Die Perspektive des Älterwerdens

Entwicklungsprozesse im späten Erwachsenenalter


Studienarbeit, 2008

24 Seiten, Note: 1,7

Anonym


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Begriffsklärung
2.1 Alter
2.1.1 Der Lebensabschnitt „Erwachsenenalter“
2.2 Altern
2.3 Entwicklung

3. Alterskorrelierende Veränderungen
3.1 Biologische Alterstheorien
3.2 Kognitive Veränderungen
3.2.1 Aufmerksamkeit
3.2.2 Gedächtnis
3.2.3 Lernen
3.3 Sensorische Veränderungen
3.3.1 Die Sehfähigkeit
3.3.2 Die Hörfähigkeit
3.3.3 Weitere Sinne
3.4 Motorische Veränderungen
3.5. Soziale Veränderungen

4. Theoretische Perspektive über das Altern
4.1 Sozialpsychologische Theorien im historischen Wandel
4.2 Theorien über die Anpassung an das Altern
4.2.1 Theoretisches Modell des „erfolgreichen Alterns“ von Baltes und Baltes
4.2.2 Die kognitive Alterstheorie von Thomae

5. Fazit

6. Literaturverzeichnis

1. Einleitung

Im Jahr 2005 lebten in Deutschland 82,5 Millionen Menschen; davon waren 15,6 Millionen (dies entspricht 19 Prozent) 65 Jahre und älter. Durch den medizinischen Fortschritt, den Geburtenrückgang und die verlängerte Lebenserwartung steigt der Anteil der über 65 jährigen in der Gesamtbevölkerung kontinuierlich an und wird mit hoher Wahrscheinlichkeit noch weiter steigen. Bis zum Jahr 2050 wird dieser Anteil auf ca. 30 Prozent der Bevölkerung anwachsen (Statistisches Bundesamt 2006, S. 5).

Das Thema „Alt“ ist ein Themenbereich, welcher alle betrifft. Mit hoher Wahrscheinlichkeit, werden wir es alle mal sein. Einige haben noch viele Jahre vor sich, bis es soweit ist, andere sind es vielleicht schon. Eins ist jedoch klar, als alt sieht man immer nur die Anderen, nur man selber möchte es nicht sein. Ganz nach dem Motto „Alt: alle wollen es werden, keiner will es sein.“

In der vorliegenden Ausarbeitung möchte ich mich mit der Perspektive des Älterwerdens befassen. Dabei beschränke ich mich auf die folgende Leitfrage: „Welche Entwicklungsprozesse finden im späten Erwachsenenalter statt?“ Hierzu folge ich der Grundannahme, dass die ontogenetische Entwicklung nicht bereits im frühen Erwachsenenalter vollendet ist, sondern eine lebenslange Entwicklung stattfindet.

Um dieser Fragestellung einen entsprechenden Rahmen zu verleihen, soll vorab im 2. Kapitel das ausgewählte Thema durch einige Definitionen und Begriffsklärungen erläutert werden. Im Anschluss daran möchte ich mich im 3. Kapitel meiner Leitfrage und somit meinem Fokus zuwenden und diesen genauer betrachten. Diesbezüglich soll geklärt werden, in welchem Ausmaß biologische, kognitive, sensorische, motorische, sowie soziale Veränderungen bei einem Menschen erfolgen, der seinen beruflichen Ruhestand erreicht hat.

Abschließend soll anhand von 2 psychologischen Theorieansätzen zum Alterungsprozess im 4. Kapitel geklärt werden, wie ältere Menschen mit den vielfältigen alterskorrelierenden Veränderungen möglicherweise umgehen und diese bewältigen können.

2. Begriffsklärung

2.1 Alter

Mit dem Begriff „Alter“ wird meistens das „kalendarische“ bzw. biologische Alter angegeben. Dies ist die vergangene Zeit, seit der Geburt in Jahren. Das Alter wird häufig einem Lebensabschnitt zugeordnet und somit wird der Lebenslauf in spezifische Phasen eingeteilt, wie z.B. Kindheit und Jugend, Erwachsenenalter und Alter. Unter anderem kann „Alter“ als ein „Index“ für Lebensereignisse gesehen werden, die im Laufe eines Lebens eintreten und den persönlichen Lebenslauf formen, wie z.B. die Einschulung mit ca. 6 Jahren oder der Eintritt in den Ruhestand mit ca. 65 Jahren. Auch Generationszugehörigkeit oder bestimmte soziale Rollen werden mit „Alter“ in Verbindung gebracht (vgl. Erlemeier 2002, S. 57).

