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Performativer Materialismus. Ein Konzept für die Situationsanalyse?

Titel: Performativer Materialismus. Ein Konzept für die Situationsanalyse?

Hausarbeit , 2023 , 16 Seiten , Note: 1,3

Autor:in: Luisa Wittenbrink (Autor:in)

Pädagogik - Erwachsenenbildung
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Die Modulabschlussarbeit beleuchtet das theoretische Konzept des performativen Materialismus nach Karen Barad und untersucht dessen Potenzial als Grundlage für die Situationsanalyse nach Adele Clarke. Im Fokus steht die Verknüpfung naturwissenschaftlich-philosophischer Ansätze mit sozialwissenschaftlicher Methodik. Dabei wird gezeigt, wie die Verflechtung menschlicher und nichtmenschlicher Entitäten neue Perspektiven für Forschungsansätze in der Sozialpädagogik eröffnet.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

  • 1. Einleitung
  • 2. Der performative Materialismus nach Karen Barad (8 Seiten)
    • 2.1 die Grundidee des performativen Materialismus
    • 2.2 Bohr, Heisenberg und die Quantenmechanik
    • 2.3 Intra-Aktionen und Verflechtungen
    • 2.4 der agentielle Realismus
  • 3. Der performativem Materialismus als Ansatz für die Situationsanalyse
  • 4. Fazit
  • 5. Literaturverzeichnis

Zielsetzung & Themen

Diese Hausarbeit untersucht detailliert den performativen Materialismus nach Karen Barad, dessen Grundannahmen und Konzepte erläutert werden. Das Hauptziel ist die Verknüpfung von Barads Theorie mit der Situationsanalyse nach Adele Clarke, um zu analysieren, inwiefern der Neue Materialismus in dieser Methodik berücksichtigt werden kann und welche Potenziale eine Übertragung auf den performativen Materialismus bietet.

  • Performativer Materialismus nach Karen Barad
  • Quantenphysikalische Erkenntnisse und philosophische Konzepte
  • Situationsanalyse nach Adele Clarke
  • Hinterfragung von Subjekt-Objekt-Dualitäten
  • Materie-Diskurs-Verhältnis und Intra-Aktionen
  • Agentieller Realismus und Agentialität von Materie

Auszug aus dem Buch

die Grundidee des performativen Materialismus

Die materialistischen Ansätze von Karen Barad sind unter sowohl wissenschaftlichen als auch philosophischen Einflüssen entstanden. Wie auch bei anderen Denkansätzen der Neuen Materialismen stellt Barad die Beziehung zwischen Materie und Diskurs in den Vordergrund. Dabei beschreibt sie die enge Verbindung von Materie und ihr zugeschriebener Bedeutungen. „They are inextricably fused together, and no event, no matter how energetic, can tear them asunder” (Barad 2007: 3). Im diesem Kontext wird stark auf die enge Verbindung von physischer Realität und ihrer Wahrnehmung hingewiesen. Materielle und dem symbolische Aspekte ergeben nach Barads Ansätzen eine untrennbare Einheit und damit einen starken Bedeutungszusammenhang. In

einem ähnlichen untrennbaren Verhältnis stehen darüber hinaus die materielle Welt und die sozialen Praktiken. Barad argumentiert, dass sich die Grenzen zwischen dem Beobachter und dem Beobachteten, also dem Subjekt und dem Objekt, in einem kontinuierlichen Prozess der wechselseitigen Verflechtung verbinden. Mit dem Terminus Intra-Aktionen hebt sie den aktiven Charakter diese Verflechtungen hervor. Nach Barad wird Wissen nicht nur durch Beobachtungen erlangt, vielmehr werden Wissen und Realität durch spezifische Praktiken und Diskurse erzeugt. Die individuelle Wahrnehmung von Realität wird dabei durch Sprache, soziale Normen und wissenschaftliche Methoden geformt. Wissen kann also niemals objektiv sein, sondern ist immer subjektiv durch soziale und diskursive Einflüsse geprägt. Barad will durch die Hervorhebung von Verflechtungen und Beziehungen zwischen Mensch und Materie die erschafften Grenzen etwa zwischen Subjekt und Objekt, Natur und Kultur oder Wissenschaft und Gesellschaft überwinden.

Der Begriff performativ beschreibt die Idee, dass Sprache und Handlung miteinander verbunden sind. So wird beim Sprechen nicht nur eine Information an ein Gegenüber übertragen, vielmehr bedingt das Sprechen an sich eine Aktion oder Veränderung. Mit der Bezeichnung des performativen Materialismus wird die Verknüpfung erzeugt, dass Sprache, Diskurs und Materialität miteinander verflochten sind und zusammen eine Realität konstituieren. Das bedeutet, dass durch die Art und Weise, wie über die Welt gesprochen wird, die eigene Wahrnehmung und Vorstellung von Realität umgestaltet werden kann. Diese Umgestaltung geschieht durch immer wiederkehrende Prozesse und ist nie endgültig. Auch Wissen wird in diesem Zusammenhang als aktive Handlung betrachtet, durch welche die Realität stetig neu strukturiert und geformt wird. Der performative Materialismus betont also, dass Sprache und Handlungen nicht nur Repräsentationen der Welt sind, sondern eine aktive Rolle in der Gestaltung und Erschaffung von Realität spielen.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Dieses Kapitel stellt den Kontext der Arbeit dar, führt in das Thema des performativen Materialismus ein und skizziert die Forschungsfrage sowie die Struktur der Untersuchung.

2. Der performative Materialismus nach Karen Barad: Dieser Hauptteil widmet sich der detaillierten Einführung in Karen Barads performativen Materialismus und dessen Positionierung innerhalb der Neuen Materialismen.

