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Bildungsungleichheiten. Migrationshintergrund vs. Schulkarriere?

Título: Bildungsungleichheiten. Migrationshintergrund vs. Schulkarriere?

Trabajo de Seminario , 2010 , 19 Páginas , Calificación: 15

Autor:in: Richard Grünert (Autor)

Pedagogía - Sistemas educativos, políticas educativas
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In Deutschland leben heute, bedingt durch die historischen und politischen Entwick-lungen der 1950er und 1960er Jahre, mittlerweile ca. 15,6 Mio. Personen mit Migra-tionshintergrund (vgl. Statistisches Bundesamt, 2008). Aus bildungspolitischer Sicht ist dabei insbesondere der Anteil der jüngeren Bevölkerung mit Migrationshinter-grund von Interesse, denn es zeigt sich, dass in Deutschland jedes dritte Kind unter sechs Jahren einen solchen aufweist (32,5 %) und bei der Gruppe der unter 25-Jährigen der Anteil bei 27,2 % liegt (vgl. ebd.). Lag der Anteil der ausländischen Schüler an allgemeinbildenden Schulen Mitte der 1960er Jahre noch bei lediglich 0,5% aller Schüler, so ist er inzwischen auf ca. 10% angewachsen. Damit werden sowohl die Bildungsbeteiligung als auch der Bildungserfolg der ausländischen Schüler zu gesellschaftlich relevanten Themenbereichen, denn es kristallisierte sich schon ziemlich früh heraus, dass trotz einer Vielzahl an (sogenannten) ausländerpädagogischen Maßnahmen, Nachteile für Kinder mit Migrationshintergrund im Verhältnis zu deutschen Kindern beim erfolgreichen Durchlaufen des Schulsystems bestehen.
Sind ausländische Kinder oder Kinder aus Migrantenfamilien nun Sorgenkinder, die nicht über die notwendigen Voraussetzungen oder den Willen verfügen, das deutsche System schulischer Bildung mit Erfolg zu durchlaufen oder handelt es sich bei ihnen um eine Bildungsreserve, welche zu nutzen die Institutionen des deutschen Schulsystems bislang nicht verstanden haben? Dieser Frage soll im Rahmen der vorliegenden Arbeit nachgegangen werden. Dabei werde ich zuerst auf die prekäre Datenlage eingehen, danach Befunde und Erklärungsversuche darlegen und Lösungsansätze anbieten um am Schluss der Arbeit auf mögliche Zielorientierungen einzugehen, von denen ich mir wünsche, dass sie eher früher als später in der Bildungsforschung thematisiert werden.

Extracto


Inhaltsverzeichnis

1 Prolegomenon

2 Das Problem der Datenlage

3 Befunde

4 Erklärungsversuche

4.1 Die kulturell-defizitäre Erklärung

4.2 Die humankapitaltheoretische Erklärung

4.2.1 Bildungsnähe der Eltern

4.2.2 Haushaltseinkommen

4.2.3 Anzahl der Geschwister

4.3 Erklärung über schulische Kontexte

4.3.1 Schultyp

4.3.2 Unterrichtskontext (Zusammensetzung der Schülerschaft)

4.3.3 Institutionelle Diskriminierung

5 Lösungsansätze

5.1 De Profundis

5.2 Desiderata

5.2.1 Theorie der Bildungsgleichheit

5.2.2 Lehrerausbildung

6 Fazit und Ausblick

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht, ob Kinder aus Migrantenfamilien im deutschen Bildungssystem als "Sorgenkinder" mit fehlenden Voraussetzungen oder als ungenutzte "Bildungsreserve" zu betrachten sind. Ziel ist es, die Datenlage zur Bildungsbeteiligung zu beleuchten, aktuelle Befunde sowie Erklärungsansätze für Bildungsungleichheit zu analysieren und Lösungsstrategien für eine chancengerechtere Bildungspolitik zu diskutieren.

  • Analyse der Bildungsungleichheit bei Kindern mit Migrationshintergrund
  • Kritische Bewertung der aktuellen Datenlage in Bildungsstatistiken
  • Diskussion kultureller, humankapitaltheoretischer und struktureller Erklärungsmodelle
  • Untersuchung schulischer Kontextfaktoren wie Schultyp und Diskriminierungsmechanismen
  • Entwicklung von Lösungsansätzen durch interkulturelle Pädagogik und Reformen

Auszug aus dem Buch

4.2.1 Bildungsnähe der Eltern

Weil Migranteneltern eine geringere Bildung und ein geringeres Einkommen sowie mehr Kinder haben als deutsche Eltern, stehen für die Akkumulation von Humankapital weniger Ressourcen zur Verfügung und selbst die zur Verfügung stehenden Ressourcen können unter Umständen gar nicht gewinnbringend eingesetzt und nutzbar gemacht werden (z.B. im Herkunftsland erworbene Bildungstitel, die in Deutschland nicht anerkannt sind). Es ist aber gerade die Bildungserfahrung der Eltern die ganz selbstverständlich zur kontinuierlichen Unterstützung der Kinder im Alltag bereitsteht und alleine schon deshalb ihre volle Wirksamkeit entfaltet. Sie führt nämlich zu einer besonderen Vertrautheit mit dem Schulsystem und schafft somit Vorteile für den Bildungserfolg der Kinder.

