a company‘s perspective is addressed. To link both aspects a close observation of the options is to be made.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Mikroökonomische Standorttheorie
3. Gründe für eine kommunale Wirtschaftspolitik
4. Instrumente der kommunalen Wirtschaftsförderung
4.1 Indirekte Instrumente
4.1.1 Effizienz der Kommunalverwaltung
4.1.2 Allgemeine Infrastrukturpolitik
4.2 Direkte Instrumente
4.2.1 Gewerbeflächenpolitik
4.2.2 Steuer- und Entgeltpolitik
4.2.3 Gewährung von Finanzhilfen
4.2.4 Förderung von Standortgemeinschaften
4.2.5 Auftragsvergabe an lokale Unternehmen
4.2.6 Informations- und Beratungsleistungen
4.2.7 Standort- und Stadtmarketing
5. Fazit
Zielsetzung & Themen der Arbeit
Die vorliegende Arbeit untersucht die theoretischen Grundlagen und die praktische Umsetzung kommunaler Wirtschaftsförderung vor dem Hintergrund aktueller ökonomischer Rahmenbedingungen. Dabei steht die zentrale Forschungsfrage im Mittelpunkt, ob und inwiefern die der Kommune zur Verfügung stehenden direkten und indirekten Instrumente tatsächlich positive Effekte auf die lokale Wirtschaftsstruktur erzielen können.
- Analyse der mikroökonomischen Standorttheorie und ihrer Relevanz für kommunale Entscheidungen.
- Untersuchung der Legitimation staatlicher Eingriffe in das Wirtschaftsgeschehen.
- Systematische Einordnung und kritische Bewertung direkter und indirekter Förderinstrumente.
- Erörterung der Rolle von Technologie- und Gründerzentren sowie des Standortmarketings.
- Bewertung der Wirksamkeit kommunaler Fördermaßnahmen unter Berücksichtigung empirischer Erkenntnisse.
Auszug aus dem Buch
Gewerbeflächenpolitik
Die Gewerbeflächenpolitik einer Kommune beinhaltet die Bereitstellung, Vermittlung und Belegung von Gewerbeflächen. Dieses Instrument nimmt eine ausschlaggebende Rolle ein. Hierzu sei auf eine Umfrage aus dem Jahr 1998 hingewiesen, die diese Aussage untermauert. Lehmann-Grube & Pfähler befragten die Administration der 15 größten Städte in der Bundesrepublik nach der Wichtigkeit einzelner Instrumente. Kapitel 2 weist im Abschnitt harte Standortfaktoren ebenfalls auf die Wichtigkeit vorhandener preiswerter Gewerbeflächen für Unternehmen hin.
In der Arbeit von Holbach-Grömig (1996) wird weiterhin der Trend beschrieben, dass qualitative Aspekte der Flächenpolitik die quantitativen Aspekte verdrängt haben. Qualitative Flächenpolitik schließt hier mitunter Nachverdichtung, Recycling-, Altsanierungs-aspekte ein.
Des Weiteren wird seit den 70er den letzten Jahrhunderts der Trend beschrieben, dass das Angebot von zur verfügungstehenden Flächen für die Industrie zurückging. Im selben Atemzug wurde die vorhandene Fläche meist für Gewerbe- und Wohngebiete genutzt. In der Mitte der 80er sah Heuer (1985) den Grund für diese Entwicklung in einem gesteigerten Umweltbewusstsein sowie in einer Veränderung topographischer Gegebenheiten.
Zusammenfassung der Kapitel
Einleitung: Dieses Kapitel führt in die Thematik ein, definiert das Forschungsziel und erläutert den Aufbau der Arbeit hinsichtlich der theoretischen und praktischen Schwerpunkte.
Mikroökonomische Standorttheorie: Es werden die theoretischen Begründungen für die Standortwahl von Unternehmen dargelegt und zwischen harten sowie weichen Standortfaktoren unterschieden.
Gründe für eine kommunale Wirtschaftspolitik: Hier wird die Legitimation staatlicher Eingriffe in die lokale Wirtschaft sowohl aus ökonomischer als auch aus außerökonomischer Sicht begründet.
Instrumente der kommunalen Wirtschaftsförderung: Dieser umfangreiche Hauptteil klassifiziert und bewertet die verschiedenen direkten und indirekten Instrumente, die Kommunen zur Förderung der lokalen Wirtschaft einsetzen können.
Fazit: Das Kapitel fasst die Ergebnisse zusammen und reflektiert über die Herausforderungen sowie die Wirksamkeit kommunaler Förderinstrumente im Zeitverlauf.
Schlüsselwörter
Kommunale Wirtschaftsförderung, Standortentwicklung, Standorttheorie, Wirtschaftspolitik, Strukturwandel, Gewerbeflächenpolitik, Infrastrukturpolitik, Subventionen, Standortmarketing, Technologiezentren, Standortfaktoren, kommunale Verwaltung, Wirtschaftsförderungsinstrumente, lokale Ökonomie, Unternehmensansiedlung.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit den Möglichkeiten und Grenzen der kommunalen Wirtschaftsförderung sowie deren Bedeutung für die lokale Standortentwicklung.
Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?
Die zentralen Themen sind die mikroökonomische Standorttheorie, die Begründung kommunaler Wirtschaftspolitik und eine kritische Untersuchung verschiedener Förderinstrumente.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Das Ziel ist zu analysieren, ob die den Kommunen zur Verfügung stehenden direkten und indirekten Instrumente im Zeitablauf tatsächlich positive Effekte auf die lokale Wirtschaftsstruktur erbringen können.
Welche wissenschaftliche Methode wird in der Arbeit verwendet?
Die Arbeit nutzt eine Kombination aus einer theoretischen Fundierung durch die Regional- und Kommunalökonomie sowie eine kritische Prüfung der Instrumente auf Grundlage von Empirie und Literaturrecherche.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung indirekter Instrumente (Verwaltungseffizienz, Infrastruktur) und direkter Instrumente (Gewerbeflächen, Finanzhilfen, Standortmarketing, Beratung).
Welche Schlüsselwörter charakterisieren diese Arbeit?
Wichtige Begriffe sind unter anderem kommunale Wirtschaftsförderung, Standortfaktoren, Strukturwandel, Subventionen und regionale Wirtschaftspolitik.
Warum ist die Unterscheidung zwischen harten und weichen Standortfaktoren wichtig?
Diese Unterscheidung ist essenziell, da sie hilft, das Entscheidungsverhalten von Unternehmen besser zu verstehen und entsprechende kommunale Fördermaßnahmen passgenau auszurichten.
Welchen Stellenwert nimmt die Europäische Union bei der kommunalen Wirtschaftsförderung ein?
Die EU beeinflusst die kommunale Wirtschaftsförderung maßgeblich durch Reglementierungen wie das EU-Beihilfeverbot, welches den souveränen Spielraum der Kommunen bei der direkten Förderung von Unternehmen einschränkt.
Warum gelten Technologie- und Gründerzentren als umstrittenes Instrument?
Sie werden kritisch gesehen, da sie laut manchen Experten ein hohes Potenzial für Überkapazitäten bergen und teilweise auch Unternehmen fördern, die nicht primär technologieorientiert sind.
Welche Rolle spielt die Kooperation zwischen Kommunen?
Angesichts eines globalisierten Handelsplatzes wird die interkommunale Kooperation immer bedeutender, um wirtschaftliche Nachteile zu vermeiden und Synergieeffekte besser nutzen zu können.
- Citar trabajo
- Sebastian Schneider (Autor), 2008, Kommunale Wirtschaftsförderung und Standortentwicklung, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/165680