Die Hausarbeit untersucht die barocken Elemente im Schloss Corvey, das nach schweren Zerstörungen im Dreißigjährigen Krieg von 1667 bis 1714 als prachtvolle barocke Residenz wiederaufgebaut wurde. Im Fokus stehen die Architektur und Ausstattung der Abtei, darunter prächtige Barockfassaden, prunkvolle Säle und kunstvolle Details wie das Teehaus oder die Remise. Die Arbeit setzt die baulichen Veränderungen in Beziehung zur historischen Entwicklung und Bedeutung Corveys als kulturelles und geistiges Zentrum, und zeigt, wie barocke Stile das Erscheinungsbild und die Funktion der Anlage bis heute prägen.
Inhaltsverzeichnis
- Einleitung
- Einleitungsreflexion
- Geschichte des Schlosses
- Die Bibliothek Schloss Corveys
- Geschichte der Abteikirche
- Innenausstattung der Kirche
- Hochaltar und Seitenaltäre
- St. Vitus Monument
- Bau der Orgel
- Barocke Gestaltung der Orgel
- Barocke Musik in Corvey
- Didaktische Umsetzung
- Abschlussreflexion
- Literaturverzeichnis
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht das Schloss Corvey an der Weser im Kontext der Barockepoche (1650-1730), um dessen barocke Merkmale zu identifizieren und die historischen, kulturellen sowie didaktischen Aspekte des epochalen Zeitalters zu beleuchten. Das primäre Ziel ist es, Einblicke in die Architektur, die Innenausstattung, die Kunst und die Musik der Barockzeit am Beispiel Corveys zu gewinnen und die Verbindung zu den gesellschaftlichen und religiösen Herausforderungen der Zeit herzustellen, insbesondere vor dem Hintergrund des Dreißigjährigen Krieges und der Pest.
- Analyse der Barockepoche (1650-1730) und ihrer gesellschaftlichen Prägung
- Untersuchung von Schloss Corvey als exemplarischem Bauwerk des Barocks in Weserbergland
- Detaillierte Betrachtung der Geschichte und Ausstattung der Schlossbibliothek und Abteikirche
- Erforschung der barocken Orgel und der damit verbundenen musikalischen Praxis
- Die Darstellung und Bedeutung von Heiligengestalten und religiösen Symbolen
- Entwicklung und Erprobung didaktischer Konzepte zur Vermittlung der Barockzeit
Auszug aus dem Buch
Die Bibliothek Schloss Corveys
Die Bibliothek Corvey gehört zu den größten Privatbibliotheken Deutschlands mit über 74.000 Bänden. Dieses beeindruckende Erbe war jedoch nicht immer unter Schutz gestellt worden. Im Jahre 1834 erbte Viktor von Hohenlohne- Waldenburg- Schilingsfürst, die Fürstentümer Corvey und Ratibor. Die Büchersammlung in der Bibliothek war jedoch nicht in dem jetzigen Zustand. Die ersten Sammler der Bibliothek waren Mönche, die sie mit Geschichtstexten und Bibeln ausstatteten bzw. handschriftlich erstellten oder sammelten. Während des dreißigjährigen Krieges gingen jedoch viele dieser Werke verloren. Der Anfang der Sammlung entstand jedoch außerhalb des Schlosses, in der Haus- und Hofbibliothek im Schloss der Landgrafen von Hessen- Rotenburg. Bereits vier Generationen von gesammelten Werken, von Vorfahren des Landgrafen Viktor Amadeus, wurden nach seiner Übernahme ins Schloss Corvey übermittelt. Die Bände wurden von Rotenburg zum Schloss transportiert, damit versuchte er eine neue Bibliothek einzurichten. Der Transport der beachtlichen Menge, der von 1825 bis hin zum Jahre 1833 andauerte, überführte über 36000 Bände.
