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Otto von Bismarck: Regierungschef ohne Zukunft?

Title: Otto von Bismarck: Regierungschef ohne Zukunft?

Term Paper (Advanced seminar) , 2003 , 29 Pages , Grade: 1-2

Autor:in: Olaf Kuche (Author)

History of Europe - Modern Times, Absolutism, Industrialization
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Summary Excerpt Details

Vorwort
Bismarck Regierungschef ohne Zukunft? Wenn man die schwierige
Ausgangssituation betrachtet, unter der Bismarck zum Reichskanzler
ernannt wurde, könnte sich diese Frage stellen.
Jedoch scheint es nicht ausreichend Bismarck nur unter dem
Blickwinkel eines Staatsdieners zu sehen, der lediglich ein Amt zu
bekleiden hatte.
Auf Bismarcks Grabstein ist zu lesen: “Ein treuer deutscher Diener
Kaiser Wilhelms I“. War Bismarck wirklich nur ein Diener oder ging
es ihm nicht vielmehr darum, eigene Ziele zu erreichen?
Hätte er seine politische Stellung überhaupt behaupten können, wenn
er der Person eines Staatsdieners vollkommen entsprochen hätte?
Bismarcks Handeln und sein Charakter sind oft schwer zu deuten und
stecken scheinbar voller Widersprüche. Bismarck war mit Leib und
Seele Preuße, er bekämpfte die Revolution und machte sie selbst, er
stützte als Legitimist Dynastien und stritt als Konservativer mit
Leopold von Gerlach über die preußische Außenpolitik. Der Erfolg
nationaler Politik, wie z.B. in der Frage der Heeresreform, galt dem
Erhalt der bestehenden monarchisch-autoritären Ordnung Preußens in
Deutschland.
Innen- und Außenpolitik waren dabei oft eng miteinander verknüpft
und standen in Wechselwirkung zueinander.1
Wer immer sich historisch mit Otto von Bismarck beschäftigt, sieht
sich dabei auch mit der Ambivalenz und Dialektik der deutschen
Geschichte konfrontiert.2
1 Siehe dazu Schulze, Hagen: Der Weg zum Nationalstaat. München 1994, S. 113.
2 Vgl. Stürmer, Michael: Bismarck. Die Grenzen der Politik. München 1987, S. 104 f.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

Vorwort

I. Einleitung

II. Bismarcks Herkunft und Lebensweg

III. Sein politischer Werdegang

3.1. Erste Ansätze

3.2. Einflüsse auf sein politisches Handeln

IV. Innenpolitische Ausgangslage Preußens (Die oktroyierte preußische Verfassung von 1851)

4.1. Historischer Rückblick

4.2. Aufschwung des Liberalismus

4.3. Antagonismus der politischen Kräfte

V. Die preußische Heeresreform als Auslöser der innenpolitischen Krise

5.1. Hintergründe und Ursachen

5.2. Vorstellungen der liberalen Kräfte

5.3. Strategien Bismarcks

VI. Die Anfänge des preußische Verfassungskonflikts

6.1. Thronwechsel und „neue Ära“

6.2. Bismarcks Ernennung zum preußischen Ministerpräsidenten

6.3. An den Schalthebeln der Macht

6.4. Die Budgetfrage und Bismarcks „Lückentheorie“

VII. Resumée

Zielsetzung und Themen

Die Arbeit untersucht die persönliche Entwicklung und das politische Handeln Otto von Bismarcks im Zeitraum von 1862 bis 1864, insbesondere im Hinblick auf seine Ernennung zum Ministerpräsidenten und seine Strategien zur Lösung des preußischen Verfassungskonflikts, wobei auch die innenpolitischen Auswirkungen auf das Verhältnis von Bürgertum, Katholizismus und Arbeiterschaft zur deutschen Nation beleuchtet werden.

  • Analyse von Bismarcks politischem Aufstieg und Taktik vor seiner Berufung zum Ministerpräsidenten.
  • Untersuchung des preußischen Verfassungskonflikts und der Rolle der Heeresreform als Auslöser der Krise.
  • Bewertung des Verhältnisses zwischen Bismarck, der Krone und den liberalen Kräften im preußischen Parlament.
  • Erörterung der Bedeutung von Bismarcks „Lückentheorie“ und der außenpolitischen Instrumentalisierung nationaler Ziele.

Auszug aus dem Buch

6.4. Die Budgetfrage und Bismarcks „Lückentheorie“

Dabei machte er sich die vielzitierte "Lückentheorie" zu eigen: In der preußischen Verfassung fehle eine Regelung für den Fall, daß sich die drei gesetzgebenden Gewalten (König, Landtag und Herrenhaus) nicht einigen könnten. Diese Lücke sei, wenn es zu keinem Kompromiß komme, dahingehend zu ergänzen, daß im Konfliktfall derjenige vorgehe, der die Macht habe, d.h. der König und seine Regierung, denn das Staatsleben dürfe nicht stillstehen. Die Verfassung umstürzen wolle man nicht, man werde gegebenenfalls später um eine Genehmigung des Parlaments nachsuchen. Letzteres sollte 1866 durch die Indemnitätsvorlage geschehen.

Aufgrund seines Regierungsstiles war Bismarck 1862/63 der bestgehaßte Mann in Preußen. Die liberale Presse lief gegen ihn Sturm, zumal nachdem auch noch die sogenannte Alvenslebensche Konvention vom 8. Februar 1863 bekannt geworden war, in der sich Rußland und Preußen gegenseitig Militärhilfe gegen polnische Aufstände versprachen. Aus Bismarcks Sicht, der mit dem Rücken zur Wand stand, mußte die oppositionelle Presse zum Schweigen gebracht werden.

