Diese Hausarbeit bietet einen fundierten Überblick über die Schulsozialarbeit als zentrales Berufsfeld der Sozialen Arbeit. Sie beleuchtet die geschichtliche Entwicklung, die Zielgruppen, Ziele, Aufgaben und Methoden der Schulsozialarbeit und zeigt, wie dieses Handlungsfeld im System Schule fest verankert ist.
Im Fokus stehen die personellen, gesetzlichen und organisatorischen Rahmenbedingungen, die die Qualität und Wirksamkeit schulsozialer Arbeit maßgeblich beeinflussen. Zudem werden die aktuellen Herausforderungen analysiert, die im Spannungsfeld zwischen Schule und Jugendhilfe entstehen – darunter Kooperationsprobleme zwischen Lehrkräften und Schulsozialarbeit, strukturelle Ungleichheiten sowie der Fachkräftemangel.
Die Autorin zeigt praxisnah, welche Voraussetzungen notwendig sind, um Schulsozialarbeit professionell, nachhaltig und wirksam zu gestalten. Die Arbeit richtet sich an Studierende, Fachkräfte der Sozialen Arbeit, Lehrkräfte und Entscheidungsträger:innen, die die Bedeutung von Schulsozialarbeit im Bildungs- und Kinderschutzsystem verstehen und stärken möchten.
Inhaltsverzeichnis
- I. Abkürzungsverzeichnis
- 1. Einleitung
- 2. Einblick in die Schulsozialarbeit
- 2.1 Definition und Geschichte der Schulsozialarbeit
- 2.2 Zielgruppen und Ziele der Schulsozialarbeit
- 2.3 Aufgaben der Schulsozialarbeit
- 2.4 Methoden
- 3. Rahmenbedingungen
- 3.1 Personelle Rahmenbedingungen
- 3.2 Trägerschaft
- 3.3 Gesetzliche Rahmenbedingungen
- 4. Herausforderungen
- 4.1 Spannungsfeld im System Schule und Schulsozialarbeit
- 4.2 Kooperationsprobleme zwischen Lehrkräfte und Schulsozialarbeit
- 4.3 Personelle und persönliche Herausforderungen
- 5. Fazit
- II Literaturverzeichnis
Zielsetzung & Themen
Diese Arbeit beleuchtet das vielschichtige Tätigkeitsfeld der Schulsozialarbeit und die damit verbundenen Herausforderungen im schulischen Kontext. Die zentrale Forschungsfrage untersucht, wie Schulsozialarbeit strukturiert ist, mit welchen Herausforderungen Schulsozialarbeitende konfrontiert sind und welche Rahmenbedingungen für eine qualitative und professionelle Ausübung notwendig sind.
- Definition und geschichtliche Entwicklung der Schulsozialarbeit
- Zielgruppen, Ziele und Aufgabenbereiche der Schulsozialarbeit
- Methoden und relevante Rahmenbedingungen (personell, Trägerschaft, gesetzlich)
- Analyse von Spannungsfeldern und Kooperationsproblemen im System Schule und Jugendhilfe
- Identifizierung personeller und persönlicher Herausforderungen für Schulsozialarbeitende
Auszug aus dem Buch
2.1. Definition und Geschichte der Schulsozialarbeit
Der Begriff „Schulsozialarbeit“ stammt aus dem englischen „School Social Work" und wurde 1906 in den USA eingeführt (Speck,K.,2006,S.15) und in Schulen, u.a. in Bosten oder New York, wurde mit dem Aufbau von Social Work begonnen. In den Jahren vor 1970 war der Begriff „Schulsozialarbeit“ noch weites gehend unbekannt (Lunatschek, S. & Simon, T. 2008, S. 17). Der Begriff wurde in
Deutschland durch Henry Maas bekannt und in einem Artikel von Abels (1971) erwähnt und verbreitet (Speck,K.,2006,S.15). Hausaufgabenhilfe, Gemeinwesenarbeit und sozialpädagogische Schülerhilfe, waren erste Konzepte, um benachteiligte und integrationsgefährdete Jugendliche zu fördern (Olk, et al, 2000, S.23). Auf die Frage, wie Schulsozialarbeit definiert wird, gibt es viele, teils auch irreführende Antworten (Pötter, N.,2018,S.19). Die Aussage „Schulsozialarbeit ist das, was Schulsozialarbeiter tun“, ist immer wieder, auch von Fachkräften, zu hören und im alltäglichen Kontext richtig, dennoch als Definition ungeeignet, da diese Aussagen mit wenig Inhalt gefüllt sind und keine qualitativen Aussagen beinhalten (Gastiger, S., & Lachat,B.,2012, S.15). Fest steht, dass es nicht „die" richtige Antwort gibt. Obwohl sich Schulsozialarbeit in den letzten 50 Jahren in der Bundesrepublik stets weiterentwickelt hat, gibt es bisher keine allgemeingültige Definition zu diesem Handlungsfeld (Pötter,N.,2018, S.19).
