Unterrichtsskizze zum Anfangsunterricht - Stationenlernen in der Ausstellung "Ozeanien"

Auf Erkundungstour in Ozeanien - Stationenlernen in einer Ausstellung des Übersee-Museums Bremen


Hausarbeit, 2006

22 Seiten, Note: 1,3


Leseprobe

Gliederung

1. Vorwort

2. Sachanalyse

3. Didaktische Analyse & Lernziele
3.1. AuBerschulische Lernorte
3.2. Gegenwartsbedeutung
3.3. Zukunftsbedeutung
3.4. Exemplarische Bedeutung
3.5. Zuganglichkeit des Inhalts

4. Die Lerneinheit / Stationen im Uberblick

5. Ausfuhrliche Darstellung dreier Stationen der Lerneinheit
5.1. Station 3: Traditionelle Musik kennen lernen
5.2. Station 4: Korperbemalung mit Naturmaterialien
5.3. Station 6: Schutz vor Malaria

6. Reflexion der Unterrichtsskizze

7. Literatur- & Quellenverzeichnis

8. Abbildungsverzeichnis

Auf Erkundungstour in Ozeanien -
Das Ubersee-Museum in Bremen als auBerschulischer Lernort

1. Vorwort

Das Ubersee-Museum Bremen vereinigt unter einem Dach natur-, volker- und handelskundliche Sammlungen. Seine Anfange lassen sich bis weit in das 18. Jahrhundert verfolgen. Es gehort zu den meistbesuchten Museen in Deutschland, wobei 60% der Besucher Schulklassen sind.

Wir haben das Museum als auBerschulischen Lernort gewahlt, da wir es im vergangenen Jahr privat besucht haben und vor allem von der 2003 eroffneten Dauerausstellung "Ozeanien - Lebenswelten in der Sudsee“ sehr beeindruckt waren. Anhand dieser Ausstellung mochten wir den Schuler/innen und Schulern unserer Klasse die Institution Museum naher bringen, indem wir die Lerneinheit vor Ort derart gestalten, dass ihnen die Aktivitaten SpaB bereitet und gleichzeitig ihr Interesse und ihre Neugier wecken. Hilfreich ist dabei, dass das Ubersee- Museum ein umfangreiches museumspadagogisches Angebot bereithalt, welches speziell fur die jeweiligen Voraussetzungen und Bedurfnisse der Kinder und Jugendlichen entwickelt worden ist.

Ein weiterer Aspekt fur die Wahl des Museums als auBerschulischen Lernort ist die gute Erreichbarkeit, da es sich in Sichtweite des Bremer Hauptbahnhofs befindet und somit auch mit Kindergruppen unkompliziert und sicher per Bahn zu erreichen ist. Zudem existieren fur Schulklassen gunstige Eintrittspreise.

Wir planen unsere Exkursion mit der Klasse 2a der Grundschule X. Diese Klasse besteht aus 10 Schuler/innen und 9 Schulern, wovon zwei Jungen, X1 und X2, auf ein Horgerat angewiesen sind. Aus diesem Grund ist seit der 1. Klasse ein Mikrofon in den Unterricht integriert. Ein Schuler, X3, und eine Schulerin, X4, haben einen Migrationshintergrund, sie beherrschen aber die deutsche Sprache. Eine Schulerin der Klasse, X5, leidet unter generalisierter Angststorung des Kindesalters und befindet sich seit drei Monaten in psychotherapeutischer Behandlung. Die Therapie zeigt bereits erste Erfolge. Vor unbekannten Situationen hat X5 allerdings immer noch unter ausgepragten Angsten zu leiden, so dass sie solche Situationen zu vermeiden sucht. In unserer Unterrichtsplanung muss daher auf X5 besonders ausfuhrlich eingegangen werden, damit die Exkursion auch fur sie eine freudige Erfahrung wird.

2. Sachanalyse

Das Ubersee-Museum Bremen prasentiert mit „Ozeanien - Lebenswelten in der Sudsee“ eine Ausstellung uber die Volker der Sudsee, die durch eine umfangreiche Sammlung aus der Natur und Lebenswelt Ozeaniens und den individuellen Handelsmethoden einzelner hiesiger Bevolkerungsgruppen abgerundet wird.

