Der Verfasser, der über 30 Jahre lang an einem nordrheinwestfälischen Gymnasium unterrichtet hat, setzt fachübergreifend zwei Abiturtexte - aus der Zeit vor der Einführung des Zentralabiturs - aus seinen Unterrichtsfächern Französisch und Geschichte in Beziehung, vergleicht und interpretiert sie. Dabei sind die Textsorten höchst unterschiedlicher Natur: hier ein Auszug aus einem französischen Roman, dort eine Notiz aus einem Tagebuch: Fiktion und Wirklichkeit scheinen in einem unversöhnlichen Spannungsverhältnis zu liegen. Gemeinsam jedoch ist beiden Texten der historische Kontext ihres Inhalts (nicht ihrer Entstehung!): zum einen die persönlichen Bemerkungen eines Zeitgenossen über die Radio-Übertragung des so genannten Tages von Potsdam (21.3.1933),zum andern der Abschied Jugendlicher von ihren Eltern, mit denen sie bisher gemeinsam in ihrem Haus in Südfrankreich gelebt haben, das jetzt von deutschen Soldaten besetzt und bezogen wird. Der Verfasser zieht nun beide Texte heran, um an ihnen den Erwartungshorizont einer guten bis sehr guten Prüfungsleistung zu skizzieren, ohne dabei konkret auf die Fragen nach der Prüfungsart (schriftlich-mündlich), der Art der Kurse (GK-LK), den unterrichtlichen Voraussetzungen und den Anforderungsniveaus in den 16 Bundesländern eingehen zu können, deren Leistungsunterschiede bekanntlich im Einzel- und im Extremfall eineinhalb Schuljahre betragen.
Inhaltsverzeichnis
- Zur Interpretation von Ambivalenzen - Zwei Texte und ihre Affinitäten
- Die Notwendigkeit der Textanalyse
- Vergleich von Sachtext und literarischem Text
- Die besondere Problematik der Interpretation
Zielsetzung und Themenschwerpunkte
Der Text befasst sich mit der Interpretation von Ambivalenzen und ihrer Bedeutung in der Analyse von Texten. Der Fokus liegt auf dem Vergleich eines Sachtextes mit einem literarischen Text aus der Zeit des Dritten Reiches.
- Interpretation von Ambivalenzen in Texten
- Vergleich von Sachtext und literarischem Text
- Textanalyse in der Zeit des Dritten Reiches
- Die Bedeutung von Texten für die historische Kontextualisierung
- Die Problematik der Interpretation historischer Quellen
Zusammenfassung der Kapitel
Das erste Kapitel beleuchtet die Bedeutung von Ambivalenzen in der Interpretation von Texten. Es wird anhand eines Beispiels aus dem Bildungswesen erläutert, wie verschiedene Perspektiven und Interessen zu Ambivalenzen führen können. Das zweite Kapitel fokussiert auf die Notwendigkeit der Textanalyse im Allgemeinen und geht auf die besonderen Herausforderungen ein, die sich bei der Interpretation von Texten aus der Zeit des Dritten Reiches stellen.
Schlüsselwörter
Ambivalenz, Textanalyse, Sachtext, literarischer Text, Zeit des Dritten Reiches, historische Kontextualisierung, Interpretation, Interpretation historischer Quellen, Unbegreifliches, wissenschaftliche Aufarbeitung, Nationalsozialismus.
Häufig gestellte Fragen
Was ist der Kern dieser Untersuchung zu Ambivalenzen?
Die Arbeit vergleicht und interpretiert zwei unterschiedliche Textsorten (einen Sachtext und einen literarischen Text) im Kontext des Dritten Reiches, um die darin enthaltenen Ambivalenzen und Spannungsverhältnisse aufzuzeigen.
Welche Texte werden miteinander in Beziehung gesetzt?
Es handelt sich um eine Tagebuchnotiz zum "Tag von Potsdam" (1933) und einen Auszug aus einem französischen Roman über den Abschied Jugendlicher von ihrem Elternhaus während der deutschen Besatzung.
Welches Ziel verfolgt der Autor mit diesem Vergleich?
Der Autor skizziert den Erwartungshorizont für Prüfungsleistungen in den Fächern Französisch und Geschichte und zeigt auf, wie historische Kontextualisierung durch Textanalyse gelingt.
Warum ist die Interpretation historischer Quellen problematisch?
Besonders bei Texten aus der Zeit des Nationalsozialismus stehen Fiktion und Wirklichkeit oft in einem unversöhnlichen Spannungsverhältnis, was eine tiefgreifende wissenschaftliche Aufarbeitung und Analyse der Ambivalenzen erfordert.
An wen richtet sich diese Ausarbeitung primär?
Die Arbeit richtet sich an Lehrkräfte und Lernende im Bereich des Abiturs, um Anforderungen an "gute bis sehr gute" Interpretationsleistungen zu verdeutlichen.
- Quote paper
- Klaus Bahners (Author), 2006, Zur Interpretation von Ambivalenzen, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/166271