Vorbetrachtung bei der Realisierung und Planung eines Tiefkühllagers


Hausarbeit, 2010
13 Seiten, Note: 1,7

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Abkürzungsverzeichnis

1.Einleitung

2.Planungsphase

3. Planungsschwerpunkte
3.1 Lagertechnik
3.2 Versandbereitstellung
3.3 Schleusen
3.4 Shuttle Transport
3.5 Kommissioniersysteme

4. Die Kombination von Bestehendem und Neuem

5. Resümee

Literaturverzeichnis

Anhang

Abkürzungsverzeichnis

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

1.Einleitung

Der folgende Bericht soll weder eine theoretische Betrachtung möglicher Lagersysteme und deren Bewertungskriterien, noch ein Projektbericht über ausgeführte Tiefkühlläger sein. Er kann auch kein Leitfaden zum Vorgehen bei der Realisierungsplanung eines Tiefkühllagers sein. Vielmehr wird versucht aus Sicht eines Logistik-Planers- verschiedene „Knackpunkte“ im Vorfeld einer Realisierung aufzuzeigen, deren effiziente und geschickte Lösung zu einem funktionierendem Ganzen gehören, und die meist, wenn sie nicht entsprechend berücksichtigt sind, zu erheblichen Funktionseinschränkungen, Kostenerhöhungen oder Budgetüberschreitungen und Terminverzögerungen führen.

Wenn eine Erweiterung des Lagers erforderlich scheint, ist zunächst immer zu hinterfragen, ob im Sinne des Gedanken kein neues Lager ist das beste Lager- die vermeintliche fehlende Kapazität nicht durch andere Maßnahmen, wie einen höheren Lagerumschlag oder Kapazitäten bei Externen, geschaffen werden kann. Ist dennoch eine Lagererweiterung erforderlich, sie bietet die Neuplanung immer die Chance, gleichzeitig auch die peripheren Bereiche wie Wareneingang, Versand und gegebenenfalls die Kommissionierung sowie die gesamte Ablauforganisation zu optimieren und damit insgesamt wirtschaftlicher zu betreiben. Immer wieder wird man mit dem fehlerhaften Ansatz konfrontiert, Schritt für Schritt Einzelsysteme optimieren zu wollen, ohne das Gesamtsystem zu betrachten. Doch ein Tiefkühllager steht meist in einem komplexen Umfeld aus funktionalen, materialfluss- technischen und qualitätssichernden Anforderungen. So führt dieser Ansatz zwangsläufig zu nicht optimalen Gesamtlösungen. Manchmal stellt sich im Verlauf einer Realisierungsplanung heraus, dass das Lagersystem relativ einfach zu definieren ist, jedoch die vor- und nachgeschalteten Bereiche, wie Produktionsanbindung, Versandbereitstellung oder die modulare Erweiterbarkeit aller Bereiche sowie die Integration in bestehende Strukturen, die größeren Schwierigkeiten bereiten. In diesem Zusammenhang sei darauf hingewiesen, dass vor Beginn einer jeden Planung alle Sollvorgaben, Randbedingungen und Planungsfreiheitsgrade eindeutig definiert sein sollten. Zwar kann in einer späteren Phase die Entscheidungsfindung die ein oder andere Festlegung im Hinblick auf deren Elastizität nochmals hinterfragt werden, jedoch ist eine klare Aufgabendefinition für eine zielgerichtete Lösungsfindung unerlässlich.

2. Planungsphase

Nachdem die Grundsatzentscheidung ein neues Lager zu bauen getroffen ist, stellt sich die Frage nach der Umsetzung und nach der sinnvollen und wirtschaftlichen Lagertechnik. In der Regel möchte man auf bewährte Systeme zurückgreifen, die aber abgestimmt auf die ganz spezifischen Rahmenbedingungen des jeweiligen Betriebes adaptiert und entsprechend installiert werden sollen. Hier die richtige Entscheidung zu treffen, ist typischerweise die Aufgabe der Entscheidungsgremien des Betriebes.

Abhängig von der jeweils eigenen Erfahrung mit solchen Systementscheidungen, holt man sich mehr oder weniger Hilfestellung von außen. Hier nur kann man sich externer, herstellerneutraler Planer bedienen, oder man fragt direkt bei Herstellern nach, die meist nicht nur projektieren, sondern auch planen. Hersteller und Planer dürfen sich da bei nicht als Konkurrenten sehen, sondern als Partner mit unterschiedlichen Aufgaben innerhalb des Realisierungsprozesses. Der neutrale Planer wird frei von herstellerspezifischen Vorgaben die für den Anwendungsfall sinnvollen und wirtschaftlichen Systeme erarbeiten, wo hingegen die Hersteller ihre Lösungsansätze zweckmäßigerweise auf das eigene Produktionsprogramm abstimmen. Dabei kann es vorkommen, dass beispielsweise der eine Hersteller einen Drehtisch einsetzt, wohingegen ein anderer aufgrund seines Baukastensystems lieber einen Eckumsetzer anbietet. Der neutrale Planer hat den Vorteil, kein Produkt verkaufen zu müssen.

