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Behavioral Finance - Grundlagen und praktischer Nutzen

Titre: Behavioral Finance - Grundlagen und praktischer Nutzen

Thèse de Bachelor , 2009 , 53 Pages , Note: 1.5

Autor:in: Stephan Ulrich (Auteur)

Gestion d'entreprise - Enquête d'entreprise, Recherche opérationnelle
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Résumé Extrait Résumé des informations

Vor etwa zwei Jahren stellte Beat Kappeler in der NZZ am Sonntag genüsslich fest, dass die Inflation weltweit besiegt wurde, es seit zehn Jahren keine internationale Finanzkrise mehr gab und die Zahl der Arbeitsplätze sich auf einem Rekordhoch befindet. Bereits einige Monate später, im Herbst 2007, häuften sich die Nachrichten, dass einige Finanzmarktteilnehmer Probleme mit gewissen Positionen haben könnten. Zuerst waren viele der Ansicht, die Krise beschränke sich nur auf den amerikanischen Hypothekenmarkt. So titelte die Neue Zürcher Zeitung am 26. September 2007 noch optimistisch: „Die robuste Verfassung der Weltwirtschaft, die boomenden Schwellenländer, die gute Arbeitsmarktlage in Europa und in den USA“ sprechen dafür, dass sich „die Auswirkungen in Grenzen halten werden“. Leider wissen wir heute, dass sich die Krise auf die Realwirtschaft ausdehnen konnte. Bereits einige Monate später titelte die NZZ am Sonntag, dass nach der Gier die nackte Angst an der Wall Street herrsche. Die Aktienindizes begannen weltweit an Boden zu verlieren. Schnell wurde klar, dass viele Titel überbewertet waren und die erwarteten Gewinne nicht mehr realisiert werden konnten. Doch weshalb brach der SMI von 9'548.09 Punkten während den vergangenen zwei Jahren um über 50 % auf bis 4'234.96 Punkte ein? Kann ein Handeln rein nach den Grundsätzen der modernen Kapitalmarkttheorie einen solchen Einbruch erklären?

Diese Arbeit geht von der Prämisse aus, dass die Modern Finance und die heutigen makroökonomischen Modelle verschiedener Ökonomen nicht alle Phänomene erklären können. Als mögliche Ergänzung zum besseren Verständnis des Marktgeschehens soll daher die Behavioral Finance, zu Deutsch Verhaltensökonomie, miteinbezogen werden. Es handelt sich dabei um eine sehr junge Wissenschaft, welche vor allem in Zeiten grosser Unsicherheit und Verzweiflung an der Börse an Bedeutung gewinnen könnte. Dabei wird bewusst nicht zwischen den verschiedenen Typen von Investoren unterschieden, sondern ein genereller Überblick über die Thematik gegeben wie auch die Theorie der Behavioral Finance und deren praktischen Nutzen bei der Investitionsentscheidung vorgestellt. Dem Leser soll aufgezeigt werden, welche psychologischen Phänomene bewusst oder unbewusst bei allen Individuen wirken und das Verhalten vom Konzept des rational handelnden Individuums weglenken.