2.1.1 Der Lebensabschnitt „Erwachsenenalter“

Von unterschiedlichen Autoren existieren verschiedene Auffassungen über die spezifischen Lebensabschnitte des Alters. Um die Differenziertheit dieser Lebenszeit genauer beschreiben zu können, lehnt sich meine Darstellung in dieser Ausarbeitung an das Levinsons Modell von Entwicklungsphasen des Erwachsenenalters (Faltermaier u.a. 2002, S. 61). Das Erwachsenenalter beginnt demzufolge nach Levinson zwischen dem 18. und 21. Lebensjahr. Er unterteilt das Erwachsenenalter in drei Lebensphasen. So gibt es ein frühes (18/21- 35/40 Jahre), mittleres (35/40- 60/ 65 Jahre) und spätes (60/65- 80/85 Jahre) Erwachsenenalter. Der Lebensabschnitt ab etwa 80 Jahren wird als Hochaltrigkeit oder als „vierte Lebensalter“ bezeichnet (Faltermaier u.a. 2002, S. 61).

Meine Fokussierung dieser Ausarbeitung liegt bei dem späten Erwachsenenalter. Dieses wird auch häufig als drittes Lebensalter definiert, d.h. einem Alter von ca. 65 bis 80 Jahren.

2.2 Altern

Altern ist ein im Lebenslauf integrierter Prozess. Dieser Prozess kann als ein mehrdimensionaler und vielfältiger Veränderungs- prozess bezeichnet werden. Bereits ab dem mittleren Erwachsenenalter können allmähliche Veränderungen eintreten. Im späten Erwachsenenalter können dann zunehmend Veränderungen hinzukommen.

Zeitlich kann das Altern jedoch nicht genau festgelegt werden, da dieser Prozess sehr individuell ist.

Das Altern wird von partizipierenden wissenschaftlichen Disziplinen wie z. B. von der Biologie, Medizin, Psychologie, Soziologie, Kultur, Geisteswissenschaften und der Pädagogik usw. betrachtet (Erlemeier 2002, S. 61).

Mein Fokus richtet sich auf die psychologische Sichtweise. So wird in der Entwicklungspsychologie Altern als ein Entwicklungsvorgang, ein Prozess der Veränderung und Umstrukturierung des Verhaltens und Erlebens in der 2. Lebenshälfte, verstanden.

2.3 Entwicklung

Da sich diese Ausarbeitung mit Entwicklungsprozessen beschäftigt, soll auch geklärt werden, was unter Entwicklung zu verstehen ist. Der Begriff „…Entwicklung kann Entstehung, Veränderung und Vergehen umfassen.“

Die ontogenetische Entwicklung ist ein lebenslanger Prozess und endet nicht im frühen Erwachsenenalter, wie früher angenommen. Die Entwicklung eines Menschen umfasst alle „…altersbezogenen Veränderungen im Erleben und Verhalten eines Individuums…“ (Faltermaier u.a. 2002, S. 30).

3. Alterskorrelierende Veränderungen

Alle Fähigkeiten und Fertigkeiten, welche im Lebenslauf erworben werden, bleiben im Alter auch weiterhin bestehen. Sie sind jedoch von Verlusten mitbestimmt. Entwicklungen und Veränderungen sind im menschlichen Zyklus somit unausweichlich. In diesem Kapitel sollen die vielfältigen Veränderungen des Menschen im späten Erwachsenenalter genauer betrachtet werden. Die Fragestellung „Was verändert sich an einem Menschen, der den Ruhestand, also ab einem Alter von ca. 60 bis 65 Jahren und darüber hinaus, erreicht hat?“ wird in diesem Kapitel fokussiert.

