Analyse eines ethnisch-religiösen Konflikts am Fallbeispiel Kosovo


Hausarbeit, 2009
13 Seiten

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Konflikt Ursachen

3. Die Bedeutung des Kosovos für Serbien

4. Die Schlacht auf dem Amselfeld

5. Das Königreich der Serben, Kroaten und Slowenen

6. Titos Jugoslawien

7. Der politische Aufstieg von Milosevic

8. Rugova vs. UCK

9. Krieg in dem Kosovo

10. Fazit

11. Literatur

1. Einleitung

Anfang der 80er Jahre beginnt der Zerfall Jugoslawiens. Mit dem Tod des jugoslawischen Präsidenten Tito starb auch die Ideologie der Brüderlichkeit und Eintracht. Diese Ideologie überdeckte das nationalistische Vorhaben, vor allem der Serben, der Nationen im Vielvölkerstaat Jugoslawien.

Die Nationalpolitischen Gefühle der Serben wurden 1986 durch die serbische Akademie der Wissenschaft und Künste sichtbar. Die Akademie der Wissenschaft und Künste fertigte ein Memorandum über die Lage der Serben in Jugoslawien aus. In diesem Memorandum wird die Propaganda verbreitet, dass das Land wo Serben leben den Serben gehört.

Dabei wird das Kosovo zur Lebensfrage der serbischen Nation gemacht.

Der politische Aufstieg Milosevics ist eng mit der Kosovo-Frage verbunden. 1986 übernahm er die Parteiführung in Serbien. 1987 wurde er nach Kosovo geschickt um die Lage nach den Massenprotesten, zu beruhigen, doch er stellt sich an die Seite der Serben im Kosovo, da verrat er seinen politischen Ziehvater und Präsidenten Ivan Stambolic, der ihm blind vertraute.

Am 24. März 1999 wurde erstmals in der Geschichte ein souveräner Staat von der Nato angegriffen. Die Luftschläge richteten sich gegen die militärische und zivile Infrastruktur Serbiens. Das Ziel der Intervention, nach dem alle Friedensverhandlungen gescheitert waren, war die Unterdrückung der Kosovo Albaner zu unterbinden. Ein weiteres Ziel der Nato war eine Destabilisierung Südosteuropas zu verhindern. Es drohte der Funke des Konflikts nach Bosnien und Herzegowina und Mazedonien über zu springen.

In dieser Hausarbeit werden die wichtigen Aspekt und Hintergründe des Kosovo-Konflikts hervorgebracht. Dabei wird die Bedeutung des Kosovos durch die Geschichte erläutert sowie die Machtergreifung in Serbien durch Slobodan Milosevic. Es wird auch das vorgehen des serbischen Regimes und die albanische Reaktion auf diese bearbeitet. Der Fokus dieser Arbeit richtet sich auf das Problematik in Jugoslawien im 20. Jahrhundert.

2. Konflikt Ursachen

Um ein vollständiges Bild über den Kosovo-Konflikt zu bekommen ist von großer Bedeutung in die Geschichte zu gehen um die Lage der Kosovo-Albaner zu erläutern.

Die kulturellen, religiösen, ethnischen, historischen Unterschiede waren nicht in erster Linie der Grund für den Zerfall Jugoslawiens. Die Zuspitzung und der Gebrauch dieser Gegensätze führten zu den Konflikten, die in Kriegen mündeten, und schließlich zum Zerfall Jugoslawiens. Dabei spielte Slobodan Milosevic die Hauptrolle.

Das serbische und jugoslawische Parlament verabschiedete Gesetze, die zum Ziel haben das albanische Volk zu zerstreuen. Ihnen wurden Arbeitsplätze in anderen Teilrepubliken Jugoslawiens angeboten.„Schließlich wurden Kaufverträge annulliert, die aus dem Kosovo abwandernde Serben mit Albanern geschlossen hatten. Schon 1989 war Kosovo-Albanern per Gesetz auferlegt worden, den geplanten Kauf oder Verkauf von Besitz, vor allem Grundbesitz, zuvor von den serbischen Behörden genehmigen zu lassen.“[1]

