Diese Masterarbeit mit dem Titel „Belastungen Arbeitswelt 4.0 & New Work: Digitalisierung, Technikeinsatz, Homeoffice und vernetztes Arbeiten“ analysiert umfassend die gesundheitlichen Auswirkungen des modernen digitalen Arbeitswandels. Im Zentrum der Untersuchung stehen die zunehmenden psychischen Belastungen und psychischen Erkrankungen, die durch die Transformation zur Arbeitswelt 4.0 und die Einführung von New Work-Modellen entstehen.
Die Arbeit beleuchtet zentrale Treiber wie Digitalisierung, Flexibilisierung und den demografischen Wandel und setzt sich kritisch mit den konkreten Arbeitsformen Homeoffice, mobiles Arbeiten und vernetztes Arbeiten auseinander. Auf einer fundierten theoretischen Basis zu Betrieblichem Gesundheitsmanagement (BGM), Betrieblicher Gesundheitsförderung (BGF) und der aktuellen Studienlage zu psychischen Belastungen wurde eine eigene quantitative empirische Studie mittels eines Online-Fragebogens durchgeführt.
Die Ergebnisse der empirischen Erhebung offenbaren ein ambivalentes Bild der neuen Arbeitswelt: Einerseits identifiziert die Arbeit erhebliche Risiken und Belastungen im Homeoffice. Dazu zählen die Vereinsamung der Arbeitnehmer, ein fehlender persönlicher Austausch mit Kollegen und Führungskräften, Entgrenzung zwischen Beruf und Privatleben, Stress durch ständige Erreichbarkeit sowie eine sinkende Motivation und Arbeitsmoral.
Andererseits werden auch bedeutende Chancen und Potenziale von New Work aufgezeigt. Diese umfassen eine verbesserte Work-Life-Balance, höhere Produktivität, flexiblere Arbeitszeiten, entfallende Pendelwege und die Möglichkeit zu einer nachhaltigeren Arbeitsweise. Die kritische Diskussion der Ergebnisse macht deutlich, dass der Erfolg maßgeblich von der Unterstützung durch den Arbeitgeber, der Führungskräfte und einer gesundheitsfördernden Gestaltung der Arbeitsbedingungen abhängt.
Die Arbeit schließt mit einem Ausblick und konkreten Handlungsempfehlungen für ein zukunftsorientiertes Betriebliches Gesundheitsmanagement und digitales BGM (dBGM), um die physische und psychische Gesundheit der Beschäftigten in der Ära von Arbeitswelt 4.0 nachhaltig zu schützen und zu stärken.
Inhaltsverzeichnis
- 1 EINLEITUNG UND PROBLEMSTELLUNG
- 1.1 Gegenstand der Arbeit
- 1.2 Problemstellung
- 1.3 Aufbau der Arbeit
- 2 ZIELSETZUNG
- 3 GEGENWÄRTIGER KENNTNISSTAND
- 3.1 Betriebliches Gesundheitsmanagement
- 3.1.1 Betriebliche Gesundheitsförderung
- 3.1.2 Digitales Betriebliches Gesundheitsmanagement
- 3.1.3 Arbeits- und Gesundheitsschutz
- 3.1.4 Betriebliches Eingliederungsmanagement
- 3.2 Psychische Belastungen
- 3.2.1 Allgemeine Definition
- 3.2.2 Psychische Belastungen in der heutigen Arbeitswelt
- 3.3 Psychische Erkrankungen
- 3.3.1 Allgemeine Definition
- 3.3.2 Psychische Erkrankungen bedingt durch die heutige Arbeitswelt
- 3.4 Studienlage psychischer Belastungen und Erkrankungen
- 3.5 Arbeitswelt 4.0
- 3.6 Industrie 4.0
- 3.7 New Work
- 3.8 Homeoffice
- 3.9 Work-Life-Balance
- 3.10 Work-Life-Blending
- 3.1 Betriebliches Gesundheitsmanagement
- 4 METHODIK
- 4.1 Art der Forschung
- 4.2 Datenerhebung
- 4.3 Datenanalyse anhand eines Bewertungs- und Klassifizierungsschemas
- 4.4 Einordnung der Rechercheergebnisse
- 5 ERGEBNISSE
- 5.1 Unterstützung durch den Arbeitgeber
- 5.2 Austausch mit Kollegen
- 5.3 Persönliche Auswirkungen
- 5.4 Zeitliche Auswirkungen
- 6 DISKUSSION
- 6.1 Interpretation der Ergebnisse
- 6.2 Einordnung der Ergebnisse
- 6.3 Kritische Reflexion der Arbeit
- 6.4 Ausblick der Themenfelder Arbeitswelt 4.0 und New Work
- 7 ZUSAMMENFASSUNG
- 8 LITERATURVERZEICHNIS
- 9 ABBILDUNGS-, TABELLEN-, ABKÜRZUNGSVERZEICHNIS
- 9.1 Abbildungsverzeichnis
- 9.2 Tabellenverzeichnis
- 9.3 Abkürzungsverzeichnis
- ANHANG
- Anhang 1: Personenbezogene Ergebnisse des Fragebogens
- Anhang 2: Fragen des Fragebogens
Zielsetzung & Themen
Das Hauptziel dieser Master-Thesis ist es, die gegenwärtige Situation in Unternehmen hinsichtlich der psychischen und physischen Gesundheit von Arbeitnehmern im Kontext der Arbeitswelt 4.0 und New Work zu analysieren. Dies geschieht auf Basis eines Online-Fragebogens, um darauf aufbauend Potenziale und Risiken für die Gesundheit der Betroffenen herauszuarbeiten.
