Aktuelle Aspekte der Kapitalbeschaffung von mittelständischen Unternehmen


Seminararbeit, 2003

15 Seiten, Note: 1,7


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Abkürzungsverzeichnis

1 Einführung

2 Arten der Finanzierung
2.1 Innenfinanzierung
2.1.1 Selbstfinanzierung
2.1.2 Umfinanzierung
2.2 Außenfinanzierung
2.2.1 Eigenfinanzierung
2.2.2 Fremdfinanzierung

3 Basel II und Rating
3.1 Entwicklung von Basel I nach Basel II
3.2 Rating

4 Auswirkungen von Basel II auf den Mittelstand
4.1 Rating als Chance
4.2 Optimierung des Ratings
4.2.1 Transparenz und Kommunikation
4.2.2 Konsequente Risikobewältigung
4.2.3 Steigerung des Unternehmenswerts
4.2.4 Optimierung von Finanzplanung und Finanzierung

5 Fazit

Literaturverzeichnis

Erklärung

Abkürzungsverzeichnis

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

1 Einführung

Ein Unternehmen muss nicht nur während der Gründungsphase, sondern auch während des laufenden Betriebsprozesses mit Geld und Sachvermögen ausgestattet werden. Um konkurrenzfähig zu sein und zu bleiben, muss versucht werden, den Betrieb aufzubauen oder zu erweitern. Zumindest sollte jedoch der bisherige Standard gehalten werden, was z. B. durch den Austausch von veralteten Anlagen und Maschinen geschehen kann.1

Die beschafften Vermögenswerte werden auf der Aktivseite der Bilanz ausgewiesen. Sie zeigt somit, wozu man die beschafften Mittel verwendet hat. Diese Mittelverwendung nennt man auch Investition.2

Die Passivseite der Bilanz zeigt, woher die Mittel kommen, also die Mittelherkunft. Auf der Passivseite werden somit die Quellen der Finanzierung ausgewiesen. Als Finanzierung werden alle Maßnahmen bezeichnet, durch die Geld- und Sachmittel für die Unternehmung beschafft werden sollen.3

Grundsätzlich stehen dem Unternehmer mehrere Möglichkeiten der Finanzierung offen. Allerdings haben die Unternehmen des Mittelstandes weit weniger Möglichkeiten der Kapitalbeschaffung als z. B. börsennotierte Aktiengesellschaften.

2 Arten der Finanzierung

2.1 Innenfinanzierung

Bei der Innenfinanzierung wird der Kapitalbedarf aus dem Unternehmen selbst bzw. dem Umsatzprozess heraus erbracht.4

2.1.1 Selbstfinanzierung

Der Finanzierungsbedarf wird hierbei durch die Einbehaltung von Gewinnen ge-
deckt. Abhängig davon, ob die Rücklagenbildung offen in der Bilanz sichtbar wird oder so genannte stille Rücklagen gebildet werden, spricht man von offener bzw. stiller Selbstfinanzierung.5

2.1.2 Umfinanzierung

Bei der Umfinanzierung wird das nötige Kapital durch Veränderung bzw. Umschichtung der Vermögens- und Kapitalstruktur beschafft.6

2.2 Außenfinanzierung

Im Gegensatz zur Innenfinanzierung erfolgt bei der Außenfinanzierung die Kapitalzuführung von außerhalb des Unternehmens.7

2.2.1 Eigenfinanzierung

Hierbei erfolgt die Kapitalbeschaffung durch Einlage der bisherigen Anteilseigner bzw. Gesellschafter oder durch Ausgabe von Anteilscheinen am Finanzmarkt. Im Gegensatz zu Fremdkapitalgläubigern, haben die Anteilseigner auf Grund ihres Miteigentums Mitspracherechte und einen Anspruch auf einen Gewinnanteil, aber auch eine Verpflichtung zur Verlustbeteiligung und Anspruch auf einen Anteil am Substanz- und Liquidationswert.8

