Das Buch beinhaltet Unterrichtseinheiten und vorgefertigte Arbeitsblätter für Lehrer aus der Grundschule, Sek I und Sek II für die Arbeit im Tierpark. Es wird ein kurzer theoretischer Einstieg zum Thema gegeben und dann differenziert nach Schulstufen die Unterrichtseinheit mit dazugehörigen Arbeitsblättern angeboten. Zu dem Buch existiert auch ein Lösungsbuch, das die Vorbereitung für den Lehrer stark reduziert.
Die Arbeitsblätter in dem Buch sind größtenteils leistungsdifferenziert und zum Teil sprachsensibel gestaltet.
Das Buch bezieht sich auf den Tierpark in Berlin, kann aber als Anregung für die Arbeit im Tierpark auch für andere Tierparks genutzt werden. Weiterhin zeigt das Buch Möglichkeiten für Projektarbeit auf und gibt Anregungen für Alternative Prüfungsformen.
Der Autor ist Studiendirektor für Naturwissenschaft im Ruhestand. Er unterrichtete Biologie und Mathematik an der Berliner Schule und hat in diesem Zusammenhang viele Exkursionen mit Schülern an Außerschulischen Lernorten geplant und durchgeführt. Von 1998 bis 2006 unterrichtete er an der Deutschen Schule in Guatemala, in den Jahren von 2016 bis 2024 in Mexiko (Puebla).
Inhaltsverzeichnis
- 1. Einführung
- 2. Amphibien und „Reptilien“
- 2.1 Merkmale und Systematik von Amphibien und „Reptilien“
- 2.1.1 Merkmale von Amphibien und „Reptilien“ (Grundschule)
- 2.1.2 Verwandtschaft der Amphibien (Sek I)
- 2.1.3 Die Reptilien als paraphyletische Gruppe (Sek II)
- 2.2 Bedrohung der Amphibien und „Reptilien“
- 2.2.1 Gefährdete Arten und Gründe der Gefährdung (Grundschule)
- 2.2.2 Gefährdung und die Verantwortung des Tierparks (Sek I)
- 2.2.3 Gefährdete Amphibien und „Reptilien“ und der Regenwald (Sek II)
- 2.3 Gift
- 2.3.1 Gifte in Amphibien und „Reptilien“ und ihre Funktionen (Grundschule)
- 2.3.2 Gifte und ihre Funktionen bei Amphibien und „Reptilien“ (Sek I)
- 2.3.3 Gifte und ihre physiologischen Wirkungen (Sek II)
- 2.1 Merkmale und Systematik von Amphibien und „Reptilien“
- 3. Primaten
- 3.1 Systematik und Evolution der Primaten
- 3.1.1 Merkmale der Unterordnungen der Primaten (Grundschule)
- 3.1.2 Der Stammbaum der Anthropoidea (Echte Affen) (Sek I)
- 3.1.3 Der Stammbaum der Primaten und die Stellung des Koboldmakis (Sek II)
- 3.2 Sozialverhalten bei Primaten und Menschen
- 3.2.1 Beobachtungen von Verhaltensweisen der Dscheladas (Grundschule)
- 3.2.2 Vergleich der Verhaltensweisen bei Dschelada und Berberaffen (Sek I)
- 3.2.3 Homologe Verhaltensweisen bei Dschelada, Berberaffe, Mensch (Sek II)
- 3.1 Systematik und Evolution der Primaten
- 4. Raubtiere
- 4.1 Systematik und Evolution der Raubtiere
- 4.1.1 Familien der Raubtiere und ihre Eigenschaften (Grundschule)
- 4.1.2 Katzenartige und Hundeartige (Sek I)
- 4.1.3 Der Stammbaum der Raubtiere (Carnivora) (Sek II)
- 4.2 Anpassungen der Raubtiere an das Klima
- 4.2.1 Eisbär & Co. – Anpassung an Kälte (Grundschule)
- 4.2.2 Evolution der Raubtiere in kalten Klimazonen (Sek I)
- 4.2.3 Evolution und Physiologie für Anpassungen in kalten Klimazonen (Sek II)
- 4.3 Sozialformen der Raubtiere
- 4.3.1 Verschiedene Sozialformen bei Raubtieren (Grundschule)
- 4.3.2 Verschiedene Sozialformen als Anpassung bei Raubtieren (Sek I)
- 4.3.3 Verschiedene Sozialformen und Selektionsvor- und -nachteile (Sek II)