Er bestimmte den König, am 27. Mai 1863 die Schließung des Landtags anzuordnen, um unter Berufung auf Artikel 63 der preußischen Verfassung am 1. Juni 1863 die preußische Presseverordnung (auch "Preßordonanz" genannt) als Notverordnung verkünden zu können. Im Vorlagebeschluß des Staatsministeriums heißt es dazu, die Presse habe die "derselben gewährte Freiheit zur heftigsten und gehässigsten Opposition gegen die Regierung Eurer Majestät und zur Untergrabung aller Grundlagen eines geordneten Staatswesens sowie der Religion und Sittlichkeit" missbraucht.

Zusammenfassung der Kapitel

Vorwort: Einführung in die ambivalente Persönlichkeit Bismarcks als Staatsdiener und politischer Stratege, der trotz seines konservativen Hintergrunds die preußische Ordnung durch taktisches Handeln zu wahren versuchte.

I. Einleitung: Darstellung des Forschungsgegenstands, fokussiert auf Bismarcks Entwicklung und Handeln zwischen 1862 und 1864 sowie die Auswirkungen seiner Politik auf die preußisch-deutsche Geschichte.

II. Bismarcks Herkunft und Lebensweg: Skizzierung von Bismarcks adliger Herkunft, seinen frühen Erfahrungen im Staatsdienst, der Unzufriedenheit mit der Routine und der prägenden Erfahrung der Revolution 1848/49.

III. Sein politischer Werdegang: Analyse seiner frühen konservativen Ausrichtung, seiner Entwicklung hin zum Realpolitiker und seines politischen Lernprozesses während der Frankfurter Zeit als Bundestagsgesandter.

IV. Innenpolitische Ausgangslage Preußens (Die oktroyierte preußische Verfassung von 1851): Untersuchung des bürokratischen Absolutismus, der politischen Polarisierung zwischen 1830 und 1848 sowie der Rolle der Liberalen nach dem Scheitern der Revolution.

V. Die preußische Heeresreform als Auslöser der innenpolitischen Krise: Erörterung der Hintergründe der militärischen Reorganisation, der absolutistischen Forderungen der Krone und des Widerstands der liberalen Abgeordneten.

VI. Die Anfänge des preußische Verfassungskonflikts: Beschreibung des Thronwechsels, des Scheiterns der „neuen Ära“, Bismarcks Ernennung zum Ministerpräsidenten und seiner Durchsetzung von Machtinteressen durch die „Lückentheorie“.

VII. Resumée: Bilanzierung, dass Bismarcks Erfolg maßgeblich auf seinem pragmatischen Taktieren und der Verknüpfung von Außenpolitik mit innenpolitischer Herrschaftssicherung beruhte.

Schlüsselwörter

Otto von Bismarck, Preußen, Verfassungskonflikt, Ministerpräsident, Heeresreform, Liberalismus, Realpolitik, Lückentheorie, Reichsgründung, Innenpolitik, Außenpolitik, Konstitutionelle Monarchie, Wilhelm I., Preußisches Abgeordnetenhaus, Machtpolitik.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert den politischen Werdegang Otto von Bismarcks und insbesondere die kritische Phase seiner Ernennung zum preußischen Ministerpräsidenten sowie sein Vorgehen im preußischen Verfassungskonflikt.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Im Zentrum stehen der preußische Verfassungskonflikt, die Heeresreform, das Verhältnis zwischen Krone und Parlament sowie Bismarcks Taktiken zur innenpolitischen Machterhaltung.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Ziel ist es, Bismarcks persönliche Entwicklung, seine Ziele und seine taktische Raffinesse in der Innen- und Außenpolitik von 1862 bis 1864 aufzuzeigen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer historisch-analytischen Methode, die zeitgenössische Quellen, Denkschriften und historische Forschungsliteratur auswertet.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil beleuchtet die Vorgeschichte Bismarcks, den Verfassungskonflikt um die Heeresreform, das Scheitern der „neuen Ära“ und die Etablierung des Ministeriums Bismarck unter Anwendung der „Lückentheorie“.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind Realpolitik, Verfassungskonflikt, Ministerpräsident, Heeresreform, Machtpolitik und die „Lückentheorie“ Bismarcks.

Wie bewertet der Autor die sogenannte „Lückentheorie“?

Der Autor ordnet die Theorie als ein strategisches Mittel Bismarcks ein, um den politischen Stillstand während des Verfassungskonflikts zu beenden und die Macht der Krone zu behaupten, indem er die Verantwortung auf die Regierung verlagerte.

Warum wird Bismarck als „Regierungschef ohne Zukunft“ bezeichnet?

Diese Bezeichnung spiegelt die anfängliche Wahrnehmung der Öffentlichkeit wider, die Bismarck bei Amtsantritt als reaktionäres Werkzeug sah, von dem man aufgrund der schwierigen Ausgangslage kein dauerhaftes Bestehen im Amt erwartete.

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Details

Title
Otto von Bismarck: Regierungschef ohne Zukunft?
College
University of Bonn  (Historisches Seminar)
Course
Hauptseminar
Grade
1-2
Author
Olaf Kuche (Author)
Publication Year
2003
Pages
29
Catalog Number
V16584
ISBN (eBook)
9783638213882
Language
German
Tags
Otto Bismarck Regierungschef Zukunft Hauptseminar
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Olaf Kuche (Author), 2003, Otto von Bismarck: Regierungschef ohne Zukunft?, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/16584
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