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Grammatische Kompetenzen

Neue Lernmethoden im Spanischunterricht

Title: Grammatische Kompetenzen

Term Paper , 2009 , 14 Pages , Grade: 1,5

Autor:in: Alona Gordeew (Author)

Didactics - Spanish
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Der Grammatikunterricht an der Schule ist aus der Sicht der SchülerInnen nicht der beliebteste Teil des Sprachunterrichts, wie eine Studie von Zimmermann (1995) ergab. Ca. zwei Drittel der befragten Schüler gaben an, der Grammatikunterricht sei „trocken“, „ätzend, „langweilig“, und „monoton“. Als Begründung für ihre Einstellung wurden vor allem vier Gründe genannt: Zum einem schlechte Noten bzw. Leitungsversagen, zum anderen unzulängliche Vermittlungsmethoden, d.h. der Grammatikunterricht wurde wie bereits in der obigen Umfrage als langweilig, schematisch, monoton und ritualisiert empfunden. Als dritter Grund wurde die schwere Verständlichkeit der Grammatik aufgeführt bzw. die schlechte Vermittlung durch Lehrende und Lehrwerk. Zuallerletzt wurde die schlechte Bewertung des Grammatikunterrichts damit begründet, dass Grammatiklernen als sinnlos erlebt wird, weil es von den Befragten für „unanschaulich“, „leblos“, „künstlich“ und „lebensfern“ befunden wird.
Dabei weiß man in der Lernpsychologie schon lange, dass Einstellungen zum Sprachenlernen einen erheblichen Einfluss auf die Lernresultate haben und vice versa, sodass von einem negativen Rückkopplungseffekt gesprochen werden kann (Zimmermann 1995, S. 181-189). Wenn die Lernenden also den Grammatikunterricht nur als notwendiges Übel über sich ergehen lassen, dann leidet darunter auch ihr Lernerfolg und dies wiederum mindert die Motivation zum Grammatiklernen zusätzlich. Empfänden SchülerInnen den Grammatikunterricht jedoch als interessanter und lebensnäher, könnten sie den Lerninhalt besser aufnehmen und verarbeiten, sodass sie das jeweilige grammatische Phänomen in ihrem Sprachgebrauch erfolgreicher anwenden und bessere Noten erzielen könnten. Damit wäre der Kreislauf aus als langweilig empfundenem Grammatikunterricht und schlechten Noten aufgebrochen.
Doch wie können Lehrer den Grammatikunterricht für Schüler interessanter gestalten und damit die grammatische Kompetenz ihrer Schüler erfolgreicher fördern? Diese Frage stellten sich viele Fachdidaktiker und gelangten zu der Schlussfolgerung, dass der Unterricht lebendiger, sprachhandlungsnäher und realitätsbezogener werden müsse. Außerdem müsse den Schülern mehr Raum für Eigeninitiative und Selbststeuerung gegeben werden. Diese Einsichten wurden in den Konzepten der Kontextbezogenen Vermittlung und des selbstständigen Entdeckungslernens sowie in dem Unterrichtsentwurf Erwerbsorientiertes Lernen verwirklicht.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Was ist „Grammatik“ und „Grammatische Kompetenz“?

3. Kontextbezogene Vermittlung von Grammatik

4. Einsatz von vielfältigem authentischem Sprachmaterial

5. Entdeckendes Lernen

6. Unterrichtskonzept Erwerbsorientiertes Lernen von Ziegésar

7. Fazit

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht Wege, den Grammatikunterricht für Schüler interessanter und effektiver zu gestalten, um eine nachhaltige Steigerung der grammatischen Kompetenz zu erreichen und die Motivation der Lernenden zu fördern.

  • Analyse der Problematik des traditionellen Grammatikunterrichts
  • Bedeutung der kontextbezogenen Vermittlung und authentischen Materials
  • Implementierung von entdeckendem Lernen zur Förderung der Eigeninitiative
  • Vorstellung und kritische Einordnung des erwerbsorientierten Unterrichtsmodells nach Ziegésar

Auszug aus dem Buch

5. Entdeckendes Lernen

Ein weiteres Problem des Grammatikunterrichts besteht darin, dass in einem Klassenraum mindestens 20 verschiedene Lerntypen sitzen, die nicht alle denselben Zugang zu grammatischen Regelmäßigkeiten finden. Jeder Schüler entwickelt auf seine eigene Art und in seinem Tempo das Verständnis für ein grammatisches Phänomen (Rampillon 1995, S. 90). Während die einen eher über die ihren akustischen Kanal die grammatischen Strukturen unterbewusst verinnerlichen und auf diese Weise ein gutes Sprachgefühl ausbauen, ohne dass sie sich die grammatischen Regeln bewusst machen, klammern sich andere hingegen gerne an Regeln, die es ihnen ermöglichen, die Sprache zu strukturieren und leichter zu verstehen (Zimmermann 1995, S. 195).

Wegen dieser Diversität an Lerntypen ist es schlicht eine unrealistische Erwartung, dass alle Schüler in der Klasse zur selben Zeit denselben Denkprozess durchlaufen können. Wenn die Schüler die Erklärungen des Lehrers oder der Lehrbuches nachvollziehen sollen, kann das von vornherein nicht bei allen zum Lernerfolg führen. Dazu sagt Zimmermann: Der Weg zur Lösung des Lernproblems ist nur dem Lehrer [oder dem Lehrbuch] bekannt; ein selbständiges Problemlösen durch die Schüler ist kaum möglich. Den Induktionsweg gehen die Schüler an der Hand des Lehrers kognitiv weitgehend blind. (…) Es ist sehr wahrscheinlich, dass durch dieses unterrichtliche Vorgehen die meisten Schüler unterfordert werden. Gleichzeitig unterbleibt die Entwicklung von Fähigkeiten und Techniken des selbsttätigen, des entdeckenden und problemlösenden Lernens, die für die Zukunft der SchülerInnen in und außerhalb der Schule eminent wichtig sind“ (Zimmermann 1995, S. 70f.).