Desweiteren sind als Basis für eine Systemplanung häufig umfangreiche Datenerhebungen und Datenauswertungen vorzunehmen, für die ein klassischer Systemlieferant weder die Ressourcen noch die Zeit hat. Aus diesem Grund befürworten viele Hersteller die oben genannte und oft praktizierte Aufgabenteilung.[1]

3. Planungsschwerpunkte

3.1 Lagertechnik

Ob ein Tiefkühllager automatisch oder manuell betrieben wird, ist meist nicht nur eine Frage der Investitionen und der Wirtschaftlichkeit, sondern oftmals auch eine Frage der Unternehmensphilosophie. So gibt es Unternehmen, die ihre Mitarbeiter nicht in der Kälte (-24°C) arbeiten lassen wollen. In diesen Fällen führt an einer automatischen Lösung kein Weg vorbei. Dennoch stellt sich die Frage, ob das Lager in Silobauweise oder konventionell erstellt werden soll, als Einplatz- oder Kanallager oder vielleicht mit in den letzten Jahren stark verbreiteten doppeltiefen Lagerung der Paletten. Die Beantwortung dieser Frage lässt sich nicht in der Regel über geschickte Datenauswertungen herleiten. So ist beispielsweise ein Kanallager in Bezug auf den Flächennutzungsgrad eine sehr gute Lösung, hinsichtlich der Zugriffsmöglichkeit auf einzelne Paletten müssen doch erhebliche Einschränkungen hingenommen werden. Wenn ein strenges fifo (first in – first out) gefordert ist, führt auch die doppelte tiefe Lagerung zu häufigen Umlagerungen und zu einem schlechteren Lagernutzungsgrad. Dies kann allerdings durch ein zweites Lastaufnahmemittel auf dem Regalbediengerät (RGB) kompensiert werden, was andererseits aber zu höheren Investitionskosten führt.

3.2 Versandbereitstellung

Ziel einer optimalen Versandbereitstellung ist es, einen LKW in kürzester Zeit mit den richtigen Paletten in der richtigen Reihenfolge beladen zu können und wenn möglich, am besten noch vollautomatisch. Gerade im Tiefkühlbereich ist das schnelle Abfertigen der LKW wegen der Anforderungen an eine unterbrechungsfreie Kühlkette erforderlich.[2]

Wenn wie in einem Planungsbeispiel 18 RGB die Ankunftszeit der LKW relativ genau vorherbestimmt werden kann, ist es möglich, die gesamte Ladung für neun LKW auf jeweils 9 mal 3 Pufferbahnen in einer Tiefkühlzone bereitzustellen und zwar gleich in der richtigen Beladerreihenfolge. Um die Leistung der zur Verfügung stehenden RGB auszunutzen, müssen mehrere Paletten gleichzeitig zur Auslagerung beauftragt werden. Wegen der gleichmäßig über alle Gassen verteilten Ware führt dies zu Laufzeitunterschieden, sodass die Paletten nicht in der gewünschten Reigenfolge in der Bereitstellzone ankommen würden. Die technische Lösung für dieses Problem sind Abstellplätze, auf denen die Überholerpaletten von einem Verschiebewagen zwischengelagert werden können. Organisatorische Lösungsansätze können erst nach der Auswertung einer Simulation des Systems gefunden werden. So kann in diesem speziellen Beispiel nachgewiesen werden, dass die Bereitstellleistung bei einer gleichzeitigen Beauftragung von drei Touren am größten war. Das Ergebnis kann tatsächlich auch in der täglichen Praxis bestätigt werden.

[...]


[1] Vgl. Heinrich, Martin (2002), S. 201 ff..

[2] Vgl. Pfohl, Hans-Christian (2004), S. 35 ff..

Ende der Leseprobe aus 13 Seiten

Details

Titel
Vorbetrachtung bei der Realisierung und Planung eines Tiefkühllagers
Hochschule
Hochschule für Wirtschaft und Recht Berlin
Veranstaltung
Logistik/Spedition
Note
1,7
Autor
Jahr
2010
Seiten
13
Katalognummer
V167182
ISBN (eBook)
9783640836598
Dateigröße
439 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
BWL, allgemeine Betriebswirtschaftslehre, Logistik, Spedition, Lager, Lagerbau, Lageraufbau, Lagerplanung, Planung, Vorbetrachtung, Realisierung Lager, LKW, Grad, Lagertechnik, Schleusen, Wirtschaft, Kommissonierroboter
Arbeit zitieren
Moritz Krueger (Autor), 2010, Vorbetrachtung bei der Realisierung und Planung eines Tiefkühllagers, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/167182

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