Die Projektlandschaft einer Unternehmung bedarf einer gezielten Steuerung und aktiven Beeinflussung, da sonst die Gefahr besteht, dass die „falschen“ Projekte durchgeführt werden. Die Folgen können unzufriedene Kunden, Mitarbeiter und Anteilseigner sowie auf lange Sicht die Gefährdung des wirtschaftlichen Überlebens der Unternehmung sein. Vor diesem Hintergrund sollten Projekte im Hinblick auf ihre Ergebnisse sowohl eine Gegenwarts- als auch Zukunftsorientierung aufweisen und sowohl auf interne als auch auf externe Aspekte ausgerichtet sein. Die Auswahl von Projekten beeinflusst somit die zukünftige Entwicklung der Unternehmung. Bei der Durchführung eines Projekts werden knappe Ressourcen gebunden und Kosten verursacht. Die Entscheidung für ein bestimmtes Projekt führt evtl. dazu, dass andere Projekte, die möglicherweise sogar rentabler wären, nicht realisiert werden können. Durch die begrenzten Ressourcen können nicht alle gewünschten Projekte auch tatsächlich umgesetzt werden. Es bedarf geeigneter Verfahren, mit denen Projekte aufgrund des erwarteten ökonomischen Erfolgs ausgewählt und priorisiert werden können.
Inhaltsverzeichnis
1 Projektarbeit und Projektmanagement in der Unternehmung als Reaktion auf dynamische Umweltbedingungen
2 Begriffliche und konzeptionelle Grundlagen des Projektmanagements
2.1 Definition von Projekt und Projektmanagement sowie Übersicht über verschiedene Arten von Projekten
2.2 Abgrenzung von Multiprojektmanagement und Projektportfoliomanagement
2.3 Verortung der Selektion und Priorisierung von Projekten innerhalb des Multiprojektmanagementprozesses
3 Darstellung und Diskussion verschiedener Kriterien und Methoden zur effektiven und effizienten Zusammenstellung der Projektlandschaft
3.1 Kriterien zur Selektion und Priorisierung von Projekten
3.1.1 Umsetzungszwang und Dringlichkeit als Richtschnur zur Projektauswahl
3.1.2 Die Signifikanz von strategischer Bedeutung und wirtschaftlichem Nutzen bei der Selektions- und Priorisierungsentscheidung
3.1.3 Ressourcenverfügbarkeit sowie Abhängigkeiten zwischen Projekten im Rahmen des Auswahlprozesses
3.1.4 Berücksichtigung von Risiken bei der Zusammenstellung des Projektportfolios
3.1.5 Zusammenhänge und Bedeutung von Selektions- und Priorisierungskriterien
3.2 Methoden und Verfahren der Selektion und Priorisierung von Projekten
3.3 Branchen- und projektartenabhängige Betrachtung der Selektions- und Priorisierungskriterien und -methoden
4 Problematische Aspekte bei der Zusammenstellung der Projektelandschaft
5 Schlussbetrachtung: Wesentliche Ansatzpunkte und Herausforderungen auf dem Weg zu einer ausgewogenen Projektlandschaft
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit zielt darauf ab, einen fundierten Überblick über die Kriterien und Methoden zur Selektion sowie Priorisierung von Projekten im Rahmen eines modernen Multiprojektmanagements zu geben, um Unternehmen bei der Gestaltung einer effizienten und strategisch ausgerichteten Projektlandschaft zu unterstützen.
- Grundlagen des Projekt- und Multiprojektmanagements
- Kriterien für die Auswahl und Reihung von Projektvorhaben
- Methodische Ansätze zur Priorisierung (z. B. Nutzwertanalyse, Präferenzmatrix)
- Umgang mit Ressourcenbeschränkungen und wechselseitigen Abhängigkeiten
- Herausforderungen bei der Implementierung von Selektionsentscheidungen
Auszug aus dem Buch
3.1.1 Umsetzungszwang und Dringlichkeit als Richtschnur zur Projektauswahl
Neben verschärften Wettbewerbsbedingungen sprechen zahlreiche weitere Gründe dafür, dass eine präzise Selektion und Priorisierung von Projekten unumgänglich ist. Es können nicht alle gewünschten Vorhaben gleichzeitig bewältigt werden. Zudem soll das Multiprojektmanagement einen Beitrag sowohl zur Effizienz als auch zur Effektivität des Projektportfolios leisten; es sollen also nicht nur die Projekte richtig, sondern auch die richtigen Projekte gemacht werden, „denn davon hängt langfristig das Schicksal des Unternehmens ab.“ Hierzu ist die Bestimmung geeigneter Kriterien notwendig, anhand derer die vorgeschlagenen Projekte geprüft und in ein Projektportfolio aufgenommen werden.
