[...] Die Untersuchungen basieren in erster Linie auf die oben angegebene Quelle. Diese verfasste Bismarck viele Jahre nach dem deutsch-französischen Krieg. Er blickt also mit Abstand auf die zurück liegenden Geschehnisse. Der Beweggrund für seine Ausführungen dürfte in einer gewissen Rechtfertigung gegenüber sich selbst sowie seinen Kritikern liegen. Seine Darstellung der Ereignisse ist subjektiv und somit mit Vorsicht zu genießen. Seine innere Einstellung sowie seine Beweggründe für sein damaliges Handeln dürfte er jedoch auch trotz der dazwischen liegenden Jahre wahrheitsgemäß wiedergegeben haben. Darin äußert sich Otto von Bismarck zu den Ereignissen unmittelbar vor der „Emser Depesche“, nachdem er erfahren hat, dass Prinz Leopold von Hohenzollern die Kandidatur um die spanische Thronfolge auf Druck der Franzosen und auf Initiative Wilhelms zurückgezogen hat. Dabei beschreibt er detailliert seine Gedanken sowie seine Gefühle und schildert seine weiteren Pläne und Absichten. Durch diese Quelle wird deutlich, wie Bismarck die Vorgeschichte der „Emser Depesche“ erlebt und diese geplant hat. Darüber hinaus wird Bismarcks Denkweise deutlich und zudem wird es klar, in welchem Verhältnis er zu Frankreich sowie zu König Wilhelm gestanden hat. Die Arbeit beginnt mit einer geschichtlichen Einordnung, die die Ereignisse vor, während und nach der „Emser Depesche“ beschreibt. Sie endet mit einem Fazit, das die Untersuchungen zusammenfassen soll. Die Analyse von Bismarcks Kriegswilligkeit steht im Mittelpunkt dieser Untersuchung. Diese Arbeit will die Denkweise Bismarcks verdeutlichen und will zeigen, dass Otto von Bismarck den Krieg mit Frankreich wollte und ihn bewusst provoziert hat. Sie will verdeutlichen, dass Bismarck die Folgen der „Emser Depesche“ von vornherein geplant hatte.
Inhalt der Arbeit
1. Einleitung
2. Geschichtliche Einordnung
3. Frage nach der Basis für Bismarcks Handeln:
Was war der Kanzler für ein Mensch Welche Denkweise leitete ihn?
4. Bismarcks Verhältnis zu König Wilhelm
vor der „Emser Depesche“
5. Frage nach der Kriegswilligkeit des Kanzlers:
Hat Bismarck den Krieg gewollt und bewusst durch die „Emser Depesche“ provoziert?
6. Fazit
Bibliographie
Häufig gestellte Fragen
Was war die politische Absicht Bismarcks bei der Emser Depesche?
Bismarck wollte Frankreich durch eine gezielte Kürzung und Zuspitzung des Telegramms so provozieren, dass Frankreich Preußen den Krieg erklärte.
Warum wollte Bismarck den Krieg gegen Frankreich?
Er sah in einem gemeinsamen Krieg die Chance, die süddeutschen Staaten mit dem Norddeutschen Bund zu einem deutschen Nationalstaat zu vereinen.
Wie veränderte Bismarck den Inhalt der Depesche?
Er strich höfliche Formulierungen und stellte die Ablehnung des Königs gegenüber dem französischen Botschafter schroffer dar, als sie tatsächlich war.
War König Wilhelm I. über Bismarcks Vorgehen informiert?
Der König hatte Bismarck die Veröffentlichung der Depesche zwar freigestellt, war aber selbst eher friedfertig und von der harten Wirkung der Veröffentlichung überrascht.
Wie zuverlässig sind Bismarcks spätere Aufzeichnungen zu diesem Ereignis?
Sie sind subjektiv und dienen oft der Selbst-Rechtfertigung, geben aber dennoch wertvolle Einblicke in seine damalige machtpolitische Denkweise.
- Quote paper
- Master of Arts Christian Werth (Author), 2006, Quellenanalyse unter Betrachtung der Gründe Bismarcks für die „Emser Depesche“ sowie seiner Denkweise und politischen Intentionen, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/165846