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Bemerkungen zu Nietzsche, Kant und der Musik

Título: Bemerkungen zu Nietzsche, Kant und der Musik

Ensayo , 2025 , 7 Páginas

Autor:in: Piero Giordanetti (Autor)

Filosofía - Otras
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Der Text analysiert Aspekte des Verhältnisses zwischen Kant und Nietzsche zur Musik.

Die Beziehung zwischen Kant und Nietzsche wird oft so interpretiert, als Nietzsche lediglich ein entschiedener Kritiker der Kantischen Philosophie sei. Die Verantwortung für diese Interpretation liegt sicherlich bei Nietzsche selbst. In Der Antichrist schreibt Nietzsche: „Es ist geradezu das Recept zur décadence, selbst zum Idiotismus… Kant wurde Idiot. — Und das war der Zeitgenosse Goethes ! Dies Verhängniss von Spinne galt als der deutsche Philosoph, — gilt es noch!… Ich hüte mich zu sagen, was ich von den Deutschen denke… Hat Kant nicht in der französischen Revolution den Übergang aus der unorganischen Form des Staats in die organische gesehn? Hat er sich nicht gefragt, ob es eine Begebenheit giebt, die gar nicht anders erklärt werden könne als durch eine moralische Anlage der Menschheit, so dass mit ihr, ein-für-alle Mal, die „Tendenz der Menschheit zum Guten“ bewiesen sei? Antwort Kant’s: „das ist die Revolution.“ Der fehlgreifende Instinkt in Allem und Jedem, die Widernatur als Instinkt, die deutsche décadence als Philosophie — das ist Kant!“.
In den Unzeitgemäßen Betrachtungen wird Kants Verurteilung mit Nachdruck ausgedrückt. Er wird nicht als Philosoph betrachtet, sondern als Gelehrter, der als solcher niemals ein Philosoph werden konnte, weil er bis zum Schluss fast wie eine Puppe geblieben ist. Dennoch erkennt Nietzsche Kants angeborenen Genius an. Damit erklärt Nietzsche, dass er Kant eigentlich kein Unrecht tun möchte; er meint nur, dass ein Philosoph nicht nur ein großer Denker wie Kant ist, sondern auch ein wahrer Mensch. Der große Denker lässt Konzepte, Meinungen, vergangene Dinge und Bücher zwischen sich und die Dinge treten, weil er für die Geschichte geboren ist und daher die Dinge nicht zum ersten Mal sehen kann, noch kann er eine solche Sache sein, die zum ersten Mal gesehen wird.
In Versuch einer Selbstkritik, Punkt 6, bedauert Nietzsche, dass er in Die Geburt der Tragödie keine eigene Sprache verwendet hat, die es ihm ermöglicht hätte, so persönliche und gewagte Vorstellungen auszudrücken. [...]

Extracto


Inhaltsverzeichnis

  • Bemerkungen zu Nietzsche, Kant und der Musik
  • 1. Tod und Wiedergeburt der Musik. Der „metaphysische Wahn“
  • 2. Musikalischer Glaube und wissenschaftliches Wissen

Zielsetzung & Themen

Diese Arbeit untersucht die oft missverstandene Beziehung zwischen den Philosophien von Friedrich Nietzsche und Immanuel Kant. Sie geht über die gängige Interpretation von Nietzsche als bloßem Kritiker Kants hinaus und beleuchtet, wie Nietzsche zentrale Kantische Konzepte, insbesondere die Unterscheidung zwischen Glaube und Wissen, in seiner Musiktheorie und der „Geburt der Tragödie“ aufgreift und umformuliert.

  • Nietzsches anfängliche Kritik an Kants Philosophie.
  • Die Rolle der Musiktheorie in Nietzsches „Geburt der Tragödie“.
  • Kants Unterscheidung zwischen Glauben und Wissen.
  • Das Konzept des „metaphysischen Wahns“ bei Nietzsche und seine kantischen Wurzeln.
  • Die Entwicklung der griechischen Tragödie und der Einfluss des Sokratismus.
  • Kants „Kritik der reinen Vernunft“ als Inspirationsquelle für Nietzsches „tragische Kultur“.