2.2.2 Fremdfinanzierung

Der Beschaffung von Fremdkapital von außen stehen vielfältige Möglichkeiten von Krediten oder Anleihen zur Verfügung. Der Vorteil gegenüber dem Eigenkapital besteht darin, dass die Einleger in der Regel kein Mitspracherecht haben und eine feste Zins- und Tilgungsvereinbarung besteht. Der Nachteil besteht in dem eindeu- tigen Rechtsanspruch auf Rückzahlung und der zeitlichen Befristung der Kapital- überlassung.9

Für Unternehmen des Mittelstandes stellt insbesondere die Kreditaufnahme bei Banken eine wichtige Form der Kapitalbeschaffung dar. Die Unternehmen konkur- rieren auf dem Kapitalmarkt um die begrenzten Kreditvolumina von Banken und Sparkassen. Für das Unternehmen ist es deshalb von entscheidender Bedeutung, sich gegenüber den Kreditinstituten in einer Weise präsentieren zu können, die zu einer günstigen Beurteilung der Kreditwürdigkeit führt. Letztendlich muss das Unternehmen zeigen, dass bei dem von dem Kreditinstitut gewährten Umfang an Verbindlichkeiten die Ausfallwahrscheinlichkeit noch gering ist.10

Insbesondere der Begriff „Basel II“ und in diesem Zusammenhang auch der Begriff „Rating“ sorgt seit geraumer Zeit für lebhafte Diskussionen und viele Fragen vor allem bei mittelständischen Unternehmen.11

3 Basel II und Rating

3.1 Entwicklung von Basel I nach Basel II

Global tätige Banken benötigen auch eine globale Aufsicht. Deshalb setzten Ende 1974 die Zentralbankpräsidenten der wichtigsten Industriestaaten den Ausschuss für Bankenbestimmungen und -überwachung ein. In 1989 wurde eine Umbenennung in „Basler Ausschuss für Bankenaufsicht“ vorgenommen. Im Laufe der Zeit wurden mehrere Grundsätze für die Beaufsichtigung international tätiger Banken erarbeitet, welche zwar keinen bindenden Charakter haben aber trotzdem in aller Regel in nationales Recht umgewandelt werden.12

Zu den größten und aufwendigsten Initiativen des Ausschusses gehören die so genannten Eigenkapitalregelungen, deren Grundidee die Koppelung des notwendigen Eigenkapitals einer Bank an die Höhe der Geschäftsrisiken ist. Die Banken benötigen Eigenkapital, um ihre Verluste abzufedern. Deshalb wurde im Jahre 1988 die erste Basler Eigenkapitalvereinbarung getroffen (Basel I). Sie hatte zum Inhalt, dass die Banken Kredite pauschal mit einem bestimmten Prozentsatz an Eigenkapital unterlegen sollten.13

Dieser Prozentsatz beträgt 8% der anrechnungspflichtigen Kredite. Die Bonität des Schuldners spielte dabei keine Rolle, d. h. die „guten“ Schuldner finanzierten durch „Quersubventionierung“ die Ausfälle im Bereich der „schlechten“ Schuldner. Mitte 1999 wurde durch den Basler Ausschuss für Bankenaufsicht eine Reform dieser Richtlinie eingeleitet, welche auf eine verfeinerte Risikobewertung abzielte, indem die Höhe der von der Bank vorzuhaltenden Eigenmittel auf die tatsächliche Bonität des Schuldners abgestellt wird.14

In dem seit Januar 2001 vorliegenden zweiten Konsultationspapier zur neuen Ei- genkapitalvereinbarung (Basel II) werden nunmehr drei Säulen genannt, welche zu einem sicheren und soliden Finanzsystem beitragen sollen. Die Messung und Bewertung der Risiken (Säule I) wird in Basel II ergänzt durch eine intensivere Bankenaufsicht (Säule II) und durch die Stärkung der Marktdisziplin (Säule III), mit der Mindeststandards für die Veröffentlichung von Kapitaldaten sowie Risikoprofile geschaffen werden.15

