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Warum Leibniz diese Welt für die beste aller möglichen hielt

Title: Warum Leibniz diese Welt für die beste aller möglichen hielt

Term Paper (Advanced seminar) , 2010 , 15 Pages , Grade: 1,3

Autor:in: Veronika Harder (Author)

Philosophy - Philosophy of the 17th and 18th Centuries
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Diese Arbeit hat die Beantwortung der Frage zur Aufgabe, wie Leibniz zu der Überzeugung kam, dass diese Welt die beste aller möglichen darstellt – zugrunde liegen Leibniz‘ Theodicée und der der Theodicée angehängte Kurze Abriss der Streitfrage. Die Essays der Theodicée haben die Verteidigung Gottes angesichts des auf der Welt existierenden Elends zum Ziel. Der sich auftuende Widerspruch zwischen der Annahme, dass es einen Gott gebe, der allgütig, allmächtig und allwissend ist und der Beobachtung, dass es Übel, Elend und Sünde auf der Welt gibt, beschäftigte vor Leibniz unter anderem die skeptischen Philosophen. Diese konnten den Widerspruch nicht auflösen und machten ihn zum Argument für einen Agnostizismus. Pierre Bayle, der mit Leibniz in regem Austausch in Bezug auf das Theodicée-Problem stand, ließ Vernunft und Religion in einem Kampf gegeneinander antreten. Nachdem Bayle der Vernunft zunächst die Führung verleiht, sie dann aber schweigen lässt, kann die Religion diesen Kampf für sich entscheiden. Diesen bis dato herrschenden Streit zwischen Religion und Vernunft versucht Leibniz beizulegen und beide in ein angemessenes Verhältnis zueinander zu setzen. Er zeigt, „daß Gott die Sünde und das Elend hat zulassen und selbst dabei mitwirken und beitragen können, ohne Schaden für seine Heiligkeit und höchste Güte, wenngleich er, absolut gesprochen, alle diese Übel hätte vermeiden können.“
Die Abhandlungen der Theodicée sollen beweisen, dass Gott allwissend, allmächtig und allgütig istund dennoch mit gutem Grund und vollkommener Vernunft gestattet, dass es das Übel auf der Welt gibt. Einige religiöse Verfechter, die sich vorher diesem Widerspruch widmeten, hatten Gott seine Allwissenheit abgesprochen, während andere ihm dermaßen bösartige Absichten unterstellten, dass von einem allgütigen Gott nicht mehr zu sprechen wäre. An einen solchen Gott zu glauben, hat gravierende Auswirkungen, da er nicht nachahmenswert sei. Die der Argumentation zugrunde liegende Logik mutet platonisch an: Auch Platon verbietet es in der Politeia, den Göttern oder Helden tugendloses Verhalten zu unterstellen. Durch derlei Erzählungen sieht er die Tugendhaftigkeit der einfachen Leute in Gefahr, was verheerende Folgen für die Polis nach sich ziehen würde.
Der Aufbau der vorliegenden Arbeit ist angelehnt an das Fortschreiten des Argumentationsganges in der Theodicée. Sie vereinigt Essays „über die Güte Gottes, über die Freiheit des Menschen und den Ursprung des Bösen“.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Freiheit und Notwendigkeit menschlichen Handelns

3. Zwei Arten von Vernunftwahrheiten

4. Die beste aller möglichen Welten und das mit ihr verbundene Übel

5. Die Verteidigung

6. Fazit

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Die vorliegende Arbeit untersucht Leibniz' Theodizee-Ansatz und analysiert, wie er die Existenz von Übel in einer Welt rechtfertigt, die von einem allmächtigen, allwissenden und gütigen Gott erschaffen wurde. Dabei liegt ein besonderer Fokus auf dem Spannungsfeld zwischen göttlicher Vorhersehung, menschlicher Freiheit und der logischen Notwendigkeit des gewählten Weltentwurfs.

  • Analyse des Theodizee-Problems nach Leibniz
  • Unterscheidung zwischen Fatum Christianum und Fatum Mohametanum
  • Differenzierung von ewigen und positiven Wahrheiten
  • Systematische Verteidigung Gottes gegen acht zentrale Einwände
  • Optimierungskalkül als Grundlage der Weltschöpfung

Auszug aus dem Buch

Die Verteidigung

Die Gedanken, dass Gott allmächtig, allgütig und allwissend ist und aus allen zur Verfügung stehenden Welten die beste ausgewählt hat, verteidigt Leibniz gegen acht Einwände, die sich mitunter überschneiden. Im Folgenden soll diese Verteidigung näher betrachtet werden, nicht zuletzt, weil sie die oben stehende Argumentation näher illustrieren.