2.1 die Grundidee des performativen Materialismus: Hier werden die Kernkonzepte des performativen Materialismus, die untrennbare Verflechtung von Materie und Diskurs sowie die Bedeutung von Intra-Aktionen erläutert.

2.2 Bohr, Heisenberg und die Quantenmechanik: Das Kapitel beleuchtet die physikalischen Grundlagen, insbesondere die Arbeiten von Bohr und Heisenberg zur Quantenmechanik, und deren Relevanz für Barads philosophische Überlegungen.

2.3 Intra-Aktionen und Verflechtungen: Dieses Kapitel vertieft das Verständnis von Intra-Aktionen, Apparaten und Phänomenen als dynamische, wechselseitige Beziehungen, die Realität und Wissen aktiv formen.

2.4 der agentielle Realismus: Hier wird das Konzept des agentiellen Realismus vorgestellt, das die aktive Handlungsfähigkeit von Materie betont und dessen enge Verbindung zum performativen Materialismus aufzeigt.

3. Der performativem Materialismus als Ansatz für die Situationsanalyse: In diesem Kapitel wird der performative Materialismus mit der Situationsanalyse nach Adele Clarke verknüpft und die Potenziale für eine erweiterte Forschungsperspektive diskutiert.

4. Fazit: Das Fazit fasst die zentralen Erkenntnisse der Arbeit zusammen und beleuchtet die Bedeutung des performativen Materialismus für zukünftige Forschungsprojekte, insbesondere im Kontext der Situationsanalyse.

Schlüsselwörter

Performativer Materialismus, Karen Barad, Situationsanalyse, Neue Materialismen, Quantenmechanik, Bohr, Heisenberg, Intra-Aktionen, Agentieller Realismus, Materie-Diskurs-Verflechtung, Subjekt-Objekt-Dualismus, Agentialität, Akteur-Netzwerk-Theorie, Forschungsmethodik, Sozialpädagogik

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit beschäftigt sich mit dem performativen Materialismus nach Karen Barad und dessen Anwendung sowie den Implikationen für die Situationsanalyse, um ein erweitertes Verständnis von Realität und Forschungsmethodik zu ermöglichen.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zentrale Themenfelder sind der performative Materialismus, die Quantenphysik, philosophische Konzepte, die Situationsanalyse, die Überwindung traditioneller Dualismen (Subjekt/Objekt, Materie/Diskurs) und der agentielle Realismus.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das primäre Ziel ist die Untersuchung und Darstellung des performativen Materialismus und dessen Verknüpfung mit der Situationsanalyse. Die Forschungsfrage lautet, inwiefern der Neue Materialismus in der Situationsanalyse mitgedacht wird und welche Möglichkeiten es bezüglich einer Übertragung auf den performativen Materialismus gibt.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit diskutiert die Situationsanalyse als methodischen Ansatz und untersucht deren Verbindung zum performativen Materialismus, um neue Perspektiven für Forschungsvorhaben zu eröffnen.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Im Hauptteil werden der performative Materialismus nach Karen Barad, seine Grundideen, die physikalischen Einflüsse von Bohr und Heisenberg, Konzepte wie Intra-Aktionen und der agentielle Realismus detailliert dargelegt.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird charakterisiert durch Schlüsselwörter wie Performativer Materialismus, Karen Barad, Situationsanalyse, Intra-Aktionen, Agentieller Realismus und Materie-Diskurs-Verflechtung.

Wie fordert Karen Barads Arbeit traditionelle Dualismen heraus?

Karen Barad hinterfragt mit ihrem performativen Materialismus die traditionellen Trennungen zwischen Subjekt und Objekt, sowie zwischen Materie und Diskurs, indem sie diese als untrennbar verflochtene Einheiten betrachtet, die sich in einem kontinuierlichen Prozess gegenseitig beeinflussen.

Was ist die Bedeutung von „Intra-Aktionen“ in Barads performativem Materialismus?

„Intra-Aktionen“ beschreiben bei Barad dynamische, wechselseitige Verflechtungen zwischen verschiedenen Entitäten (menschlich und nicht-menschlich), die aktiv Identitäten und Bedeutungen hervorbringen und nicht bloße Interaktionen zwischen isolierten Objekten sind.

Wie ist der „agentielle Realismus“ mit dem performativen Materialismus verbunden?

Der agentielle Realismus ist eng mit dem performativen Materialismus verknüpft, da beide Theorien die aktive Handlungsfähigkeit (Agentialität) von Materie betonen und die dynamischen Wechselwirkungen zwischen allen Elementen der Welt als konstitutiv für die Realität ansehen.

Welche Rolle spielen Apparate im performativen Materialismus nach Barad?

Apparate sind nach Barad keine neutralen Werkzeuge, sondern „welterzeugende Praktiken“, die als dynamische Netzwerke soziale, diskursive und materielle Elemente verbinden, Phänomene hervorbringen und aktiv die Wahrnehmung von Realität mitgestalten.

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Details

Titel
Performativer Materialismus. Ein Konzept für die Situationsanalyse?
Hochschule
Universität Osnabrück  (Sozialpädagogik)
Veranstaltung
Sozialpädagogische Forschung
Note
1,3
Autor
Luisa Wittenbrink (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2023
Seiten
16
Katalognummer
V1666774
ISBN (PDF)
9783389163054
ISBN (Buch)
9783389163061
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Performativer Materialismus Materialismus sozialpädagogische Forschung Forschung Sozialpädagogik Situationsanalyse Konzept Karan Barad Bohr Heisenberg Quantenmechanik Intra-Aktionen agentieller Realismus Realismus
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Luisa Wittenbrink (Autor:in), 2023, Performativer Materialismus. Ein Konzept für die Situationsanalyse?, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1666774
Blick ins Buch
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