Der Kryptomarkt ist exemplarisch für die Auswirkung von FOMO, Fear of Missing Out, auf die Kaufentscheidungen von Individuen. Der zentrale Untersuchungsaspekt dieser Arbeit ist insbesondere die Funktionsweise von FOMO als Marketingstrategie. Angesichts des begrenzten Umfangs der Arbeit, wird der Fokus auf einen kommunikationswissenschaftlichen Ansatz mit der Uses-and-Gratifications-Theorie gelegt. Ein Zusammenhang zwischen dieser Theorie und FOMO stellt ein bisher relativ wenig erforschtes Gebiet dar. Diese Arbeit untersucht inwiefern sich der Wirkmechanismus hinter FOMO als Influencer Marketingstrategie mit der Uses-and-Gratifications-Theorie erklären lässt. Im Folgenden werden zunächst die Begriffe Influencer Marketing und FOMO definiert, bevor der Zusammenhang zur Uses-and-Gratifications-Theorie erläutert wird.
Inhaltsverzeichnis
- 1 Einleitung
- 2 Begriffserklärung Influencer Marketing
- 3 Fear Of Missing Out als Marketingstrategie
- 4 Wirkmechanismus von Fear Of Missing Out im Influencer Marketing
- 4.1 Kommunikationswissenschaftliche Perspektive: Uses-and-Gratifications-Theorie
- 4.2 Zusammenhang der Theorie zu Fear Of Missing Out
- 5 Fazit
- Literaturverzeichnis
Zielsetzung & Themen
Diese Arbeit untersucht, inwiefern der Wirkmechanismus hinter Fear of Missing Out (FOMO) als Influencer Marketingstrategie durch die Uses-and-Gratifications-Theorie erklärt werden kann. Es wird analysiert, wie Influencer gezielt FOMO einsetzen, um Kaufentscheidungen zu beeinflussen und wie dies im Kontext der Mediennutzungstheorie steht.
- Definition von Influencer Marketing und dessen Rolle als Marketinginstrument
- Erläuterung von Fear of Missing Out (FOMO) als psychologisches Phänomen und Marketingstrategie
- Analyse des Zusammenhangs zwischen FOMO, Influencer Marketing und Kaufabsicht
- Vertiefung der Uses-and-Gratifications-Theorie als kommunikationswissenschaftliche Perspektive
- Untersuchung der Erklärungskraft der Uses-and-Gratifications-Theorie für den Wirkmechanismus von FOMO
- Betrachtung von Grenzen und zukünftigen Forschungsansätzen im Kontext der behandelten Theorien
Auszug aus dem Buch
3 Fear of Missing Out als Marketingstrategie
Nachdem Influencer Marketing als Konzept im vorigen Abschnitt beschrieben wurde, soll nun die konkrete Marketingstrategie FOMO näher beleuchtet werden. Der Begriff FOMO ist ein Akronym für Fear of Missing Out (Przybylski et al., 2013, S.1841), wörtlich übersetzt die Angst etwas zu verpassen. Przybylski et al. (2013, S.1841) definieren FOMO als „a pervasive apprehension that others might be having rewarding experiences from which one is absent”. Nach dieser Definition beschreibt FOMO eine allgegenwärtige Sorge, belohnende Erfahrungen zu verpassen, weshalb diese Angst eng mit dem Wunsch verknüpft ist stets mit anderen verbunden zu sein.
Dieser Wunsch lässt sich vor allem mit sozialen Medien leicht erfüllen, da Nutzer:innen leicht Zugriff auf die Aktivitäten anderer haben. Auch Przybylski et al. (2013, S.1846) stellen in einer empirischen Studie fest, dass Mediennutzer:innen potenziell belohnende Ereignisse auf sozialen Medien sehen und daraus resultierend FOMO verspüren. Betrachtet man FOMO im Influencer Marketing, konstatiert Hodkinson (2019, S.66), dass sich FOMO-Appelle an das Individuum richten und dessen Zögern, eine Handlung vorzunehmen, auflösen sollen. Im Kontext von Influencer Marketing spricht man von kommerziellen FOMO-Appellen, die sich auf Waren oder Dienstleistungen beziehen (Hodkinson, 2019, S.71). SMIs nutzen FOMO gezielt, um ein Gefühl der Dringlichkeit zu erzeugen. Beispielsweise bewirbt ein Influencer ein limitiertes Produkt und erwähnt bewusst, dass es nur einen begrenzten Vorrat gibt. Dieser FOMO-Appell kann das Gefühl eine einmalige Gelegenheit zu verpassen bei Zuschauer:innen auslösen.
Auf Seiten der Unternehmen hilft FOMO daher eine höhere Nachfrage von Produkten anzukurbeln, da die Konsument:innen das Produkt eher kaufen, wenn sie FOMO verspüren (Hodkinson, 2019, S.66). Dies wird darin begründet, dass man von SMIs beworbene Produkte nicht verpassen möchte (Przybylski et al., 2013, S.1846), um das unbefriedigende Gefühl, nicht Teil des aktuellsten Trends zu sein, zu vermeiden (Abel et al., 2016, S.3).
