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Beabsichtigte Gott in seiner "Queere" Schöpfung ein heterogenes Ensemble?

Title: Beabsichtigte Gott in seiner "Queere" Schöpfung ein heterogenes Ensemble?

Essay , 2022 , 10 Pages , Grade: 1,00

Autor:in: Kurt Gewessler (Author)

Theology - Miscellaneous
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Summary Excerpt Details

Queer bedeutet, abgrenzbar sein, konfrontieren, herausfordern, eine Gegenreaktion provozieren und selber eine darstellen und genau darum soll es gehen in diesem Essay mit der Fragestellung ‚beabsichtigte Gott in seiner ‚Queere‘ Schöpfung ein heterogenes Ensemble?‘. Die Schöpfungserzählung bewegt unsere Welt, solange sie besteht. Sie hat immer wieder zu unterschiedlichen Interpretationen geführt. Es ist ein Versuch Gottes Absichten in der Schöpfung herauszufiltern, sie zu hinterfragen um weitere mögliche Absichten zu entdecken, die bis dato unausgesprochen blieben. Es ist ein interessanter Versuch und hoffe auch fündig zu werden. Foucault spricht von einem heterogenen Ensemble, das unser ständiger Begleiter ist. Dieses heterogene Ensemble besteht seit der Schöpfung, es funktioniert sehr gut und hat sich zur Normativität entwickelt, sich in verschiedenen Bereichen ausgebreitet, es umfasst Institutionen, Denkstrukturen und Wahrnehmungsmuster. Den meisten Menschen ist vermutlich nicht bewusst, dass wir in einer heteronormativen Welt leben.
Ein kleines Beispiel dazu? Einem Mädchen zu sagen, dass es später einmal einen tollen Mann finden wird, oder das Farbe Rosa für Mädchen und Blau für Jungen gedacht ist fällt unter den Sammelbegriff Heteronormativität.
Natürlich ist es nicht so leicht Gottes Absichten in seiner ‚Queere‘ Schöpfung herausfinden, doch möchte ich es probieren, einerseits durch Zerlegung der Texte, andererseits mit gezielter Fragestellung, indem ich andere Kulturen und Meinungen anderer Personen einfließen lasse, um damit zu begründen, dass auch andere Absichten herauszulesen sind. Unterstreichen möchte ich, dass dieses Essay nicht auf alle Verschränkungen eingehen kann und nicht den Anspruch auf Vollständigkeit erfüllt.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

  • 1. Einleitung
  • 2. Hauptteil
  • 3. Schluss
  • 9. Literaturnachweis

Zielsetzung & Themen

Diese Arbeit untersucht tiefgehend die theologische und soziokulturelle Frage, ob Gott in seiner Schöpfung ein heterogenes Ensemble beabsichtigte. Sie zielt darauf ab, traditionelle Interpretationen der Schöpfungserzählungen zu hinterfragen und Gottes Absichten in Bezug auf Gender und Geschlechtsidentität neu zu beleuchten.

  • Die kritische Analyse biblischer Schöpfungserzählungen (Genesis 1,27 und 2,21ff).
  • Die Untersuchung des Konzepts „heterogenes Ensemble“ nach Michel Foucault im soziologischen Kontext.
  • Die Auseinandersetzung mit Heteronormativität und binären Geschlechtermodellen aus Sicht der Queer Theory und Judith Butler.
  • Die Thematik der Gottesebenbildlichkeit des Menschen in Bezug auf Vielfalt der Geschlechtsidentitäten.
  • Die Bedeutung des neutestamentlichen Verses Galater 3,28 für eine inklusive Theologie.
  • Die Herausforderung bestehender Geschlechterhierarchien und -normen in religiösen und ethischen Diskursen.

Auszug aus dem Buch

Als männlich und weibliches Ensemble zu seinem Ebenbild erschuf er sie!

Vorweg, bezüglich Schöpfungserzählungen ist sowohl in sozialethischen aber auch in kirchlichen Texten zu beobachten, dass versucht wird, diesen Erzählungen eine geschichtsenthobene Theorie und Anthropologie der Geschlechter herauszulocken. Fast alle Forscher sind sich einig, aus der Paradieserzählung ist ‚keine Lehre über das Wesen der Geschlechter herauszulesen'.

Der bedeutendste Vers und für die Konstruktion der Zweigeschlechtlichkeit und ihrer vermeintlichen Natürlichkeit, sowie Gottgewolltheit ist Genesis 1,27. Nach Luther heißt es dort: Gott schuf den Menschen zu seinem Bilde, zum Bilde Gottes schuf er ihn; und schuf sie als Mann und Frau. Der Vers sagt nicht nur etwas über die Erschaffung von Mann und Frau aus, sondern thematisiert zugleich ihre Gottebenbildlichkeit. Ein Bild Gottes zu sein hat nichts damit zu tun, Gott im Aussehen zu entsprechen, sondern in der Funktion, so Isolde Karle. Im sogenannten Großen Midrasch zum Buch Genesis finden wir folgende interessante Überlegung, siehe dazu den Text in der Fußnote! Das Problem, um das es hier geht, besteht in den zwei unterschiedlichen Aussagen über die Erschaffung von Mann und Frau in Gen 1 zu Gen 2. In Gen 1,27 erschafft Gott den Adam als sein Bild; männlich und weiblich erschuf er sie. In Gen 2,21ff hingegen wird erzählt, dass Gott die Frau aus Adam erschafft und auch Paulus nimmt Bezug auf diese biblische Aussage der Gottesebenbildlichkeit des Menschen und versteht es in dem Sinne, dass der Mann seine Ebenbildlichkeit gleichsam auf die Frau abstrahlt, die Frau aber nicht selbst Abbild Gottes ist.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Das Kapitel führt in die Fragestellung ein, ob Gott in seiner Schöpfung ein heterogenes Ensemble beabsichtigte, und diskutiert die Präsenz von Heteronormativität in unserer Welt, inspiriert durch Foucaults Begriff des heterogenen Ensembles.

