„Romancero espiritual” - Die religiöse Lyrik José de Valdivielsos


Hausarbeit, 2009
18 Seiten, Note: 2,3

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Biographische Daten zum Autor

3 „Poesía a lo divino”
3.1 Das Kontrafaktum
3.2 Mittelalterliche Formen und Themen

4 „Romancero espiritual“
4.1 Die Kontrafakta Valdivielsos
4.2 Der biblische Einfluss
4.3 Diálogo al Santíssimo Sacramento
4.4 Ensaladilla vuelta al Santisimo Sacramento

5 Schluss

6 Literaturverzeichnis

1 Einleitung

Bis zum Ende des 15. Jahrhunderts wurde religiöse Lyrik lediglich auf Latein verfasst und war somit unzugänglich für das einfache spanische Volk. Ab dem Jahr 1480 kommt es dann zur Veröffentlichung von religiösen Gedichten in altspanischer Sprache. Etwa 100 Jahre später, als José de Valdivielso sein „Romancero espiritual“ veröffentlicht, erfährt die christliche Poesie einen Aufschwung.

Ziel der Arbeit ist es, die Besonderheiten der geistlichen Lyrik von José de Valdivielso herauszuarbeiten. Zuerst soll kurz auf die Biographie des Autors eingegangen werden. Obwohl nur wenige Informationen über das Leben Valdivielsos vorliegen und es sich teilweise lediglich um Annahmen handelt, ist es wichtig, einen Überblick voranzustellen, da seine Arbeit als Priester fundamental für die Entstehung seiner Werke ist. Die Kenntnis des biographischen Hintergrundes erleichtert das Verständnis und die Analyse seiner Gedichte.

Anschließend sollen Informationen zur geistlichen Dichtung im Siglo de Oro gegeben werden. In diesem Zusammenhang soll die Beziehung zwischen der höfischen und der religiösen Dichtung thematisiert und besonders auf die Technik der Umwandlung profaner Lyrik in geistliche eingegangen werden. Darüber hinaus wird der Einfluss der mittelalterlichen Formen und Themen erläutert, die in der religiösen Lyrik des 16. und 17. Jahrhunderts präsent sind.

Im letzten Teil der Arbeit wird das Hauptaugenmerk auf Valdivielsos „Romancero espiritual” gelegt. Es soll ein kurzer Überblick über das Werk und seine Thematik gegeben werden. Besondere Beachtung finden in diesem Zusammenhang seine Kontrafakta. Auch der Einfluss der Bibel auf sein Werk soll kurz aufgegriffen werden. Abschließend werden zwei Gedichte Valdivielsos –„Diálogo al Santíssimo Sacramento” und „Ensaladilla vuelta al Santísimo Sacramento”- analysiert. Anhand der beiden Gedichte sollen die zuvor herausgearbeiteten Ergebnisse exemplarisch verdeutlicht und differenziert werden.

2 Biographische Daten zum Autor

Zur Biographie Valdivielsos lässt sich nur wenig sagen. Man weiß zwar, dass José de Valdivielso in Toledo geboren wurde, aber das Datum seiner Geburt ist nicht bekannt. Das erste Zeugnis Valdivielsos stammt aus dem Jahr 1585; deswegen nimmt man an, dass Valdivielso um 1560 geboren wurde.

In Toledo verbringt José de Valdivielso seine ersten Jahre als Autor und ab dem Jahre 1603 arbeitet er als Priester und Kaplan der mozarabischen Kapelle. Im Literatenkreis von Toledo genießt er großes Ansehen. Er schließt Bekanntschaft mit vielen berühmten Autoren seiner Zeit, in diesem Zusammenhang besonders hervorzuheben ist seine Freundschaft zu Lope de Vega.

