Diese Projektarbeit verbindet sozialpsychologische Fundierung mit praktischer Innovationsarbeit: Am Beispiel einer kleinen Kirchengemeinde im Rhein-Main-Gebiet wird gezeigt, wie Design Thinking gezielt eingesetzt werden kann, um der wachsenden gesellschaftlichen Herausforderung Einsamkeit wirksam zu begegnen. Ausgehend von einer präzisen Problemanalyse formuliert das Projekt klare, nutzendenzentrierte Ziele und setzt einen iterativen Prozess nach dem Hasso-Plattner-Modell um.
Empirische Elemente wie Shadowing, Selbsttests, User-Interviews und Personas sorgen für Validität und Anschlussfähigkeit. Der Transfer in die Praxis erfolgt über konkrete Prototypen die hinsichtlich Erwünschtheit, Machbarkeit und Wirtschaftlichkeit bewertet und erprobt werden. Der Bericht liefert belastbare Erkenntnisse und zeigt, wie kirchliche Ressourcen als Begegnungsinfrastruktur wirken können.
Warum kaufenswert?
Wissenschaftlich fundiert & praxisnah: Methodisch saubere Umsetzung von Design Thinking im Non-Profit-Kontext.
Konkrete Tools & Vorlagen: Projekt-/Kommunikationspläne, Templates, Feedback- und Testprotokolle – direkt übertragbar.
Relevanz für Führung & HR: Übertragbare Prinzipien für Community-Building, Gesundheitsprävention und Employer-Branding
Klarer Mehrwert: Blaupause für Kommunen, Kirchen und Vereine, die Begegnungsräume schaffen und Einsamkeit systematisch reduzieren wollen.
Inhaltsverzeichnis
- I. Gender Erklärung
- II. Abkürzungsverzeichnis
- 1. Einleitung
- 1.1 Situations- und Problembeschreibung
- 1.2 Projektziele
- 1.3 Projektvorbereitung
- 1.4 Design Thinking in einer Kirche?
- 1.5 Projektaufbau
- 2. Projekt „Zukunftswerkstatt"
- 2.1 Erste Phase: Verstehen
- 2.1.1 Definition der Design Challenge
- 2.1.2 Projektplanung
- 2.1.3 Sofort-Experte werden
- 2.2 Zweite Phase: Beobachten
- 2.3 Dritte Phase: Sichtweise definieren
- 2.3.1 Persona Maria
- 2.3.2 Storytelling
- 2.4 Vierte Phase: Ideen finden
- 2.4.1 Das Brainstorming
- 2.4.2 Auswahl der Ideen
- 2.5 Fünfte Phase: Prototypen
- 2.5.1 Prototyp Spielplatz
- 2.5.2 Prototyp Repair-Cafe
- 2.6 Sechste Phase: Testen
- 2.6.1 Test der Prototypen an den Usern
- 2.6.2 Feedback der Tester
- 2.6.3 Bewertung der Prototypen
- 2.1 Erste Phase: Verstehen
- 3. Fazit
- III. Literaturverzeichnis
- IV. Verzeichnis der Anhänge
- V. Anhänge
- Anhang 1: Projektplan
- Anhang 2: Kommunikationsplan
- Anhang 3: Wünsche Design Challenge
- Anhang 4: Recherche
- Anhang 5: Bestandsaufnahme
- Anhang 6: Interview mit Herrn M., Sozialarbeiter des Stadtteil- und Familienzentrums
- Anhang 7: Planung Aktionstag Zukunftswerkstatt
- Anhang 8: Template Shadowing
- Anhang 9: Template Selbsttest
- Anhang 10: Template User-Interview
- Anhang 11: User-Interview mit Frau W., 54 Jahre
- Anhang 12: Persona „Günther Mayer"
- Anhang 13: Persona „Julius“
- Anhang 14: Persona „Maria"
- Anhang 15: Persona “Peer”
- Anhang 16: Wand der Ideenfindung
- Anhang 17: Prototyp Spielplatz Skizze
- Anhang 18: Prototyp Repair-Cafe Story
- Anhang 19: Nutzer-Feedback Repair-Cafe
- Anhang 20: Nutzer-Feedback Spielplatz
- Anhang 21: Kostenkalkulation Spielplatz
Zielsetzung & Themen
Das Hauptziel dieser Arbeit ist die Entwicklung von generationsübergreifenden Strukturen und Angeboten für soziale Begegnungsräume, um dem wachsenden Problem der Einsamkeit in einer Kurstadt im Rhein-Main Gebiet zu begegnen. Dabei wird der Design Thinking-Prozess im Kontext einer kleinen Kirchengemeinde angewendet, um das ungenutzte Potenzial der Gemeinde zur Förderung sozialer Vernetzung zu nutzen und menschenzentrierte Lösungen zu finden.