Extrait


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Historischer Hintergrund

2.1 Old Finance

2.2 Modern Finance

2.2.1 Portfoliotheorie von Markowitz

2.2.2 Die Tobin-Separation und die Kapitalmarktlinie

2.2.3 Das Capital Asset Pricing Model (CAPM)

2.2.4 Die Markteffizienzhypothese

2.2.5 Random Walk

2.3 Paradigmawechsel und Grundlagen der Behavioral Finance

3 Heuristiken der Individualebene

3.1 Heuristiken der Informationswahrnehmung

3.1.1 Vereinfachung

3.1.2 Mental Accounting

3.1.3 Verfügbarkeitsheuristik

3.1.4 Vernachlässigung von Informationen

3.1.4.1 Selektive Wahrnehmung

3.1.4.2 Kontrast-Effekt

3.1.4.3 Framing

3.2 Urteilsheuristiken

3.2.1 Verankerungsheuristik

3.2.2 Repräsentativitätsheuristik

3.2.2.1 Überschätzen von Wahrscheinlichkeiten

3.2.2.2 Überschätzen empirischer und kausaler Zusammenhänge

3.2.2.3 Inexistente Zusammenhänge

3.3 Relative Bewertung von Ergebnissen

3.3.1 Prospect Theorie

3.3.2 Weitere Effekte

3.4 Harmoniebedürfnis und die Theorie der kognitiven Dissonanz

3.4.1 Verlustaversion

3.4.2 Regretaversion

3.5 Kontrollbedürfnis und -illusion

4 Anomalien der Marktebene

4.1 Trends

4.1.1 Über- und Unterreaktion

4.1.2 Herdenverhalten und Bubbles

4.2 Saisonalitäten

4.2.1 Wochenend-Effekt

4.2.2 Feiertags-Effekt

4.2.3 Monatesend-Effekt

4.2.4 Januareffekt

4.2.5 Jahresend-Effekt

4.3 Technische Analysen

4.3.1 Unterstützungs- und Widerstandslinien

4.3.2 Gleitender Durchschnitt

4.3.3 Trendlinien

5 Empfehlungen für den Investor

5.1 Fundierte Analysen mit längeren Evaluationsphasen

5.2 Definition von Zielen

5.3 Umgang mit Overconfidence

5.4 Ausnutzen von Trends und Saisonalitäten

6 Fazit und Ausblick

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die Grenzen der klassischen Kapitalmarkttheorie und zeigt auf, wie die Behavioral Finance als ergänzender Ansatz zum Verständnis des Marktgeschehens beitragen kann. Das primäre Ziel ist es, psychologische Phänomene und deren Einfluss auf das rationale Handeln von Investoren zu analysieren und praktische Empfehlungen für eine fundiertere Investitionsentscheidung abzuleiten.

  • Historische Einordnung der Finanzmarkttheorie (Old und Modern Finance)
  • Analyse kognitiver Heuristiken und Urteilsfehler auf Individualebene
  • Untersuchung von Markt-Anomalien und deren psychologischen Ursprüngen
  • Evaluation technischer Analyseinstrumente aus verhaltensökonomischer Sicht
  • Praktische Strategien für den Umgang mit psychologischen Bias bei Anlageentscheidungen

Auszug aus dem Buch

3.1.2 Mental Accounting

Die Komplexität einer Entscheidung kann auch auf eine andere Weise reduziert werden. Neben der Vereinfachung besteht auch die Möglichkeit, potenzielle Abhängigkeiten zwischen einzelnen Engagements und Projekten zu vernachlässigen. In diesem Zusammenhang ist nach Tversky & Kahneman (1981) der Begriff „mental account“ entstanden. Ihrer Ansicht nach führen Menschen für jegliches Vorhaben verschiedene mentale Konti. Der Mensch ist indes nicht fähig, sich auf mehr als ein Konto zu konzentrieren und ignoriert die Korrelation zwischen den verschiedenen Konti. Ein gutes Beispiel von geistigen Konti bringen Tversky und Kahneman (1981) mit der Eintrittskarte für ein Konzert:

Situation A: Sie haben eine Eintrittskarte für eine Opernvorführung zum Preis von Fr. 250 erworben. Kurz vor dem Opernhaus bemerken Sie, dass Sie Ihre Karte verloren haben. An der Abendkasse gibt es noch Karten derselben Preiskategorie. Kaufen Sie nun eine neue Karte?

Situation B: Sie haben sich an der Abendkasse eine Eintrittskarte für die Opernvorführung im Wert von Fr. 250 reservieren lassen. Dort angekommen, stellen Sie fest, dass Sie Fr. 250 aus Ihrem Portemonnaie verloren haben. Kaufen Sie die hinterlegte Karte unter der Annahme, dass Sie noch genügend Geld dabei haben?

Aus rein ökonomischer Sicht macht es keinen Unterschied, ob die Eintrittskarte nun verloren ging oder der Geldbetrag in gleicher Höhe. Fakt ist, dass noch einmal Ausgaben von Fr. 250 getätigt werden müssen, um in den Genuss der Opernvorstellung zu kommen. Der Eintritt in die Oper kostet bei beiden Situationen schlussendlich Fr. 500. Interessant ist das Ergebnis empirischer Untersuchungen von Tversky und Kahneman (1981): Die Mehrheit der Befragten hätte beim Verlust der Eintrittskarte auf einen Opernbesuch verzichtet (gleiches mentales Konto) und beim Verlust des Geldbetrages aus dem Portemonnaie (anderes mentales Konto) den zuvor reservierten Operneintritt eingelöst.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Die Arbeit führt in die Thematik der Behavioral Finance ein und stellt die Prämisse auf, dass klassische makroökonomische Modelle das Marktgeschehen, insbesondere in Krisenzeiten, nur unvollständig erklären können.

