Die Nachhaltigkeitsberichterstattung stellt Unternehmen vor neue Herausforderungen, da neben finanziellen nun auch nicht-finanzielle Informationen offengelegt werden müssen. Dies führt zu erhöhtem Aufwand und einem größeren Bedarf an Ressourcen. Die Bachelorarbeit untersucht, wie Unternehmen ihre internen Kontroll- und Risikomanagementsysteme anpassen müssen, um den Anforderungen der Corporate Sustainability Reporting Directive (CSRD) und der European Sustainability Reporting Standards (ESRS) gerecht zu werden. Dabei werden insbesondere die Veränderungen in Prozessen und Strukturen interner Kontrollen analysiert. Zudem wird aufgezeigt, wie sich diese neuen Anforderungen von bestehenden Standards und gesetzlichen Grundlagen unterscheiden und welche Auswirkungen sich daraus für die Unternehmenspraxis ergeben.
Inhaltsverzeichnis
- Abkürzungsverzeichnis
- Abbildungsverzeichnis
- 1 Einleitung
- 1.1 Thematik und Relevanz
- 1.2 Aufbau der Thesis
- 1.3 Problemstellung und Zielsetzung
- 1.4 Stakeholder der Forschung
- 2 Theoretische Grundlagen
- 2.1 Corporate Social Responsibility (CSR)
- 2.1.1 Definition der CSR
- 2.1.2 Elemente der CSR
- 2.1.2.1 Freiwilligkeit
- 2.1.2.2 Nachhaltigkeit
- 2.1.2.3 Stakeholder-Orientierung
- 2.1.3 Entwicklung der CSR
- 2.2 Corporate Sustainability Reporting Directive (CSRD)
- 2.2.1 Einführung in die CSRD
- 2.2.2 Zentrale Neuerungen der CSRD
- 2.2.3 Anwendungsbereich und Inkrafttreten der CSRD
- 2.3 European Sustainability Reporting Standards (ESRS)
- 2.3.1 Einführung in die ESRS
- 2.3.2 Ziele der ESRS
- 2.3.3 Inhalt der ESRS
- 2.3.4 Anwendungsbereich und Inkrafttreten der ESRS
- 2.4 EU-Taxonomie
- 2.4.1 Einführung in die EU-Taxonomie
- 2.4.2 Ziele der EU-Taxonomie
- 2.4.3 Klassifizierung der EU-Taxonomie
- 2.4.4 Anwendungsbereich der EU-Taxonomie
- 2.5 Risikomanagementsystem (RMS)
- 2.5.1 Definition Risiko
- 2.5.2 Einführung in das RMS
- 2.5.3 Ablauf des Risikomanagementprozesses
- 2.5.3.1 Risikostrategie
- 2.5.3.2 Risikoidentifikation
- 2.5.3.3 Risikobewertung
- 2.5.3.4 Risikoaggregation
- 2.5.3.5 Risikosteuerung
- 2.5.3.6 Risikokommunikation
- 2.5.3.7 Risikokontrolle
- 2.6 Internes Kontrollsystem (IKS)
- 2.6.1 Definition IKS
- 2.6.2 Ziele des IKS
- 2.6.3 Komponenten des IKS
- 2.1 Corporate Social Responsibility (CSR)
- 3 Forschung
- 3.1 Forschungsfrage
- 3.2 Auswahl etablierter Frameworks
- 3.2.1 Global Reporting Initiative Standards (GRI-Standards)
- 3.2.2 Deutscher Corporate Governance Kodex (DCGK)
- 3.2.3 Internationale Organisation für Normung ISO 31000
- 3.2.4 COSO-Leitlinie: „Erreichen einer effektiven internen Kontrolle über die Nachhaltigkeitsberichterstattung“
- 3.2.5 Gesetz zur Kontrolle und Transparenz im Unternehmensbereich
- 3.3 Vorgehensweise
- 3.4 Untersuchungsdesign
- 3.5 European Sustainability Reporting Standard 2 (ESRS 2)
- 3.5.1 Anforderungen an IKS und RMS
- 3.5.1.1 Governance
- 3.5.1.2 Strategie
