Ausführlicher Bericht über das Schulpraktikum an einem Gymnasium


Praktikumsbericht / -arbeit, 2009
37 Seiten, Note: 1,7

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Meine Erwartungen an das Praktikum

2. Vorstellung der Praktikumsschule
2.1. Allgemeines
2.2. Das Schulkonzept
2.3. Die XXX als Leuchtturmschule
2.4. Musikalischer Schwerpunkt
2.5. Schwerpunkt: Mathematik und Naturwissenschaften
2.6. Arbeitsgemeinschaften & Schulfahrten

3. Der erste Praktikumstag

4. Darstellung der verschiedenen Phasen des Praktikums
4.1. Reflexion der ersten Praktikumswoche (23.2.2009- 27.2.2009) und Ausblick auf die nächste
4.2. Reflexion der zweiten Praktikumswoche (2.3.2009-6.3.2009) und Ausblick auf die nächste
4.3. Reflexion der dritten Praktikumswoche (9.3.2009-13.3.2009) und Ausblick auf die nächste
4.4. Reflexion der vierten Praktikumswoche (16.3.2009-20.3.2009) und Ausblick auf die nächste
4.5. Reflexion der fünften Praktikumswoche (23.3.2009-27.3.2009)

5. Thematisierung eines Tages mit einer Klasse: Unterrichtsbeobachtung eines Unterrichtstages einer Klasse 5 (24.2.2009)
5.1. Unterrichtsportrait
5.2. Fortsetzung: Unterrichtsbeobachtung eines Unterrichtstages einer Klasse 5 (24.2.2009)

6. Eigener Unterrichtsversuch
6.1. Vorbereitung
6.2. Durchführung
6.3. Reflexion
6.4. Gefühle

7. Darstellung einer besonderen Situation Der Schulerkundungstag

8. Bilanz des Schulpraktikums

1. Meine Erwartungen an das Praktikum

In meinem „Didaktischen Konzept“, das ich während des Seminars angefertigt habe, habe ich meine Wünsche, Erwartungen und Hoffnungen an das Schulpraktikum, aber auch an meine künftige Lehrertätigkeit generell, in sechs Punkten zusammengefasst: Fachwissen, Zeitmanagement, faire Notengebung, guter Kontakt zu den Kollegen, Selbstreflexion und guter Kontakt zu den SuS.

Ich freue mich darauf, im Unterricht von zukünftigen Kollegen zu hospitieren und diesen, obwohl ich anfangs äußerlich noch auf derselben Position wie die SuS sitzen werde, nach methodischen Aspekten und damit aus einem komplett anderen Blickwinkel zu betrachten. Ich denke, dass damit ein weiterer Schritt zum Perspektivwechsel vom Schüler zum Lehrer getan ist, wobei ich mich zu Beginn sicherlich mehr mit den Schülern identifizieren kann, da meine eigene Schulzeit noch nicht sehr lange her ist. Doch mit den ersten Unterrichtsversuchen hoffe ich die Perspektive wechseln zu können. Damit diese ersten Versuche gelingen, bin ich als Anfänger auf die Unterstützung des entsprechenden Ansprechpartners und der betreuenden Lehrerschaft angewiesen. Ich hoffe, dass ich als Praktikant von den Lehrern nicht als Störfaktor angesehen werde, der ihren Unterricht kritisch bewerten möchte, sondern als lernbegieriger Student, der von erfahrenen Lehrern die praktischen Aspekte des Lehrerberufs kennen lernen möchte. Ich bin gespannt darauf, ob die in der Universität theoretisch erlernten Fähigkeiten und Kompetenzen, seien es unterrichtsstrukturierende oder inhaltliche Aspekte, in der Praxis anwendbar und effektiv sind.

Gerade für motivierte Berufsanfänger können eine zu intensive Vorbereitung und ein zu hoch gesteckter Anspruch an Methodenvielfalt und spezielle didaktische Konzepte schnell zu Frust und vor allem auch zu Problemen mit dem Zeitmanagement führen. Ich wünsche mir, dass ich durch die Bezugslehrer, aber auch durch die Seminarsitzungen während des Praktikums, Hilfestellungen zu angemessenem Zeitmanagement bekomme.

