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Heinar Kipphardt: "In der Sache J. Robert Oppenheimer." Ein Schauspiel (1964) - im Überblick

Title: Heinar Kipphardt: "In der Sache J. Robert Oppenheimer." Ein Schauspiel (1964) - im Überblick

Literature Review , 2009 , 20 Pages , Grade: 1

Autor:in: Bsc Natalie Romanov (Author)

Didactics for the subject German - Literature, Works
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“6. August 1945, 8:15 Uhr: Die Sprengkraft von „Little Boy“ entspricht 15 Kilotonnen TNT. Es breitet sich ein riesiger Pilz aus. Rund eine halbe Stunde später fällt aus der Wolke schwarzer radioaktiver Regen. Little Boy hinterlässt ein nie da gewesenes Ausmaß der Zerstörung.“ (Quelle: oe1.orf.at) Jeder kennt letztere Bilder, die sich der Welt offenbarten, als die erste Atombombe „Little Boy“ von den Amerikanern auf Hiroshima abgeworfen wurde: Man sah einem neuen atomaren Zeitalter entgegen, die selbst den „Vater der Atombombe“, Julius Robert Oppenheimer erschreckte. Moralische Skrupel äußernd, wurde die Verantwortung des Wissenschaftlers gegenüber der Menschheit in den nächsten Jahrzehnten zum viel diskutierten Thema: So auch in Heinar Kipphardts Dokumentartheater „In der Sache J. Robert Oppenheimer“, das 1964 uraufgeführt wurde.
Das Stück selbst handelt von den drei unerträglichen Wochen Oppenheimers im Jahre 1954, wo er, aufgrund der Loyalitätsfrage bei seiner Weigerung, am Bau der Wasserstoffbombe 1951 mitzuwirken und seinen kommunistischen Neigungen, heftigsten Verhören ausgesetzt ist und schließlich zum Sicherheitsrisiko abgestempelt wird. Nichts desto trotz ist es nicht letztere Tatsache, die ihn am meisten bestürzt: „OPPENHEIMER: An diesem Kreuzweg empfinden wir Physiker, dass wir niemals so viel Bedeutung hatten und dass wir niemals so ohnmächtig waren.“ [S.140/4-6f] Ob der berühmte Wissenschaftler auch wirklich so dachte, kann in Frage gestellt werden- Tatsache ist, dass

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Die Figur des J. Robert Oppenheimer im Stück

3. Andere Kernphysiker im Vergleich zu Oppenheimer

4. Die Rolle der Anklage und Verteidigung

5. Das Dokumentartheater und seine Verfremdungseffekte

6. Die dokumentarische Literatur als Stilrichtung

7. Kipphardts Lebensweg und die Entstehung des Werks

8. Kritik an der Objektivität und Darstellung

9. Zeitpolitische Hintergründe und die Rolle des Staates

10. Moralische Aspekte der Erfindung

11. Loyalität und Freiheit im politischen Kontext

12. Rezeption und persönliche Schlussbetrachtung

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht Heinar Kipphardts Dokumentartheater "In der Sache J. Robert Oppenheimer" hinsichtlich der Charakterdarstellung des titelgebenden Physikers, der moralischen Verantwortung von Wissenschaftlern sowie der historischen und politischen Einbettung des Stücks. Dabei wird analysiert, inwieweit das Werk eine authentische Wiedergabe der historischen Ereignisse darstellt oder eine subjektive Interpretation des Autors widerspiegelt.

  • Analyse der widersprüchlichen Persönlichkeitsstruktur Oppenheimers
  • Vergleich zwischen Oppenheimer und anderen Wissenschaftlern wie Bethe und Teller
  • Untersuchung der Mechanismen des Dokumentartheaters und dessen Verfremdungseffekten
  • Reflexion über das Spannungsfeld zwischen wissenschaftlicher Freiheit, Staatsnähe und ethischer Verantwortung

Auszug aus dem Buch

Die Figur des J. Robert Oppenheimer im Stück

Das Stück selbst handelt von den drei unerträglichen Wochen Oppenheimers im Jahre 1954, wo er, aufgrund der Loyalitätsfrage bei seiner Weigerung, am Bau der Wasserstoffbombe 1951 mitzuwirken und seinen kommunistischen Neigungen, heftigsten Verhören ausgesetzt ist und schließlich zum Sicherheitsrisiko abgestempelt wird. Nichts desto trotz ist es nicht letztere Tatsache, die ihn am meisten bestürzt: „OPPENHEIMER: An diesem Kreuzweg empfinden wir Physiker, dass wir niemals so viel Bedeutung hatten und dass wir niemals so ohnmächtig waren.“ [S.140/4-6f] Ob der berühmte Wissenschaftler auch wirklich so dachte, kann in Frage gestellt werden- Tatsache ist, dass es in Kipphardts Konzept und in das von ihm erstellte charakterliche Bild Oppenheimers passt:

Denn es ist offensichtlich, dass der Autor eine Art Wandlung der Hauptperson im Sinn hat vom gefühlskalten und arroganten Wissenschaftler, der „sich seine Pfeife anzündet“ [S.12/32f] und sich seiner schlimmen Lage nicht bewusst ist, sieht er am Schluss seine Mitschuld, wie durch ein Wunder ein, und meint sogar „Ich will fernerhin an Kriegsprojekten nicht arbeiten, wie immer die angestrebte Revision ausfallen mag.“ [S.140/21-23f] Nicht nur, dass es in Wirklichkeit solch eine Schlussrede nie gegeben hat, es wirkt ganz und gar lächerlich, wenn man sich auf den vorigen Verlauf des Stückes bezieht: Am Anfang ist Oppenheimer eine farblose Gestalt, die ihre Skrupel nicht auszudrücken imstande ist und stattdessen berühmte Zitate aus Shakespeares „Hamlet“ verwendet, wie „Die Welt ist auf die neuen Entdeckungen nicht eingerichtet. Sie ist aus den Fugen.“ [S.16/12-14ff].