- 3.5.1.3 Wirkungs-, Risiko- und Chancenmanagement
- 3.5.1.4 Inhalt der Offenlegung
- 3.5.1 Anforderungen an IKS und RMS
- 3.6 Global Reporting Initiative Standards (GRI-Standards)
- 3.6.1 Einführung in die GRI-Standards
- 3.6.2 Ziele der GRI-Standards
- 3.6.3 Anwendungsbereich der GRI-Standards
- 3.6.4 Klassifizierung der GRI-Standards
- 3.6.5 Anforderungen an IKS und RMS
- 3.6.5.1 Prinzipien der GRI-Standards
- 3.6.5.2 Glaubwürdige Nachhaltigkeitsberichterstattung
- 3.7 Deutscher Corporate Governance Kodex (DCGK)
- 3.7.1 Einführung in den DCGK
- 3.7.2 Ziele des DCGK
- 3.7.3 Anwendungsbereich des DCGK
- 3.7.4 Kategorien des DCGK
- 3.7.5 Regelungen zu IKS und RMS
- 3.8 Internationale Organisation für Normung ISO 31000
- 3.8.1 Einführung in die ISO 31000
- 3.8.2 Ziele der ISO 31000
- 3.8.3 Anwendungsbereich der ISO 31000
- 3.8.4 Empfehlungen zum RMS
- 3.8.4.1 Grundsätze der ISO 31000
- 3.8.4.2 Rahmen der ISO 31000
- 3.8.4.3 Management- und Aufsichtsaufgaben
- 3.8.4.4 Organisationsaufgaben
- 3.8.4.5 Gestaltung und Kontext des Risikomanagementprozesses
- 3.8.4.6 Risikobewertung und Risikoidentifikation
- 3.8.4.7 Risikoanalyse und Risikobehandlung
- 3.8.4.8 Überwachung und Berichterstattung
- 3.9 COSO-Leitlinie: „Erreichen einer effektiven internen Kontrolle über die Nachhaltigkeitsberichterstattung“
- 3.9.1 Einführung in die COSO
- 3.9.2 Ziele der COSO
- 3.9.3 Anwendungsbereich der COSO-Leitlinien
- 3.9.4 Empfehlungen für IKS und RMS
- 3.10 Gesetz zur Kontrolle und Transparenz im Unternehmensbereich
- 3.10.1 Einführung in das KonTraG
- 3.10.2 Ziele des KonTraG
- 3.10.3 Anwendungsbereich des KonTraG
- 3.10.4 Gesetze zu IKS und RMS
- 3.11 Diskussion der Ergebnisse
- 3.12 Fazit und Forschungsausblick
- Literaturverzeichnis
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Bachelorthesis zielt darauf ab, Unternehmen dabei zu unterstützen, ihre internen Kontrollsysteme und Risikomanagementsysteme an die neuen Vorschriften der Corporate Sustainability Reporting Directive (CSRD), insbesondere die European Sustainability Reporting Standards (ESRS), anzupassen und zu individualisieren. Dabei wird die Forschungsfrage beantwortet, worin sich interne Kontrollsysteme und Risikomanagementsysteme nach den Vorgaben des ESRS 2 im Vergleich zu Systemen nach bisherigen Frameworks im Nachhaltigkeitskontext unterscheiden.
- Analyse der Corporate Social Responsibility (CSR) und ihrer historischen Entwicklung.
- Detaillierte Untersuchung der Corporate Sustainability Reporting Directive (CSRD) und der European Sustainability Reporting Standards (ESRS).
- Erklärung von Risikomanagementsystemen (RMS) und Internen Kontrollsystemen (IKS).
- Vergleichende Analyse von ESRS 2 mit etablierten Frameworks wie GRI-Standards, DCGK, ISO 31000, COSO-Leitlinie und dem KonTraG.
- Beleuchtung der Anforderungen an Transparenz und Berichterstattung im Kontext nachhaltiger Unternehmensführung.