Des Weiteren ist es für mich wichtig, dass nicht nur ich den Perspektivwechsel meistere, sondern dass die SuS mich in den Unterrichtsversuchen als (angehenden) Lehrer (und nicht als ehemaligen Schüler) ansehen. Um dies zu erreichen, sehe ich es als unerlässlich an, zwar ein positives Verhältnis zu den SuS aufzubauen, gleichzeitig aber auch eine professionelle Distanz zu wahren und als Autoritätsperson aufzutreten. Um die Wirkung auf die Klasse und meine Unterrichtsversuche generell zu reflektieren, fände ich es sehr hilfreich, wenn nicht nur der entsprechende Lehrer eine Beurteilung abgäbe, sondern die Kommilitonen, die mit mir zusammen an der Schule sind, angemessene und ehrliche Kritik äußern würden. Ich hoffe ebenso, dass ich mein eigenes Tun und meine Handlungen adäquat selbst reflektieren kann und aus den gemachten Fehlern lerne.

Weiterhin würde ich mir wünschen, dass der Kontakt zwischen den Seminarteilnehmern so positiv bleibt, wie er bisher ist oder sich gar noch intensiviert.

Damit das Praktikum gut strukturiert ist hoffe ich abschließend, dass die wöchentlichen Seminarsitzungen Raum für Fragen, Anregungen und eventuelle Schwierigkeiten lassen.

Zusammenfassend sehe ich sehr positiv auf das bevorstehende Praktikum, da ich nach den hinter mir liegenden, doch eher theoretischen drei Semestern, große Lust habe, meine Fähigkeiten auszutesten und ein erstes Mal in einer Schule mit einem Fuß im Lehrerzimmer und vor der Klasse zu stehen.

2. Vorstellung der Praktikumsschule

2.1. Allgemeines

Die XXX-Schule wurde 1838 gegründet und ist eines von drei staatlichen Gymnasien in Marburg. Die Schule wird momentan von ungefähr 1300 Schülern besucht, die von 130 Lehrern unterrichtet werden.

Das große historische Kernschulgebäude in der Savignystraße wurde in den 60ger Jahren durch einen Anbau erweitert, in dem nun die naturwissenschaftlichen Fachräume untergebracht sind. In den 80ger Jahren folgte ein weiterer Neubau, sodass die Unterstufenklassen sich seitdem in einem separaten Trakt befinden. Da die räumlichen Kapazitäten der XXX völlig ausgeschöpft waren, wurden infolge dieses Platzmangels und der begrenzten baulichen Möglichkeiten zwei Pavillons auf dem Schulgebäude aufgestellt. Die dortigen sechs Klassenräume werden überwiegend von der zehnten Jahrgangsstufe genutzt. Für das Jahr 2009 ist die Eröffnung eines weiteren Gebäudes vorgesehen, welches der XXX künftig neue Musikräume und eine großzügig gestaltete Cafeteria zur Verfügung stellt.

2.2. Das Schulkonzept

Das Konzept der Schule ist den spezifischen Bedürfnissen der Schüler angepasst. Es ist darauf ausgerichtet, den Schülern sowohl fachliche und methodische, als auch soziale Kompetenzen zu vermitteln. Die individuelle Persönlichkeit der Schüler soll so nachhaltig gestärkt werden, um einen erfolgreichen Schulabschluss und den Einstieg in den weiteren Lebensweg zu ermöglichen.

Um den Schülern einen möglichst leichten Übergang von der Grundschule zum Gymnasium zu verschaffen, arbeitet die XXX mit den abgebenden Grundschulen zusammen. Es wird ein integratives Konzept verfolgt, bei dem die Wissensunterschiede der Schüler ausgeglichen werden. Die Schüler der 5. und 6. Jahrgangsstufe werden in dieser Umgewöhnungsphase zwischen den Schulstufen von Lehrerteams betreut, die hier vor allem pädagogische Arbeit leisten.

Zu Beginn des 7. Schuljahrs werden die Klassen neu zusammengesetzt, wobei Schüler aus Förderstufen und sechsjähriger Grundschule gleichmäßig auf die bestehenden Klassen verteilt werden. In der 10. Jahrgangsstufe wählen die Schüler drei Schwerpunktfächer, in denen sie verstärkt unterrichtet werden. Hier werden sie langsam auf das Kurssystem in der Oberstufe vorbereitet und sollen so herausfinden, welche beiden Fächer sie als Leistungskurs fortführen wollen.