Die Aufmerksamkeit erreichte die Corveyer Bibliothek durch den Dichter, Germanist und Politiker August Hoffmann von Fallersleben, der die Bibliothek im Zeitraum von 1860 bis 1874 als Bibliothekar betreute. Fallersleben war der Erfinder der deutschen Hymne und ein berühmter Literaturhistoriker. Er verschaffte der Bibliothek Corvey einen hohen Stellenwert. Fallersleben nutze den Auftrag und erschuf eine andere „Aura“ mit der er die Bibliothek von anderen Ausgrenzte und sie zu einer der größten Privatbibliotheken Deutschlands machte. Fallersleben hatte es geschafft eine neue Welt der Büchersammlung zu erschaffen, dabei letzte er auf viele Einzelwerke, die noch heute zu bewundern sind. Der Ruf der Bibliothek war vor Fallersleben nicht sehr positiv in der Gesellschaft verankert. Mit dem Titel „Unterhaltungsliteratur“ wurde die Bibliothek von außenstehenden abgestempelt. Fallersleben erschuf durch wertvolle Einzelwerke und wissenschaftliche Literatur einen hohen Stellenwert der Bibliothek, die bis heute zu bewundern ist. Er versuchte neue Ansatzpunkte bei der Verschaffung der Bücher zu setzen.
Zusammenfassung der Kapitel
Geschichte des Schlosses: Das Kapitel beleuchtet die Entstehung und Entwicklung von Schloss Corvey, von einem kleinen Kloster im Jahre 822 zu einem reichen Reichskloster und später Fürstbistum, das im Dreißigjährigen Krieg zerstört und im Barockstil wiederaufgebaut wurde. Es endet mit der Übernahme durch das Herzogliche Haus Ratibor und Corvey und der Anerkennung als UNESCO-Weltkulturerbe.
Die Bibliothek Schloss Corveys: Dieser Abschnitt beschreibt die beeindruckende Privatbibliothek mit über 74.000 Bänden, ihre wechselvolle Geschichte, den Verlust vieler Werke während des Dreißigjährigen Krieges und die maßgebliche Rolle August Hoffmann von Fallerslebens beim Wiederaufbau und der Etablierung als bedeutende wissenschaftliche Bibliothek mit Verbindung zur Universität Paderborn.
Geschichte der Abteikirche: Hier wird die Geschichte der Abteikirche St. Stephanus und Vitus beschrieben, die im Dreißigjährigen Krieg stark beschädigt und unter Fürstbischof Christoph Bernhard von Galen im Barockstil neu errichtet wurde. Es werden die leitenden Bau- und Maurermeister sowie die Bauzeit beleuchtet.
Innenausstattung der Kirche: Das Kapitel konzentriert sich auf die detaillierte Ausgestaltung des Kircheninneren nach der Fertigstellung des Neubaus im Jahr 1671, wobei insbesondere die Zusammenarbeit verschiedener Künstler zur Schaffung eines "Gesamtkunstwerks" hervorgehoben wird.
Hochaltar und Seitenaltäre: Dieser Teil beschreibt die ikonografische Bedeutung und Gestaltung des Hochaltars und der Seitenaltäre, die Darstellungen von Kreuzigung, Himmelfahrt und Geburt Jesu, sowie die symbolische Rolle von Muscheln und Engeln im barocken Kirchenraum. Es wird auch die theologische Didaktik der prunkvollen Gestaltung im Kontext der Vanitas- und Momento Mori-Leitgedanken erläutert.
St. Vitus Monument: Das Kapitel behandelt die Reliquien des heiligen Vitus, seine Bedeutung als Pilgerstätte und die Legende seines Lebens und Martyriums. Es interpretiert das Vitus-Monument als Allegorie für Weisheit und Glaubensstärke, die Gläubigen als Vorbild dienen soll.
Bau der Orgel: Hier wird die Geschichte des Orgelbaus in Corvey ab 1681 nach dem Dreißigjährigen Krieg dargestellt, einschließlich der technischen Besonderheit der "Springladen"-Technik und der mehrfachen Reparaturen und Restaurierungen bis 1950 zur Wiederherstellung der ursprünglichen Bauweise.
Barocke Gestaltung der Orgel: Dieses Kapitel fokussiert auf die symbolische und ästhetische Gestaltung der Orgel mit Engelsjünglingen, die Himmelsrichtungen und Paradiespforten symbolisieren, sowie auf die Farbgebung und die Vanitas-Symbole wie Spiegel. Es beleuchtet, wie die Orgel die Verbindung zwischen dem Himmlischen und Irdischen herstellt und die Präsenz Gottes betont.