- Analyse und Bekämpfung des sozialen Problems der Einsamkeit.
- Anwendung des Design Thinking-Ansatzes in einem kirchlichen Umfeld.
- Entwicklung und Testung von nutzerorientierten Prototypen für Begegnungsräume.
- Schaffung von Angeboten, die unabhängig von Religionszugehörigkeit, Herkunft und Alter sind.
- Aktivierung und Nutzung der Ressourcen von Kirchengemeinden für soziale Projekte.
Auszug aus dem Buch
Situations- und Problembeschreibung
Einsamkeit wird für immer mehr Menschen eine schmerzliche Erfahrung und traurige Realität. Daher hat das Thema in den vergangenen Jahren im wissenschaftlichen und politischen Diskurs größeren Raum gewonnen (Thomas, 2022, S. 97). So gibt es z.B. in Berlin einen „Einsamkeitsnotruf, das „Silbernetz“ und für Wien kündigte die Caritas auch eine solche Notrufnummer an. Durch die Corona-Pandemie wurde diese soziale Problemlage weiter verschärft (Gross, 2021, S. 14). Soziale Interaktionen mussten eingeschränkt werden und viele Formen des zwischenmenschlichen Kontaktes waren nicht mehr möglich. Dadurch nahm das Problem der Einsamkeit in der Bevölkerung weiter zu. Diese Entwicklung muss ernst genommen werden, da es das Risiko erhöht, an einer Depression zu erkranken oder eine Angstsymptomatik zu entwickeln und die allgemeine Lebensqualität einschränkt (Lippke et al., 2022, S. 84). In vielen Studien wird der Begriff „Einsamkeit“ definiert als „keinen Menschen zu haben, an den man sich in Notsituationen wenden kann“ (Gross, 2021, S. 12). So ist Einsamkeit der Ausdruck einer Lebenslage, die sich durch einen unzureichenden Zugang zu sozialen Ressourcen und zu gesellschaftlichen Infrastrukturen zeigt (Thomas, 2022, S. 99). Die Politik versucht diesem Problem zu begegnen, indem sie Projekte wie Mehrgenerationenhäuser fördert. Aber auch Kirchen können gemeinschaftsstiftende Projekte unterstützen oder selbst anbieten. Zum Kern des christlichen Glaubens gehört neben der Nächstenliebe auch die Gemeinschaft. Kirche ist von Grund auf ein Ort des Austausches und der Begegnung im sozialen Nahraum (Barth et al., 2022, S. 150). Damit die lokale Kirchengemeinde diese Relevanz für ihr soziales Umfeld entwickeln kann, muss sie Möglichkeiten der sozialen Vernetzung schaffen. Die gesellschaftlichen Veränderungen und die kirchenspezifischen Entwicklungen, fordern somit zu einem Um- und Weiterdenken heraus, um dem sozialen Problem der Einsamkeit begegnen zu können.
In einer Kurstadt im Rhein-Main Gebiet findet regelmäßig ein ökumenischer Stadtkonvent statt, an dem alle Vertreter der Religionsgemeinschaften teilnehmen. Der Oberbürgermeister berichtete über die Verschärfung des sozialen Problems der Einsamkeit. Er rief alle Religionsgemeinschaften dazu auf, nach Wegen und Ideen zu suchen, um Begegnungsräume zu schaffen. Eine kleine Kirchengemeinde, bestehend aus ca. 250 Mitgliedern, begann daraufhin einen Design Thinking - Prozess mit dem Ziel, Strukturen und Angebote für soziale Begegnungsräume zu entwickeln. Diese Angebote sollen unabhängig von der individuellen Religionszugehörigkeit, Herkunft, Alter oder sonstigen persönlichen Ausprägungen in Anspruch genommen werden können. Es wurde deutlich betont, dass dieser Prozess nicht ein Mittel zum Zweck ist, um neue Kirchenmitglieder zu gewinnen, sondern um der Bevölkerung Möglichkeiten der sozialen Vernetzung anzubieten.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Dieses Kapitel führt in die Problematik der Einsamkeit ein, beschreibt die Zielsetzung des Projekts zur Schaffung sozialer Begegnungsräume im kirchlichen Kontext und erläutert die Anwendung des Design Thinking-Ansatzes in einer Kirchengemeinde.
