Sport wird bekanntlich als gutes „Mittel“ gegen Stress empfohlen und hat sich durchaus auch als dieses bewiesen (Gerber & Fuchs, 2020). Wie ist jedoch der Blickwinkel aus Sicht des Leistungssportes? Dieser ist oftmals mit vielen Stresspunkten verknüpft, welche sich nicht nur positiv auf Athleten auswirken (Exner & Claussen, 2021).
Zunächst wird es in dieser Hausarbeit eine Erläuterung von Stress gegeben sowie vertiefend die transaktionale Stresstheorie dargestellt. Daran anschließend wird der Begriff „Leistungssport“ vom allgemeinen Sportbegriff abgegrenzt und in Verbindung mit Stress erläutert. Darauf folgend ebenfalls unter der Betrachtung der transaktionalen Stresstheorie nach Lazarus. Die Hausarbeit befasst sich somit mit der Frage: Was wird unter Stress verstanden und wie wirkt sich dieser auf Leistungssportler aus? Abschließend wird ein möglicher Umgang mit ebendiesem Stress betrachtet.
Zusammengefasst wird diese Hausarbeit mit einem Fazit, welches ebenso Ausblicke auf weitere Fragestellungen gibt,
Inhaltsverzeichnis
- 1 Einleitung
- 2 Stress
- 2.1 Stress
- 2.2 Transaktionale Stresstheorie
- 3 Stress im Leistungssport
- 3.1 Begriffserläuterung Sport und Leistungssport
- 3.2 Stress im Leistungssport
- 4 Fazit
- Abkürzungsverzeichnis
- Literaturverzeichnis
Zielsetzung & Thematische Schwerpunkte
Diese Hausarbeit untersucht umfassend die Definition von Stress und dessen Auswirkungen auf Leistungssportler. Sie beleuchtet, wie Stress im Kontext des Leistungssports verstanden wird und wie ein möglicher Umgang mit diesem Stress aussehen kann, um die Performance und das Wohlbefinden der Athleten zu optimieren.
- Umfassende Definition von Stress, einschließlich positiven (Eustress) und negativen (Disstress) Formen.
- Detaillierte Erläuterung der transaktionalen Stresstheorie nach Lazarus als theoretischer Rahmen.
- Spezifische Analyse von Stressoren und deren physiologischen sowie psychologischen Auswirkungen auf Leistungssportler.
- Abgrenzung des Begriffs "Leistungssport" vom allgemeinen Sportbegriff und seine Verknüpfung mit Stress.
- Darstellung verschiedener Stressbewältigungsstrategien (Coping) und Stressmanagement-Ansätze im Leistungssport.
- Betrachtung von Präventionsmaßnahmen und sozialer Unterstützung zur Förderung der Stressresilienz von Athleten.
Auszug aus dem Buch
3.2 Stress im Leistungssport
Wie in Kapitel 2.1 benannt ist eine Stressreaktion die individuelle Antwort eines Menschen auf einen Stressor (Rusch, 2019, S. 45), wobei ein Stressor eine Störgröße ist, die eine Maßnahme des Körpers als Reaktion erwartet (Habedank, 2022, S. 66). In Bezug auf Leistungssport gibt es eine Vielzahl möglicher Stressoren. Auf das Individuum bezogene Stressoren können durch die Athleten selbst gemachter Druck sein (Beckmann & Ehrlenspiel, 2016, S. 2), Versagensängste, Unzufriedenheiten, physische Anforderungen, Besorgnis um das Leistungspotential (Frank & Nixdorf, 2013, S. 58) sowie Verletzungen, die unter Umständen das Karriereende bedeuten können (Gerber, 2020, S. 598). In Verbindung mit Verletzungen oder körperlichen Schmerzen (welche ebenfalls ein Stressor sein können (Exner & Claussen, 2021, S. 29)), kann ebenso die Unfähigkeit Ängste zu bewältigen als Stressor gelten. Vorstellbar wäre hier eine Angst vor weiteren oder wiederkehrenden Verletzungen (Beckmann & Ehrlenspiel, 2016, S. 4).