2. Hauptteil: Dieser Abschnitt beleuchtet den Schlüsselbegriff "Dispositiv" nach Foucault und dessen Anwendung auf die Sexualität, hinterfragt die zwangsheterosexuelle Matrix nach Butler und analysiert detailliert biblische Schöpfungsaussagen (Gen 1,27 und Gen 2,21ff) sowie Paulus' Aussage in Gal 3,28 im Kontext der Gottesebenbildlichkeit und Geschlechtervielfalt.

3. Schluss: Das Schlusskapitel fasst zusammen, dass die biblischen Schöpfungserzählungen eine ambige und inklusive Sichtweise auf Geschlecht und Gottesebenbildlichkeit zulassen, die über ein rein heterogenes oder binäres Verständnis hinausgeht.

9. Literaturnachweis: Listet die zur Erstellung des Essays herangezogenen wissenschaftlichen Publikationen und Quellen auf.

Schlüsselwörter

Queere Schöpfung, heterogenes Ensemble, Gender, Geschlecht, Heteronormativität, Foucault, Judith Butler, Genesis, Gottesebenbildlichkeit, biblische Exegese, Sexualität, Intersexualität, Galater 3,28, Neuschöpfung, Theologie.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht die Frage, ob Gott in seiner Schöpfung ein heterogenes Ensemble beabsichtigte, und hinterfragt dabei traditionelle, heteronormative Interpretationen biblischer Schöpfungserzählungen.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Themenfelder sind Gender und Geschlechtsidentität im Kontext religiöser und ethischer Betrachtungen, die biblische Schöpfungsgeschichte, Queer Theory und die Konzepte von Heteronormativität und Gottesebenbildlichkeit.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das primäre Ziel ist es, Gottes Absichten in der Schöpfung neu zu interpretieren, indem die Forschungsfrage "Beabsichtigte Gott in seiner „Queere" Schöpfung ein heterogenes Ensemble?" beleuchtet wird.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Methode umfasst die Zerlegung und Analyse biblischer Texte, gezielte Fragestellung sowie das Einbeziehen anderer Kulturen und Personenmeinungen, um alternative Absichten in den Schöpfungserzählungen zu begründen.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil behandelt Michel Foucaults Begriff des "Dispositivs" und des "heterogenen Ensembles", Judith Butlers Konzept der Zwangsheterosexualität und analysiert ausführlich die biblischen Aussagen zur Schöpfung in Genesis 1,27 und Genesis 2,21ff sowie Galater 3,28.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird charakterisiert durch Schlüsselwörter wie Queere Schöpfung, heterogenes Ensemble, Gender, Geschlecht, Heteronormativität, Foucault, Judith Butler, Genesis, Gottesebenbildlichkeit, biblische Exegese, Sexualität, Intersexualität und Galater 3,28.

Wie interpretiert der Autor die biblischen Schöpfungserzählungen in Bezug auf Geschlecht?

Der Autor interpretiert die Schöpfungserzählungen als ambig und inklusiv, argumentierend, dass Gott nicht ausschließlich ein binäres oder heterogenes Geschlechtersystem beabsichtigte, sondern vielfältige Formen der Geschlechtlichkeit in der Gottesebenbildlichkeit umfasst.

Welche Rolle spielt Michel Foucaults Konzept des "Dispositivs" in dieser Arbeit?

Foucaults Konzept des "Dispositivs" wird als ein "heterogenes Ensemble" verstanden, das die gesamte Gesellschaft steuert und die Grenzen unserer Entfaltung vorgibt, und dient als Rahmen, um die heteronormative Prägung der Gesellschaft zu analysieren.

Was bedeutet die Aussage "Die Queere Schöpfung ist ambig (zweideutig) und inklusiv zu verstehen!"?

Diese Aussage betont, dass die Schöpfungserzählungen nicht wörtlich oder naiv im Sinne einer ausschließlichen Zweigeschlechtlichkeit verstanden werden dürfen, sondern Mehrdeutigkeit zulassen und alle Geschlechtsidentitäten einschließen.

Welche Bedeutung hat der Vers Galater 3,28 für die Schlussfolgerungen des Essays?

Galater 3,28 ("da ist nicht mehr männlich und weiblich") wird als Schlüsselvers interpretiert, der die Vorstellung zweier zu unterscheidender Geschlechter als "Ideologie des gesunden Menschenverstandes" entmystifiziert und die Gleichheit in Christus sowie einen schöpferischen Pluralismus unterstreicht.

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Details

Title
Beabsichtigte Gott in seiner "Queere" Schöpfung ein heterogenes Ensemble?
College
University of Vienna  (Evangelische Fachtheologie)
Course
GENDER
Grade
1,00
Author
Kurt Gewessler (Author)
Publication Year
2022
Pages
10
Catalog Number
V1665788
ISBN (PDF)
9783389159972
Language
German
Tags
beabsichtigte gott queere schöpfung ensemble
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Kurt Gewessler (Author), 2022, Beabsichtigte Gott in seiner "Queere" Schöpfung ein heterogenes Ensemble?, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1665788
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