- 4.1 Systematik und Evolution der Raubtiere
- 5. Huftiere
- 5.1 Evolution, Biodiversität und Systematik
- 5.1.1 Unterschiede und Systematik bei Huftieren (Grundschule)
- 5.1.2 Systematik und Evolution der Huftiere (Sek I)
- 5.1.3 Evolution und Verwandtschaft bei Huftieren (Sek II)
- 5.2 Anpassungen der Huftiere an Hitze und Kälte
- 5.2.1 Anpassungen der Huftiere an kalte Klimazonen (Grundschule)
- 5.2.2 Anpassung der Huftiere an kalte und warme Klimazonen (Sek I)
- 5.2.3 Physiologische Grundlagen für die Anpassung an Hitze und Kälte (Sek II)
- 5.3 Sozialverhalten und Fluchtverhalten
- 5.3.1 Einige Sozialformen der Huftiere (Grundschule)
- 5.3.2 Zusammenhänge von Sozialformen und Fluchtverhalten (Sek I)
- 5.3.3 Überleben und Sozialformen bei Huftieren (Sek II)
- 5.1 Evolution, Biodiversität und Systematik
- 6. Vögel
- 6.1 Schnabelform und Nahrung
- 6.1.1 Zusammenhang von Schnabelformen und Nahrung (Grundschule)
- 6.1.2 Schnabelform, Nahrung und Systematik (Sek I)
- 6.1.3 Systematik und evolutiver Vorteil von Schnabelformen (Sek II)
- 6.2 Biologie und Kunst
- 6.2.1 Zeichnungen ausgewählter Vogelarten (Grundschule)
- 6.2.2 Künstlerische Veränderungen von Vogelarten (Sek I)
- 6.2.3 Hypothetische Phylogenie bei Vogelarten (Sek II)
- 6.1 Schnabelform und Nahrung
- 7. Rallye im Tierpark
- 7.1 Tierpark-Rallye (alle Klassenstufen)
- 7.1.1 Tierpark-Rallye A
- 7.1.2 Tierpark-Rallye B
- 7.1 Tierpark-Rallye (alle Klassenstufen)
- Übersicht der Teile von „Außerschulischen Lernorten“
Zielsetzung & Themen
Diese Publikation dient als umfassender Leitfaden für Lehrkräfte im Bereich Biologie/Naturwissenschaften, um den Tierpark Berlin als außerschulischen Lernort für einen anspruchsvollen und motivierenden Unterricht zu gestalten. Das Hauptziel ist die Förderung des entdeckenden Lernens am realen Phänomen und die Vermittlung naturwissenschaftlicher Arbeitsweisen und Erkenntnisse, differenziert nach Schulstufen.
- Didaktische Aufbereitung biologischer Themen für Grundschule, Sekundarstufe I und II.
- Fokus auf entdeckendes Lernen und praktische Anwendung im Tierpark Berlin.
- Umfassende Analyse verschiedener Tiergruppen wie Amphibien, „Reptilien“, Primaten, Raubtiere, Huftiere und Vögel.
- Erforschung von Systematik, Evolution, Anpassungen an Klimazonen, Sozialverhalten und Artenschutz.
- Bereitstellung von differenzierten Arbeitsmaterialien für Gruppen- und Projektarbeiten.
- Behandlung von realen Umweltproblemen wie der Bedrohung von Arten und der Zerstörung von Lebensräumen.
Auszug aus dem Buch
Merkmale und Systematik von Amphibien und „Reptilien“
Amphibien und „Reptilien“ sind zwei Klassen der Tetrapoda, die ursprünglich aus den „Fischen“ entstanden sind. Dabei ist anzumerken, dass der Begriff der „Reptilien“ keine monophyletische Gruppe bezeichnet (d.h. sie sind nicht auf einen nur ihnen gemeinsamen Vorfahren zurückzuführen), da die zu den „Reptilien“ gehörende Gruppe der Krokodile näher mit den Vögeln verwandt ist als mit den heute lebenden Echsen. Daher wird der Begriff „Reptilien“ in dieser Darstellung in Anführungszeichen gesetzt und es werden eher die monophyletischen Gruppen Lepidosauria (Echsen und Schlangen) und Archosauria (Krokodile und Vögel) benutzt.