Zusammenfassung der Kapitel

Einleitung: Einführung in das Thema der atomaren Bedrohung und die Einordnung des Dokumentartheaters von Heinar Kipphardt.

Die Figur des J. Robert Oppenheimer im Stück: Analyse der Charakterentwicklung des Protagonisten vom arroganten Wissenschaftler hin zum reflektierten, moralisch zweifelnden Menschen.

Andere Kernphysiker im Vergleich zu Oppenheimer: Gegenüberstellung von Oppenheimers Haltung mit anderen Wissenschaftlern wie Hans Bethe und Edward Teller.

Die Rolle der Anklage und Verteidigung: Untersuchung der juristischen Dynamik im Stück und der asymmetrischen Darstellung der Prozessbeteiligten.

Das Dokumentartheater und seine Verfremdungseffekte: Erläuterung der dramaturgischen Mittel, die zur Distanzierung des Zuschauers eingesetzt werden.

Die dokumentarische Literatur als Stilrichtung: Einordnung des Werks in den literaturgeschichtlichen Kontext der 1960er Jahre.

Kipphardts Lebensweg und die Entstehung des Werks: Biografische Hintergründe des Autors und deren Einfluss auf die thematische Ausrichtung.

Kritik an der Objektivität und Darstellung: Diskussion über die Grenzen der Objektivität in der dokumentarischen Kunst.

Zeitpolitische Hintergründe und die Rolle des Staates: Reflexion über das Abhängigkeitsverhältnis zwischen wissenschaftlicher Forschung und staatlichen Interessen.

Moralische Aspekte der Erfindung: Hinterfragung der ethischen Bewertung von wissenschaftlichen Entdeckungen.

Loyalität und Freiheit im politischen Kontext: Analyse der Begriffe Loyalität und Freiheit im Spannungsfeld totalitärer und demokratischer Strukturen.

Rezeption und persönliche Schlussbetrachtung: Bewertung des Publikumserfolgs und kritische Auseinandersetzung mit der Interpretation des Autors.

Schlüsselwörter

Heinar Kipphardt, J. Robert Oppenheimer, Dokumentartheater, Kernphysik, Atombombe, Wasserstoffbombe, Ethik, Wissenschaftliche Verantwortung, Loyalität, Kalter Krieg, Schuld, Politische Literatur, Verfremdungseffekte, Überwachung, Freiheit

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert Heinar Kipphardts Theaterstück "In der Sache J. Robert Oppenheimer" und setzt sich kritisch mit der Darstellung des Physikers sowie den ethischen und politischen Fragen auseinander, die das Stück aufwirft.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zentrale Themen sind die Verantwortung der Wissenschaft, das Verhältnis zwischen Wissenschaft und Staat, der Begriff der Loyalität sowie die Möglichkeiten und Grenzen des Dokumentartheaters.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Ziel ist es zu untersuchen, ob Kipphardt ein authentisches historisches Bild zeichnet oder ob er die Figur Oppenheimers als Vehikel für seine eigene politische und moralische Botschaft nutzt.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt eine literaturwissenschaftliche Analyse des Dramentextes in Kombination mit einem Vergleich historischer Fakten (Protokolle) und der dramaturgischen Gestaltung im Stück.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil beleuchtet die Charakterisierung Oppenheimers, den Vergleich mit anderen Figuren wie Teller und Bethe sowie die dramaturgischen Mittel des Dokumentartheaters.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die wichtigsten Begriffe sind Dokumentartheater, Verantwortung, Loyalität, Wissenschaftsethik und das Spannungsfeld zwischen Individuum und Staat.

Wie bewertet der Autor Kipphardts Darstellung von Oppenheimers "Schizophrenie"?

Die Arbeit hinterfragt diese Charakterisierung kritisch und ordnet sie als ein künstlerisches Mittel ein, um den inneren Konflikt zwischen wissenschaftlicher Faszination und moralischer Verantwortung zu verdeutlichen.

Welche Rolle spielt die Kritik von Robert Oppenheimer selbst am Stück?

Die Arbeit greift Oppenheimers öffentlichen Protest gegen das Stück auf und thematisiert seine spätere briefliche Entschuldigung, um die Diskrepanz zwischen realer Person und dramatischer Figur zu verdeutlichen.

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Details

Title
Heinar Kipphardt: "In der Sache J. Robert Oppenheimer." Ein Schauspiel (1964) - im Überblick
College
BG/BRG Perchtoldsdorf
Grade
1
Author
Bsc Natalie Romanov (Author)
Publication Year
2009
Pages
20
Catalog Number
V166986
ISBN (eBook)
9783640831883
ISBN (Book)
9783640831999
Language
German
Tags
heinar kipphardt sache robert oppenheimer schauspiel
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Bsc Natalie Romanov (Author), 2009, Heinar Kipphardt: "In der Sache J. Robert Oppenheimer." Ein Schauspiel (1964) - im Überblick, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/166986
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