Eine dramatische Handlung im Film braucht den Konflikt! Dies soll in meiner Arbeit dargelegt werden. Ich zeige, was ein Konflikt im Film überhaupt ist, warum es des Konflikts im Film bedarf, wie er entsteht, was es zu seiner Entstehung und Entwicklung braucht und wie er aufgelöst werden kann. Des Weiteren nehme ich eine grobe und eine feine Einteilung des Konflikts in verschiedene Kategorien vor, wobei zur Diskussion stehen soll, ob eine derartige Kategorisierung zweckmäßig, nötig und überhaupt möglich ist.
Inhaltsverzeichnis
I. EINLEITUNG
II. DIE DRAMATURGISCHE FUNKTION DES KONFLIKTS
1. Einordnung des Konflikts in die dramaturgische Struktur
a.) Entstehung und Entwicklung des Konflikts
b.) Auflösung
c.) Der zentrale Konflikt
2. Die unterschiedlichen Konfliktkategorien
a.) Der zwischenmenschliche Konflikt
b.) Der soziale Konflikt
c.) Der situative Konflikt
d.) Der innere Konflikt
e.) Der kosmische Konflikt
3. Die Wirkung des Konflikts
III. RESÜMEE
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die zentrale Rolle des Konflikts als konstitutives Element filmischer Dramaturgie und analysiert dessen Funktion, Entstehung sowie mögliche Kategorisierung innerhalb einer narrativen Struktur.
- Die Bedeutung des Konflikts als „Motor“ dramatischer Handlungen
- Phasen der Konfliktentwicklung: Entstehung, Steigerung und Auflösung
- Systematische Einteilung in verschiedene Konfliktkategorien
- Die visuelle Vermittlung innerer Konflikte im Film
- Die kritische Reflexion über die Kategorisierbarkeit dramatischer Konflikte
Auszug aus dem Buch
1. Einordnung des Konflikts in die dramaturgische Struktur
Vor der Einordnung in einen Zusammenhang muss zuerst grundsätzlich geklärt werden, was ein Konflikt ist. Prinzipiell unterscheidet man zwischen einem einfachen Ärgernis und einem wirklichen Konflikt. Sowohl ein Ärgernis wie auch ein Konflikt sind das Resultat aus einem Unglück/einem Missgeschick. Der Unterschied liegt bei der Person, der das Unglück zustößt. Wenn diese Person kein Ziel hat, dessen Erreichen durch das Missgeschick gefährdet ist, und für diese Person infolge dieses Missgeschicks nichts auf dem Spiel steht, so handelt es sich um ein bloßes Ärgernis. Wenn aber diese Unannehmlichkeit ein ernsthaftes Hindernis auf dem Weg zum Ziel dieser Person darstellt, so resultiert daraus ein Konflikt.
Als Beispiel kann man sich vorstellen, dass eine Person durch einen unglücklichen Zufall eine Tasse Kaffee auf seiner weißen Hose verschüttet. An und für sich ist dies ein Ärgernis. Wenn aber diese Person gleich darauf einen wichtigen Termin hat, bei dem das äußere Erscheinungsbild eine enorme Rolle spielt, wie z.B. ein Vorstellungsgespräch, so könnte diese verschüttete Tasse Kaffee der Anstoß für weitere Probleme sein. Die Person gerät dadurch in einen Konflikt. Denn jetzt könnte diese Person sich überlegen, ob es besser wäre, nach Hause zu fahren und sich umzuziehen, wobei sie dadurch zu spät käme, oder ob es besser wäre, pünktlich zu sein und verschmutzt zu erscheinen?
An diesem Beispiel erkennt man bereits, was einen Konflikt ausmacht, nämlich: eine Person stößt auf Schwierigkeiten, die meist eine bestimmte Entscheidung fordern. Im Film wäre diese Person gleichzusetzen mit dem Protagonisten, wobei aber auch alle anderen Figuren in Konflikte geraten können. Aber der Protagonist eines Films ist letztlich derjenige, der die Hauptabsicht verfolgt, ein bestimmtes Ziel zu erreichen. Damit er dieses Ziel nicht problemlos erreicht, bedarf es Schwierigkeiten, die den Protagonisten daran hindern. Der Konflikt verhindert also, dass die Handlung allzu gradlinig auf das Ziel verläuft, und sorgt dadurch dafür, dass der Film seine 120 Minuten dauern kann, ohne langweilig zu werden.
Zusammenfassung der Kapitel
I. EINLEITUNG: Es wird die fundamentale Bedeutung des Konflikts für die filmische Erzählung dargelegt und die Forschungsfrage nach seiner Entstehung und Kategorisierbarkeit eingeführt.
II. DIE DRAMATURGISCHE FUNKTION DES KONFLIKTS: Dieses Kapitel analysiert den dramaturgischen Aufbau von Konflikten, klassifiziert diese in verschiedene Kategorien und untersucht deren Wirkung auf die Spannung eines Films.
III. RESÜMEE: Die Arbeit schließt mit einer kritischen Reflexion über die Sinnhaftigkeit strikter Konfliktkategorisierungen und der Feststellung, dass filmische Konflikte komplexe Mischformen darstellen.
Schlüsselwörter
Dramaturgie, Filmtheorie, Konflikt, Protagonist, Antagonist, Drehbuch, Spannungsaufbau, Handlungsstruktur, Konfliktkategorien, Innerer Konflikt, Situativer Konflikt, Dramatisches Motiv, Filmgestaltung, Erzählstruktur, Plot Point.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit beschäftigt sich mit der essenziellen Rolle des Konflikts in audiovisuellen Medien und untersucht, wie dieser die dramaturgische Entwicklung einer Geschichte vorantreibt.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Im Fokus stehen die theoretischen Grundlagen des Konflikts, seine verschiedenen Formen – vom zwischenmenschlichen bis zum kosmischen Konflikt – sowie die Frage nach dessen Auflösung.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Ziel ist es aufzuzeigen, wie Konflikte als „Motor“ einer Filmhandlung entstehen, entwickelt und im Sinne der dramaturgischen Spannung effektiv eingesetzt werden können.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer fundierten Auseinandersetzung mit einschlägiger filmtheoretischer Fachliteratur sowie einer analytischen Betrachtung der dramaturgischen Struktur erfolgreicher Filme.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Einordnung des Konflikts, die detaillierte Vorstellung verschiedener Konfliktkategorien und eine Untersuchung der Wirkung auf das Publikum.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Zu den prägenden Begriffen gehören unter anderem Dramaturgie, Konflikttypen, Protagonistenführung, Spannungserzeugung und Drehbuchhandwerk.
Warum ist die Kategorisierung von Konflikten laut der Autorin kritisch zu hinterfragen?
Sandra Jenko argumentiert, dass Konflikte in der Praxis meist Mischformen sind und eine strikte Einordnung in isolierte Kategorien der komplexen filmischen Realität oft nicht gerecht wird.
Wie soll ein innerer Konflikt im Medium Film vermittelt werden?
Da der Film ein visuelles Medium ist, sollte der innere Konflikt möglichst durch sichtbare Aktionen oder symbolische Handlungen statt allein durch Dialoge oder Monologe nach außen gekehrt werden.
- Citation du texte
- Mag. Sandra Jenko (Auteur), 2004, Die dramaturgische Funktion des Konflikts, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/166112