Barocke Musik in Corvey: Das Kapitel erklärt die Bedeutung des Generalbasses und der Affektenlehre in der barocken Musik und wie diese in Corvey umgesetzt wurde. Es geht auf die sphärischen Klänge der Orgel und die Integration der Zuhörer in den Gottesdienst ein, wobei auch Werke von Johann Sebastian Bach im Kontext der katholischen Kirchenmusik erwähnt werden.
Didaktische Umsetzung: Dieser Abschnitt schlägt eine szenische Umsetzung des Themas "Schloss Corvey" für den Schulunterricht vor, um das Zeitalter des Barocks erlebbarer zu machen. Es betont die Vorteile eines solchen Ansatzes für Kreativität, Motivation und Perspektivwechsel der Schüler.
Schlüsselwörter
Schloss Corvey, Barock, Barockepoche, Architektur, Bibliothek, August Hoffmann von Fallersleben, Abteikirche, Hochaltar, Orgel, St. Vitus, Barocke Musik, Didaktik, Weserbergland, UNESCO-Weltkulturerbe, Dreißigjähriger Krieg
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Diese Arbeit behandelt das Schloss Corvey an der Weser als exemplarisches Studienobjekt zur Erforschung der Barockepoche (1650-1730) und ihrer kulturellen, architektonischen und musikalischen Merkmale.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zentrale Themenfelder sind die Geschichte und Architektur von Schloss Corvey und seiner Abteikirche, die Bedeutung der Schlossbibliothek, die barocke Orgel und Musik sowie die didaktische Vermittlung der Barockzeit.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Das primäre Ziel ist es, die barocken Merkmale des Schlosses Corvey zu untersuchen, Einblicke in das epochale Zeitalter zu gewinnen und die Wechselwirkungen zwischen historischem Kontext (Dreißigjähriger Krieg, Pest) und künstlerischer Gestaltung zu analysieren.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit verwendet eine deskriptive und analytische Methode, indem sie historische Quellen, architektonische Merkmale und kunsthistorische Details untersucht und interpretiert, ergänzt durch Überlegungen zur didaktischen Umsetzung.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil behandelt die detaillierte Geschichte des Schlosses Corvey, seine Bibliothek, die Abteikirche und deren Innenausstattung, darunter Hochaltar, Seitenaltäre, das St. Vitus Monument sowie den Bau und die barocke Gestaltung der Orgel und die barocke Musik in Corvey.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird durch Schlüsselwörter wie Schloss Corvey, Barock, Bibliothek, Abteikirche, Orgel, St. Vitus, Barocke Musik, Didaktik, UNESCO-Weltkulturerbe und Dreißigjähriger Krieg charakterisiert.
Welche besondere Bedeutung hatte die Bibliothek von Schloss Corvey?
Die Bibliothek von Schloss Corvey ist eine der größten Privatbibliotheken Deutschlands mit über 74.000 Bänden und erlangte durch die Tätigkeit von August Hoffmann von Fallersleben als Bibliothekar einen hohen wissenschaftlichen und kulturellen Stellenwert.
Inwiefern spiegelt die Orgel von Corvey die barocke Vorstellung von der Verbindung des Irdischen mit dem Himmlischen wider?
Die Orgel in Corvey spiegelt dies durch ihre prunkvolle Gestaltung mit Engelsfiguren, die als Überbringer göttlicher Gnaden und Himmlischer Klänge fungieren, und durch Vanitas-Symbole wie Spiegel, die die Vergänglichkeit des Irdischen betonen, wider.
Was ist die "Springladen"-Technik der Corveyer Orgel?
Die "Springladen"-Technik ist eine seltene Luftversorgungsmethode bei Orgeln, bei der sich innerhalb jeder Tonkanzelle ein eigenes Ventil pro Register befindet, was eine spezifische Klangentfaltung ermöglicht und die Wartung vereinfacht.
Wie wurde die barocke Didaktik im Kirchenraum von Corvey umgesetzt?
Die barocke Didaktik im Kirchenraum von Corvey zielte darauf ab, die Gläubigen durch eine theatralische und prunkvolle Inszenierung des "theatrum sacrum" zu belehren und emotional zu bewegen, um die Allmacht Gottes und die Bedeutung des ewigen Lebens zu vermitteln.
- Citation du texte
- Anonym (Auteur), 2020, Schloss Corvey an der Weser. Barocke Abteikirche, fürstliche Bibliothek und UNESCO-Welterbe in Höxter, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1670595