Auszug aus dem Buch
2.2.2 Zentrale Neuerungen der CSRD
Die Standardisierung der Berichtsanforderungen stellt eine zentrale Neuerung der CSRD dar. Die neuen Standards werden sowohl branchenunabhängige, branchenspezifi-sche und unternehmensspezifische Informationen abdecken. Die verpflichtenden Berichts-inhalte umfassen Umwelt-, Sozial- und Governance-Themen.29 Auf die Standards wird im nächsten Kapitel detailliert eingegangen. Weiterhin ändert die CSRD die Art und Weise der Offenlegung von Nachhaltigkeitsberichten im Vergleich zur CSR-Richtlinie, welche die Option bot, Informationen entweder im Lagebericht oder als ei-genständigen Bericht offenzulegen. Die Nachhaltigkeitsberichte sollen durch die Ein-führung der CSRD im Lagebericht der Unternehmen integriert werden. Darüber hinaus verlangt die CSRD von Unternehmen, die Nachhaltigkeitsberichte in einem elektroni-schen Berichtsformat aufzubereiten, damit eine flächendeckende Zugänglichkeit der von den Unternehmen erstellten Informationen gewährleistet ist. Des Weiteren wird eine verpflichtende Prüfung veröffentlichter Nachhaltigkeitsberichte eingeführt. Dies soll aufgrund der Kritik erfolgen, dass die in den Nachhaltigkeitsberichten enthaltenen In-formationen von Unternehmen nur eingeschränkt verlässlich sind. Der Wirtschaftsprüfer des Unternehmens ist dafür verantwortlich, die Übereinstimmung dieser Nachhaltig-keitsberichte mit den Anforderungen der CSRD zu prüfen.30 Eine weitere Neuerung der CSRD ist die Einführung des Prinzips der doppelten Wesentlichkeit. Ausschließlich als wesentlich eingestufte Umwelt-, Sozial- und Governance-Themen sind berichtspflichtig. Unternehmen müssen Analysen durchführen, um festzustellen, welche Themen als wesentlich einzuordnen sind. Ein ESG-Thema wird als wesentlich und somit berichts-pflichtig betrachtet, wenn eine der beiden nachstehenden Voraussetzungen erfüllt ist:
- Inside-out-Perspektive: Das Unternehmen übt erheblichen Einfluss auf Menschen oder die natürliche Umwelt im Kontext des ESG-Themas aus. (Impact-Wesentlichkeit)
- Outside-in-Perspektive: Das ESG-Thema wirkt sich finanziell erheblich auf das Unternehmen aus. (finanzielle Wesentlichkeit)
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Dieses Kapitel führt in die Thematik der Nachhaltigkeit und die Relevanz der Corporate Sustainability Reporting Directive (CSRD) ein, um die Problemstellung, Zielsetzung und die Stakeholder der Forschung zu beleuchten.
2 Theoretische Grundlagen: In diesem Abschnitt werden grundlegende Kenntnisse zu Corporate Social Responsibility (CSR), der CSRD, den European Sustainability Reporting Standards (ESRS), der EU-Taxonomie sowie internen Kontrollsystemen (IKS) und Risikomanagementsystemen (RMS) vermittelt.
3 Forschung: Hierin werden die Forschungsfrage erläutert, die Auswahl relevanter Frameworks begründet, die methodische Vorgehensweise und das Untersuchungsdesign dargelegt, um die Unterschiede und Gemeinsamkeiten zwischen ESRS 2 und bestehenden Systemen zu analysieren.
3.11 Diskussion der Ergebnisse: Dieses Kapitel vergleicht die ESRS 2 mit anderen Frameworks, identifiziert Gemeinsamkeiten und Neuerungen und diskutiert die Limitationen der Forschung.
3.12 Fazit und Forschungsausblick: Der abschließende Abschnitt fasst die Haupterkenntnisse der Arbeit zusammen und bietet einen Ausblick auf potenzielle zukünftige Forschungsansätze im Bereich der Nachhaltigkeitsberichterstattung.
