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Walter Benjamins "Berliner Kindheit um neunzehnhundert"

Eine Interpretation der "Fassung letzter Hand"

Title: Walter Benjamins "Berliner Kindheit um neunzehnhundert"

Seminar Paper , 2005 , 17 Pages , Grade: 2,0

Autor:in: Melanie Bacher (Author)

German Studies - Modern German Literature
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Der Schwerpunkt dieser Ausarbeitung liegt auf der analytischen und erschließenden Betrachtung mehrerer Miniaturen aus Walter Benjamins "Berliner Kindheit um neunzehnhundert".
Nachdem zunächst ein kurzer Einblick in die Textgenese und Editionsgeschichte gegeben wird, richtet sich das Augenmerk anschließend auf Benjamins Intention bei der Umarbeitung von der "Berliner Chronik" bis hin zur "Fassung letzter Hand" der "Berliner Kindheit um neunzehnhundert".
Abschließend werden anhand der Untersuchung einzelner Miniaturen für Benjamins Erinnerungsbilder charakteristische Eigenschaften sowie Motivparallelen erarbeitet. Die Textgrundlage hierfür bildet die 1987 im Suhrkamp-Verlag veröffentlichte Fassung letzter Hand.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Textgenese und Editionsgeschichte

2.1 Berliner Chronik

2.2 Drei Manuskripte der Berliner Kindheit um neunzehnhundert

2.2.1 Manuskript vom Februar 1933

2.2.2 Gießener Fassung – April 1934

2.2.3 Fassung letzter Hand – 1938

2.3 Editionsgeschichte

3 Die Intention Walter Benjamins bei der Umarbeitung von der Berliner Chronik zur Berliner Kindheit

4 Ausgewählte Einzeltexte der Fassung letzter Hand

4.1 Die Farben

4.2 Verstecke

4.3 Steglitzer Ecke Genthiner

5 Fazit

Zielsetzung & Themen

Diese Arbeit analysiert ausgewählte Miniaturen aus Walter Benjamins "Berliner Kindheit um neunzehnhundert", um die spezifischen Eigenschaften seiner Erinnerungsbilder sowie die zugrunde liegenden Motivparallelen zu untersuchen. Ziel ist es, den Transformationsprozess von der chronologischen "Berliner Chronik" zur fragmentarischen, auf Erinnerung basierenden "Fassung letzter Hand" nachzuvollziehen.

  • Textgenese und Editionsgeschichte der Berliner Kindheit
  • Benjamins Intention bei der Umarbeitung seiner Erinnerungstexte
  • Analyse der Miniaturen "Die Farben", "Verstecke" und "Steglitzer Ecke Genthiner"
  • Einfluss philosophischer Konzepte des Erinnerns auf die Textgestaltung
  • Verbindung zwischen individueller Kindheitserinnerung und gesellschaftlicher Deutung

Auszug aus dem Buch

4.1 Die Farben

Die Miniatur Die Farben, 26. Text in der Fassung letzter Hand, zeigt das Kind in einem „verlassenen, morschen Pavillon“ im Garten. Interessant wird dieser für das Kind erst durch seine bunten Scheiben: Im Fenster erblickt es eine Landschaft mit vielen Gesichtern, „bald lohend und bald verstaubt, bald schwelend und bald üppig“. Die Landschaft liegt also zunächst als ein passives Objekt im Fenster, das Kind dagegen streicht im Innern von Scheibe zu Scheibe und erfährt in dieser, einem Ritual gleichenden, schleichenden und monotonen Bewegung eine Verwandlung. Die Landschaft, die das Kind erblickt, erscheint durch die farbigen Scheiben verfremdet, ist also gleichfalls einer Verwandlung unterzogen. Das Kind nimmt die Eigenschaft der Verwandelbarkeit der Landschaft an, indem es ihre Farben adaptiert.

Mit den Vergleichen „Es ging mir wie beim Tuschen“ und „Ähnliches begab sich mit Seifenblasen“ zeigt der Autor, dass das Kind in anderen Spielen Gleichbedeutendes erfahren kann. Wenn Benjamin schreibt, dass die Dinge dem Kind „ihren Schoß auftaten, sobald [es] sie in einer feuchten Wolke überkam“, so beschreibt er einen Erkenntnisgewinn, eine Einsicht des Kindes in die Dingwelt18 im oder vielmehr durch das Spiel mit den Farben. Die schillernden Seifenblasen erwecken im Kind die Vorstellung sich mit den Blasen und deren Farbenspiel vermischen zu können um ihnen zu reisen. Bei dieser Vermischung handelt es sich erneut um die Idee sich der Subjektivität zu entledigen um eine Einheit mit der Seifenblase zu bilden.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Die Arbeit führt in die analytische Untersuchung der Miniaturen von Walter Benjamins Werk ein und skizziert die methodische Vorgehensweise anhand der Fassung letzter Hand.