Die Medien in Serbien spielen eine sehr große Rolle in den Konflikten in Jugoslawien indem sie die serbischen Verbrechen in Bosnien und Herzegowina und Kroatien als Heldentaten anpreisen. Die Kriegsverbrecher wie beispielsweise Milosevic, Mladic, Seselj, Karadzic oder Hadzic werden als Helden vorgestellt. Nur mit großer Mühe und Zugeständnissen werden die Kriegsverbrecher an das Haager Kriegsverbrecher Tribunal ausgeliefert. Als der Premierminister SR Jugoslawiens Zoran Djindjic Milosevic an das Haager Kriegsverbrechertribunal auslieferte wurde er als Verräter bezeichnet, es wurden einige Attentate an ihm verübt. Schließlich wurde er in einem Attentat getötet.

„Es ist ein Hauptcharakteristikum der serbisch-albanischen Auseinandersetzung um das Vorrecht auf den Kosovo, daß diese Auseinandersetzung mit historischen Argumenten geführt wird.“[2]

1996 erreichte die Demütigung der Albaner einen neuen Höhepunkt, die Namen der Strassen wurden verändert, nun dürfte neben der serbischen Schriftweise auch die albanische auf die Schilder.„Das mag auf den Blick wie eine freundliche Geste der Serben erscheinen, entpuppt sich bei genauem Zusehen aber als weitere Demütigung der Albaner.“[3]

3. Die Bedeutung des Kosovos für Serbien

Der mittelalterliche serbische Staat reichte von Belgrad bis ins heutige Griechenland. Das Kosovo nahm eine zentrale Rolle in dem serbischen Staat, sogar das Oberhaupt der serbisch-orthodoxen Kirche hatte seinen Sitz in Kosovo, neben diesen gab es weitere Kirchen und Klöster verteilt im ganzen Kosovo. Dieser serbische Staat verstand sich als der Verteidiger des christlichen Europa gegen die kommende Macht der Türken. 1389 fand die Schlacht auf dem Amselfeld, die Türken siegten.

„Im Kosovo-Konflikt stoßen im wesentlichen – zumindest auf der ideologischen Ebene – zwei sich in hohem Maß gegenseitig ausschließende romantische Nationalismen aufeinander:

Die Albaner vertreten die These, dass sie die direkten Nachfahren der Illyrer sind, die ihrerseits bereits lange vor der slawischen Landnahme auf dem gesamten Balkan, einschließlich Kosovo, zu finden waren.

Die offizielle serbische Historiographie wiederum bestreitet die These von der illyrisch-albanischen Kontinuität.(...) Darüber hinaus, so die serbische Argumentation, sei zur Zeit der Hochblüte des mittelalterlichen serbischen Reiches das Kosovo das politische, wirtschaftliche und religiöse Herzland des Serbentums gewesen und deshalb besitze das Kosovo für die Serben eine ähnliche Bedeutung wie der Jerusalem für die Juden.“[4]

Nach der Eroberung des serbischen Staates anno 1459 durch die Türken konvertierten immer mehr Albaner zum Islam was ihnen die Serben verübelten, denn die Osmanen waren ihr gemeinsamer Erzfeind.

[...]


[1] Rüb, Kosovo, Ursachen und Folgen eines Krieges, S. 53.

[2] Lange, Klaus, der Kosovo-Konflikt, S. 6.

[3] Rüb, Kosovo, Ursachen und Folgen eines Krieges, S. 58.

[4] Lange, Klaus, der Kosovo-Konflikt, S. 6f.

Ende der Leseprobe aus 13 Seiten

Details

Titel
Analyse eines ethnisch-religiösen Konflikts am Fallbeispiel Kosovo
Hochschule
Hochschule für Politik München
Autor
Jahr
2009
Seiten
13
Katalognummer
V166656
ISBN (eBook)
9783640830039
ISBN (Buch)
9783640830336
Dateigröße
496 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
analyse, konflikts, fallbeispiel, kosovo
Arbeit zitieren
Muhamed Jugo (Autor), 2009, Analyse eines ethnisch-religiösen Konflikts am Fallbeispiel Kosovo, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/166656

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