3.2 Rating

Um nun die Bonität eines Unternehmens zu ermitteln, bedarf es einer „Bewertung“ oder „Klassifizierung“, an welche die Vergabe einer Zensur geknüpft ist. Bei dem hierfür geeigneten Credit-Rating geht es darum, eine Prognose über Zahlungsun- fähigkeit abzugeben. Die oben erwähnte Zensur bringt also die Bonität eines Zah- lungsverpflichteten zum Ausdruck oder, anders ausgedrückt, die Wahrscheinlich- keit, dass der Zahlungsverpflichtete irgendwann einmal zahlungsunfähig wird.16

Neben dem bisher anerkannten externen Rating durch Agenturen wird zukünftig auch bankinternes Rating erlaubt. Anders als im ersten Konsultationspapier, sollen künftig also beide Verfahren gleichberechtigt sein und gleichzeitig Anwendung fin- den können.17

4 Auswirkungen von Basel II auf den Mittelstand

4.1 Rating als Chance

Die Bonität des Unternehmers hat somit direkt Auswirkungen auf die Eigenmittel- unterlegung der Banken. Da Eigenkapital für die Banken teurer ist als Fremdkapi- tal, wird dies bei einem schlechten Rating entsprechend mit höheren Kreditkosten bzw. schlechteren Kreditkonditionen an den Unternehmer weitergegeben.18

[...]


1 Vgl. Kugler, Wirtschaftslehre der Unternehmung, S. 263

2 Vgl. Kugler, Wirtschaftslehre der Unternehmung, S. 263

3 Vgl. Kugler, Wirtschaftslehre der Unternehmung, S. 263

4 Vgl. Schneck, Lexikon der Betriebswirtschaft, Stichwort: „Innenfinanzierung“, S. 458

5 Vgl. Schneck, Lexikon der Betriebswirtschaft, Stichwort: „Selbstfinanzierung“, S. 840

6 Vgl. Kugler, Wirtschaftslehre der Unternehmung, S. 343

7 Vgl. Schneck, Lexikon der Betriebswirtschaft, Stichwort: „Außenfinanzierung“, S. 85

8 Vgl. Schneck, Lexikon der Betriebswirtschaft, Stichwort: „Eigenfinanzierung“, S. 256

9 Vgl. Schneck, Lexikon der Betriebswirtschaft, Stichwort: „Selbstfinanzierung“, S. 347

10 Vgl. Braun/Gstach, Rating kompakt, S. 52

11 Vgl. Mielk, Rating als Chance, S. 3

12 Vgl. Braun/Gstach, Rating kompakt, S. 27

13 Vgl. Braun/Gstach, Rating kompakt, S. 28

14 Vgl. Mielk, Rating als Chance, S. 7

15 Vgl. Braun/Gstach, Rating kompakt, S. 29-30

16 Vgl. Braun/Gstach, Rating kompakt, S. 19

17 Vgl. Braun/Gstach, Rating kompakt, S. 30

18 Vgl. Braun/Gstach, Rating kompakt, S. 18

Ende der Leseprobe aus 15 Seiten

Details

Titel
Aktuelle Aspekte der Kapitalbeschaffung von mittelständischen Unternehmen
Hochschule
Duale Hochschule Baden-Württemberg, Villingen-Schwenningen, früher: Berufsakademie Villingen-Schwenningen  (Fachrichtung Steuern und Prüfungswesen)
Note
1,7
Autor
Jahr
2003
Seiten
15
Katalognummer
V16653
ISBN (eBook)
9783638214377
Dateigröße
406 KB
Sprache
Deutsch
Anmerkungen
Die Arbeit setzt sich mit der Kapitalbeschaffungsproblematik von mittelständischen Unternehmen auseinander. Hauptsächlich wird auf die kommenden Probleme bzw. auch Chancen durch Basel II eingegangen und intensiv Möglichkeiten aufgezeigt, um das Rating zu verbessern.
Schlagworte
Aktuelle, Aspekte, Kapitalbeschaffung, Unternehmen
Arbeit zitieren
Jörg Mutter (Autor), 2003, Aktuelle Aspekte der Kapitalbeschaffung von mittelständischen Unternehmen, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/16653

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