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Interreligiöses Lernen im katholischen Religionsunterricht an Gymnasien

Título: Interreligiöses Lernen im katholischen Religionsunterricht an Gymnasien

Proyecto/Trabajo fin de carrera , 2010 , 123 Páginas , Calificación: 1,3

Autor:in: Christina Schulte (Autor)

Teología - Religión (como asignatura escolar)
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Seit ein paar Jahren sticht ein schillernder Begriff in der Religionspädagogik immer stärker hervor: interreligiöses Lernen. Was ist jedoch genau damit gemeint? Wie kann man sich einen solchen Lernprozess vorstellen?
In der letzten Zeit haben sich bereits vorhandene Fragen zugespitzt und zugleich wurden neue Fragen aufgeworfen. Vor allem durch die Globalisierung, die Migration und die Pluralisierung der Gesellschaft, aber auch vor dem Hin-tergrund scheinbar durch Religion legitimierter Konflikte und terroristischer Absichten gewannen der interreligiöse Dialog und damit verbunden auch das interreligiöse Lernen zunehmend an Bedeutung.
Ist der katholische Religionsunterricht für ein derartiges Lernen ein geeigneter Ort? Ist das interreligiöse Lernen überhaupt notwendig? Wie kann es im Unterricht angeleitet werden und welche Chancen und Grenzen wirft es auf? – Dies gilt es im Verlauf dieser Arbeit zu klären, deren Aufgabe es sein soll, das inter-religiöse Lernen in Bezug auf die Unterrichtspraxis im katholischen Religions-unterricht an Gymnasien zu untersuchen und seinen Nutzen und seine Chancen zu reflektieren.
Zuerst wird eine Einführung in die interkulturelle Pädagogik, die aufgrund des gesellschaftlichen Wandels entstanden ist bzw. entstehen musste, gegeben, um von dieser Position heraus das interreligiöse Lernen in eine definitorische Eingrenzung zu fassen. Warum diese Vorgehensweise, also von der interkulturellen Pädagogik her, sinnvoll erscheint, wird im Verlauf dieser Arbeit deutlich. Dieses soll zuerst von der theoretischen Seite her geschehen, indem grundlegende Faktoren dargestellt und erläutert werden, um die Grundlagen eines solchen Lernens erfassen zu können. Danach wird die theologische Basis in die Betrachtung einbezogen, um die Position der katholischen Kirche bezüglich des interreligiösen Lernens klären zu können. Kann man einen Wandel im Selbstverständnis erkennen? In welchem Verhältnis steht die katholische Kirche zu den anderen Religionen und wie sieht sie sich selbst? Welche Grundlagen sind für sie in Bezug auf den katholischen Religionsunterricht unabdingbar? Unterscheidet sich ihre Ansicht im Vergleich zu der evangelischen Kirche? Dies alles wird in diesem Bereich zu klären sein...

Extracto


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Gesellschaftliche Entwicklungen als Herausforderung für die Pädagogik

