School Shootings - Warum Jugendliche an Schulen Amok laufen


Hausarbeit (Hauptseminar), 2010

19 Seiten, Note: gut


Leseprobe

INHALTSVERZEICHNIS

1. EINLEITUNG

2. DEFINITION
2.1 AMOK
2.2 SCHOOL SHOOTINGS

3. DER TÄTER
3.1 GIBT ES EIN TÄTERPROFIL?
3.2 DIE SOZIALE SITUATION
3.3 PHANTASIEN

4. MÖGLICHE MOTIVE

5. WAS KANN ICH ALS LEHRER TUN?

6. FAZIT - DIE DISKUSSION ÜBER „KILLERSPIELE“

7. ANHANG
7.1 LITERATURVERZEICHNIS

1. EINLEITUNG

Glücklicherweise nicht allzu oft, aber hin und wieder, finden Amokläufe an Schulen - sogenannte School Shootings - statt. In dieser Hausarbeit möchte ich der Frage nach der Persönlichkeit des Täters nachgehen und erarbeiten, welche inneren und äußeren Umstände Jugendliche dazu veranlassen, mehrere (unbeteiligte) Men- schen und meist auch sich selbst zu töten. Auf die Opfer, ihre Angehörigen und die Überlebenden bin ich dabei nicht eingegangen, doch natürlich gehört auch ihnen mein Mitgefühl.

Da ich Lehramt studiere, werde ich in einem weiteren Punkt darauf eingehen, was man als Lehrperson tun kann, um das Selbstwertgefühl seiner Schüler zu stärken und wie man als Lehrer dazu beitragen kann, dass Jugendliche keine (schweren) Gewalttaten begehen.

Da nach einem School Shooting immer wieder Kritik am Waffengesetz und an ÄKil- lerspielen“ geübt wird, werde ich im Fazit dieses Thema unter Berücksichtigung meiner Ergebnisse diskutieren. Dabei werde ich der Frage nachgehen, ob ÄKiller- spiele“ die Umsetzung eines Amoklaufs beeinflussen und ob jeder ÄKillerspiel“- Spieler zum Amokläufer werden kann oder welche Umstände ebenfalls eine Rolle spielen.

2. DEFINITION

2.1 AMOK

“Amok” bedeutet ‚in blinder Wut angreifen und töten„ und beschreibt eine plötzliche, irrationale und aggressive Gewalttat (Vgl. Pollmann, 2008, 13). Mit ÄAmok“ wird ein Zustand von aggressivem Bewegungsdrang beschrieben, in welchem der Täter al- les niederschlägt, was sich ihm in den Weg stellt (Vgl. Pollmann, 2008, 13). Dem- nach bezeichnet ÄAmok“ eine psychische Ausnahmesituation, die von Unzurech- nungsfähigkeit, blindwütiger Aggression und absoluter Gewaltbereitschaft geprägt ist.

Der Amoklauf endet, wenn der Täter erschöpft zusammenbricht, von anderen überwältigt wird oder durch sich selbst oder durch Fremdeinwirkung zum Tode kommt. Es handelt sich bei einem Amoklauf um einen Massenmord - allerdings um eine spezielle Form (Vgl. Robertz, 2004, 17).

Das Wort ÄAmok“ hat seinen Ursprung in Malaysia und bedeutet neben wütend und rasend auch Äim Kampf sein letztes [zu] geben“ (Pollmann, 2008, 15) und beschreibt eine kriegerische Aktion, bei der der Tod der Opfer sinnlos bleibt. Die Berichte von dieser (ursprünglichen) Art des Amoks gehen auf das 15. Jahrhundert zurück (Vgl. Pollmann, 2008, 16). Die malaiischen Krieger attackierten ihren Feind ohne Rück- sicht auf ihr eigenes Leben, allerdings sind diese Krieger ‚vogelfrei„ und können von jedem legitim getötet werden (Vgl. Pollmann, 2008, 18). Das malaiische Wort Ämengamuk“ beschreibt einen (spontanen) mörderischen Angriff gegen unbeteiligte Personen (Vgl. Pollmann, 2008, 14f). Neben dem kriegerischen Amok gibt es auch den individuellen Amok, der ein homizidal-suizidales Verhalten zeigt (Vgl. Pollmann, 2008, 17). Von ÄAmok“ spricht man längst nicht mehr nur in Südostasien, sondern auch in der westlichen Welt, in der ÄAmok“ trotz seiner Seltenheit in den Medien sehr präsent ist (Vgl. Pollmann, 2008, 26).

Von einem Amoklauf spricht man (in der westlichen Welt), wenn die Tat zum Tode eines Menschen geführt hat oder führen sollte, wenn die Tat ohne Rücksicht auf das eigene Leben durchgeführt wurde, wenn die Tat auf einen plötzlichen Wutanfall folgt und wenn die Tat nicht durch politische, religiöse, ethische oder kriminelle Motive bestimmt wurde (Vgl. Robertz, 2004, 18). Als Ursachen für einen Amoklauf gelten Probleme im beruflichen/schulischen oder privaten Umfeld.

2.2 SCHOOL SHOOTINGS

School Shootings bedeuten übersetzt ‚Schulschießereien„. Allerdings klingen Schul- schießereien in unserem heutigen Sprachgebrauch wesentlich harmloser als das, was School Shootings eigentlich sind. Bei School Shootings2 handelt es sich um multiple Tötungen oder Tötungsversuche durch Jugendliche an Schulen (Vgl. Robertz, 2004, 17). Dabei besteht ein direkter und zielgerichteter Bezug zur jeweili- gen Schule. Dies bedeutet, dass sich der Täter die Schule bewusst als Ort der Tö- tung aussucht und dass ein School Shooting somit nicht zufällig an einer Schule stattfindet. Meist ist der Täter selbst ein Schüler oder ein ehemaliger Schüler und so ist die Schule ein besonderer Ort für diesen Jugendlichen (Vgl. Robertz & Wickenhäuser, 2007, 10).

Anders als ein Amoklauf sind School Shootings präzise durchdacht, sorgfältig ge- plant und in der Phantasie mehrmals durchgespielt - sie werden daher nicht durch einen plötzlichen Wutanfall ausgelöst (Vgl. Robertz, 2004, 18). Es handelt sich bei einem School Shooting also im Gegensatz zu einem Amoklauf nicht um eine plötzli- che, irrationale Gewalttat, denn ein School Shooting ist keine Kurzschlussreaktion.

Auffällig und beunruhigend ist, dass School Shootings in den letzten dreizehn Jahren deutlich zugenommen haben (Vgl. Robertz & Wickenhäuser, 2007, 22).

[...]


1 Zitat aus ÄRiss in der Tafel. Amoklauf und schwere Gewalt in der Schule“ (Robertz & Wickenhäuser, 2007, 37).

2 Synonyme: Schulmassaker, schwere zielgerichtete Gewalt an Schulen, schulbezogene Amoktaten, Massenmord an Schulen

Ende der Leseprobe aus 19 Seiten

Details

Titel
School Shootings - Warum Jugendliche an Schulen Amok laufen
Hochschule
Universität Kassel
Note
gut
Autor
Jahr
2010
Seiten
19
Katalognummer
V165957
ISBN (eBook)
9783640817641
ISBN (Buch)
9783640820955
Dateigröße
644 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Amok, School Shootings, Aggression, Gewalt
Arbeit zitieren
Magdalena Rode (Autor), 2010, School Shootings - Warum Jugendliche an Schulen Amok laufen, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/165957

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