2 Historischer Hintergrund: Es wird die Entwicklung der Kapitalmarkttheorie von der "Old Finance" über die "Modern Finance" (u.a. Markowitz, CAPM, Markteffizienz) bis hin zum Paradigmenwechsel zur Verhaltensökonomie nachgezeichnet.

3 Heuristiken der Individualebene: Dieses Kapitel analysiert systematische Fehler und psychologische Mechanismen bei der Informationswahrnehmung und Entscheidungsfindung, wie etwa Mental Accounting oder die Prospect Theorie.

4 Anomalien der Marktebene: Aufbauend auf individuellen Fehlern werden systematische Abweichungen am Gesamtmarkt, wie Trends, Saisonalitäten und technische Marktphänomene, beleuchtet.

5 Empfehlungen für den Investor: Basierend auf den theoretischen Erkenntnissen werden konkrete Handlungsanweisungen für Anleger formuliert, um psychologische Fallstricke zu vermeiden und Anlageziele besser zu steuern.

6 Fazit und Ausblick: Zusammenfassung der Bedeutung der Behavioral Finance als Ergänzung zur bestehenden Kapitalmarkttheorie und Ausblick auf zukünftige Forschungsbedarfe.

Schlüsselwörter

Behavioral Finance, Verhaltensökonomie, Markteffizienzhypothese, Heuristiken, Prospect Theorie, Verlustaversion, Kapitalmarkttheorie, Portfoliotheorie, Saisonalitäten, Technische Analyse, Anlegerpsychologie, Entscheidungsfindung, Marktanomalien, Overconfidence, Mental Accounting.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der Behavioral Finance (Verhaltensökonomie) und deren Rolle als Ergänzung zur klassischen Kapitalmarkttheorie, um Markterscheinungen besser zu erklären.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zu den zentralen Themen gehören die psychologischen Einflüsse auf Investoren, die Analyse von Marktanomalien sowie Methoden, um irrationale Entscheidungsmuster beim Investieren zu minimieren.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie psychologische Faktoren – wie Heuristiken und kognitive Dissonanz – das Verhalten von Marktteilnehmern beeinflussen und wie Anleger dieses Wissen für fundiertere Entscheidungen nutzen können.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit stützt sich auf eine tiefgehende Literatur- und Theorieanalyse bestehender finanzwissenschaftlicher Modelle und verhaltensökonomischer Forschungsergebnisse.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil analysiert schrittweise die Heuristiken auf Individualebene, beleuchtet Anomalien auf Marktebene und leitet daraus konkrete Empfehlungen für die Investitionspraxis ab.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Kernbegriffe sind Behavioral Finance, Heuristiken, Prospect Theorie, Markteffizienz, Anlegerpsychologie und Verlustaversion.

Welchen praktischen Nutzen haben diese Erkenntnisse für einen Anleger?

Anleger können durch das Wissen über eigene psychologische Schwachstellen – wie den Dispositionseffekt oder Overconfidence – rationalere Entscheidungen treffen, zum Beispiel durch längere Evaluationsphasen oder den gezielten Einsatz von Stop-Loss-Aufträgen.

Wie wird in der Arbeit das Phänomen des "Mental Accounting" erklärt?

Es wird beschrieben als Tendenz von Menschen, verschiedene mentale Konten für unterschiedliche Vorhaben zu führen, wodurch sie die Korrelation zwischen Engagements ignorieren und potenzielle Chancen oder Risiken falsch bewerten.

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Résumé des informations

Titre
Behavioral Finance - Grundlagen und praktischer Nutzen
Note
1.5
Auteur
Stephan Ulrich (Auteur)
Année de publication
2009
Pages
53
N° de catalogue
V167180
ISBN (ebook)
9783640835720
ISBN (Livre)
9783640836079
Langue
allemand
mots-clé
Behavioral Finance Verhaltensökonomie; Charttechnik;
Sécurité des produits
GRIN Publishing GmbH
Citation du texte
Stephan Ulrich (Auteur), 2009, Behavioral Finance - Grundlagen und praktischer Nutzen, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/167180
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