Auszug aus dem Buch

Bemerkungen zu Nietzsche, Kant und der Musik

Die Beziehung zwischen Kant und Nietzsche wird oft so interpretiert, als Nietzsche lediglich ein entschiedener Kritiker der Kantischen Philosophie sei. Die Verantwortung für diese Interpretation liegt sicherlich bei Nietzsche selbst. In Der Antichrist schreibt Nietzsche: „Es ist geradezu das Recept zur décadence, selbst zum Idiotismus... Kant wurde Idiot. Und das war der Zeitgenosse Goethes ! Dies Verhängniss von Spinne galt als der deutsche Philosoph, — gilt es noch!... Ich hüte mich zu sagen, was ich von den Deutschen denke... Hat Kant nicht in der französischen Revolution den Übergang aus der unorganischen Form des Staats in die organische gesehn? Hat er sich nicht gefragt, ob es eine Begebenheit giebt, die gar nicht anders erklärt werden könne als durch eine moralische Anlage der Menschheit, so dass mit ihr, Ein-für-alle Mal, die „Tendenz der Menschheit zum Guten“ bewiesen sei? Antwort Kant's: „das ist die Revolution.“ Der fehlgreifende Instinkt in Allem und Jedem, die Widernatur als Instinkt, die deutsche décadence als Philosophie das ist Kant!"2.

In den Unzeitgemäßen Betrachtungen wird Kants Verurteilung mit Nachdruck ausgedrückt. Er wird nicht als Philosoph betrachtet, sondern als Gelehrter, der als solcher niemals ein Philosoph werden konnte, weil er bis zum Schluss fast wie eine Puppe geblieben ist. Dennoch erkennt Nietzsche Kants angeborenen Genius an. Damit erklärt Nietzsche, dass er Kant eigentlich kein Unrecht tun möchte; er meint nur, dass ein Philosoph nicht nur ein großer Denker wie Kant ist, sondern auch ein wahrer Mensch. Der große Denker lässt Konzepte, Meinungen, vergangene Dinge und Bücher zwischen sich und die Dinge treten, weil er für die Geschichte geboren ist und daher die Dinge nicht zum ersten Mal sehen kann, noch kann er eine solche Sache sein, die zum ersten Mal gesehen wird³.

In Versuch einer Selbstkritik, Punkt 6, bedauert Nietzsche, dass er in Die Geburt der Tragödie keine eigene Sprache verwendet hat, die es ihm ermöglicht hätte, so persönliche und gewagte Vorstellungen auszudrücken. Er bereut, nicht genug Mut oder vielleicht Überheblichkeit gehabt zu haben, um das Modell der „Schopenhauerischen und Kantischen Formeln“ aufzugeben, in denen er stattdessen fremde und neue Bewertungen ausgedrückt hat, "die dem Geist von Kant und Schopenhauer sowie ihrem Geschmack diametral entgegengesetzt sind."5

Nietzsche übt hier dieselbe Kritik an Kant aus, die er auch am Sokratismus in der Geburt der Tragödie übt. Gegen diese negative Stellung von Nietzsche möchte ich im Folgenden die starke Verbindung zwischen der Musiktheorie der Geburt der Tragödie und Kants Theorie herausstellen. Ich werde keinen direkten Vergleich zwischen den beiden musikalischen Theorien entwickeln, sondern aufzeigen, wie Nietzsche auf Kants Unterscheidung zwischen Glauben und Wissen zurückgreift und sie in der Geburt der Tragödie umformuliert.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Tod und Wiedergeburt der Musik. Der „metaphysische Wahn“: Dieses Kapitel erörtert Nietzsches Konzepte des Apollinischen und Dionysischen, die Entstehung der griechischen Tragödie und die kritische Rolle des Sokratismus, wobei Nietzsches Idee des „metaphysischen Wahns“ als „tiefe illusionäre Idee“ mit Kantischen Gedanken in Verbindung gebracht wird.

2. Musikalischer Glaube und wissenschaftliches Wissen: In diesem Kapitel wird aufgezeigt, wie Kants Konzept des „Wissens aufheben, um Platz für den Glauben zu schaffen“ als grundlegende Struktur für Nietzsches „Geburt der Tragödie“ dient und die Musik eine zentrale Rolle als Fundament für Metaphysik einnimmt, ähnlich Kants moralischem Glauben.