Neben dem „Normalen Unterricht“ bietet die XXX außerdem die Möglichkeit, besonders begabte Schüler zusätzlich zu fördern. Hierbei steht eine enge Zusammenarbeit mit der benachbarten Philipps- Universität im Mittelpunkt, die eigens für die Schüler der 11. und 12. Jahrgangsstufe Propädeutika anbietet. Diese 6- 8 Doppelstunden umfassenden Kurse in Mathematik, Literaturwissenschaft, Philosophie oder Jura werden von Professoren der Universität durchgeführt und von der Schule unterstützt. In besonderen Fällen gibt es außerdem die Möglichkeit eines Studiums, welches die Schüler in Kombination zu ihren Schulstunden absolvieren können. Für die Etablierung dieser Angebote erhielt die XXX- Schule im Jahr 2004 ein Gütesiegel vom hessischen Kultusministerium.

2.3. Die XXX als Leuchtturmschule

Die XXX-Schule ist seit August 2006 eine von mittlerweile vier Leuchtturmschulen in Hessen. Die anderen Schulen sind in Frankfurt, Darmstadt und Kassel. Das Prädikat „Leuchtturmschule“ erhalten ausgewählte Schulen durch ein Zertifikat des hessischen Kultusministeriums. In diesem Zusammenhang wurde die XXX als schulisches Zentrum für Naturwissenschaften und Begabtenförderung ausgezeichnet. In Frankfurt „steht der Musik-Leuchtturm“, in Kassel spezialisierte man sich auf die Mathematik und in Darmstadt auf Fremdsprachen.

Die XXX orientiert sich dabei vor allem an drei Leitideen:

- Unterstützung von Schülern durch ein größeres Angebot von Praktika, fächerübergreifenden und fächerkooperierenden Unterricht und Weiterentwicklung des naturwissenschaftlichen Unterricht in den Jahrgangsstufen fünf und sechs
- Gezieltes Fördern von Schülerinnen und Schülern mit besonderen Begabungen durch Ausbauen und Ergänzen des AG- und Wahlpflicht-Unterrichts, weitere naturwissenschaftliche Studienvorbereitung, Semesterarbeiten und Seminartage für Leistungskurse
- Festigung und Ausbau der Kooperation mit Universitäten und anderen außerschulischen Einrichtungen

Dabei geht es vor allem darum die Schüler zum Experimentieren, bzw. zum Praxisbezug anzuregen und darum das Interesse in den Naturwissenschaften und in Mathematik zu wecken. Zusätzlich sollen die Schüler vorbereitet werden für die vielen Wettbewerben wie z.B. den „Känguru-Wettbewerb“ (für das Fach Mathematik), der stattfand während wir unser Praktikum absolvierten. Schließlich hat es sich die XXX auch zur Aufgabe gemacht Begabtenförderung zu betreiben. Für die Wettbewerbe werden auch im Unterricht Vorbereitungen getroffen, jedoch profitieren die XXX-Schüler von den zusätzlichen Angeboten, die durch das „Leuchtturm“-Projekt entstehen.

Konkret bedeutet das: 50,8 zusätzliche Lehrerstunden, die genutzt werden, um die vielen zusätzlichen Einrichtungen und Veranstaltungen zu ermöglichen. Hierzu gehören die Mathematik-Rallye in der Jahrgangsstufe fünf, ein naturwissenschaftliches Experiment mit Exkursion in der Klasse sechs, eine intensivierte Hausaufgabenbetreuung in den Stufen fünf bis sieben, Mathematikcrashkurse in den Klassen neun bis elf sowie eine Chemie-Arbeitsgemeinschaft bereits ab der Klasse fünf. In der Oberstufe wird fächerübergreifend experimentiert.

Wirft man einen Blick auf die Homepage der XXX, findet man eine Übersicht über das Gesamtangebot der Aktivitäten, die im Zusammenhang mit dem Leuchtturmprojekt entstanden bzw. vertieft wurden. Hierbei zeigt sich auch, dass die Schule unter Berücksichtigung der oben genannten Leitideen bemüht ist das Angebot stetig zu erweitern.

Am Ende dieses Schuljahres wird sich die XXX erneut um die Ausstellung des Zertifikates bemühen, dass alle drei Jahre vergeben wird.

