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"Alle Revolutionen fressen ihre eigenen Kinder"

Der Untergang der SA und ihres Konzentrationslagers

Title: "Alle Revolutionen fressen ihre eigenen Kinder"

Term Paper , 2010 , 16 Pages

Autor:in: Svenja Gerbendorf (Author)

History of Germany - National Socialism, World War II
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Summary Excerpt Details

Im Anschluss an die verlorenen Reichstagswahlen 1932 wurden die Differenzen zwischen NSDAP und SA immer größer. Trotzdem war es möglich, dass sie nach dem Sieg der Wahlen von 1933 erfolgreich zusammenarbeiteten. Nach diesem Erfolg ging es jedoch bergab: Die SA fühlte sich benachteiligt und arbeitete nicht mehr im Sinne der Partei. Außerdem wollte Hitler die Reichswehr als gut ausgebildete Armee behalten, während Röhm die Bildung einer Volksmiliz vorschwebte – das Verhältnis verschlechterte sich zusehends. Die „Marburger Rede“ des Vizekanzlers von Papen, in der er die Missstände des Regimes anprangerte, führte Hitler schließlich zu der Schlussfolgerung, das so schnell wie möglich etwas geschehen müsse. So plante er die Beseitigung der Führungsspitze der bei Volk, Konservativen und inzwischen auch NSDAP verhassten SA. Dazu konstruierte er eine angebliche Verschwörung Röhms und seiner Mannen. Es folgte die Liquidierung und Inhaftierung aller ehemaligen und gegenwärtigen Feinde Hitlers, wie auch der SA-Spitze. Dadurch wurde ihm der Weg zu seiner Führerdiktatur vollends geebnet.
Von diesem extremen Machtverlust der SA waren unter anderem auch die Konzentrationslager betroffen, die unter ihrer Führung standen. So auch das KZ Oranienburg. Dieses Lager lag mitten in der Stadt, zwischen einem touristischen Anziehungspunkt und einer Wohnsiedlung, und das Gelände war von drei Seiten einsehbar. Die Stadt Oranienburg arbeitete mit dem KZ zusammen, gab ihm einen günstigen Kredit und konnte auf die billige Arbeitskraft der Inhaftierten vertrauen. Es wurde Lagergeld eingeführt und Häftlingskarteien wurden angefertigt. Mit körperlicher und psychologischer Folter wurde in der Vernehmungsabteilung gearbeitet. Ende des Jahres 1933 wurde das KZ als staatliches Konzentrationslager anerkannt. Wachmannschaften und Häftlinge setzten sich zum Großteil aus der selben Personengruppe zusammen: Zwischen 20 und 40 Jahren alt und zur Arbeiterschaft gehörend, wobei auffällig ist, dass im Wachpersonal, wie gehäuft in der SA, gescheiterte Existenzen zu finden waren. Da außerdem alle, ob Personal oder Inhaftierte, zum großen Teil aus Oranienburg oder der näheren Umgebung stammten, kannten sich viele untereinander und nicht selten wurden persönliche Rechnungen beglichen. Am 6. Juli 1934 wurde das Lager Oranienburg von der SS übernommen, die Häftlinge wurden entlassen oder in andere Kzs gebracht und am 14. Juli schloss das Lager.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

Einleitung

Röhm, die SA und die „Nacht der langen Messer“

… mitten in der Stadt – das KZ Oranienburg

Der Untergang der SA und ihres KZ

Zusammenfassung

Quellenangabe

Zielsetzung & Themen der Arbeit

Die vorliegende Arbeit untersucht die historischen Zusammenhänge zwischen dem Aufstieg und Fall der Sturmabteilung (SA) und dem Schicksal des frühen Konzentrationslagers Oranienburg. Das primäre Ziel ist es, die Entwicklung dieses Lagers im Kontext der Machtkonsolidierung des NS-Regimes zu analysieren und zu klären, warum das Lager trotz seiner Rolle als „staatliches KZ“ im Zuge der politischen Umwälzungen nach dem 30. Juni 1934 geschlossen wurde.

  • Biografische Skizze von Ernst Röhm und die Rolle der SA im NS-Staat
  • Die Entstehungsbedingungen und der Alltag im KZ Oranienburg
  • Strukturelle Unterschiede zwischen frühen „wilden“ Lagern und dem offiziellen KZ-System
  • Der Einfluss der „Nacht der langen Messer“ auf die Lagerorganisation
  • Vergleichende Analyse des Schicksals von SA-geführten Lagern (z.B. KZ Hohnstein)

Auszug aus dem Buch

...mitten in der Stadt – das KZ Oranienburg

„Auf dem Gelände einer ehemaligen Brauerei war es untergebracht. Es bestand aus 7 Schlafräumen, einem Tagesraum, einem zweistöckigen Verwaltungsgebäude, einem Büro, einer Materialkammer, einer Abortanlage und einem Waschraum. Dazu dann noch ein kopfsteinbepflasterter Hof, eine sogenannte Wiese (auf der die Gräser zu zählen waren), die Schlafräume der Wachmannschaften, die Küche und die Rasierstube. Das Gebäude war reichlich groß, vorne mit Tor und Mauer, auf der hinteren Seite lediglich mit spanischen Reitern gegen die Außenwelt abgesperrt, die unmittelbar daneben begann. Denn ringsum waren die Häuser Oranienburgs, so daß das Lager eigentlich inmitten der Stadt lag.“¹

So beschreibt der ehemalige Häftling des Konzentrationslagers Oranienburg, Henry Marx, sehr treffend den Ort seiner Pein. Das KZ Oranienburg, von der Ago-Elektrizitäts-Aktiengesellschaft von 1925 bis zur Weltwirtschaftskrise als Produktionsstätte von Radios benutzt, lag in direkter Nähe zu einem touristischen Anziehungspunkt, dem Oranienburger Schloss, an der sehr belebten Straße nach Berlin, im Zentrum der Stadt. Bis auf eine Seite war das Lager nur von Zäunen und Stacheldraht umgeben und somit von der benachbarten Wohnsiedlung gut einzusehen. Der Hof der ehemaligen Berliner Kindl-Brauerei, die noch immer eingetragener Eigentümer des Grundstücks war, wodurch das Lager auch unter dem Namen „KZ Alte Brauerei“ bekannt war, wurde als Apellplatz genutzt.