2.1 Gastarbeiter in Deutschland – vom Anwerbeabkommen zum Anwerbestopp

2.2 Aussiedler

2.3 Flüchtlinge

3. Die Lage im Bildungswesen

3.1 Aktuelle Forschungsergebnisse

3.2 Konsequenzen für das deutsche Schulsystem

4. Interkulturelle Pädagogik – Von der Duldung zum Dialog

4.1 Interkulturelles Lernen – Definition

4.2 KMK Empfehlung „Interkulturelle Bildung und Erziehung in der Schule“ (1996)

5. Interreligiöses Lernen – Bereicherung durch Begegnung?

5.1 Annäherung an das interreligiöse Lernen und seine Voraussetzungen

5.2 Ziele und Kompetenzen interreligiösen Lernens

5.3 Fünf Schritte interreligiösen Lernens

5.4 Ebenen des interreligiösen Lernens

5.5 Schule als geeigneter Ort für interreligiöses Lernen?

5.6 Theologische Grundlagen zum Religionsunterricht und zum interreligiösen Lernen

5.6.1 Die Würzburger Synode von 1974

5.6.2 Der Religionsunterricht vor neuen Herausforderungen

5.7 Modelle für einen Dialog der verschiedenen Religionen

5.7.1 Exklusivismus

5.7.2 Inklusivismus

5.7.3 Pluralismus

6. Lehramtliche Aussagen zum interreligiösen Dialog

6.1 Aussagen des Zweiten Vatikanischen Konzils

6.1.1 Lumen Gentium

6.1.2 Nostra Aetate

6.2 Die Päpstlichen Lehrschreiben

6.2.1 Redemptoris Missio

6.2.2 Exkurs: Worten folgen Taten: Johannes Paul II. und Benedikt XVI.

6.3 Stellungnahmen der evangelischen Kirche zum interreligiösen Dialog

6.3.1 Ökumenischer Rat der Kirche

6.3.2 Die EKD (Evangelische Kirche Deutschlands)

7. Interreligiöses Lernen im katholischen Religionsunterricht an Gymnasien

7.1 Deutsche Bischofskonferenz und KMK Empfehlung

7.2 RRL für die Schuljahrgänge 7-10 im katholischen Religionsunterricht an Gymnasien in Niedersachsen (2003)

8. Exemplarischer Schulbuchvergleich zum interreligiösen Lernen

8.1 Reli – Unterrichtswerk für Jahrgangsstufe 5 und 6

8.2 Reli – Unterrichtswerk für die Jahrgangsstufe 7 und 8

8.3 Religion vernetzt – Klasse 7

8.4 Das Kursbuch Religion für das 7./8. Schuljahr

8.5 Suchen und Glauben für das 5./6. Schuljahr

8.6 Fazit

9. Unterrichtseinheit zum interreligiösen Lernen in Bezug auf Christentum und Islam

9.1 Unterrichtsequenz Christen – Muslime

9.2 Ziele der Unterrichtseinheit

9.3 Spezifische Lernwege für das interreligiöse Lernen in Bezug auf diese Unterrichtseinheit - eine Ideenbörse

9.4 Eine synoptische Darstellung – Einordnung in die Unterrichtssequenz

9.5 Entwicklungspsychologische Aspekte

9.6 Vergleich: „Die Josefsgeschichte“ in Bibel und Koran

9.6.1 Sachanalyse

9.6.2 „Josef“ - Bibel und Koran als Thema in einer Unterrichtsstunde – Didaktische Analyse

9.6.3 Methodische Analyse

9.6.4 Geplanter Unterrichtsverlauf

10. Chancen und Grenzen interreligiösen Lernens im schulischen Religionsunterricht

11. Schluss

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht das interreligiöse Lernen im Kontext der Unterrichtspraxis des katholischen Religionsunterrichts an Gymnasien. Ziel ist es, den Nutzen und die Chancen dieses Lernprozesses in einer pluralistischen Gesellschaft zu reflektieren und methodische Ansätze für den Religionsunterricht zu erarbeiten.

  • Grundlagen der interkulturellen und interreligiösen Pädagogik
  • Theologische Verankerung des interreligiösen Dialogs in der katholischen und evangelischen Kirche
  • Empirische Untersuchung der Verankerung in aktuellen Lehrplänen und Schulbüchern
  • Entwicklung und didaktische Analyse konkreter Unterrichtseinheiten (Beispiel: Islam und Christentum)
  • Reflektion der Chancen und Grenzen interreligiösen Lernens im Schulalltag

Auszug aus dem Buch

1. Einleitung

„Hat von Euch jeder seinen Ring von seinem Vater: So glaube jeder sicher seinen Ring Den echten. – Möglich; dass der Vater nun Die Tyrannei des einen Rings nicht länger In seinem Hause dulden wollen! – Und gewiss; Dass er euch alle drei geliebt, und gleich Geliebt: indem er zwei nicht drücken mögen, Um einen zu begünstigen. – Wohlan! Es eifre jeder seiner unbestochenen Von Vorurteilen freien Liebe nach!“

In dem Drama „Nathan der Weise“ spricht Nathan diese Verse im Gespräch mit dem Muslim Saladin. Mit seiner Ringparabel versucht Lessing die Frage nach der einen, wahren Religion zu lösen, indem er absichtlich dieser scheinbar unlösbaren Frage aus dem Weg geht. Es gehe nicht um die einzelnen Religionen als Religionsgemeinschaften, sondern allein um den jeweiligen Menschen, wie Nathan dem Tempelherrn zu verstehen gibt. Lessing versteht es also, sich um ein Ideal des Zusammenlebens zu bemühen, das durch Toleranz, Vernunft, Gleichberechtigung und Menschlichkeit geprägt ist und bei dem nicht der transzendente Gehalt und die Wahrheit der Religion im Vordergrund stehen.

Seit ein paar Jahren sticht ein schillernder Begriff in der Religionspädagogik immer stärker hervor: interreligiöses Lernen. Was ist jedoch genau damit gemeint? Wie kann man sich einen solchen Lernprozess vorstellen?

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Einführung in die Thematik durch die Ringparabel aus Lessings „Nathan der Weise“ und Hinführung zur Forschungsfrage nach der Relevanz des interreligiösen Lernens im katholischen Religionsunterricht.

2. Gesellschaftliche Entwicklungen als Herausforderung für die Pädagogik: Analyse der migrationsbedingten Veränderungen in der Gesellschaft und ihre Auswirkungen auf das Bildungswesen.

3. Die Lage im Bildungswesen: Darstellung aktueller Forschungsergebnisse zu den Herausforderungen für Schüler mit Migrationshintergrund und Konsequenzen für das deutsche Schulsystem.

4. Interkulturelle Pädagogik – Von der Duldung zum Dialog: Historische Einordnung und Begriffsdefinition der interkulturellen Pädagogik im Kontext der Schulentwicklung.