2.4. Musikalischer Schwerpunkt

Eine Besonderheit der XXX-Schule ist eine Fokussierung auf das Fach Musik, in dem musikalisch talentierte SuS gefördert werden sollen. Schon in der fünften Klasse ist es möglich, auf Antrag in eine Klasse zu kommen, in der eine verstärkte musische aber vor allem auch musikpraktische Förderung erfolgt. Je nach Anmeldungen und vorhandenen Instrumentalkenntnissen ist es möglich, dass die SuS in spezielle Klassen eingeteilt werden, wie beispielsweise in die so genannten „Bläser-Klassen“, in denen nur SuS sind, die ein Blasinstrument spielen. Im regulären zweistündigen Musikunterricht wird das Spiel auf der Altblockflöte praktiziert, und in einer Musik-AG können die SuS sich nach Gefallen und möglicherweise in der Freizeit erlerntem Instrument einwählen.

Die Teilnahme an einer AG ist in diesem Fall verpflichtend, die Auswahl allerdings sehr vielfältig. Einige Beispiele sind die verschiedenen Chöre, das Orchester, die Big Band, die Konzertband, die Folk- und Pop-AG, die Rockband, usw. All diese Angebote werden auch von SuS genutzt, die nicht in einer Musikklasse sind, jedoch Spaß am Musizieren mit ihren Mitschülern haben.

In den Klassen 7-9 erhalten die SuS nur kontinuierlichen Fachunterricht, wenn sie sich in diesen Schwerpunkt eingewählt haben. Andernfalls erhalten sie in der Klasse 7 nur epochal, und in der Klasse 9 regulär zweistündigen Unterricht. In der Klasse 8 wird kein Musikunterricht erteilt.

Herr XXX, der sich maßgeblich für das Erreichen des musikalischen Schwerpunkts eingesetzt hat, betont daher, dass er es in dem Fach Musik für sehr wichtig hält, dass die SuS praktisch arbeiten und nicht überwiegend mit Musiktheorie konfrontiert werden.

Um die Qualität und die Vielfalt des Unterrichtes zu garantieren, geben nicht nur Musiklehrer Unterrichtsstunden, sondern auch Berufsmusiker.

Die Ergebnisse der einzelnen Musik-AGs, aber auch einzelner Klassen, werden jedes Jahr in einem Schulkonzert der XXX präsentiert. Auffallend ist hier, dass alle SuS die Möglichkeit erhalten, aufzutreten, auch wenn ihre Leistungen nicht perfekt sind. Aufgrund des sehr vielfältigen und umfangreichen Programms muss das Schulkonzert an zwei Abenden stattfinden.

2.5. Schwerpunkt: Mathematik und Naturwissenschaften

In den Fachbereichen Mathematik und Naturwissenschaften, sowie Sprachen und Musik können sich interessierte Schüler mit Hilfe von speziellen Unterrichtsangeboten einen Schwerpunkt setzen. Als eine von insgesamt nur vier Leuchtturmschulen in Hessen – als sogenannte MINT-Schule (Verein zur Förderung von Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik) – zielt die Schule z.B. auf eine frühzeitige Ausbildung von mathematisch-naturwissenschaftlichen Interessen ab. Die Schüler werden durch einen praxisnahen Unterricht, zahlreiche im Stundenplan verankerte Experimentiertage und Schülerpraktika sowie in einer fächerübergreifenden Zusammenarbeit mit der Philipps-Universität Marburg auf eine fundierte mathematisch-naturwissenschaftliche Ausbildung vorbereitet

2.6. Arbeitsgemeinschaften & Schulfahrten

Die Schüler haben an der Schule die Möglichkeit, an diversen Austauschprogrammen und Auslandsaufenthalten teilzunehmen. Gruppenfahrten, werden neben Individualfahrten, in der 7. Jahrgangsstufe in den Fächern Französisch und Latein durchgeführt. Auch für die Schüler der 9. und 10. Jahrgangsstufen stehen im Fach Französisch Fahrten nach Frankreich, Belgien und Tunesien auf dem Programm. Schüler, welche Russisch als zusätzliche Fremdsprache gewählt haben, können an einem alle zwei Jahre stattfindenden Austausch nach Russland teilnehmen. Daneben werden von unterschiedlichen Fachbereichen und Lehrern kleinere Tagesfahrten oder Fahrten über ein ganzes Wochenende angeboten.

Neben dem regulären Unterricht können die Schüler gemeinsam in zahlreichen Arbeitsgemeinschaften aktiv mitwirken. Es gibt viele unterschiedliche Musikgruppen, Theatergruppen und andere Arbeitsgemeinschaften in den jeweiligen Fachbereichen. Ebenfalls wird eine pädagogische Mittagsbetreuung für die Schüler angeboten, in welcher sie ihr Mittagessen in der schulinternen Cafeteria zu sich nehmen, bei den Haussaufgaben betreut werden und in den Arbeitsgemeinschaften mitmachen können.