Dazu sollen folgende Detailfragen bearbeitet werden: Welche Entwicklungen sind mit zunehmenden Alter bei einem Menschen festzustellen? Welche Veränderungen treten mit nehmendem Alter auf? Welche Lebensbereiche sind betroffen und in welchem Ausmaß kommen diese Veränderung und Entwicklungen vor? Kann ein Alterungsprozess identisch sein mit einem Abbauprozess?

Hinsichtlich der Komplexität dieses Themas, können in diesem Rahmen nur einige spezifische Aspekte der Entwicklung im Alter herausgegriffen und erläutert werden. Um Antworten auf die Fragen zu finden, sollen hierzu die biologischen, kognitiven, sensorischen, motorischen, sowie die sozialen Veränderungen kurz aufgezeigt werden.

Da ein Prozess des Alterns sehr individuell verläuft und nicht zu einem bestimmten Alter zugeordnet werden kann, werden deshalb im Folgenden nur Durchschnittswerte angegeben. Bei Menschen gibt es unterschiedliche Veränderungsmuster, so können Ausmaß und Verlauf der altersbedingten Veränderungen von Person zu Person stark variieren (vgl. Faltermaier u.a. 2002, S. 166).

Die folgenden alterskorrelierenden Veränderungen beschränken sich auf die „normalen“ Prozesse, d.h. mögliche pathologische Altersprozesse werden hier nicht aufgezeigt.

3.1 Biologische Alterstheorien

Aus der Sicht der Biologie „…beginnt Altern ab dem Zeitpunkt der vollständigen Entwicklung des Organismus. Altern wird als ein nicht umkehrbarer Prozess verstanden“ (Oswald/Fleischmann 1983, S.13).

Die biologischen und physiologischen Ursachen, die das Altern eines Organismus bedingen, sind sehr komplex. Daher werden in zahlreichen biologischen Theorieansätzen nur spezifische Teilaspekte fokussiert. Diese Teilaspekte werden auf mindestens drei Ebenen analysiert. Diese sind: Altern auf Zellebene, Altern auf Organebene und Altern auf Organismusebene (vgl. Oswald / Fleischmann 1983, S. 24).

Bei der „Zellebenentheorie“ wird als Hauptursache für den Alterungsprozess die Erbmasse eines Menschen benannt. Die Abnahme der Anzahl von Zellen, Defekte im Genmaterial und genetisch mutative Schädigungen von Zellen gehen mit zunehmendem Alter einher. Dadurch wird die Anfälligkeit für Krankheiten und Schädigungen bedingt. Durch den Verlust von Zellen und elastischen Fasern aus Haut- und Blutgefäßen, verändert sich das Erscheinungsbild im Alter.

Bei der „Organebenentheorie“ wird Altern als eine Folge des Funktionsverlustes einzelner lebenswichtiger Organe gesehen. In verschiedenen Theorien werden Organe bzw. dessen Funktionen wie: Blutkreislauf, Schilddrüsenfiktion, Hirnanhangdrüse, Veränderung in der Gehirnstruktur und dem Zentralen Nervensystem als relevant erachtet (Oswald / Fleischmann 1983, Kap.2.2.2).

Die Theorie der „Organismusebene“ besagt, dass sich mit zunehmendem Alter die Anpassungsfähigkeit der Selbstregulation eines Organismus verändert. So können z.B. Störungen des Nervensystems, Blutdruckregulation, Temperaturregulation und Drüsenfunktion benannt werden. Auch ist hervorzuheben, dass alle Organismen eine „charakteristische Lebensdauer“, d.h. durchschnittliche Lebenserwartung haben (Birren 1974, S. 98).

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Ende der Leseprobe aus 24 Seiten

Details

Titel
Die Perspektive des Älterwerdens
Untertitel
Entwicklungsprozesse im späten Erwachsenenalter
Note
1,7
Jahr
2008
Seiten
24
Katalognummer
V166410
ISBN (eBook)
9783640825318
ISBN (Buch)
9783640825165
Dateigröße
461 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Alter, Entwicklungsprozesse, Älterwerden, Erwachsenenalter, Perspektiven, Lebensabschnitt, Entwicklung, erfolgreiches Altern, kognitive Alterstheorie
Arbeit zitieren
Anonym, 2008, Die Perspektive des Älterwerdens, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/166410

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