5. Interreligiöses Lernen – Bereicherung durch Begegnung?: Definition des interreligiösen Lernens, seiner Voraussetzungen, theologischen Grundlagen und der verschiedenen Modelle des interreligiösen Dialogs.

6. Lehramtliche Aussagen zum interreligiösen Dialog: Analyse der kirchlichen Positionen, angefangen beim Zweiten Vatikanischen Konzil über päpstliche Lehrschreiben bis hin zu evangelischen Stellungnahmen.

7. Interreligiöses Lernen im katholischen Religionsunterricht an Gymnasien: Untersuchung der institutionellen Verankerung durch die Deutsche Bischofskonferenz und die niedersächsischen Rahmenrichtlinien.

8. Exemplarischer Schulbuchvergleich zum interreligiösen Lernen: Vergleich moderner Unterrichtswerke mit einer älteren Ausgabe zur Identifizierung von Akzentverschiebungen in der religionspädagogischen Vermittlung.

9. Unterrichtseinheit zum interreligiösen Lernen in Bezug auf Christentum und Islam: Konkretisierung der theoretischen Erkenntnisse durch beispielhafte Unterrichtsentwürfe und methodische Analysen.

10. Chancen und Grenzen interreligiösen Lernens im schulischen Religionsunterricht: Kritische Reflexion der Möglichkeiten und potenziellen Hürden bei der praktischen Umsetzung im schulischen Kontext.

11. Schluss: Zusammenfassendes Fazit über die Notwendigkeit und Komplexität eines authentischen interreligiösen Dialogs im schulischen Rahmen.

Schlüsselwörter

Interreligiöses Lernen, Interkulturelle Pädagogik, Religionsunterricht, Islam, Christentum, Dialog, Migration, Bildungsstandards, Schulbuchvergleich, Perspektivwechsel, Didaktik, Begegnung, Wahrheitsanspruch, Ökumene, Identität.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der Implementierung und methodischen Umsetzung von interreligiösem Lernen im katholischen Religionsunterricht an Gymnasien unter Berücksichtigung einer zunehmend pluralistischen Gesellschaft.

Was sind die zentralen Themenfelder der Publikation?

Die zentralen Felder umfassen die interkulturelle Pädagogik, die Theologie der Religionen, offizielle kirchliche Dokumente zum interreligiösen Dialog sowie die praktische Analyse von Lehrplänen und Schulbüchern.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das Ziel ist die Untersuchung des Nutzens und der Chancen interreligiösen Lernens in der Unterrichtspraxis, um Schülern einen kompetenten und respektvollen Umgang mit anderen Religionen – insbesondere dem Islam – zu ermöglichen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit verbindet theoretische Grundlagenarbeit mit einer vergleichenden Analyse von Lehrplänen und einer exemplarischen Untersuchung von Schulbüchern (Schulbuchvergleich) sowie der didaktischen Aufbereitung von Unterrichtseinheiten.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Begründung des interreligiösen Lernens, die kirchlichen Positionen, die schulische Verankerung und eine praktische Analyse von Schulbuchinhalten sowie einen beispielhaften Unterrichtsentwurf.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Interreligiöses Lernen, Interkulturelle Pädagogik, Religionsunterricht, Islam, Dialog, Schulentwicklung und Didaktik der Religionen.

Welche Rolle spielt die "Josefsgeschichte" im Dokument?

Die Josefsgeschichte dient als konkretes Fallbeispiel für eine synoptische Arbeit im Unterricht, da sie sowohl in der Bibel als auch im Koran vorkommt und sich somit ideal für einen inhaltlichen Vergleich zwischen Christentum und Islam eignet.

Welche Bedeutung kommt dem Vergleich älterer und neuerer Schulbücher zu?

Der Vergleich dient dazu, die Entwicklung der religionspädagogischen Vermittlung nachzuzeichnen und zu prüfen, ob und wie Schulbuchverlage auf gesellschaftliche Veränderungen und die Notwendigkeit des interreligiösen Lernens reagiert haben.

Warum wird der "Königsweg" in Bezug auf interreligiöses Lernen erwähnt?

Als "Königsweg" wird die direkte persönliche Begegnung mit Angehörigen anderer Religionen bezeichnet, da sie nachhaltiger wirkt als das rein kognitive Studieren von Texten.

Final del extracto de 123 páginas  - subir

Detalles

Título
Interreligiöses Lernen im katholischen Religionsunterricht an Gymnasien
Universidad
University of Marburg
Calificación
1,3
Autor
Christina Schulte (Autor)
Año de publicación
2010
Páginas
123
No. de catálogo
V167097
ISBN (Ebook)
9783640835126
ISBN (Libro)
9783640834662
Idioma
Alemán
Etiqueta
Interreligiös Interreligiöses Lernen Interkulturell Interkulturelles Lernen
Seguridad del producto
GRIN Publishing Ltd.
Citar trabajo
Christina Schulte (Autor), 2010, Interreligiöses Lernen im katholischen Religionsunterricht an Gymnasien, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/167097
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