Auch Kosten und Aufwand, welche für das Training betrieben werden müssen, können als Stressor relevant sein (Beckmann & Ehrlenspiel, 2016, S. 4), ebenso wie physische Anforderungen an den Athleten (Frank & Nixdorf, 2013, S. 58).
Weitere Faktoren von außen können Konflikte mit dem Umfeld wie bspw. Trainer, Familie oder Partner beinhalten (Frank & Nixdorf, 2013, S. 58) sowie eine eingeschränkte soziale Unterstützung, möglicherweise aufgrund eines trainingsbedingten Umzugs (Exner & Claussen, 2021, S. 29). Ferner kann sich ein kompetitives Umfeld, Trainingslager und Wettkampfreisen sowie Leistungsdruck stresshaft auf den Athleten auswirken (Exner & Claussen, 2021, S. 29). Ebenso spielt im Mannschaftssport die Gruppendynamik eine wichtige Rolle sowie Druck vom Trainer oder angespannte Situationen vor Wettkämpfen und im Training (Beckmann & Ehrlenspiel, 2016, S. 2f.).
Nach Beckmann und Ehrlenspiel (2016, S. 4) können weiterführend mangelnde Kommunikation bzw. Feedback und fehlende Anerkennung weitere Stressoren darstellen.
Bezogen auf den Nachwuchssport kann der Übergang von der Schule in den Beruf sowie von den Junioren zu den Senioren einen Stressor bilden. Vermutlich, weil dies mit vielen Unsicherheiten verbunden ist sowie vielen neuen Faktoren (neue Mannschaft, andere Alltagsorganisation, ...). Auch eine Doppelbelastung bspw. aus Sport und Studium kann sich stressig auf den Athleten auswirken, ebenso wie ein Mangel an ausreichender Berufsausbildung und Arbeitsplatzunsicherheit. Dies kann unter Umständen mit Existenzängsten verbunden sein sowohl in sportlicher als auch in beruflicher und finanzieller Hinsicht (Beckmann & Ehrlenspiel, 2016, S. 3f).
Ebenfalls können sich Stressoren gegenseitig bedingen und somit verstärken. Beispielsweise kann eine Verletzung zum Karriereende führen. Dies stellt folglich ein besonders belastendes Ereignis dar und kann als Disstress gewertet werden, vor allem wenn dies unfreiwillig und unerwartet geschehen ist (Beckmann & Ehrlenspiel, 2016, S. 4f.).
Weiterführend kann mangelnde Erholung Stressreaktionen verstärken und bietet das Risiko einer Untererholung. Hierbei trainiert der Athlet eine längere Zeit auf einem hohen bzw. übermäßigen Trainingslevels in Kombination mit nicht ausreichender Erholung. Das Ergebnis ist eine Überbeanspruchung und ein Übertraining des Organismus (Gerber, 2020, S. 597). Symptome sind hierbei unter anderem (u.a.) Leistungseinbrüche, eine depressive Stimmungslage, Apathie, Reizbarkeit, Schlafstörung sowie ein erhöhtes Verletzungsrisiko. Damit verbundene negative Emotionen sowie ein Verlust an Selbstvertrauen können eine mögliche Erklärung für bspw. Leistungseinbrüche sein sowohl bei chronischen als auch akuten Stress (Beckmann & Ehrlenspiel, 2016, S. 6).
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Dieses Kapitel führt in das Thema Stress im Leistungssport ein, skizziert die Forschungsfrage nach der Definition von Stress und seinen Auswirkungen auf Leistungssportler und stellt den Aufbau der Arbeit vor.
2 Stress: Hier wird Stress zunächst allgemein definiert, zwischen positivem Eustress und negativem Disstress unterschieden und die physiologischen Abläufe von Stressreaktionen sowie die transaktionale Stresstheorie detailliert erläutert.
2.1 Stress: Dieses Unterkapitel bietet verschiedene Definitionen von Stress und beschreibt die körperlichen Reaktionen sowie die Unterscheidung zwischen Disstress als unangenehmem Zustand und Eustress als motivierender Energiequelle.
2.2 Transaktionale Stresstheorie: Das Kapitel widmet sich der Theorie nach Lazarus, die Stress als Ergebnis einer wechselseitigen Beziehung zwischen Individuum und Umwelt betrachtet, basierend auf primären und sekundären Bewertungsprozessen sowie Coping-Strategien.