Zum einen sind manche Schüler vom Erklären der Grammatik durch den Lehrer gelangweilt, weil sie dadurch unterfordert werden, zum anderen haben andere Schüler von vornherein einen anderen Mechanismus, um sich die grammatische Kompetenz anzueignen. Deswegen soll das Entdecken der grammatischen Regelmäßigkeiten den Schülern selbst in die Hand gelegt werden. Damit würden die Lernenden den Grammatikunterricht nicht als passive, unterforderte Beobachter absitzen, in denen sie nichts weiter als die erklärenden Schritte des Lehrers nachvollziehen sollen. Vielmehr würden sie statt fertiger Produkte die prozessualen Kompetenzen lernen, die es ihnen ermöglichen, die Lernprodukte selbstständig zu erarbeiten. Dieser Ansatz ist im Entdeckenden Lernen umgesetzt worden.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Beleuchtet die Unbeliebtheit des Grammatikunterrichts aufgrund von Motivationsproblemen und ineffektiven Lehrmethoden.

2. Was ist „Grammatik“ und „Grammatische Kompetenz“?: Definiert die theoretischen Grundlagen der Grammatik und der grammatischen Kompetenz basierend auf dem gemeinsamen Europäischen Referenzrahmen.

3. Kontextbezogene Vermittlung von Grammatik: Erörtert die Notwendigkeit, Grammatik in funktionalen Kontexten intuitiv erfahrbar zu machen.

4. Einsatz von vielfältigem authentischem Sprachmaterial: Zeigt auf, wie authentisches Material das Interesse steigert und den Spracherwerb durch echte Kommunikation fördert.

5. Entdeckendes Lernen: Beschreibt einen Ansatz, bei dem Schüler durch eigene Hypothesenbildung grammatische Regeln selbstständig erschließen.

6. Unterrichtskonzept Erwerbsorientiertes Lernen von Ziegésar: Stellt ein praktisches 5-Phasen-Modell vor, das Spracherwerbsmechanismen nutzt, um induktives Lernen zu ermöglichen.

7. Fazit: Fasst die Vorteile einer methodischen Umgestaltung des Unterrichts zusammen und bekräftigt den positiven Einfluss auf den Lernerfolg.

Schlüsselwörter

Grammatikunterricht, Grammatische Kompetenz, Fremdsprachenunterricht, authentisches Sprachmaterial, entdeckendes Lernen, Spracherwerb, Motivationsförderung, Induktion, Lernpsychologie, Unterrichtskonzept, Ziegésar, Sprachgefühl, kontextbezogenes Lernen, Schülerzentrierung, Lehrerrolle.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der Problematik des traditionellen Grammatikunterrichts und sucht nach didaktischen Ansätzen, um diesen für Schüler motivierender und effektiver zu gestalten.

Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?

Im Zentrum stehen die kontextbezogene Vermittlung, der Einsatz authentischer Materialien, das Konzept des entdeckenden Lernens sowie ein spezifisches unterrichtspraktisches Modell nach Ziegésar.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Ziel ist es zu ergründen, wie Lehrer den Unterricht lebendiger und lebensnäher gestalten können, um die grammatische Kompetenz der Lernenden nachhaltig zu fördern.

Welche wissenschaftliche Methode liegt der Arbeit zugrunde?

Es handelt sich um eine fachdidaktische Analyse, die theoretische Konzepte der Fremdsprachendidaktik mit empirischen Erkenntnissen der Lernpsychologie verknüpft.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Begründung von Grammatiklernen, praktische Strategien für den Unterricht (authentisches Material, entdeckendes Lernen) und die konkrete Anwendung eines erwerbsorientierten Unterrichtsmodells.

Durch welche Schlüsselwörter lässt sich die Arbeit charakterisieren?

Die zentralen Schlagworte sind Grammatikunterricht, grammatische Kompetenz, entdeckendes Lernen, authentische Materialien und erwerbsorientiertes Lehren.

Warum wird der Einsatz von authentischem Material so stark betont?

Authentische Texte und Lieder fördern das natürliche Interesse der Schüler, da sie die Grammatik in ihrem tatsächlichen funktionalen Anwendungszusammenhang statt in isolierter, künstlicher Form präsentieren.

Welche Rolle spielt der Schüler im "Entdeckenden Lernen"?

Der Schüler nimmt eine aktive, prozessorientierte Rolle ein, indem er durch eigene Hypothesenbildung und Analyse von Beispielen grammatische Strukturen eigenständig erschließt, statt sie passiv zu übernehmen.

Wie unterscheidet sich das Modell von Ziegésar vom Standardunterricht?

Das Modell verlagert den Fokus auf den Spracherwerbsprozess und sieht die explizite Bewusstmachung von Regeln erst als letzten Schritt vor, während im Standardunterricht oft zu früh fertige Regeln präsentiert werden.

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Details

Title
Grammatische Kompetenzen
Subtitle
Neue Lernmethoden im Spanischunterricht
College
University of Heidelberg  (Romanistik)
Course
Fachdidaktik Spanisch
Grade
1,5
Author
Alona Gordeew (Author)
Publication Year
2009
Pages
14
Catalog Number
V166504
ISBN (eBook)
9783640826278
ISBN (Book)
9783640826032
Language
German
Tags
Erwerbsorientiertes Lernen selbstständiges Entdeckungslernen Kontextbezogene Vermittlung
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Alona Gordeew (Author), 2009, Grammatische Kompetenzen, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/166504
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