- Analyse der gesundheitlichen Belastungen in der Arbeitswelt 4.0 und New Work.
- Identifikation von Potenzialen zur Reduzierung gesundheitlicher Belastungen.
- Erfassung von Risiken, die die psychische und physische Gesundheit beeinflussen.
- Untersuchung des Einflusses von Digitalisierung und Homeoffice auf Mitarbeitergesundheit.
- Beleuchtung der Rolle des Betrieblichen Gesundheitsmanagements (BGM).
- Herausarbeitung von Aspekten der Work-Life-Balance und des Work-Life-Blending.
Auszug aus dem Buch
Betriebliches Gesundheitsmanagement
Da das Betriebliche Gesundheitsmanagement eine breit gefächerte Thematik der heutigen Zeit darstellt, folgen zunächst mehrere Definitionen des Themas.
„Unter Betrieblichem Gesundheitsmanagement verstehen wir die Entwicklung betriebli-cher Strukturen und Prozesse, die die gesundheitsförderliche Gestaltung von Arbeit und Organisation und die Befähigung zum gesundheitsfordernden Verhalten der Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen zu Ziel haben“ (Badura et al., 2010, S. 33).
Mario A. Pfannstiel und Harald Mehlich definieren das Betriebliche Gesundheitsmana-gement wie folgt: „Die Entwicklung und Einführung eines Betrieblichen Gesundheits-managements ist eng verknüpft mit gesundheitsförderlichen Strukturen und Prozessen und der Befähigung der Mitarbeiter, sich eigenverantwortlich und gesundheitsgewusst in ei-nem Unternehmen zu verhalten. Ziel von Maßnahmen zum systematischen und struktu-rierten BGM ist die Reduzierung von Belastungen bei den Mitarbeitern.“ (Mehlich & Pfannstiel, 2016, S. 5).
Das Deutsche Institut für Forschung schreibt in seiner Publikation (2012) zum BGM fol-gende Zeilen: „systematische sowie nachhaltige Schaffung und Gestaltung von gesund-heitsförderlichen Strukturen und Prozessen einschließlich der Befähigung der Organisa-tionsmitglieder zu einem eigenverantwortlichen, gesundheitsbewussten Verhalten“ (Deutsches Institut für Forschung, 2012, S. 7).
Alle drei Definitionen stellen die Gesundheit der eigenen Mitarbeiter als elementares Ziel des Betrieblichen Gesundheitsmanagements dar. Gesunde Mitarbeiter und die Arbeitsfä-higkeit dieser sind somit wichtige Ziele von Unternehmen, die durch die Umsetzung eines ganzheitlichen Managementprozesses erreicht werden können (GKV, 2021).
Elemente des BGM sind der Arbeits- und Gesundheitsschutz, das Betriebliche Eingliede-rungsmanagement (BEM) zur Überwindung der Arbeitsunfähigkeit im Unternehmen und zur Verhinderung von Fehlzeiten und die Betriebliche Gesundheitsförderung (BGF) zur Umsetzung geplanter Maßnahmen zur Förderung der Gesundheit der Belegschaft (mod. nach Mehlich & Pfannstiel, 2016, S. 6). Auch das digitale BGM wird als Element des BGM angesehen (Matusiewicz & Kaiser, 2018, S. 2). Eine nähere Darstellung der Ele-mente folgt im weiteren Verlauf des dritten Kapitels.
Generell wird im BGM zwischen zwei Schwerpunkten gesundheitsfördernder Interven-tionen unterschieden: Verhältnisbezogene und verhaltensbezogene Maßnahmen. Unab-hängig von dem in der Diagnose festgestellten Bedarf sollten aber beide Maßnahmen als
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung und Problemstellung: Dieses Kapitel führt in den Kontext des raschen Wandels in der Arbeitswelt ein, thematisiert steigende psychische Anforderungen, den demografischen Wandel und dessen Auswirkungen auf Arbeitgeber und Arbeitnehmer.
2 Zielsetzung: Hier werden die Forschungsziele der Arbeit definiert, die sich auf die Analyse der aktuellen Unternehmenssituation mittels Online-Fragebogen und die Herausarbeitung von Potenzialen und Risiken der Arbeitswelt 4.0 und New Work für die Mitarbeitergesundheit konzentrieren.
