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"...und den Menschen gleich." (Phil 2,7b) Das paulinische Verständnis der κένωσις am Beispiel des Philipperhymnus (Phil 2,5-11)

Title: "...und den Menschen gleich." (Phil 2,7b) Das paulinische Verständnis der κένωσις am Beispiel des Philipperhymnus (Phil 2,5-11)

Essay , 2025 , 8 Pages

Autor:in: Dominik Kunek (Author)

Theology - Biblical Theology
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Summary Excerpt Details

Der Philipperhymnus (Phil 2,5-11) stellt keine reine Eigenkomposition des Paulus dar, sondern scheint seinen Ursprung in anderen frühchristlichen Traditionen zu haben. Dennoch gewährt Paulus durch seine Rezeption dieses Hymnus an die Gemeinde in Philippi einen Einblick in ansonsten wenig erhaltene vorpaulinische Glaubenstraditionen und -reflexionen rund um die christlogische und soteriologische Bedeutung des Jesus von Nazareth. Gleichzeitig lässt sich dieser Hymnus auch als ein theologischer Schlüssel für das weitere christologische Verständnis des Paulus ansehen, wie diese Arbeit zeigen soll.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

  • 1. Der Philipperhymnus: Der Text und seine Bedeutung
  • 2. Die paulinische κένωσις
    • „Er war Gott gleich, hielt aber nicht daran fest, Gott gleich zu sein, sondern er entäußerte sich (ἐκένωσεν) und wurde wie ein Sklave und den Menschen gleich.“ (V. 6-7)
    • „Er erniedrigte sich und war gehorsam bis zum Tod, bis zum Tod am Kreuz." (V.8)
    • „Darum hat ihn Gott über alles erhöht, und ihm den Namen verliehen, der größer ist als alle Namen, damit alle im Himmel, auf der Erde und unter der Erde ihre Knie beugen vor dem Namen Jesu...“ (V.9-10)
    • ,,...und jeder Mund bekennt: Jesus Christus ist der Herr, zur Ehre Gottes, des Vaters." (V.11)
  • Literaturverzeichnis

Zielsetzung & Thematische Schwerpunkte

Diese wissenschaftliche Arbeit untersucht das paulinische Verständnis der κένωσις (Selbstentäußerung) am Beispiel des Philipperhymnus (Phil 2,5-11). Das Hauptziel ist es, zu beleuchten, wie Jesu freiwillige Entäußerung seiner göttlichen Herrlichkeit und seine demütige Annahme menschlichen Leidens bis zum Tod am Kreuz, die Grundlage für die paulinische Christologie und Soteriologie bildet und als Schlüssel für das umfassendere christologische Verständnis dient.

  • Analyse des Philipperhymnus (Phil 2,5-11) als Kernstück der paulinischen Theologie.
  • Das Konzept der κένωσις (Entäußerung/Selbsterniedrigung) im Kontext der Person Jesu Christi.
  • Die theologische Bedeutung von Jesu Menschwerdung, Leiden und Kreuzestod für die Erlösung der Menschheit.
  • Die Beziehung zwischen Gottes Herrlichkeit, Jesu Erniedrigung und seiner späteren Erhöhung.
  • Der Philipperhymnus als Vorbild für christliche Nachfolge und zur Definition des Verhältnisses von wahrem Menschsein und wahrer Gottheit Jesu.

Auszug aus dem Buch

Die paulinische κένωσις

Wie bereits einleitend erwähnt bildet die Entäußerung Jesu das zentrale Thema dieses Hymnus'. Paulus verdeutlicht durch diesen Begriff zeitgleich sowohl den ursprünglich vollkommen göttlichen Charakter Jesu Christi als auch seine demütige Bereitschaft, diese Gottheit nicht zu behaupten oder zu bewahren, sondern sie zugunsten einer noch tieferen Identifikation mit der menschlichen Welt und dem menschlichen Zustand zu entäußern, indem er selbst ὡς ἄνθρωπος (wie [ein] Mensch) wurde. Laut Paulus verzichtet Christus freiwillig auf seine göttliche Herrlichkeit, um in einer neuen Weise für die Menschheit zu wirken. Dabei stellt diese Form der Entäußerung nicht nur eine vorübergehende Herabsetzung dar, sondern einen bewussten Akt der demütigen Selbstverleugnung, der im weiteren Verlauf des Hymnus noch genauer ausführt wird. Die Entscheidung, die μορφὴν δούλου (V.7) anzunehmen und sich bis zum Tod am Kreuz zu erniedrigen, stellt die völlige Entäußerung des göttlichen Status dar. In dieser Form nimmt Christus die niedrigste Stellung ein, die man sich im sozialen und religiösen Kontext der damaligen Zeit vorstellen kann. Es handelt sich um eine freie, selbstgewählte Erniedrigung aus Liebe, um den Menschen durch seinen nur auf diese Weise möglichen Tod am Kreuz die Erlösung zu erwirken (vgl. Eph 1,7; Röm 3,24f.⁷). Damit sind die Inkarnation und das Leben Jesu Christi grundlegend durch (die) Entäußerung und den Verzicht seiner göttlichen Stellung und Macht gekennzeichnet.