Zusammenfassung der Kapitel

Einleitung: Diese Einführung erläutert die Forschungsfrage bezüglich der Verflechtung von Ernst Röhm, der SA und dem KZ Oranienburg sowie die methodische Herangehensweise unter Nutzung von Zeitzeugenberichten.

Röhm, die SA und die „Nacht der langen Messer“: Dieses Kapitel zeichnet den Werdegang Ernst Röhms, den Aufbau der SA und die daraus resultierenden Spannungen mit der NSDAP und der Reichswehr bis hin zum „Röhm-Putsch“ nach.

… mitten in der Stadt – das KZ Oranienburg: Der Fokus liegt hier auf der Entstehung und Organisation des Lagers Oranienburg, einschließlich der Zusammenarbeit mit der Stadtverwaltung und dem Alltag der Inhaftierten.

Der Untergang der SA und ihres KZ: Das Kapitel analysiert die Übernahme des Lagers durch die SS nach dem 30. Juni 1934 und erläutert die Gründe für die spätere Schließung und Umstrukturierung im NS-Lagersystem.

Zusammenfassung: Hier werden die wesentlichen Ergebnisse der Arbeit synthetisiert und der Zusammenhang zwischen der politischen „Säuberung“ durch das Regime und dem Schicksal des KZ Oranienburg resümiert.

Quellenangabe: Dieses Kapitel listet die für die Untersuchung herangezogene Fachliteratur sowie die genutzten Internetquellen auf.

Schlüsselwörter

Ernst Röhm, SA, NSDAP, Konzentrationslager Oranienburg, Nacht der langen Messer, Zeitzeugenberichte, Nationalsozialismus, Schutzhaft, SS-Verfügungstruppe, KZ-Struktur, politische Gefangene, Oranienburg, Propaganda, Lagerorganisation, Historische Analyse

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?

Die Arbeit untersucht die Geschichte des Konzentrationslagers Oranienburg und dessen enge Verknüpfung mit dem Aufstieg und dem gewaltsamen Untergang der SA im Zuge des sogenannten „Röhm-Putsches“.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Die zentralen Themen sind die Biografie von Ernst Röhm, die Struktur der Sturmabteilung (SA), die Entwicklung der frühen nationalsozialistischen Konzentrationslager sowie die lokale Einbettung des KZ Oranienburg in das Stadtbild.

Was ist die primäre Forschungsfrage des Autors?

Die Arbeit fragt nach dem Zusammenhang zwischen der Machtentmachtung der SA durch das NS-Regime und der Auflösung des von ihr geführten KZ Oranienburg sowie den Gründen für dessen Vergessen in der späteren Erinnerungskultur.

Welche wissenschaftliche Methode wird in der Arbeit verwendet?

Die Autorin stützt ihre Untersuchung vorwiegend auf eine Literaturanalyse seit 1980 sowie auf die Auswertung authentischer Zeitzeugenberichte von ehemaligen Häftlingen des Lagers.

Welche Aspekte werden im Hauptteil der Arbeit detailliert behandelt?

Der Hauptteil behandelt die Entstehung des KZ Oranienburg im Jahr 1933, die Bedingungen der Lagerführung, die Zusammenarbeit mit der lokalen Wirtschaft sowie die Übernahme und Schließung durch die SS nach dem 30. Juni 1934.

Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit am besten?

Zu den prägenden Schlüsselwörtern zählen Ernst Röhm, SA, Konzentrationslager Oranienburg, „Nacht der langen Messer“, politische Gefangene und NS-Machtkonsolidierung.

Warum wurde das KZ Oranienburg von vielen Zeitgenossen als „wildes“ Lager missverstanden?

Aufgrund seiner frühen Entstehung und der Lage inmitten der Stadt wurde es oft fälschlich als inoffizielles Lager bezeichnet, obwohl es bereits 1933 als staatliches Konzentrationslager anerkannt war.

Welche Rolle spielte die Stadt Oranienburg bei der Aufrechterhaltung des KZ?

Die Stadtverwaltung kooperierte eng mit der Lagerleitung, gewährte Kredite und profitierte durch Arbeitseinsätze der Häftlinge, was das Lager wirtschaftlich in die städtische Infrastruktur integrierte.

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Details

Title
"Alle Revolutionen fressen ihre eigenen Kinder"
Subtitle
Der Untergang der SA und ihres Konzentrationslagers
College
University of Potsdam  (Historisches Institut)
Course
Proseminar: Die Verfolgung von Gegnern des NS-Regimes 1933 im Spiegel von Zeitzeugenberichten über ihre KZ-Haft im KZ Oranienburg aus den Jahren 1934 und 1935
Author
Svenja Gerbendorf (Author)
Publication Year
2010
Pages
16
Catalog Number
V166718
ISBN (eBook)
9783640832255
ISBN (Book)
9783640832910
Language
German
Tags
alle revolutionen kinder untergang konzentrationslagers
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Svenja Gerbendorf (Author), 2010, "Alle Revolutionen fressen ihre eigenen Kinder", Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/166718
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