Die Entwicklung schriftlicher Sprachkompetenz stellt im DaF-Unterricht eine zentrale Herausforderung dar, insbesondere auf elementarem Niveau (A2), wo grundlegende kommunikative Fähigkeiten vermittelt und überprüft werden sollen. Der Gemeinsame Europäische Referenzrahmen für Sprachen (GERfS) bietet hierfür standardisierte Kompetenzbeschreibungen, die als Grundlage für niveaugerechte Aufgaben, und Testentwicklung dienen. Ziel der vorliegenden Arbeit ist es, anhand des Themas „Essen und Trinken“ exemplarische Testaufgaben zur Überprüfung schriftlicher Sprachaktivitäten zu konzipieren, durchzuführen und zu evaluieren.
Der Fokus liegt dabei auf einer altersgerechten Lerngruppe von 12 bis 13- jährigen DaF-Lernenden auf dem Niveau A2. Die Aufgabengestaltung basiert an aktuellen testtheoretischen Standards (Grotjahn 2001), an den kommunikativen Anforderungen des GERfS sowie an lernpsychologischen und didaktischen Prinzipien der Schreibförderung. Die Bewertung erfolgt mithilfe einer holistischen Skala, wobei insbesondere die Verständlichkeit, die Aufgabenangemessenheit und der Wortschatz im Mittelpunkt der Analyse stehen. Ziel ist es, die schriftlichen Kompetenzen der Lernenden differenziert zu erfassen und einen Beitrag zur Entwicklung praxistauglicher Evaluationsinstrumenten im schulischen DaF-Kontext zu leisten.
Inhaltsverzeichnis
- 0. Einleitung
- 1. Kommunikative Sprachkompetenz
- 1.1 Allgemeine und kommunikative Kompetenzen
- 1.2 Kommunikative Sprachkompetenz.
- 1.3 Schriftsprachliche Fertigkeiten im DaF-Unterricht.
- 1.4 Schriftsprachliche Aktivitäten im Gemeinsamen Europäischen Referenzrahmen
- 2. Einübung der Schriftsprachkompetenz
- 2.1 Schreibprozesse und didaktische Zielsetzungen.
- 2.2 Übungs- und Aufgabenformate im Schreibunterricht
- 3. Testtheorie und Bewertung im Kontext schriftlicher Sprachkompetenz
- 3.1 Gütekriterien und Testarten im Bereich schriftlicher Sprachtests.
- 3.2 Bewertung schriftlicher Leistungen: Holistische und analytische Verfahren
- 4. Test der schriftlichen Kompetenz.
- 4.1 Schriftliche Produktion im GERfS
- 4.2 Entwicklung von Tests zur schriftlichen Sprachkompetenz.
- 5. Aufgaben für des Testen schriftlicher Kompetenz.
- 5.1 Die Lernergruppe und ihre Rahmenbedingungen
- 5.2 Testaufgaben und Bewertungsskalen
- 6. Evaluation und Reflexion
- 7. Fazit
- 8. Zusammenfassung und Ausblick.
- 9. Literaturverzeichnis.
- Anhang
- Anhang I
- Anhang II
- Anhang III.
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Abschlussarbeit befasst sich mit der zentralen Herausforderung der Entwicklung und Überprüfung schriftlicher Sprachkompetenz im DaF-Unterricht auf dem Niveau A2. Ihr primäres Ziel ist es, exemplarische Testaufgaben zum Thema „Essen und Trinken“ für eine altersgerechte Lerngruppe von 12- bis 13-jährigen DaF-Lernenden zu konzipieren, durchzuführen und zu evaluieren, um einen Beitrag zur Entwicklung praxistauglicher Evaluationsinstrumente zu leisten.
- Entwicklung und Überprüfung schriftlicher Sprachkompetenz im DaF-Unterricht auf Niveau A2.
- Konzeption, Durchführung und Evaluation exemplarischer Testaufgaben zum Thema „Essen und Trinken“.
- Anwendung testtheoretischer Standards und Prinzipien des Gemeinsamen Europäischen Referenzrahmens für Sprachen (GERfS).
- Analyse und Bewertung schriftlicher Leistungen mittels holistischer und analytischer Verfahren.
- Fokus auf altersgerechte DaF-Lernende im Alter von 12-13 Jahren.
- Beitrag zur Entwicklung praxistauglicher Evaluationsinstrumente im schulischen DaF-Kontext.