Die Elternschaft wird auch aktiv in das schulische Geschehen mit eingebunden. Zusammen mit den Schülern und Lehrern, engagieren sich die Eltern in der Schulgemeinde und arbeiten in verschiedenen Gremien und Arbeitsgruppen zusammen (Schulkonferenz, Elternbeirat u.a.).

3. Der erste Praktikumstag

Der erste Tag des Praktikums an der XXX-Schule in Marburg begann für uns Praktikanten um acht Uhr vor dem Lehrerzimmer. Dort sollten wir unseren Ansprechpartner Herrn XXX treffen, der uns die Schule vorstellen würde.

Da ich vorher noch nicht in dieser Schule war, fühlte ich mich anfangs ein wenig orientierungslos, aber da ich mich mit den restlichen Praktikanten vor der Schule getroffen hatte, halfen wir uns gegenseitig und fanden schließlich durch Nachfragen das Lehrerzimmer, wo Herr XXX uns erwartete.

Nach einer kurzen Begrüßung führte er uns zunächst ins Sekretariat, wo der Schulleiter Herr XXX uns ebenfalls begrüßte und sich nach unseren Erwartungen an das Praktikum erkundigte. Er gab uns generelle Informationen zur XXX-Schule unter anderem über den Schwerpunkt Musik, zur XXX als Leuchtturm-Schule und den naturwissenschaftlich-technischen Schwerpunkt MINT (Mathe, Informatik, Naturwissenschaften und Technik). Zum Abschluss wünschte er uns viel Erfolg und Spaß an der Schule.

Anschließend führte uns Herr XXX durch die Schule, beginnend mit der „Info-Säule“ im Lehrerzimmer, an der man Vertretungsstunden, Lehrerstundenpläne und andere wichtige Informationen rund um die Terminplanung in der Schule erfahren kann. Im Lehrerzimmer wurde uns auch ein Tisch zugewiesen, an dem wir uns in Freistunden und in Pausen aufhalten können. Wegen der dichten Belegung der Klassenräume riet Herr XXX uns außerdem, zur Hospitation die Stühle aus dem Lehrerzimmer mitzunehmen.

Nach der Erkundung des Lehrerzimmers wurden wir durch die einzelnen Gebäude geführt und über zentrale Aspekte informiert, wie beispielsweise über die verschiedenen, vor allem musikalischen, AGs, über die entstehenden Neubauten, und über die Räumlichkeiten, wie zum Beispiel die Aula, die nach Angaben von Herrn XXX aufgrund der Möglichkeit zwei Schulklasse unterzubringen, sehr oft für Unterrichtsveranstaltungen genutzt werde. Ungewöhnlich fand ich die Anzahl der Hörsäle in der Schule. An meiner ehemaligen Schule gab es trotz eines Neubaus nur einen Physik-Hörsaal bei 1900 SuS. Auch die häufige Nutzung der Aula fand ich bemerkenswert, da ich es von meiner Schulzeit so kenne, dass die Aula gewöhnlich nur für spezielle Anlässe wie Konzerte oder Theateraufführungen genutzt wird. Schade fand ich, dass wir die meisten Räume an diesem Vormittag verständlicherweise aufgrund des Unterrichts nicht betreten konnten. Allerdings wurde uns eine Besichtigungsmöglichkeit an einem Nachmittag angeboten.

Nach der Führung erläuterte uns Herr XXX das weitere Vorgehen in der Woche. Wir erhielten einen Hospitationsplan für die restliche Woche und den kommenden Montag. Nach diesem Plan fällt der erste Freitag (27.2.2009) aus, da an diesem Tag an der XXX ein Schulerkundungstag für die zukünftigen SuS der Klassenstufen 5 und 7 angeboten wird. Dazu wurden auch wir eingeladen, um die Schule aus einem weiteren Blickwinkel zu betrachten.

Es folgten Verhaltensregeln im Umgang mit den Lehrern und im Unterricht, die zwar als selbstverständlich gelten sollten, aber vereinzelt von Praktikanten wohl doch nicht eingehalten werden.