Ozeanien ist die Bezeichnung fur eine Formation aus Inseln im Pazifischen Ozean, die zwischen den amerikanischen Kontinenten, den Philippinen und Australien liegt. Neuseeland zahlt nur im weiteren Sinne zu Ozeanien. Die Region wird nach der ethnischen Zugehorigkeit der Bevolkerung in Mikronesien, Melanesien und Polynesien gegliedert. Alle ozeanischen Inseln haben zusammen eine Landflache von etwa einer Million Quadratkilometern und sind uber eine Meeresflache von rund 70 Millionen Quadratkilometern verstreut. Somit erstreckt sich das Gebiet Ozeaniens uber benahe 10% der gesamten Erdoberflache.

Die Ausstellung in Bremen zeigt Aspekte der vielfaltigen Naturraume, der Beziehungen und des Handels der zahlreichen Gesellschaften. Der raumliche Aufbau der Ausstellung orientiert sich an der Geographie Ozeaniens, d. h., dass der Boden der Ausstellungsflache die verschiedenen Tiefen des Meeresgrundes durch hell- bis tiefblaue Bemalung veranschaulicht. Themen und Inhalte von Ozeanien sind nach Schwerpunkten geordnet auf 13 Themeninseln anzufinden. Die in grun gehaltenen Themeninseln erstrecken sich neben anderen Stationen (wie z.B. Sitzflachen mit Horgeschichten von Sammlern, Forschern oder dem Kinderalltag aus Ozeanien oder einer interaktiven Wand zur Fischgerausch-Fisch-Zuordnung) uber die gesamte „Meeres-“ bzw. Ausstellungsflache. Zu entdecken und erleben sind dort z.B. Modelle, Fotos und schriftliche Erklarungen, aber vor allem Originale aus Ozeanien wie echte Holzboote, Mobel, Musikinstrumente und Haushaltsgegenstande, eine Tauchglocke, ein nachgebautes Korallenriff, reale Masken, Schmuck und Schnitzereien, Tierexponate etc.

Was dabei aus Kindersicht das Angenehmste sein konnte, ist der Umstand, dass in Ozeanien eben nicht alles nur ausgestellt wird, sondern auch anzufassen, zu horen, ja zu begreifen ist und, dass die Ausstellung nicht immer vollkommen ernst genommen werden muss.

3. Didaktische Analyse & Lernziele

3.1. AuBerschulische Lernorte

Unter auBerschulischen Lernorten versteht man authentische Erfahrungsraume auBerhalb des Schulgelandes, die Lernprozesse anregen und erganzen konnen. Das Ubersee-Museum stellt dabei einen padagogisch gestalteten Lernort dar, bei dem die Lernsituation durch die verschiedenen Museumsangebote bereits vorstrukturiert ist.

Das Einbeziehen auBerschulischer Lernorte in den Unterricht ist vor allem im Sachunterricht der Grundschule sinnvoll, da im Mittelpunkt die konkrete Anschauung, das unmittelbare Erleben sowie der handelnde Umgang mit der Sache stehen. Durch die ganzheitliche Auseinandersetzung vor Ort mit dem Thema Ozeanien gestaltet sich der Lernprozess effektiver als durch die isolierte Bearbeitung einzelner Aspekte im Klassenraum (Hellberg- Rode 2004, S. 145ff.).

3.2. Gegenwartsbedeutung

Aus der aktuellen Sicht der Schuler/innen und Schuler stehen Museumsausstellungen nicht mit ihrer Lebenswelt und -wirklichkeit in Verbindung. Beinahe alle Kinder unserer Klasse haben mit ihren Eltern bereits einen Museumsbesuch absolviert, sie haben aber kaum positive Erinnerungen daran. Sie erzahlten hauptsachlich von langweiligen Ausstellungen, zu langen Vortragen und Fuhrungen sowie von der Tatsache, dass sie die Exponate nicht anfassen, sondern nur angucken durften.

Unsere Aufgabe besteht daher darin, den Kindern zu zeigen, dass Museen nicht nur lehrreich sind, sondern auch interessant sein konnen und sehr viel SpaB machen.