Auszug aus dem Buch
3.1 Gütekriterien und Testarten im Bereich schriftlicher Sprachtests
Sprachtests stellen zentrale Instrumente zur Erfassung sprachlicher Kompetenzen dar und finden Anwendung in Unterricht, Diagnostik und Forschung. Sie dienen vorrangig der Entscheidungsfindung auf individueller, gruppenbezogener oder programmatischer Ebene (Grotjahn 2001: 123). Die Tests lassen sich nach Zielsetzung in Zulassungs-, Einstufungs-, Diagnostik-, Lernfortschritts- und Kursabschlusstests sowie Selbstevaluationsinstrumente gliedern. Auch die getesteten Fertigkeiten (z.B. Schreiben) und Aufgabentypen (z.B. Multiple Choice, Lückentext, freier Aufsatz) differenzieren die Testformate.
Eine zentrale Unterscheidung besteht zwischen formellen (standardisierten) und informellen (unterrichtsintegrierten) Tests. Erstere sind wissenschaftlich validiert und unterliegen methodischen Qualitätsanforderungen wie Objektivität, Reliabilität und Validität (Grotjahn 2001: 91-108), während letztere diagnostisch oder formativer Natur sind. Zusätzlich differenziert Grotjahn (2001: 111-114) Kompetenztests (Fokus auf Sprachwissen) und Performanztests (Fokus auf sprachliches Handeln in realen Kontexten). Auch die Teststruktur ist relevant: direkte Tests (z.B. Schreibaufträge) erfassen die Leistung unmittelbar, indirekte Tests (z.B. Cloze-Test) dagegen über Indikatoren. Weitere wichtige Typen sind integrative Tests (z.B. C-Test), die mehrere Teilkompetenzen erfassen, und Discrete-Point-Test, die isolierte Sprachphänomene testen (Grotjahn 2001: 117-118).
Normorientierte Tests vergleichen Lernenden mit einer Referenzgruppe, kriteriumsorientierte Tests prüfen dagegen die Zielerreichung eines festgelegten Standards (z.B. GERfS-Niveau A2) (Grotjahn 2001: 119-120). Die Wahl des Testformats richtet sich stets nach dem Ziel, die Zielgruppe und dem Kontext.
Die Gütekriterien eines gelungenen Sprachtests umfassen: Objektivität (Durchführung, Auswertung, Interpretation), Reliabilität (Messgenauigkeit), Validität (inhaltliche und konstruktive Passung des Tests zum Ziel) (Wiedenmayer 2005: 27). Nebenkriterien wie Praktikabilität, Transparenz, Normierung, Nützlichkeit (inkl. Washback-Effekt und Authentizität) vervollständigen die Anforderungen an Testinstrumente (Grotjahn 2001: 107-108).
Die Entwicklung schriftlicher Sprachtests erfolgt nach vier Phasen: Planung, Pilotierung, Anwendung und Evaluation (Grotjahn 2001: 145-146). Insbesondere bei schriftlichen Kompetenzen ist eine passgenaue Aufgabenentwicklung auf Grundlage der GERfS Kompetenzskalen wesentlich.
Zusammenfassung der Kapitel
0. Einleitung: Dieses Kapitel führt in die Problematik der Entwicklung schriftlicher Sprachkompetenz im DaF-Unterricht auf Niveau A2 ein und formuliert das Ziel, exemplarische Testaufgaben zum Thema „Essen und Trinken“ zu konzipieren und zu evaluieren.
1. Kommunikative Sprachkompetenz: Hier werden die allgemeinen und kommunikativen Kompetenzen nach dem GERfS erläutert und die Bedeutung schriftsprachlicher Fertigkeiten sowie relevanter Aktivitäten im DaF-Unterricht dargelegt.
2. Einübung der Schriftsprachkompetenz: Das Kapitel behandelt Schreibprozesse und didaktische Zielsetzungen im Fremdsprachenunterricht und stellt verschiedene Übungs- und Aufgabenformate für die Schreibförderung vor.
3. Testtheorie und Bewertung im Kontext schriftlicher Sprachkompetenz: Dieses Kapitel widmet sich den Gütekriterien und unterschiedlichen Testarten im Bereich schriftlicher Sprachtests sowie den holistischen und analytischen Verfahren zur Bewertung schriftlicher Leistungen.
4. Test der schriftlichen Kompetenz: Es werden die Anforderungen an die schriftliche Produktion auf A2-Niveau gemäß GERfS beschrieben und die Prinzipien der Entwicklung von Tests zur schriftlichen Sprachkompetenz dargestellt.
5. Aufgaben für des Testen schriftlicher Kompetenz: In diesem Kapitel werden die konkreten Testaufgaben zur Überprüfung schriftlicher Kompetenzen für die spezifische Lernergruppe vorgestellt und die angewandten Bewertungsskalen erläutert.
6. Evaluation und Reflexion: Dieses Kapitel evaluiert die entwickelten Testaufgaben und reflektiert ihre Umsetzung im Unterrichtskontext, wobei die Erfüllung der Gütekriterien sowie Herausforderungen und Potenziale der Aufgaben hervorgehoben werden.
7. Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse der Arbeit zusammen, bestätigt die Wirksamkeit der entwickelten Aufgaben und der holistischen Bewertung zur Förderung und Überprüfung schriftsprachlicher Kompetenzen auf A2-Niveau.
8. Zusammenfassung und Ausblick: Dieses Kapitel resümiert die Hauptaussagen der Arbeit und gibt Empfehlungen für zukünftige Entwicklungen, insbesondere die Integration digitaler Formate und alltagsnaher Schreibanlässe.
Schlüsselwörter
DaF-Unterricht, schriftliche Sprachkompetenz, Niveau A2, Testentwicklung, holistische Bewertung, Lernzielüberprüfung, GERfS (Gemeinsamer Europäischer Referenzrahmen für Sprachen), Schreibprozesse, Aufgabenformate, Gütekriterien, Sprachprüfung, Evaluation, jugendliche Lernende, Deutsch als Fremdsprache, didaktische Zielsetzungen.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der Entwicklung, Durchführung und Evaluation von Testaufgaben zur Förderung und Überprüfung schriftlicher Sprachkompetenzen im Deutsch als Fremdsprache (DaF)-Unterricht auf dem Niveau A2.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zentrale Themenfelder sind die schriftliche Sprachkompetenz, Testtheorie, holistische und analytische Bewertung, der Gemeinsame Europäische Referenzrahmen für Sprachen (GERfS) und die didaktische Konzeption von Schreibaufgaben.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Das primäre Ziel ist die Konzeption, Durchführung und Evaluation exemplarischer Testaufgaben zum Thema „Essen und Trinken“ für 12- bis 13-jährige DaF-Lernende auf A2-Niveau, um deren schriftliche Kompetenzen differenziert zu erfassen und praxistaugliche Evaluationsinstrumente zu entwickeln.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf testtheoretischen Standards (Grotjahn 2001) und den kommunikativen Anforderungen des GERfS, wobei die Bewertung mithilfe einer holistischen Skala erfolgt und die Entwicklung in Phasen wie Planung, Pilotierung, Anwendung und Evaluation gegliedert ist.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil behandelt die theoretischen Grundlagen kommunikativer Sprachkompetenz, die Einübung schriftsprachlicher Kompetenzen, Aspekte der Testtheorie und Bewertung schriftlicher Leistungen, die spezifische Entwicklung und Anwendung von Tests der schriftlichen Kompetenz sowie konkrete Aufgabenformate für die Testung.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Schlüsselwörter sind: DaF-Unterricht, schriftliche Sprachkompetenz, Niveau A2, Testentwicklung, holistische Bewertung, Lernzielüberprüfung, GERfS, Schreibprozesse, Aufgabenformate, Gütekriterien, Sprachprüfung, Evaluation, jugendliche Lernende.
Welche Rolle spielt der Gemeinsame Europäische Referenzrahmen (GERfS) in dieser Arbeit?
Der GERfS dient als grundlegendes Referenzsystem für die standardisierten Kompetenzbeschreibungen und kommunikativen Anforderungen auf Niveau A2, die zur niveaugerechten Aufgabengestaltung und Testentwicklung herangezogen werden.
Was sind die Hauptunterschiede zwischen holistischer und analytischer Bewertung schriftlicher Leistungen?
Die holistische Bewertung beurteilt den Text als Ganzes basierend auf einem Gesamteindruck, während die analytische Bewertung einzelne Kriterien wie Inhalt, Kohärenz, Sprachrichtigkeit und Ausdruck differenziert bewertet.
Welche spezifischen Herausforderungen zeigten sich bei der Anwendung der Testaufgaben?
Bei der Anwendung der Testaufgaben zeigten sich insbesondere Schwierigkeiten bei der Satzverknüpfung mit Konnektoren wie „weil“ oder „wie“ sowie bei der Verwendung themenrelevanter Wortbildungen, obwohl auch kreative Ansätze der Lernenden festgestellt wurden.
An welche Zielgruppe richten sich die entwickelten Testaufgaben und welche Rahmenbedingungen gab es?
Die Testaufgaben richten sich an eine homogene Lerngruppe von 12- bis 13-jährigen Jugendlichen mit Griechisch als Erstsprache, die sich auf A2-Niveau befinden, 3,5 Jahre Lernerfahrung haben und über digitale Kompetenzen sowie multimedial ausgestattete Klassenräume verfügen.
- Quote paper
- Olga Givanopoulou (Author), 2025, Schriftliche Sprachkompetenz im DaF-Unterricht auf dem Niveau A2, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1666871