Amphibien waren die erste Gruppe von Wirbeltieren, die an das Land gegangen sind. Sie haben dafür als erste Lebewesen die vier Extremitäten entwickelt (daher auch der Begriff Tetrapoda, zu denen auch die Lepidosauria, Archosauria und Säugetiere gehören) mit jeweils fünf Fingern. Allerdings haben sie ihre Abhängigkeit vom Wasser nie verloren. So legen sie ihre Eier im Wasser ab und die Entwicklung der Eier geschieht wie bei den „Fischen“ ebenfalls im Wasser. Aber die erwachsenen Tiere besitzen schon Lungen ohne Atmungsbewegungen, die Tiere „schlucken“ die Luft. Weitere Merkmale der Amphibien sind kurze oder fehlende Rippen und der Besitz der Papilla amphibiorium, eine spezielle Sinneszone im Labyrinth für die akustische Wahrnehmung. Es gibt drei Ordnungen der Amphibien: die Blindwühlen (Gymnophiona), die Froschlurche (Anura) und die Schwanzlurche (Urodela). Im Tierpark kann man Froschlurche mit Fröschen und Kröten und die Schwanzlurche mit Molchen und Salamander beobachten (Salamander finden sich im Tierpark nicht). Typische Merkmale der Gymnophiona sind ein vollständiger Verlust der Gliedmaßen und das Auftreten eines ausstülpbaren Tentakels. Die Urodela haben einen langen Schwanz und einen kurzen Kopf, seitlich ansitzende Gliedmaßen mit vorne (Hand) vier Fingern und hinten (Fuß) fünf Zehen. Die Anura dagegen besitzen lange Hinterbeine und der Schwanz fehlt. Die Augen sind vorstehend und man kann sie sehr gut an der springenden Fortbewegungsweise erkennen.
Die „Reptilien“ sollten, wie oben beschrieben, in die Teilgruppen Archosauria (Vögel und Krokodile) sowie Lepidosauria (Echsen und Schlangen) unterteilt werden. Beide Gruppen zusammen bezeichnet man heutzutage als Diapsida, da sie einen diapsiden Schädel (d.h der Schädel besitzt zwei Schläfenfenster) besitzen. Zusammen mit den Schildkröten bilden sie die monophyletische Gruppe der Sauropsida (siehe Stammbaum in Abbildung 1).
Die ursprünglichen „Reptilien“ haben sich schon von der Abhängigkeit zum Wasser gelöst. Sie haben ein Ei entwickelt, dass ihre Entwicklung unabhängig vom Wasser ermöglichte, indem eine der drei Eihäute im Inneren der Eischale (das Amnion) den Embryo in einen flüssigkeitsgefüllten Raum einschließt. Alle Nachfahren dieser urtümlichen „Reptilien“ (Lepidosauria, Archosauria, Schildkröten und Säugetiere) konnten dadurch eine terrestrische Lebensweise entwickeln. Diese monophyletische Gruppe wird als Amniota bezeichnet.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einführung: Dieses Kapitel stellt das Dokument als Leitfaden für Lehrkräfte vor, der auf exploratives Lernen im Tierpark Berlin abzielt, didaktische Hinweise für verschiedene Schulstufen bietet und die Nutzung von Arbeitsblättern für Projektarbeiten erklärt.
2. Amphibien und „Reptilien“: Hier werden die Merkmale, Systematik und Bedrohung von Amphibien und „Reptilien“ behandelt, wobei ein besonderes Augenmerk auf die Gefährdungsgründe im Regenwald sowie die Funktionen von Giften in diesen Tiergruppen gelegt wird.
3. Primaten: Das Kapitel befasst sich mit der Systematik und Evolution der Primaten, einschließlich der Stellung des Menschen, und untersucht detailliert das Sozialverhalten bei verschiedenen Primatenarten im Tierpark.
4. Raubtiere: Es werden die Systematik und Evolution der Raubtiere, ihre Anpassungen an kalte und warme Klimazonen sowie verschiedene Sozialformen und deren evolutionäre Vor- und Nachteile thematisiert.
5. Huftiere: Dieses Kapitel behandelt die Evolution, Biodiversität und Systematik der Huftiere, ihre physiologischen Anpassungen an unterschiedliche Klimazonen sowie ihr Sozial- und Fluchtverhalten.
6. Vögel: Der Fokus liegt auf dem Zusammenhang zwischen Schnabelform und Nahrung, der Systematik der Vogelarten und der künstlerischen Darstellung hypothetischer phylogenetischer Entwicklungen.
7. Rallye im Tierpark: Dieses Kapitel beschreibt zwei interaktive Tierpark-Rallyes für alle Klassenstufen, die den Schülern helfen sollen, eigenständig Informationen im Tierpark zu sammeln und sich zu orientieren.