Abschließend sicherte Herr XXX uns noch seine Unterstützung bei Problemen und Fragen bezüglich der Planung des Praktikums zu und betonte noch einmal, dass wir diese praktische Phase unserer Ausbildung als Chance nutzen und sie nicht als lästige Pflicht ansehen sollten. Ebenso sollten wir so schnell wie möglich beginnen, erste Unterrichtsversuche zu starten, da es sehr ermüdend sei, mehrere Wochen nur zu hospitieren und den Anspruch des Praktikums verfehle, eigene praktische Erfahrungen zu sammeln.

Am Anfang des Tages war ich noch ein wenig skeptisch, wie das Praktikum strukturiert und effektiv abgeleistet werden soll. Aber ich finde den Aufbau des Stundenplans der ersten Woche sehr gut, da er einen Tag die Begleitung einer Klasse aus der Unterstufe vorsieht, an einem Tag nur Hospitationen in einer Klasse aus der Mittelstufe, weiterhin die eintägige Begleitung eines Lehrers mit den Fächern Mathematik und Physik und schließlich noch einen Tag Hospitationen bei einem Lehrer mit den Fächern Englisch und Sport enthält. Durch das Kennenlernen verschiedener Lehrer und Klassen wird es hoffentlich möglich sein, sich einen ersten Überblick zu verschaffen und Lehrer kennen zu lernen, bei denen man auch im weiteren Verlauf des Praktikums hospitieren und eigene erste Unterrichtsversuche durchführen kann.

Da der heutige Tag meiner Einschätzung nach aufgrund des Rosenmontags und der Tatsache, dass wir noch nicht in einer Klasse hospitiert haben nicht als typisch angesehen werden kann, bin ich auf den weiteren Verlauf der Woche gespannt und blicke erwartungsvoll auf den morgigen Tag, den wir mit einer Klasse 5 verbringen werden.

4. Darstellung der verschiedenen Phasen des Praktikums

4.1. Reflexion der ersten Praktikumswoche (23.2.2009- 27.2.2009) und Ausblick auf die nächste

In der ersten Praktikumswoche wurden wir als Praktikanten in die Abläufe der Schule eingeführt und hatten einen festen Stundenplan, um uns zu Anfang etwas orientieren zu können. Da dieser uns die Möglichkeit gab, verschiedene Klassen und Lehrer kennen zu lernen, war es am Freitag gut möglich, sich selber einen Stundenplan für die kommende Woche zu erstellen. Da der Montag ebenfalls noch von unserem Ansprechpartner Herrn XXX geplant wurde, haben wir an diesem Tag noch die Möglichkeit, die Lehrer zu fragen, ob eine Hospitation in Ordnung wäre.

Mein Stundenplan zeigt klar eine Ausrichtung an Stunden von den Lehrern, bei denen wir bereits hospitiert haben. Jedoch haben wir bewusst auch viele Lehrer gefragt, die wir im Unterricht noch nicht kennen gelernt haben, um ein möglichst breites Spektrum von Lehrkräften wie auch von Klassen abzudecken und uns schließlich in der dritten Woche explizit auf Lehrer und Klassen zu fixieren (auch im Hinblick auf erste Unterrichtsversuche).

Nach dieser ersten Woche fühle ich mich nicht mehr fremd, wie am ersten Tag, sondern entwickle langsam ein Selbstbewusstsein und den stetig wachsenden Wunsch, eine Unterrichtsstunde (in Teilen) zu übernehmen. Zwei Lehrer haben schon das Angebot gemacht, dass wir zu zweit oder auch alleine einzelne Unterrichtssequenzen mit ihnen vorbereiten und auch selbständig halten könnten.

[...]

Ende der Leseprobe aus 37 Seiten

Details

Titel
Ausführlicher Bericht über das Schulpraktikum an einem Gymnasium
Hochschule
Philipps-Universität Marburg  (Institut für Schulpädagogik)
Veranstaltung
Schulpraktische Studien I
Note
1,7
Autor
Jahr
2009
Seiten
37
Katalognummer
V167184
ISBN (eBook)
9783640836253
ISBN (Buch)
9783640836499
Dateigröße
592 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Praktikumsbericht, Schulpraktische Studien, SPS, Erwartungen, Vorstellung der Praktikumsschule, Erster Praktikumstag, Unterrichtsbeobachtung, Unterrichtsversuch
Arbeit zitieren
Carlos Steinebach (Autor), 2009, Ausführlicher Bericht über das Schulpraktikum an einem Gymnasium, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/167184

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