Als grundsätzliches Selektionskriterium bietet sich die Klassifikation der Projektvorschläge nach dem Grad ihres Umsetzungszwangs in Muss-, Soll- und Kann-Projekte an, die sich v. a. an gesetzlichen, strategischen und wirtschaftlichen Notwendigkeiten orientiert.
Eng damit in Zusammenhang steht die zeitliche Dringlichkeit der Projektdurchführung. Sind für die Umsetzung konkrete Zeitrahmen genannt, entscheiden diese maßgeblich darüber, welche Projekte (zuerst) durchgeführt werden. Die Dringlichkeit kann sich aber auch auf andere Aspekte beziehen, so dass eine eindeutige Definition dieses Kriteriums nicht möglich ist. Dieser Arbeit wird ein operatives Dringlichkeitsverständnis zugrunde gelegt.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Projektarbeit und Projektmanagement in der Unternehmung als Reaktion auf dynamische Umweltbedingungen: Das Kapitel erläutert die zunehmende Bedeutung von Projektmanagement angesichts von Globalisierung, Komplexität und notwendiger Flexibilität in Unternehmen.
2 Begriffliche und konzeptionelle Grundlagen des Projektmanagements: Hier werden Definitionen von Projekten und Projektmanagement dargelegt und die Abgrenzung zum Multiprojekt- und Projektportfoliomanagement vorgenommen.
3 Darstellung und Diskussion verschiedener Kriterien und Methoden zur effektiven und effizienten Zusammenstellung der Projektlandschaft: Dieses Kapitel bildet den Hauptteil und analysiert spezifische Auswahlkriterien, Methoden zur Priorisierung sowie branchenabhängige Besonderheiten bei der Projektauswahl.
4 Problematische Aspekte bei der Zusammenstellung der Projektelandschaft: Es werden praxisnahe Herausforderungen, wie etwa die Beeinflussung durch Bereichsinteressen oder mangelnde Datenverfügbarkeit, kritisch betrachtet.
5 Schlussbetrachtung: Wesentliche Ansatzpunkte und Herausforderungen auf dem Weg zu einer ausgewogenen Projektlandschaft: Die Arbeit schließt mit einer Synthese der Anforderungen an den Auswahlprozess und betont die Notwendigkeit unternehmensindividueller, kosteneffizienter Lösungen.
Schlüsselwörter
Projektmanagement, Multiprojektmanagement, Projektportfolio, Selektion, Priorisierung, Projektlandschaft, Strategiekonformität, Dringlichkeit, Ressourcenverfügbarkeit, Risikomanagement, Nutzwertanalyse, Abhängigkeitsanalyse, Wirtschaftlichkeit, Effektivität, Effizienz
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der systematischen Auswahl und Reihung von Projekten in Unternehmen, um diese optimal auf die Unternehmensstrategie abzustimmen.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Felder umfassen die Definition von Auswahlkriterien, die Anwendung methodischer Priorisierungsverfahren und die Bewältigung von Ressourcen- und Abhängigkeitsproblemen in Multiprojektumgebungen.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Ziel ist es, Methoden aufzuzeigen, die Unternehmen dabei unterstützen, die "richtigen" Projekte in der "richtigen" Reihenfolge zu realisieren.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um eine literaturbasierte Analyse und strukturierte Diskussion verschiedener Managementkonzepte und Auswahlkriterien.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil analysiert detailliert Kriterien wie Umsetzungszwang, Dringlichkeit, strategische Bedeutung, Ressourcenverfügbarkeit und Risikoaspekte sowie verschiedene Bewertungsmethoden.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind insbesondere Projektportfoliomanagement, Priorisierung, Strategiekonformität und Ressourcenplanung.
Warum spielt der Umsetzungszwang eine Rolle bei der Projektauswahl?
Er dient als erste Filterstufe, um unumgängliche Projekte (z.B. aufgrund gesetzlicher Vorgaben) sofort zu identifizieren und den weiteren Auswahlprozess zu vereinfachen.
Wie gehen Unternehmen mit Konflikten zwischen verschiedenen Projekten um?
Die Arbeit empfiehlt den Einsatz von Abhängigkeitsanalysen und einen interdisziplinären Planungsprozess, um Synergien zu nutzen und Ressourcenkonflikte zu lösen.
Inwieweit sollte Subjektivität bei der Projektpriorisierung zugelassen werden?
Obwohl eine Steigerung der Objektivität durch Methoden wie den paarweisen Vergleich angestrebt wird, ist ein gewisses Maß an unternehmerischer Subjektivität für die finale Rangfolgenbildung oft förderlich.
- Quote paper
- Daniel Depke (Author), 2006, Kriterien und Methoden zur Selektion sowie Priorisierung von Projekten , Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/166164