Speck hat in seinem Buch verschiedene Definitionen von unterschiedlichen Autoren zusammengetragen (Speck,K.,2022, S.42-44) und definiert Schulsozialarbeit wie folgt: „Unter Schulsozialarbeit wird ein Angebot der Jugendhilfe verstanden, bei dem sozialpädagogische Fachkräfte kontinuierlich am Ort Schule tätig sind und mit Lehrkräften auf einer verbindlich vereinbarten und gleichberechtigten Basis zusammenarbeiten, um junge Menschen in ihrer individuellen, sozialen, schulischen und beruflichen Entwicklung zu fördern, dazu beizutragen, Bildungsbenachteiligungen zu vermeiden und abzubauen, Erziehungsberechtigte und LehrerInnen bei der Erziehung und dem erzieherischen Kinder- und Jugendschutz zu beraten und zu unterstützen sowie zu einer schülerfreundlichen Umwelt beizutragen“ (Speck, K., 2006, S.23).
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Dieses Kapitel führt in die Thematik der Schulsozialarbeit ein, beleuchtet ihre Relevanz im schulischen Kontext und stellt die Forschungsfrage sowie die Gliederung der vorliegenden Arbeit vor.
2. Einblick in die Schulsozialarbeit: Hier werden die Definition und Geschichte der Schulsozialarbeit dargelegt, ihre Zielgruppen, Ziele und Aufgaben ausführlich beschrieben und die angewandten Methoden erläutert.
3. Rahmenbedingungen: Dieses Kapitel widmet sich den personellen, trägerschaftlichen und gesetzlichen Rahmenbedingungen, die die Arbeit der Schulsozialarbeit maßgeblich prägen.
4. Herausforderungen: Es werden die vielfältigen Herausforderungen der Schulsozialarbeit beleuchtet, darunter Spannungsfelder zwischen Schule und Jugendhilfe, Kooperationsprobleme mit Lehrkräften sowie personelle und persönliche Schwierigkeiten.
5. Fazit: Das Abschlusskapitel fasst die zentralen Erkenntnisse zusammen, beantwortet die Forschungsfrage und gibt Empfehlungen für eine Stärkung und Weiterentwicklung des Berufsfeldes der Schulsozialarbeit.
Schlüsselwörter
Schulsozialarbeit, Herausforderungen, Rahmenbedingungen, Kooperation, Jugendhilfe, Schule, Definition, Methoden, Zielgruppen, Fachkräftemangel, Soziale Arbeit, Spannungsfeld, Bildung, Prävention, Intervention
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der Darstellung der Schulsozialarbeit und den damit verbundenen Herausforderungen im schulischen Kontext, wobei ein Fokus auf die notwendigen Rahmenbedingungen für eine professionelle Praxis liegt.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zentrale Themenfelder umfassen die Definition und Geschichte der Schulsozialarbeit, ihre Zielgruppen, Ziele und Aufgaben, die angewandten Methoden sowie die personellen, trägerschaftlichen und gesetzlichen Rahmenbedingungen.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Das primäre Ziel ist es, Einblicke in das Tätigkeitsfeld der Schulsozialarbeit zu geben. Die Forschungsfrage lautet: „Wie ist Schulsozialarbeit aufgebaut, mit welchen Herausforderungen haben Schulsozialarbeitende zu kämpfen und welche Rahmenbedingungen sind notwendig, um qualitativ und professionell zu arbeiten?“
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse und der Zusammenfassung relevanter wissenschaftlicher Publikationen, um das Berufsfeld der Schulsozialarbeit umfassend darzustellen und zu analysieren. Es werden keine eigenen empirischen Erhebungen durchgeführt.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil behandelt ausführlich die Definition, Geschichte, Zielgruppen, Ziele, Aufgaben und Methoden der Schulsozialarbeit. Weiterhin werden die personellen, trägerschaftlichen und gesetzlichen Rahmenbedingungen sowie die vielfältigen Herausforderungen der Schulsozialarbeit im Spannungsfeld zwischen Schule und Jugendhilfe detailliert erörtert.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Schlüsselwörter wie Schulsozialarbeit, Herausforderungen, Rahmenbedingungen, Kooperation, Jugendhilfe, Schule, Definition, Methoden, Zielgruppen, Fachkräftemangel, Soziale Arbeit, Spannungsfeld, Bildung, Prävention und Intervention charakterisieren diese Arbeit.
Welche Kooperationsmodelle zwischen Lehrkräften und Schulsozialarbeit werden in der Arbeit unterschieden?
Die Arbeit unterscheidet vier Kooperationsmodelle: das additive Kooperationsmodell („Nebeneinanderherlaufen“), das Distanzmodell, das Subordinations-Modell (Unterordnung der Schulsozialarbeiter) und das Kooperationsmodell (gleichberechtigte Zusammenarbeit).
Welche personellen und persönlichen Herausforderungen beeinflussen die Qualität der Schulsozialarbeit?
Die Qualität der Schulsozialarbeit wird durch eine hohe Personalfluktuation, befristete Arbeitsverträge, häufige Teilzeitstellen aufgrund von Kostengründen und geringe Gehaltsstufen im Vergleich zu Lehrkräften erheblich beeinträchtigt.
Warum ist eine einheitliche Definition der Schulsozialarbeit wichtig?
Eine einheitliche Definition auf Bundesebene und eine eigenständige Formulierung im SGB VIII sind notwendig, damit die Schulsozialarbeit ihre Ziele und Aufgaben in der Kinder- und Jugendhilfe erfolgreich umsetzen und als Berufsfeld attraktiver gestaltet werden kann.
- Quote paper
- Nicole Bäumer (Author), 2023, Darstellung der Schulsozialarbeit mit den einhergehenden Herausforderungen, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1665992