Schlüsselwörter
Tierpark Berlin, Biologieunterricht, außerschulische Lernorte, Systematik, Evolution, Amphibien, „Reptilien“, Primaten, Raubtiere, Huftiere, Vögel, Anpassung, Klimawandel, Artenschutz, Sozialverhalten, Schnabelformen, Stammbäume, Didaktik, Regenwald
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Diese Arbeit dient als Leitfaden für Lehrkräfte aus dem Bereich Biologie/Naturwissenschaften, um den Tierpark Berlin als außerschulischen Lernort für einen anspruchsvollen und motivierenden Unterricht zu nutzen. Sie stellt didaktische Konzepte und Arbeitsmaterialien für verschiedene Schulstufen bereit.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zentrale Themenfelder umfassen die Systematik und Evolution von Wirbeltieren (Amphibien, „Reptilien“, Primaten, Raubtiere, Huftiere, Vögel), deren Anpassungen an diverse Klimazonen, ihr Sozial- und Fluchtverhalten sowie die Bedrohung von Arten und der Artenschutz.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Das primäre Ziel ist es, Lehrkräften konkrete Anleitungen und Materialien an die Hand zu geben, um entdeckendes Lernen am realen Phänomen im Tierpark zu fördern und naturwissenschaftliche Kompetenzen durch Beobachtung, Vergleich, Ordnung und Reflexion zu entwickeln.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit fördert naturwissenschaftliche Methoden wie Beobachten, Beschreiben, Vergleichen, Ordnen, Experimentieren und das Bilden von Hypothesen. Dabei liegt der Schwerpunkt auf dem entdeckenden Lernen durch direkte Interaktion mit realen Phänomenen im Tierpark.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil behandelt detailliert verschiedene Tiergruppen – Amphibien und „Reptilien“, Primaten, Raubtiere, Huftiere und Vögel. Für jede Gruppe werden Systematik, Evolution, Merkmale, Anpassungen an Lebensräume und Sozialformen analysiert. Zudem wird die Durchführung von Tierpark-Rallyes beschrieben.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird charakterisiert durch Schlüsselwörter wie Tierpark Berlin, Biologieunterricht, außerschulische Lernorte, Systematik, Evolution, Amphibien, „Reptilien“, Primaten, Raubtiere, Huftiere, Vögel, Anpassung, Klimawandel, Artenschutz, Sozialverhalten, Schnabelformen, Stammbäume, Didaktik und Regenwald.
Was ist die Problematik des Begriffs „Reptilien“ in der Systematik, wie in der Publikation erläutert?
Die Publikation weist darauf hin, dass der Begriff „Reptilien“ keine monophyletische Gruppe bezeichnet, da Krokodile näher mit Vögeln verwandt sind als mit heute lebenden Echsen und Schlangen. Daher wird der Begriff in Anführungszeichen verwendet und stattdessen eher die monophyletischen Gruppen Lepidosauria und Archosauria bevorzugt.
Welche Rolle spielt die Kunst im Biologieunterricht laut dieser Publikation?
Das Dokument integriert künstlerische Aspekte in die Beobachtungen im Tierpark, insbesondere durch genaues Zeichnen von Vogelarten. Dies soll die Beobachtungsgabe schulen, die Motivation der Schüler fördern und es ihnen ermöglichen, hypothetische evolutive Entwicklungen kreativ darzustellen.
Wie werden die Anpassungen von Huftieren an unterschiedliche Klimazonen behandelt?
Die Anpassungen von Huftieren an kalte und warme Klimazonen werden exemplarisch untersucht, wobei allgemeine Klimaregeln wie die Bergmannsche und Allensche Regel thematisiert und mathematisch begründet werden. Dabei werden sowohl physiologische als auch ökologische Aspekte beleuchtet.
Welchen Beitrag leistet der Tierpark zum Artenschutz, insbesondere für Amphibien und „Reptilien“?
Der Tierpark Berlin als Mitglied der IUCN trägt eine große Verantwortung für den Erhalt gefährdeter Arten. Die Publikation thematisiert die weltweite Bedrohung von Amphibien und „Reptilien“ und untersucht, wie der Tierpark durch die Beherbergung und gegebenenfalls Zucht dieser Arten zum Artenschutz beiträgt.
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- Thomas Klietsch (Autor), 2025, Außerschulische Lernorte in Berlin (Biologie/Nawi), Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1668012