Den verschiedenen Dokumente nach zu urteilen, die ab dem Jahre 1609 nicht mehr in Toledo, sondern in Madrid unterzeichnet werden, geht man davon aus, dass José de Valdivielso in die Hauptstadt umgezogen ist. Mit dem Umzug wächst sein literarisches Ansehen; neun Neudrucke seines Werkes „Vida de San José“ sowie vier Editionen seines „Romancero espiritual“ kommen auf den Markt. In Madrid arbeitet er als Zensor und beginnt seine „autos sacramentales“ zu verfassen, die 1622 in Toledo publiziert werden. Nicht nur seine Gedichte, sondern auch seine Dramen befassen sich ausschließlich mit religiösen Themen und haben großen Erfolg. Auch am Hof in Madrid zählt er zu den anerkanntesten Dichtern seiner Zeit. Am 12. Juni 1638 stirbt José de Valdivielso in Madrid.[1]

3 „Poesía a lo divino”

Die geistliche Dichtung des 15. Jahrhunderts steht in enger Verbindung zu der höfischen Minnedichtung, deren Existenz in Spanien ab dem 14. Jahrhundert verzeichnet ist. Es kommt zu einer neuen Auffassung von der höfischen Liebe, da religiöse Themen in die höfische Dichtung aufgenommen werden: „El poeta cortes nos dice: 'el amor es una religión', o mejor, 'el amor del hombre por la mujer es como él del hombre hacia Dios'.”[2] Die höfischen Dichter schreiben religiöse Lyrik, jedoch handelt es sich dabei, aus der Sicht der Theologen, lediglich um eine Parodie. Darauf reagieren die geistlichen Dichter mit ihrer „Poesía a lo divino”.[3]

Allerdings orientiert sich die geistliche Lyrik zu dieser Zeit in erster Linie an den Volksliedern und nicht an der höfischen Minnelyrik. Das liegt daran, dass diese Art von Poesie in ganz Spanien bekannt ist und akzeptiert wird. Die spanischen Dichter halten sich beim Verfassen religiöser Gedichte an die weit verbreitete Spielmannsdichtung, um so ein großes Publikum ansprechen zu können. Der wichtigste Grund für diese Orientierung ist wohl der musikalische Charakter der Volkslieder. So sagt Damas Alonso:

“La música es uno de los principales elementos trasmisores de la divinización, porque los divinizadores toman de preferencia para su labor las canciones que todo el mundo cantaba.”[4]

Die Intention der geistlichen Dichter ist es, eine möglichst breite Masse mit ihren Gedichten anzusprechen und diese für die religiösen Themen zu sensibilisieren. Deswegen bilden die bekannten und weit verbreiteten Volkslieder die Basis der religiösen Dichtung des 15. Jahrhunderts.

Später werden auch höfische Gedichte zu geistlicher Dichtung umgeformt. Die religiösen Dichter des 16. und 17. Jahrhunderts übernehmen verschiedene zentrale Ideen der höfischen Minne. Beispielsweise werden die Attribute, die dem Liebhaber und der Dame in der Minnelyrik zugeschrieben werden, in die religiöse Dichtung des Siglo de Oro übernommen und auf das Verhältnis des Gläubigen zu Gott übertragen. Die Liebhaber der Minnelyrik wollen ihrer Dame dienen, sogar für sie sterben, ohne jegliche Gegenleistung zu verlangen; auch diese Thematik der Treue wird in die geistliche Lyrik aufgenommen.[5]

[...]


[1] Aguirre, José María: Einleitung. In: Aguirre, José María (Hg.): José de Valdivielso: Romancero espiritual. Madrid: Espasa-Calpe 1984. S. 11ff.

[2] Aguirre, José María: José de Valdivielso y la poesía religiosa tradicional. Toledo: Diputación Provincial 1965. S. 42.

[3] ebd. S. 42f.

[4] ebd. S. 48f.

[5] vgl. ebd. S.91ff.

Ende der Leseprobe aus 18 Seiten

Details

Titel
„Romancero espiritual” - Die religiöse Lyrik José de Valdivielsos
Hochschule
Westfälische Wilhelms-Universität Münster  (Romanisches Seminar)
Note
2,3
Autor
Jahr
2009
Seiten
18
Katalognummer
V166030
ISBN (eBook)
9783640818174
ISBN (Buch)
9783640821525
Dateigröße
439 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Spanisch, Lyrik, Religion
Arbeit zitieren
Sarah Nadjafi (Autor), 2009, „Romancero espiritual” - Die religiöse Lyrik José de Valdivielsos , München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/166030

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