Schlüsselwörter

Nietzsche, Kant, Musik, Metaphysik, Geburt der Tragödie, Apollinisch, Dionysisch, Sokratismus, Glaube, Wissen, Kritik der reinen Vernunft, Wahn, Illusion, Tragödie

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht die komplexe Beziehung zwischen Friedrich Nietzsches und Immanuel Kants Philosophie, insbesondere in Bezug auf Nietzsches Werk „Die Geburt der Tragödie“ und Kants Musiktheorie sowie seine Unterscheidung zwischen Glaube und Wissen.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zentrale Themenfelder sind die kritische Auseinandersetzung Nietzsches mit Kant, die Rolle der Musik in der Tragödientheorie, die Konzepte des Apollinischen und Dionysischen, der Sokratismus, sowie Kants Ideen von Wahn, Täuschung, Glaube und Wissen.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das primäre Ziel ist es, die starke Verbindung zwischen Nietzsches Musiktheorie in „Die Geburt der Tragödie“ und Kants Theorie herauszustellen, indem aufgezeigt wird, wie Nietzsche auf Kants Unterscheidung zwischen Glauben und Wissen zurückgreift und sie in der Geburt der Tragödie umformuliert.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit verwendet eine vergleichende und analytische Methode, indem sie philosophische Konzepte von Kant und Nietzsche gegenüberstellt und deren gegenseitige Beeinflussung oder Parallelität in der Entwicklung von Theorien aufzeigt.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Im Hauptteil werden Nietzsches Konzepte des „metaphysischen Wahns“ und die Entstehung der Tragödie aus dem Geist der Musik sowie die Verbindung zu Kants Kritik der reinen Vernunft und dessen Verständnis von „Glaube“ und „Wissen“ detailliert erörtert.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird durch Schlüsselwörter wie Nietzsche, Kant, Musik, Metaphysik, Geburt der Tragödie, Apollinisch, Dionysisch, Sokratismus, Glaube, Wissen, Kritik der reinen Vernunft, Wahn, Illusion, Tragödie charakterisiert.

Wie kritisiert Nietzsche Kant und welche Rolle spielt dabei die Musik?

Nietzsche kritisiert Kant anfangs als „Idioten“ und „Gelehrten“, der nie ein wahrer Philosoph werden konnte. Doch die Arbeit zeigt, dass er Kants Konzepte des Wahns und der Unterscheidung zwischen Glauben und Wissen aufgreift und in seiner Musiktheorie der „Geburt der Tragödie“ umformuliert, wobei die Musik die Aufgabe erhält, die Kant dem moralischen Glauben zuwies, um das „Ding an sich“ zu erreichen.

Was versteht Nietzsche unter dem „metaphysischen Wahn“ und wie ist dieser mit Kant verbunden?

Nietzsche bezeichnet den „metaphysischen Wahn“ als den Glauben, dass der Gedanke die tiefsten Abgründe des Seins durch Kausalität verstehen und sogar „korrigieren“ kann. Die Arbeit argumentiert, dass die Quelle dieses Wahn-Konzepts auf Kants „Träumen eines Geistersehers“ und seiner „Kritik der reinen Vernunft“ zurückgeht, wo Kant über Illusionen und Täuschungen schreibt.

Inwiefern sieht Nietzsche Kants Kritik der reinen Vernunft als Inspirationsquelle für seine tragische Kultur?

Nietzsche lobt Kants „Kritik der reinen Vernunft“ dafür, dass sie die Grenzen des Wissens aufzeigt und somit den Weg für eine „tragische Kultur“ ebnet. In dieser Kultur wird die Weisheit zum höchsten Ziel und das ewige Leiden wird mit sympathischer Liebe als das eigene Leid begriffen, was auf Kants Konzept des „Wissens aufheben, um Platz für den Glauben zu schaffen“ basiert.

Welche Parallelen zieht der Autor zwischen Kants „Revolution“ im Denken und der Wiederbelebung der Tragödie bei Wagner?

Der Autor zieht Parallelen zwischen Kants Vorstellung einer „plötzlichen Revolution“ in der Metaphysik, die neues Denken ermöglichte, und Nietzsches Idee der Wiederbelebung der Tragödie in Wagners Werk. Beide Konzepte werden als sprunghafte, glückliche Entdeckungen beschrieben, die Diskontinuität zu früheren Theorien schaffen und neue Formen des Daseins eröffnen.

Final del extracto de 7 páginas  - subir

Detalles

Título
Bemerkungen zu Nietzsche, Kant und der Musik
Universidad
Università degli Studi di Milano  (Dipartimento di Filosofia)
Curso
XVI. Internationaler Kongress der Société Internationale d’Études Kantiennes de Langue Française (SiEKLF) – Kant, l’art et les arts – (Wien, 28.–30. September 2023)
Autor
Piero Giordanetti (Autor)
Año de publicación
2025
Páginas
7
No. de catálogo
V1672573
ISBN (PDF)
9783389165522
Idioma
Alemán
Etiqueta
Kant Nietzsche Musik Philosophy
Seguridad del producto
GRIN Publishing Ltd.
Citar trabajo
Piero Giordanetti (Autor), 2025, Bemerkungen zu Nietzsche, Kant und der Musik, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1672573
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