Schlüsselwörter
Interne Kontrollsysteme (IKS), Risikomanagementsysteme (RMS), Corporate Sustainability Reporting Directive (CSRD), Nachhaltigkeitsberichterstattung, European Sustainability Reporting Standards (ESRS), Corporate Social Responsibility (CSR), EU-Taxonomie, Corporate Governance, Risikomanagementprozess, GRI-Standards, ISO 31000, COSO-Leitlinie, KonTraG, Transparenz, Doppelte Wesentlichkeit.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht, wie Unternehmen ihre internen Kontrollsysteme und Risikomanagementsysteme an die neuen Vorschriften der Corporate Sustainability Reporting Directive (CSRD) und die European Sustainability Reporting Standards (ESRS) anpassen müssen, und vergleicht diese Anforderungen mit bestehenden Frameworks.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Themenfelder umfassen Corporate Social Responsibility (CSR), die Corporate Sustainability Reporting Directive (CSRD), European Sustainability Reporting Standards (ESRS), EU-Taxonomie sowie Interne Kontrollsysteme (IKS) und Risikomanagementsysteme (RMS).
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Das primäre Ziel ist es, Erkenntnisse darüber zu gewinnen, wie Unternehmen ihre IKS und RMS an die CSRD anpassen müssen. Die Forschungsfrage lautet: „Worin unterscheiden sich interne Kontrollsysteme und Risikomanagementsysteme nach den Vorgaben des ESRS 2 im Vergleich zu Systemen nach bisherigen Frameworks im Nachhaltigkeitskontext?“
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit verfolgt eine explorative Grundlagenforschung mittels einer qualitativen Literaturrecherche und Sekundäranalyse bestehender Rahmenwerke und des ESRS 2.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Im Hauptteil werden theoretische Grundlagen zu CSR, CSRD, ESRS, EU-Taxonomie, Risikomanagementsystemen und internen Kontrollsystemen dargelegt, gefolgt von der Forschungsfrage, der Auswahl etablierter Frameworks und dem Untersuchungsdesign, sowie einer Diskussion der Ergebnisse und einem Fazit.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Schlüsselwörter sind: Interne Kontrollsysteme (IKS), Risikomanagementsysteme (RMS), CSRD, Nachhaltigkeitsberichterstattung, European Sustainability Reporting Standards (ESRS), Corporate Social Responsibility (CSR), EU-Taxonomie, Corporate Governance, Risikomanagementprozess, GRI-Standards, ISO 31000, COSO-Leitlinie, KonTraG, Transparenz, Doppelte Wesentlichkeit.
Was bedeutet "doppelte Wesentlichkeit" im Kontext der CSRD?
Das Prinzip der doppelten Wesentlichkeit besagt, dass ein ESG-Thema berichtspflichtig ist, wenn es aus einer "Inside-out-Perspektive" (erheblicher Einfluss des Unternehmens auf Mensch/Umwelt) oder einer "Outside-in-Perspektive" (finanziell erheblicher Einfluss des Themas auf das Unternehmen) wesentlich ist.
Welche Hauptframeworks werden in der Arbeit verglichen und warum?
Die Arbeit vergleicht die ESRS 2 mit den GRI-Standards, dem Deutschen Corporate Governance Kodex (DCGK), der ISO 31000, der COSO-Leitlinie zur Nachhaltigkeitsberichterstattung und dem Gesetz zur Kontrolle und Transparenz im Unternehmensbereich (KonTraG) aufgrund ihrer Relevanz für Nachhaltigkeit und Risikomanagement.
Welche zentralen Neuerungen bringt die CSRD im Vergleich zu früheren Regelungen mit sich?
Die CSRD erweitert den Kreis der berichtspflichtigen Unternehmen erheblich, standardisiert Berichtsanforderungen über Umwelt-, Sozial- und Governance-Themen, verlangt eine Integration der Nachhaltigkeitsberichte in den Lagebericht und führt eine verpflichtende Prüfung sowie das Prinzip der doppelten Wesentlichkeit ein.
Welche Rolle spielen Stakeholder in der Nachhaltigkeitsberichterstattung nach ESRS 2?
Stakeholder sind ein zentraler Aspekt der ESRS 2, da Unternehmen offenlegen müssen, welche Stakeholder einbezogen wurden, wie deren Ansichten die Strategie beeinflussen und wie die Verwaltungs- und Aufsichtsorgane über nachhaltigkeitsbezogene Auswirkungen informiert werden.
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- Anonym (Author), 2024, Interne Kontrollsysteme und Risikomanagementsysteme im Rahmen der Corporate Sustainability Reporting Directive, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1665591