Ähnlich verhält es sich mit der beruflichen Positionierung. Vorteilhafte Arbeitsmarktpositionen, bzw. die damit verbundenen beruflichen Erfahrungen der Eltern, resultieren in Informationsvorteilen für die Kinder, da die Eltern die grundlegende Bedeutung von Bildung für den Arbeitsmarkterfolg wahrscheinlich realistisch einschätzen und über spezifische Informationen zu den Qualifikationen für höhere Arbeitsmarktpositionen verfügen. Auf diese Weise kann die berufliche Positionierung der Eltern wichtige Orientierungen und Botschaften liefern. Ohne solche Erfolgsmodelle innerhalb der Kernfamilie erweisen sich Bildungsinvestitionen als ungleich schwieriger und risikoreicher. Und genau diesbezüglich unterscheiden sich viele Migranteneltern aufgrund ihrer nachteiligen Ausgangspositionierung auf dem Arbeitsmarkt von der einheimischen Bevölkerung, denn sie kamen einst aus bildungsfernen Schichten nach Deutschland.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Prolegomenon: Einführung in die demografische Situation von Kindern mit Migrationshintergrund in Deutschland und die Problemstellung der Arbeit.

2 Das Problem der Datenlage: Analyse der Defizite in aktuellen Bildungsstatistiken und der Schwierigkeit einer präzisen Erfassung des Migrationshintergrunds.

3 Befunde: Zusammenfassung empirischer Ergebnisse zur Bildungsbenachteiligung von Migrantenkindern, etwa hinsichtlich Schulempfehlungen und Abschlussquoten.

4 Erklärungsversuche: Diskussion verschiedener Theorien, von kulturell-defizitären über humankapitaltheoretische Ansätze bis hin zu institutionellen Diskriminierungsmechanismen.

5 Lösungsansätze: Entwicklung von Perspektiven für eine interkulturelle Pädagogik, einschließlich Forderungen nach einer Theorie der Bildungsgleichheit und Anpassungen in der Lehrerausbildung.

6 Fazit und Ausblick: Zusammenführende Betrachtung der Ergebnisse und Forderung nach einem bildungs- und schulpolitischen Paradigmenwechsel.

Schlüsselwörter

Bildungsbenachteiligung, Migrationshintergrund, Humankapital, Bildungsungleichheit, Schule, Interkulturelle Pädagogik, Bildungschancen, Institutionelle Diskriminierung, Schulerfolg, Bildungspolitik, Chancengleichheit, Soziale Integration, Bildungsreserve, Bildungserfolg, Schulentwicklung.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert die Ursachen für Bildungsungleichheiten von Kindern mit Migrationshintergrund im deutschen Schulsystem.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Felder umfassen Datenverfügbarkeit, empirische Schulerfolge, soziologische Erklärungsmodelle (Kultur, Humankapital) sowie institutionelle Prozesse der Benachteiligung.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, zu hinterfragen, ob Kinder aus Migrantenfamilien strukturell bedingt benachteiligt werden, und Wege aufzuzeigen, wie das Schulsystem ihr Potenzial besser nutzen kann.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer Literatur- und Theorienanalyse unter Einbeziehung bildungssoziologischer Studien und Konzepte.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Darstellung der Datenlage, eine Analyse von Befunden zur Bildungsbenachteiligung sowie eine detaillierte Diskussion theoretischer Erklärungsansätze.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind insbesondere Bildungsbenachteiligung, Migrationshintergrund, Humankapitaltheorie, institutionelle Diskriminierung und Chancengleichheit.

Was ist die Bedeutung der "kulturell-defizitären Erklärung"?

Sie beschreibt Defizite in den Voraussetzungen, die Kinder durch ihr kulturelles Erbe mitbringen, und hinterfragt die Passung dieser Merkmale zum deutschen Schulsystem.

Wie könnten Simulationsmodelle die Lehrerausbildung verbessern?

Sie könnten komplexe soziale Realitäten im Schulalltag für Studierende erfahrbar machen, um die Wirkungen bildungspolitischer Entscheidungen besser antizipieren zu können.

Final del extracto de 19 páginas  - subir

Detalles

Título
Bildungsungleichheiten. Migrationshintergrund vs. Schulkarriere?
Universidad
Justus-Liebig-University Giessen
Calificación
15
Autor
Richard Grünert (Autor)
Año de publicación
2010
Páginas
19
No. de catálogo
V166076
ISBN (Ebook)
9783640823499
ISBN (Libro)
9783640823376
Idioma
Alemán
Etiqueta
Bildungsungleichheiten ungleichheitstheoretische Bildungssoziologie Migrationshintergrund Heterogenität
Seguridad del producto
GRIN Publishing Ltd.
Citar trabajo
Richard Grünert (Autor), 2010, Bildungsungleichheiten. Migrationshintergrund vs. Schulkarriere?, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/166076
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