3.3. Zukunftsbedeutung

Die Ausstellung Ozeanien bietet zum einen ein reichhaltiges Angebot an Exponaten und damit direkt verbundenes Wissen. Uberdies bewirkt sie aber auch die Auseinandersetzung mit einer fremden Kultur, ihrer spezifischen Lebensweise, ihrer Weltanschauung und ihrer Lebenswelt. Fur die Kinder ermoglicht sich dadurch ein Perspektivwechsel. Durch das Hineinversetzen in die Kultur der Menschen Ozeaniens konnen sie Ruckschlusse auf ihre eigene Kultur, ihre Art zu leben und ihre Lebenswelt ziehen. Auf diese Weise sollen die Kinder sich ihrer selbst bewusst werden, wodurch die Identitatsfindung und somit die Ich- Kompetenz unterstutzt werden.

3.4. Exemplarische Bedeutung

Die Schuler/innen und Schuler sollen erkennen, dass jede Kultur ihre individuellen Brauche und Traditionen hat und dass sie diesen tolerant und offen begegnen.

3.5. Zuganglichkeit des Inhalts

Um den Kindem das Thema „Ozeanien - Lebenswelten in der Sudsee“ nahe zu bringen, ist ein Lernen mit allen Sinnen von Vorteil. Die Kinder durfen die Ausstellungsstucke nicht nur anschauen, sondern auch beruhren und befuhlen. Des Weiteren stehen Sitzflachen zur Verfugung, an denen auditive Prasentationen wie z.B. Geschichten aus dem Alltag der ozeanischen Kinder dargeboten werden. AuBerdem gibt es eine interaktive Wand, an der verschiedenen Fischen ihre Gerausche zugeordnet werden sollen. Die Schuler/innen und Schuler erleben also eine groBe Methodenvielfalt, wodurch Langeweile vorgebeugt wird.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 1: Obersichtskarte der Ausstellung Ozeanien

4. Die Lerneinheit / Stationen im Uberblick

Um mit unseren Ausfuhrungen nicht ausschweifend zu werden, bezeichnen wir mit „Lerneinheit“ ausschlieBlich die Aktivitaten, die im Ubersee-Museum stattfinden sollen. Auf mogliche Vor- und Nachbereitung der Exkursion oder die Anreise selbst werden wir deswegen nicht eingehen.

Die Lerneinheit besteht zum GroBteil aus einem Parcours mit sechs Stationen, an denen die Kinder in vielfaltiger Weise aktiv werden sollen, sowie ferner aus einem Zeitraum, in dem die Kinder die Ausstellung gewissermafien auf„eigene Faust“ erkunden durfen.

Wie bereits erwahnt steht das Lernen an Stationen im Vordergrund. Dies bietet den betreuenden Lehrern die Moglichkeit, „dass die Schuler/innen und Schuler nach Einfuhrung und Bereitstellung der Lernmaterialien weitgehend selbststandig, eigeninitiativ, kooperativ und ihrer Lernausgangslage entsprechend an den Aufgaben arbeiten.‘a Da fur die Anleitung wahrend des Stationenlernens zwei Lehrkrafte und ein Museumspadagoge zur Verfugung stehen, wurde bei der Auswahl der Stationen darauf geachtet, dass die ein Halfte nach kurzer Anleitung von den Kindern selbst durchfuhrbar ist und nur die andere Halfte der Stationen bestandige Anleitung bzw. Betreuung erfordert. So konnen sich die pad. Fachkrafte jeweils um eine aufwands- und zeitintensive und eine weniger intensive Station kummern. Jede der Fachkrafte sollte die von ihm geleiteten Stationen fur die Dauer des Stationenlernens beibehalten, um sich so voll auf diese zwei konzentrieren zu konnen.