Wie zuvor erläutert, haben SMIs einen positiven Einfluss auf die Kaufabsicht, weshalb insbesondere Influencer Marketing wirkungsvoll FOMO hervorrufen kann, wenn Konsument:innen ein beworbenes Produkt nicht kaufen (Mahmud et al., 2023, S.21). Ein weiterer Aspekt von FOMO als Influencer Marketingstrategie ist die durch FOMO ausgelöste verstärkte Nutzung sozialer Medien, was SMIs ein größeres Publikum schafft (Abel et al., 2016, S.3). Daraus lässt sich schließen, dass FOMO einen positiven Einfluss auf Influencer Marketing hat und ebenso umgekehrt.
Zusammenfassung der Kapitel
Einleitung: Stellt die Relevanz von FOMO im Influencer Marketing am Beispiel von Krypto-Investitionen dar und formuliert die Forschungsfrage bezüglich der Erklärung des Wirkmechanismus von FOMO durch die Uses-and-Gratifications-Theorie.
Begriffserklärung Influencer Marketing: Definiert Influencer Marketing als Strategie, bei der Social Media Influencer (SMIs) als authentische Markenbotschafter eingesetzt werden, um Kaufverhalten und Markenimage zu beeinflussen.
Fear Of Missing Out als Marketingstrategie: Erläutert FOMO als die Angst, belohnende Erfahrungen zu verpassen, und beschreibt, wie Influencer diese Angst gezielt nutzen, um Dringlichkeit zu erzeugen und die Nachfrage nach Produkten zu steigern.
Wirkmechanismus von Fear Of Missing Out im Influencer Marketing: Untersucht, wie die Uses-and-Gratifications-Theorie den Wirkmechanismus von FOMO als Marketingstrategie erklärt, indem sie auf die bewusste Mediennutzung zur Befriedigung sozialer Bedürfnisse eingeht und FOMO als Faktor der erhöhten Mediennutzung darstellt.
Fazit: Fasst zusammen, dass sich der Wirkmechanismus von FOMO im Influencer Marketing plausibel durch die U&G Theorie erklären lässt, betont aber auch die Notwendigkeit weiterer Forschung aufgrund der Komplexität unbewusster FOMO-Appelle.
Schlüsselwörter
FOMO, Fear of Missing Out, Influencer Marketing, Social Media Influencer (SMI), Uses-and-Gratifications Theorie (U&G), Marketingstrategie, Kaufverhalten, soziale Medien, Krypto-Markt, Dringlichkeit, Markenimage, Mediennutzung, soziale Anerkennung, Zugehörigkeit, Konsumenten
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert die Funktionsweise von Fear of Missing Out (FOMO) als Marketingstrategie im Influencer Marketing und untersucht, inwiefern dieser Wirkmechanismus durch die Uses-and-Gratifications-Theorie erklärt werden kann.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Themenfelder sind Influencer Marketing, Fear of Missing Out (FOMO) als Marketingstrategie und die kommunikationswissenschaftliche Uses-and-Gratifications-Theorie.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Das primäre Ziel ist es zu untersuchen, wie sich der Wirkmechanismus hinter FOMO als Influencer Marketingstrategie mit der Uses-and-Gratifications-Theorie erklären lässt.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit verwendet eine kommunikationswissenschaftliche Perspektive, insbesondere die Uses-and-Gratifications-Theorie, um den Wirkmechanismus zu analysieren.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Im Hauptteil werden die Begriffe Influencer Marketing und FOMO definiert, ihr Zusammenhang im Marketingkontext beleuchtet und anschließend detailliert der Wirkmechanismus von FOMO als Influencer Marketingstrategie anhand der Uses-and-Gratifications-Theorie erklärt.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Charakterisierende Schlüsselwörter sind FOMO, Influencer Marketing, Uses-and-Gratifications Theorie, Marketingstrategie, Kaufverhalten und soziale Medien.
Wie wird FOMO in sozialen Medien definiert und verstärkt?
FOMO wird als "Fear of Missing Out" definiert, eine allgegenwärtige Sorge, belohnende Erfahrungen zu verpassen. In sozialen Medien wird dies verstärkt, da Nutzer:innen leicht Zugriff auf die Aktivitäten anderer haben und potenziell belohnende Ereignisse sehen, die FOMO auslösen.
Welche Rolle spielen Finanz-Influencer bei der Ausnutzung von FOMO?
Finanz-Influencer nutzen aktuelle Ereignisse und Trends (wie im Beispiel des Kryptomarktes) gezielt, um die Angst zu schüren, eine Chance auf Reichtum zu verpassen, und beeinflussen so Investitionsentscheidungen ihrer Follower:innen.
Inwiefern beeinflusst FOMO die Kaufabsicht der Konsumenten?
FOMO erhöht die Nachfrage nach Produkten, da Konsumenten diese eher kaufen, um das unbefriedigende Gefühl zu vermeiden, nicht Teil des aktuellsten Trends zu sein oder eine einmalige Gelegenheit zu verpassen.
Gibt es Einschränkungen bei der Erklärung von FOMO durch die Uses-and-Gratifications-Theorie?
Ja, eine Einschränkung ist, dass laut Studien kommerzielle FOMO-Appelle oft unbewusst wahrgenommen werden. Dies deutet darauf hin, dass ein durch SMIs beeinflusster Kauf nicht immer bewusst zur Befriedigung eines Bedürfnisses nach sozialer Zugehörigkeit erfolgt, was die Annahme der U&G Theorie zur bewussten Mediennutzung relativiert.
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- Anonym (Author), 2024, Kaufen, bevor es zu spät ist. Fear Of Missing Out (FOMO) als Strategie im Influencer Marketing, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1672708