Im Grunde folgt das Optimierungsverfahren, das Leibniz Gott unterstellt einer Lagrangefunktion, wie sie z. B. in der Volkswirtschaftslehre vorkommt:

max [Gutes - Böses in der Welt] unter der Nebenbedingung: [ewige Wahrheiten nicht verletzen]

Die Einwände liegen stets in Form von Syllogismen vor, die entweder durch Widerlegung der ersten oder der zweiten oder beider Prämissen bestritten werden. Diese Einwände sind sowohl bereits gestellte, als auch für Leibniz denkbare Einwände gegen die Allgütigkeit Gottes und der von ihm erschaffenen besten aller möglichen Welten.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Dieses Kapitel führt in die Leibnizsche Theodizee ein und beleuchtet den historischen Kontext der Debatte um das existierende Übel sowie das Ziel der Arbeit, die göttliche Güte trotz der Unvollkommenheit der Welt zu rechtfertigen.

2. Freiheit und Notwendigkeit menschlichen Handelns: Hier wird untersucht, wie Leibniz den menschlichen freien Willen gegenüber verschiedenen Fatalismus-Konzepten wie dem Fatum Mohametanum und Fatum Christianum abgrenzt.

3. Zwei Arten von Vernunftwahrheiten: Dieses Kapitel differenziert zwischen den ewigen, logisch notwendigen Wahrheiten und den kontingenten, positiven Wahrheiten, die auch durch die Erfahrung zugänglich sind.

4. Die beste aller möglichen Welten und das mit ihr verbundene Übel: Der Autor erläutert, warum die Existenz des Übels kein Widerspruch zur Güte Gottes ist, sondern als notwendiger Bestandteil der Schöpfung der bestmöglichen Welt fungiert.

5. Die Verteidigung: In diesem zentralen Teil werden acht spezifische philosophische Einwände gegen Leibniz' Theodizee detailliert aufgeführt und durch logische Widerlegungen oder Präzisierungen entkräftet.

6. Fazit: Das Fazit fasst zusammen, dass Leibniz die Welt als Ergebnis eines göttlichen Optimierungskalküls betrachtet, bei dem die Zulassung des Übels der globalen Maximierung des Guten untergeordnet ist.

Schlüsselwörter

Leibniz, Theodizee, Gottesgüte, Fatum, Freiheit, Notwendigkeit, Optimierungskalkül, Vernunftwahrheiten, Übel, Prädestination, Willensfreiheit, Vorsehung, Schöpfung, Metaphysik, Syllogismus.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit beschäftigt sich mit Gottfried Wilhelm Leibniz' philosophischer Verteidigung der Güte Gottes angesichts des existierenden Übels in der Welt, bekannt als Theodizee.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Im Zentrum stehen die Konzepte der göttlichen Vorsehung, die Unterscheidung zwischen notwendigen und zufälligen Wahrheiten sowie die Vereinbarkeit von menschlicher Willensfreiheit und göttlicher Planung.

Welches primäre Ziel verfolgt die Forschungsarbeit?

Das Ziel ist es, die interne Logik von Leibniz’ Argumentation nachzuvollziehen, mit der er beweist, dass unsere Welt trotz der Mängel als die "beste aller möglichen Welten" gelten muss.

Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?

Die Arbeit nutzt die Analyse von Syllogismen und die philologische Untersuchung der Leibnizschen Theodizee-Schriften, um die philosophischen Argumente strukturiert zu prüfen.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Fundierung des menschlichen Handelns, die Klassifikation von Wahrheiten und eine detaillierte Auseinandersetzung mit acht spezifischen Einwänden gegen die göttliche Gerechtigkeit.

Welche Schlüsselbegriffe prägen den Text?

Zentrale Begriffe sind die Theodizee, die Unterscheidung von fatum christianum und fatum mohametanum sowie der Optimierungsgedanke in Bezug auf die Weltschöpfung.

Wie unterscheidet Leibniz zwischen Fatum Christianum und Fatum Mohametanum?

Während das fatum mohametanum eine blinde Vorherbestimmung annimmt, die den Menschen zur Untätigkeit verleitet, fordert das fatum christianum den Menschen auf, trotz göttlicher Vorsehung pflichtbewusst und vernünftig zu handeln.

Warum betrachtet Leibniz die Welt als "beste aller möglichen"?

Weil Gott bei der Schöpfung alle Möglichkeiten abgewogen hat und die vorliegende Welt diejenige ist, die in der Gesamtschau die maximale Menge an Gutem bei minimalem, aber unvermeidbarem Übel enthält.

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Details

Title
Warum Leibniz diese Welt für die beste aller möglichen hielt
College
Christian-Albrechts-University of Kiel
Grade
1,3
Author
Veronika Harder (Author)
Publication Year
2010
Pages
15
Catalog Number
V166509
ISBN (eBook)
9783640826308
Language
German
Tags
warum leibniz welt
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Veronika Harder (Author), 2010, Warum Leibniz diese Welt für die beste aller möglichen hielt, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/166509
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