Das Lernen an Stationen bietet den Lehrkraften zudem die Gelegenheit, teilweise in den Hintergrund zu treten und die Kinder zu den Machern werden zu lassen. Dabei halten sie sich nicht vollig heraus, sondern sie beobachten die Kinder, geben Tipps und Hilfestellung, wo dies benotigt und erwunscht ist, und gehen naturlich auch ihren erzieherischen Pflichten nach. SchlieBlich befindet man sich mit seiner Klasse in offentlichen Raumen und muss ggf. dem einen oder anderen aufzeigen, welches Verhalten dort angebracht ist. Nicht zuletzt gewinnen die Lehrkrafte durch ihre Zuruckhaltung auch ,,Zeit, leistungsschwacheren Kindern zusatzlich Unterstutzung zukommen zu lassen und leistungsstarken gezielte Anregungen und Aufgaben zu geben.“ Des Weiteren ware es sinnvoll einige Zeit in die Beobachtung der Klasse (und unter Umstanden in die Steuerung der Gruppendynamik) zu investieren, da die Lehrkrafte „ihre“ Kinder sonst nur selten in einer derartigen Situation wahrnehmen konnen.

Angedacht ist, dass man als Zeitpunkt fur die Exkursion einen wahlt, an dem die Klasse sich moglichst allein in der Ausstellung aufhalten kann, was naturlich mit dem Museum abzusprechen ist. Dies widerspricht nicht den Lernzielen, da die Motive weniger in der Erlernung von museumsgerechtem Verhalten als in der ganzheitlichen Auseinandersetzung mit Inhalten der Ausstellung liegen.

[...]

Ende der Leseprobe aus 22 Seiten

Details

Titel
Unterrichtsskizze zum Anfangsunterricht - Stationenlernen in der Ausstellung "Ozeanien"
Untertitel
Auf Erkundungstour in Ozeanien - Stationenlernen in einer Ausstellung des Übersee-Museums Bremen
Hochschule
Carl von Ossietzky Universität Oldenburg  (Fakultät I: Erziehungs- und Bildungswissenschaften )
Veranstaltung
BM3: Anfangsunterricht im Sachunterricht
Note
1,3
Autoren
Jahr
2006
Seiten
22
Katalognummer
V166269
ISBN (eBook)
9783640819881
ISBN (Buch)
9783640822959
Dateigröße
3439 KB
Sprache
Deutsch
Anmerkungen
Fotos und Informationen zum Museum können unter www.uebersee-museum.de abgerufen werden.
Schlagworte
Unterrichtsskizze zum Anfangsunterricht, Stationenlernen in der Ausstellung Ozeanien, Karola Nacken, SU, Sachunterricht, Heimatkunde, Sachkunde, Grundschule, GS, Primarstufe, Erkundungstour, außerschulischer Lernort, natur-, völker- und handelskundliche Sammlungen, Grundschulklasse, Ausflug, Tour, Unterrichtsgang, Ozeanien – Lebenswelten in der Südsee, Völker der Südsee, Natur und Lebenswelt Ozeanien, Inseln im Pazifischen Ozean, Philippinen Australien Neuseeland, Mikronesien Melanesien Polynesien, Wolfgang Klafki, Didaktische Analyse, Gegenwartsbedeutung, Zukunftsbedeutung, Exemplarische Bedeutung, Zugänglichkeit des Inhalts, Übersichtskarte, Ausstellungsstücke, Interaktivität, ganzheitliche Auseinandersetzung, vor Ort, Methodenvielfalt, Parcours, Stationenlernen, Lernen an Stationen, Lerntheke, Handlungsorientierung, handlungsorientiert, Lernmaterialien selbstständig, eigeninitiativ, kooperativ erarbeiten, Museumspädagogik, Leben mit den Ahnen, Wahre Lügen, Im Netz der Verwandtschaft, Hochzeit auf Manus, Vom Traumvogel zur Handelsware, Themeninsel, Malaria, Traditionelle Musik kennen lernen, Körperbemalung mit Naturmaterialien, Schutz vor Malaria, Roland Bauer, Gesine Hellberg-Rode, Astrid Kaiser, Detlef Pech, Basiswissen Sachunterricht
Arbeit zitieren
M.Ed. Georg Rabe (Autor)R. Röhling (Autor)S. Muck (Autor), 2006, Unterrichtsskizze zum Anfangsunterricht - Stationenlernen in der Ausstellung "Ozeanien", München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/166269

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