2. Projekt „Zukunftswerkstatt": In diesem Hauptteil wird der sechsstufige Design Thinking-Prozess detailliert beschrieben, von der Problemdefinition und Recherche über die Entwicklung von Personas und Ideenfindung bis hin zur Prototypenentwicklung und deren iterativer Testung und Bewertung am Beispiel eines Spielplatzes und eines Repair-Cafes.
3. Fazit: Das Fazit resümiert, dass der Design Thinking-Prozess iterativ und nicht-linear verlief, verdeutlicht die Notwendigkeit diverser Angebote gegen Einsamkeit und hebt die erfolgreiche Umsetzung von Projekten wie dem Repair-Cafe und Nähtreff sowie die geplante Realisierung des Spielplatzes hervor.
Schlüsselwörter
Einsamkeit, Design Thinking, Kirchengemeinde, soziale Vernetzung, Begegnungsräume, Prototypenentwicklung, Nutzerzentrierung, generationsübergreifend, Gemeinschaft, Problembeschreibung, Projektziele, Repair-Cafe, Spielplatz, Storytelling, Persona
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Diese Arbeit behandelt die Anwendung des Design Thinking-Prozesses in einer Kirchengemeinde, um dem sozialen Problem der Einsamkeit zu begegnen und generationsübergreifende Begegnungsräume sowie soziale Vernetzungsangebote zu schaffen.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Themenfelder sind Einsamkeit als gesellschaftliches Problem, Design Thinking als innovationsfördernde Methode, die Rolle von Kirchengemeinden im sozialen Nahraum und die Entwicklung nutzerzentrierter Angebote zur Gemeinschaftsbildung.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Das primäre Ziel ist es, Strukturen und Angebote für soziale Begegnungsräume zu entwickeln, die einsamen Menschen ermöglichen, auf natürliche Weise Anschluss und Kontakte zu finden, wobei das ungenutzte Potenzial der Kirchengemeinde genutzt werden soll.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die verwendete wissenschaftliche Methode ist der Design Thinking-Prozess des Hasso-Plattner-Institutes, der einen iterativen und nutzerzentrierten Ansatz zur Problemlösung verfolgt.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Im Hauptteil werden die einzelnen Phasen des Design Thinking-Prozesses – Verstehen, Beobachten, Sichtweise definieren, Ideen finden, Prototypen entwickeln und Testen – detailliert beschrieben und anhand konkreter Projekte wie einem Spielplatz und einem Repair-Cafe illustriert.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Charakteristische Schlüsselwörter sind: Einsamkeit, Design Thinking, Kirchengemeinde, soziale Vernetzung, Begegnungsräume, Prototypenentwicklung.
Warum wurde gerade Design Thinking im kirchlichen Kontext angewendet?
Design Thinking wurde angewendet, da sowohl kirchliche als auch wirtschaftliche Organisationen menschliche Organisationen sind, bei denen der Mensch und seine Bedürfnisse im Mittelpunkt stehen, was eine nutzerorientierte Problemlösung in komplexen Situationen ermöglicht.
Welche konkreten Projekte wurden im Rahmen der „Zukunftswerkstatt“ entwickelt?
Im Rahmen der „Zukunftswerkstatt“ wurden unter anderem ein „Repair-Cafe“ und ein „Spielplatz“ als Prototypen entwickelt und getestet; weitere erfolgreiche Projekte sind ein „Nähtreff“ und ein „Kochkurs“, während ein „Stammtisch“ nicht erfolgreich war.
Wie wurde das Feedback der Nutzer bei der Prototypenentwicklung berücksichtigt?
Das Feedback der Nutzer wurde durch iteratives Testen der Prototypen mittels Testprotokollen und Feedbackbögen eingeholt und direkt in die Weiterentwicklung und Anpassung der Projekte, wie die Erweiterung des Spielplatzes um Angebote für Krabbelkinder, integriert.
Welche überraschende Erkenntnis gab es bezüglich der von Einsamkeit betroffenen Altersgruppen?
Entgegen der ursprünglichen Annahme, dass Einsamkeit vor allem ältere Menschen betrifft, zeigte die Recherche überraschenderweise, dass Personen zwischen 18 und 35 Jahren am stärksten unter Einsamkeit leiden.
- Citation du texte
- Anonym (Auteur), 2022, Community by Design. Wie eine Kirchengemeinde mittels Design Thinking soziale Teilhabe fördert, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1665518