Das systematische Werk Hegels

Verwandtschaft und Gegensatz von Philosophie und Theologie?!


Hausarbeit, 2010

13 Seiten, Note: 1,2


Leseprobe

Was verstehen wir heute unter den Begriffen Philosophie, Theologie und Wissenschaft, wo sind die Zusammenhänge oder die Unterschiede und wie dachte Georg Friedrich Wilhelm Hegel darüber?

Wir haben heute eine genaue Vorstellung davon was unter den Begriffen „Philosophie“, „Theologie“ und „Wissenschaft“ zu verstehen ist. In gängigen Lexika werden die Begriffe wie folgt sinngemäß erklärt:

Der Begriff „Philosophie“ bedeutet seinem griechischen Ursprung nach „Weisheits- oder Wissenslehre“. In unserer heutigen Zeit wird Philosophie als theoretisch begründete Anschauung, vom Weltganzen, der Werte, der Erkenntnis- und Handlungsmöglichkeiten des Menschen, seine Stellung im Weltganzen, sowie seiner Rechte und Pflichten, gesehen.

Der Begriff der „Theologie“ tritt erstmals im antiken Griechenland in Platons Staat auf. Theologie gilt als Glaubenswissenschaft und besteht darin den Glauben den man in sich trägt mit der universellen Vernunft, die sich durch äußere Einflüsse ergibt, zu verbinden. In der Theologie setzt man sich mit der Religion, aber auch mit anderen Wissenschaften und Lehren auseinander, wie z. B. der Philosophie.

Von der Philosophie und der Theologie kommen wir zur Begrifflichkeit der Wissenschaft, denn Philosophie wie auch Theologie werden als Wissenschaft bezeichnet. Der Begriff der „Wissenschaft“ wurde erstmals im antiken Griechenland durch die Platonische Akademie geprägt. Wissenschaft gilt als der Inbegriff des durch Forschung, Lehre und überlieferter Literatur gebildeten, geordneten und begründeten, für gesichert erachteten Wissens einer Zeit.

Somit haben wir die erste Gemeinsamkeit zwischen den drei Grundbegriffen gefunden, Philosophie und Theologie sind Wissenschaften und haben ihren Ursprung zu Platons Zeiten, im antiken Griechenland.

Hegels Trinitätslehre

Hegel gilt als Vollender des deutschen Idealismus und entwarf ein System der deutschen Philosophie, das als das umfassendste und einheitlichste gilt. Nach Hegel sind alle Erscheinungen der Natur und des Geistes aus dem Wesen des Geistes abzuleiten.

Die „ganze“ Wirklichkeit wird als dialektisch-prozessuale Selbstentwicklung und Selbstbewusstwerdung des absoluten Geistes aufgefasst. Diese Auffassung besagt das alle Wirklichkeit vernünftig und nur das Vernünftige wirklich ist (Panlogismus).

Die logische Entwicklung in der Philosophie wird als Wiederholung des Schöpfungsprozesses und als geschichtliche Entfaltung des Seins aufgefasst. Der Widerspruch gilt als das Gesetz der Bewegung der Wirklichkeit und ist damit der Inbegriff der Dinge. Sobald man in seinem Denken und Sein einen bestimmten Zustand erreicht hat schlägt dieser in einen Gegensatz um, daraus ergibt sich dann ein dritter, der die vorausgehenden aufhebt und über sie hinausgeht.

Diese Dialektik ist keine Denktechnik sondern gilt nach Hegel einer der Wirklichkeit entsprechenden Realdialektik. Diese gliedert sich in drei Phasen die durchlaufen werden, die These, die Antithese und die Synthese. Hegels System beinhaltet drei Punkte, die Logik, die bei Hegel mit der Metaphysik identisch ist, die Naturphilosophie und die Philosophie des Geistes.

Die Logik gilt als Wissenschaft der reinen Idee und schließt die Lehre vom „Sein“ ein, von dessen Wesen und Begriff. Sie führt vom Ursprung des „an sich“ seienden, leeren Begriffs, hin zur absoluten Idee, diese entfaltet sich dann in der Form des anderssein zur Natur und entwickelt sich im zweiten Punkt des Systems.

Diese These wird wieder aufgehoben (Antithese), indem sich die Natur im menschlichen Bewusstsein selbstbewusst vergeistigt.

Der dritte Teil des Systems hat den Anspruch die Entwicklung des Geistes vom subjektiven zum objektiven und zum absoluten Geist, der über die Stufen von Kunst (Ästhetik) und Religion die höchste Erscheinungsform, die Philosophie findet.

Erklärung

Die Wissenschaft im Ganzen: Allgemeine (A) Bestimmung in einem noch unbestimmten System. Das Allgemeine spaltet sich in seine Einzelteile auf und wird so zu einer Besonderheit (B) weiterentwickelt.

Durch den Prozess des dialektischen Entwickelns des einen Gliedes aus dem anderen wird die Einheit des Begriffes wieder hergestellt, als Konkrete und enthält somit in ihrer Einheit die Unterschiede, wodurch sie dem Moment der Einzelheit (E) entspricht.

Die Wissenschaft beginnt so mit der Logik, als dem Moment der abstrakten Allgemeinheit (A), welche sich ihr Anderssein, die Natur als Besonderheit (B) entgegenstellt um sich zur Einzelheit (E) der konkreten Idee des Geistes zu vollenden.

Jedes dieser drei Teile ist aber wieder ein Ganzes für sich und kann als ein neuer Anfang (seiner eigenen inneren Entwicklung) und somit als Allgemeines gefasst werden, welches erneut als Besonderes sich in sich teilt und schließlich seine, aber nun zusammengewachsene Einheit als Einzelheit wiedererlangt.