3 Gegenwärtiger Kenntnisstand: Das Kapitel bietet einen umfassenden theoretischen Überblick über Schlüsselthemen wie Betriebliches Gesundheitsmanagement, psychische Belastungen und Erkrankungen, die Arbeitswelt 4.0, New Work, Homeoffice sowie Work-Life-Balance und Work-Life-Blending.
4 Methodik: Die methodische Vorgehensweise der Master-Thesis wird erläutert, welche eine quantitative empirische Forschung basierend auf einem Online-Fragebogen umfasst, inklusive Datenerhebung, -analyse und Einordnung der Rechercheergebnisse.
5 Ergebnisse: Dieses Kapitel präsentiert die Resultate der quantitativen Online-Befragung, gegliedert nach Themen wie Arbeitgeberunterstützung im Homeoffice, Austausch mit Kollegen, persönliche und zeitliche Auswirkungen auf die Umfrageteilnehmer.
6 Diskussion: Die Ergebnisse der Studie werden im Lichte der zuvor aufgestellten Hypothesen interpretiert und kritisch reflektiert, wobei auch Potenziale und Risiken für die Praxis sowie Anreize für zukünftige Forschungen diskutiert werden.
7 Zusammenfassung: Die Arbeit fasst zusammen, dass die digitale und flexible Arbeitswelt 4.0 neue Potenziale aber auch Risiken wie psychische Belastungen mit sich bringt und betont die Verantwortung von Arbeitgebern und der Gesellschaft, die Gesundheit der Arbeitnehmer langfristig zu schützen.
Schlüsselwörter
Arbeitswelt 4.0, New Work, Digitalisierung, Technikeinsatz, Homeoffice, Vernetztes Arbeiten, Betriebliches Gesundheitsmanagement (BGM), psychische Belastungen, psychische Erkrankungen, Work-Life-Balance, Work-Life-Blending, Flexibilisierung, Produktivität, Mitarbeitergesundheit, Fachkräftemangel.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht die Auswirkungen des rasanten Wandels in der Arbeitswelt, insbesondere durch Digitalisierung und New Work-Konzepte, auf die physische und psychische Gesundheit von Arbeitnehmern.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zentrale Themenfelder sind die Arbeitswelt 4.0, New Work, Homeoffice, Work-Life-Balance, Work-Life-Blending, psychische Belastungen und Erkrankungen sowie das Betriebliche Gesundheitsmanagement (BGM).
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Das primäre Ziel ist die Analyse der aktuellen Situation in Unternehmen mittels Online-Fragebogen, um Potenziale und Risiken der Arbeitswelt 4.0 und New Work für die Gesundheit der Arbeitnehmer zu identifizieren und herauszuarbeiten.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit verwendet eine quantitative empirische Forschungsmethode, basierend auf der Datenerhebung durch einen Online-Fragebogen.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Im Hauptteil werden die theoretischen Grundlagen wie Definitionen des Betrieblichen Gesundheitsmanagements, psychischer Belastungen und moderner Arbeitskonzepte (Arbeitswelt 4.0, New Work, Homeoffice) vorgestellt, die angewandte Methodik beschrieben und die Ergebnisse der Online-Befragung präsentiert.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird durch Schlüsselwörter wie Arbeitswelt 4.0, New Work, Digitalisierung, Homeoffice, psychische Belastungen, BGM, Work-Life-Balance und Flexibilisierung charakterisiert.
Welche Rolle spielt das Homeoffice in der Untersuchung?
Das Homeoffice ist ein zentraler Untersuchungsgegenstand, dessen Potenziale und Risiken für die Gesundheit der Arbeitnehmer, den Austausch mit Kollegen, die Work-Life-Balance und die Produktivität evaluiert werden.
Welche potenziellen Risiken der modernen Arbeitswelt werden identifiziert?
Als Risiken werden Vereinsamung im Homeoffice, fehlende Unterstützung durch Arbeitgeber und Führungskräfte, die Verschmelzung von Arbeits- und Privatleben (Work-Life-Blending) mit der daraus resultierenden mangelnden Erholung und steigende psychische Belastungen genannt.
Welche Potenziale der modernen Arbeitswelt werden aufgezeigt?
Zu den Potenzialen gehören erhöhte Flexibilität, bessere Vereinbarung von Privat- und Berufsleben, Zeitersparnis durch den Wegfall von Pendelzeiten und die Möglichkeit zur Selbstregulation der Arbeitsumgebung.
Wie wird der Erfolg eines Betrieblichen Gesundheitsmanagements (BGM) in dieser Arbeit beschrieben?
Ein erfolgreiches BGM wird als kontinuierlicher Prozess mit vielen Teildisziplinen beschrieben, der positive Auswirkungen auf Fluktuation, Produktivität, Mitarbeiterzufriedenheit und die Kosten-Nutzen-Bilanz eines Unternehmens haben kann.
- Citar trabajo
- Yannis Deters (Autor), 2022, Belastungen Arbeitswelt 4.0 & New Work. Digitalisierung, Technikeinsatz, Homeoffice und vernetztes Arbeiten, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1666126