2 Textgenese und Editionsgeschichte: Dieses Kapitel zeichnet die Entstehung der "Berliner Kindheit" nach, von der "Berliner Chronik" über verschiedene Manuskripte bis hin zur posthumen Edition.

3 Die Intention Walter Benjamins bei der Umarbeitung von der Berliner Chronik zur Berliner Kindheit: Der Autor untersucht hier, wie Benjamin durch die bewusste Zerstörung des chronologischen Kontinuums Erinnerungsbilder schuf, die subjektive Gegengewichte zu zeitgeschichtlichen Entwicklungen bilden.

4 Ausgewählte Einzeltexte der Fassung letzter Hand: In diesem Hauptteil erfolgt eine detaillierte textimmanente Analyse der Miniaturen „Die Farben“, „Verstecke“ und „Steglitzer Ecke Genthiner“ hinsichtlich ihrer Motivik und Struktur.

5 Fazit: Das Fazit fasst zusammen, wie das Kind in den Texten als Akteur in einer gefährdeten Welt agiert und wie die Hülle und das Verhüllte die Fragilität der Identität spiegeln.

Schlüsselwörter

Walter Benjamin, Berliner Kindheit, Erinnerungsbilder, Textgenese, Edition, Kindheit, Kindheitserinnerung, Subjektivität, Motivparallelen, Moderne, Kind, Wahrnehmung, Fassung letzter Hand, Berliner Chronik, Identität

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit Walter Benjamins Werk "Berliner Kindheit um neunzehnhundert" und untersucht, wie der Autor autobiografische Erinnerungen in eine spezifische, fragmentarische literarische Form überführt hat.

Welche zentralen Themenfelder stehen im Fokus?

Im Zentrum stehen die Textgeschichte des Werks, die philosophische Bedeutung des Erinnerns sowie die analytische Betrachtung einzelner Miniaturen in Bezug auf Benjamins Intentionen.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, die spezifische Formgestaltung der Miniaturen und deren Funktion als Ausdruck von Kindheitserinnerungen unter dem Einfluss von Benjamins philosophischem Denken zu ergründen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es wird eine analytische und erschließende Betrachtung der Texte angewandt, die durch die Berücksichtigung der Editionsgeschichte und den Vergleich der verschiedenen Fassungen gestützt wird.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil analysiert die drei Miniaturen "Die Farben", "Verstecke" und "Steglitzer Ecke Genthiner" und untersucht, wie diese das Kind in seiner Umwelt und im Prozess der Identitätsbildung darstellen.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind unter anderem Berliner Kindheit, Textgenese, Erinnerungsbilder, Subjektivität und die Auseinandersetzung mit der Moderne.

Wie unterscheidet sich die "Berliner Kindheit" von der "Berliner Chronik"?

Während die "Berliner Chronik" Ereignisse chronologisch ordnet, bricht Benjamin in der "Berliner Kindheit" dieses Kontinuum auf, um die Erfahrung als Erinnerungsbild subjektiv und in verkürzter Form darzustellen.

Warum spielt die Unterscheidung von "Hülle" und "Inhalt" in der Analyse eine Rolle?

Diese Begriffe dienen zur Erläuterung der Verbindung zwischen dem äußeren Gegenstand und der inneren Erkenntnis des Kindes, die Benjamin als miteinander verschmolzen beschreibt.

Welche Rolle spielt die "Fassung letzter Hand" für diese Analyse?

Sie bildet die maßgebliche Textgrundlage, da sie laut dem Autor das Ergebnis der letzten Überarbeitungen Benjamins im Jahr 1938 darstellt.

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Details

Title
Walter Benjamins "Berliner Kindheit um neunzehnhundert"
Subtitle
Eine Interpretation der "Fassung letzter Hand"
College
University of Marburg
Grade
2,0
Author
Melanie Bacher (Author)
Publication Year
2005
Pages
17
Catalog Number
V167119
ISBN (eBook)
9783640835386
Language
German
Tags
Berliner Kindheit um neunzehnhundert Walter Benjamin Fassung letzter Hand
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Melanie Bacher (Author), 2005, Walter Benjamins "Berliner Kindheit um neunzehnhundert", Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/167119
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