3 Stress im Leistungssport: In diesem Hauptteil wird der Fokus auf die spezifischen Stressoren im Leistungssport gelegt und die vielschichtigen Auswirkungen von Stress auf Athleten sowie mögliche Bewältigungsstrategien untersucht.
3.1 Begriffserläuterung Sport und Leistungssport: Dieses Unterkapitel definiert und grenzt die Begriffe "Sport" und "Leistungssport" voneinander ab, wobei insbesondere die Merkmale von Leistungsbereitschaft und Wettkampforientierung hervorgehoben werden.
3.2 Stress im Leistungssport: Hier werden konkrete, auf Athleten bezogene und externe Stressoren im Leistungssport detailliert beschrieben, darunter selbstgemachter Druck, Versagensängste, Verletzungen, Kosten, Umfeldkonflikte und Wettkampfdruck.
4 Fazit: Das Fazit fasst die wichtigsten Erkenntnisse der Arbeit zusammen, beantwortet die zentrale Forschungsfrage und gibt abschließend Ausblicke auf offene Fragen und potenzielle zukünftige Forschungsbereiche bezüglich Stress, Coping und Stressmanagement im Sport.
Schlüsselwörter
Stress, Leistungssport, Stressoren, Coping, transaktionale Stresstheorie, Eustress, Disstress, Stressmanagement, Sportpsychologie, Athleten, Erholung, physiologische Reaktionen, psychologische Reaktionen, soziale Unterstützung, Burn-out
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht die Definition von Stress und dessen vielfältige Auswirkungen auf Leistungssportler sowie mögliche Strategien im Umgang damit.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Themenfelder umfassen die allgemeine Stressdefinition, die transaktionale Stresstheorie, die Abgrenzung des Leistungssports, spezifische Stressoren im Sport und verschiedene Stressbewältigungsstrategien.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Das primäre Ziel ist es, die Frage zu beantworten, was unter Stress verstanden wird und wie sich dieser auf Leistungssportler auswirkt, sowie einen möglichen Umgang damit aufzuzeigen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse und Diskussion bestehender wissenschaftlicher Theorien und Erkenntnisse, insbesondere der transaktionalen Stresstheorie nach Lazarus.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil behandelt ausführlich die Definition von Stress, die transaktionale Stresstheorie, die Abgrenzung von Sport und Leistungssport sowie spezifische individuelle und externe Stressoren im Leistungssport.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Schlüsselwörter wie Stress, Leistungssport, Stressoren, Coping, transaktionale Stresstheorie, Eustress, Disstress und Stressmanagement charakterisieren die Arbeit.
Wie unterscheidet sich Disstress von Eustress im Kontext des Sports?
Disstress bezeichnet negativen Stress, der als unangenehmer Zustand empfunden wird und zu Belastung, Angst oder Hilflosigkeit führt. Eustress hingegen ist positiver Stress, der motivierend wirken und Energie freisetzen kann, um Leistungs- und Konzentrationsfähigkeit zu erhöhen.
Welche Rolle spielen soziale Ressourcen bei der Stressbewältigung im Leistungssport?
Soziale Unterstützung durch Trainer, Familie, Freunde oder Partner kann die eigenen personalen Ressourcen stärken und belastenden Situationen präventiv entgegenwirken, indem sie emotional, informationell oder bewertend unterstützen.
Warum ist die subjektive Wahrnehmung bei der Entstehung von Stress im Leistungssport entscheidend?
Laut der transaktionalen Stresstheorie hängt die Stressreaktion maßgeblich von der individuellen, subjektiven Bewertung einer Situation als bedrohlich, herausfordernd oder irrelevant ab, sowie von der Einschätzung der eigenen Bewältigungsressourcen.
Welche Konsequenzen kann chronischer Stress für Leistungssportler haben?
Chronischer Stress kann zu Leistungseinbrüchen, depressiver Stimmungslage, Reizbarkeit, Schlafstörungen, einem erhöhten Verletzungsrisiko und sogar Burn-out führen, da die Anpassungsfähigkeit des Körpers beeinträchtigt wird.
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- Luisa Pliquett (Autor), 2024, Auswirkungen von Stress im Leistungssport, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1672288