Die Entwicklungsmomente dieser einzelnen Prozesse sind dann wieder als Allgemeinheit, Besonderheit und Einzelheit zu nehmen.

Auffällig bei Hegels systematischem Werk sowie bei vielen anderen seiner Werke ist dass so häufig Gott, die Religion und der Geist erwähnt wird, was eine enge Verwandtschaft zwischen der Philosophie und der Theologie aufweist, zum Anderen wird aber auch der Nachteil der mit dem Begriff „Gott“ einhergeht aufgezeigt. Diese offensichtliche Verbindung, die Hegel durch seine Werke, in denen er sich mit Philosophie und Religion beschäftigt, rührt daher das er eine akademische Ausbildung der Philosophie und Theologie genossen hat und der Verbindung zu Gott auch als Philosoph stets treu war.

Glauben und Wissen

Die Diskrepanz zweier Bewusstseinsreligionen

Hegels Philosophie beruht wie kaum eine andere auf dem christlichen Gedankengut und zeigt auf was passiert wenn ein Denker den christlichen Glauben und dessen Inhalt in all seinen Dimensionen philosophisch umzusetzen und durch seine Fähigkeit zu denken und zu begreifen versucht.

Was unseren christlichen Glauben und dessen Ehrerbietung betrifft hat sich seid Hegels Zeiten nicht viel geändert. Für uns heute gibt es einen Tag an dem wir offiziell Gott unsere Ehre zu Teil werden lassen, Sonntags gehen gläubige Menschen in die Kirche, so ist die dogmatische Regel die wir von Kindesbeinen an eingeimpft bekommen, einmal in der Woche zeigen wir offen unseren Glauben, doch ist es heute wirklich noch das einstehen für seinen Glauben? Gehen nicht auch viele in die Kirche um gesehen zu werden, um mitzuteilen „Seht her ich bin ein guter Christ“? Wir haben heute wie auch schon zu Hegels Zeiten eine andere Auffassung von Glauben als man ihn uns diktieren will. Der Glaube an Gott setzt nicht den Glauben an die katholische Kirche oder andere Institutionen voraus, den Glauben an etwas tragen wir in uns und zelebrieren ihn somit jeden Tag, ohne dass es vielleicht unsere Außenwelt mitbekommt.

Hegel wollte erreichen dass die Spaltung zwischen unserem Alltag und der Religion wieder aufgehoben wird, dass wir uns wieder mit der Religion, mit Gott und vor allen Dingen wieder mit dessen Geiste und somit auch mit unserem Inneren auseinandersetzen. Durch die Spaltung die zwischen Glauben und Wissen in der Neuzeit aufgetreten ist haben sich zwei Religion des Bewusstseins nach Hegel gebildet dieser Missstand bildet die Kluft zwischen den beiden Bereichen und ist nichtmehr miteinander zu verbinden. Unsere Zeit hat uns so geprägt das wir denken wir müssen das eine Bewusstsein zu Gunsten des anderen opfern, das eine Beziehung zwischen beiden entsteht ist für uns undenkbar, entweder wir glauben oder wir wissen, eine Synthese ist in unserer Denkweise nicht eingeplant oder „logisch“.

„Die Religion und das übrige Bewusstsein machen zweierlei Beschäftigungen aus, zweierlei Religionen des Bewusstseins, von denen einer zu der anderen nur abwechslungsweise herüber und hinüber gegangen wird. So hat der Mensch in seinem weltlichen, wirklichen Tun eine Anzahl Werktage, wo er sich mit seinen besonderen Interessen, mit Zwecken der Wirklichkeit seiner Not, seinem Genuß und Befriedigung überhaupt beschäftigt, und dann einen Sonntag, wo er dies alles beiseite legt, sich für sich sammelt, sich selbst lebt d.h. seinem wahren Leben und dem Wesentlichen, Höheren, das in ihm ist …“ (vgl. Hegel, G.W.F., Vorlesungen über die Philosophie der Religion, S. 11)

„Wenn also im Ausdrucke des Absoluten oder Ewigen oder Gottes, wenn in deren Anschauung oder Gedanken mehr liegt als im reinen Sein, so soll das, was darin liegt ins Wissen als denkendes, nicht vorstellendes, erst hervortreten.“ (vgl. Hegel, G.W.F., Wissenschaft der Logik, S. 26)

Dadurch wirft sich die Frage auf was Hegel unter der Philosophie versteht oder besser gesagt mit was sich die Philosophie seiner Meinung nach zu beschäftigen habe.

„Die erste Frage ist: Was ist der Gegenstand der Wissenschaft?“

Die Antwort die Hegel selbst gibt ist dass die Wirklichkeit dieser Gegenstand ist und die Wahrheit ist nach Hegel „ein hohes Wort und eine noch höhere Sache.“ Nach Hegel ist der Gegenstand oder Inhalt der Philosophie also die Wahrheit, „indem dass Gott die Wahrheit und er allein die Wahrheit ist.“ (vgl. Römpp, Georg: Hegel leicht gemacht / Eine Einführung in seine Philosophie, S. 185)

[...]

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Details

Titel
Das systematische Werk Hegels
Untertitel
Verwandtschaft und Gegensatz von Philosophie und Theologie?!
Hochschule
ecosign/Akademie für Gestaltung
Veranstaltung
Philosophische Entwicklung
Note
1,2
Autor
Jahr
2010
Seiten
13
Katalognummer
V166868
ISBN (eBook)
9783640828678
ISBN (Buch)
9783640831777
Dateigröße
440 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
werk, hegels, verwandtschaft, gegensatz, philosophie, theologie
Arbeit zitieren
Hanna Jüngling (Autor), 2010, Das systematische Werk Hegels, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/166868

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