Der erniedrigende Charakter der Entäußerung Jesu wird besonders durch die hier erwähnte Art und Weise seines Todes noch einmal verdeutlicht: der schmerzhafte Tod am Kreuz war nicht nur eine körperliche, sondern auch eine gesellschaftliche Schmähung, da diese Form der Hinrichtung im Römischen Reich insbesondere für Verbrecher vorgesehen war. So berichtet auch das Lukasevangelium von eben zwei κακοῦργοι (Verbrechern), in deren Mitte Christus gekreuzigt wurde (vgl. Lk 23,32.39). Dieser Schritt von der μορφῇ θεοῦ (Phil 2,6) zur μορφὴ δούλου (Phil 2,7) und schließlich zum würdelosen Tod am Kreuz spiegelt dabei den wesentlichen Kern der paulinischen κένωσις wieder – weshalb es auch wenig überraschend erscheint, dass gerade diese Formulierung („θανάτου δὲ σταυροῦ“) als eventuelle eigenmächtige Hinzufügung des Paulus angenommen werden kann, um diesem soteriologischen Gedanken größeres Gewicht zu verleihen⁸: Christus entäußert sich selbst, um sich vollständig und für alle Zeiten hindurch in der Welt und dem menschlichen Leiden zu verankern; bis in den Tod selbst hinein. Es ist der Weg von der höchsten Erhebung zur tiefsten Erniedrigung, der gleichzeitig den Weg zur Erlösung der Menschheit vorbereitet. Nicht nur Christi Selbsterniedrigung allein, sondern auch seine Erhöhung bilden den christologischen Grundton dieses Hymnus⁹ und werden zum Vorbild sämtlicher Christusnachfolger: „Dieselbe Liebe, die den Sohn Gottes dazu bewegte, sich zu erniedrigen und bis zum Tod am Kreuz gehorsam zu sein (vgl. Phil 2,6-8), bewegte dann die Apostel und Märtyrer dazu, das Leben für das Evangelium zu geben."¹⁰

Zusammenfassung der Kapitel

1. Der Philipperhymnus: Der Text und seine Bedeutung: Dieses Kapitel stellt den Philipperhymnus (Phil 2,5-11) als ein zentrales Element von Paulus' Brief an die Gemeinde in Philippi vor, das die frühchristliche Reflexion über die Person Jesu Christi prägt. Es beleuchtet die poetische Struktur des Textes, seine Datierung und hebt die zentrale Rolle der κένωσις (Entäußerung) hervor, die Jesu Weg von göttlicher Existenz zu menschlichem Leid und seiner Erhöhung beschreibt.

2. Die paulinische κένωσις: Dieses Kapitel vertieft das paulinische Verständnis der κένωσις, indem es Jesu freiwillige Selbstentäußerung seiner göttlichen Herrlichkeit zugunsten der Annahme einer menschlichen Knechtsgestalt und seines Todes am Kreuz analysiert. Es wird erläutert, wie diese tiefste Erniedrigung als bewusster Akt der Liebe zur Erlösung der Menschheit dient und gleichzeitig Gottes wahre Größe offenbart, was in Jesu Erhöhung gipfelt und als Vorbild für alle Christen dient.

Schlüsselwörter

Philipperhymnus, Phil 2,5-11, Paulus, κένωσις, Entäußerung, Christologie, Soteriologie, Jesus Christus, Erniedrigung, Erhöhung, Menschwerdung, Kreuzestod, Gottesherrschaft, Bekenntnis, theologische Dogmatik.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit dem paulinischen Verständnis der κένωσις (Selbstentäußerung) Jesu Christi, insbesondere wie es im Philipperhymnus (Phil 2,5-11) zum Ausdruck kommt, und deren Bedeutung für die Christologie und Soteriologie.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zentrale Themenfelder sind die Interpretation des Philipperhymnus, das Konzept der κένωσις, die Menschwerdung und der Kreuzestod Jesu sowie seine nachfolgende Erhöhung im paulinischen Kontext.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das primäre Ziel ist es, das paulinische Verständnis der κένωσις am Beispiel des Philipperhymnus zu analysieren und zu zeigen, wie dieses Konzept als Schlüssel zum tieferen Verständnis von Paulus' Christologie und der Erlösung dient.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer historisch-kritischen Exegese des Philipperhymnus sowie einer theologischen Interpretation der paulinischen Schriften.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil behandelt die Bedeutung des Philipperhymnus als Text sowie die detaillierte Auslegung des Konzepts der κένωσις und dessen christologische und soteriologische Implikationen.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird durch Schlüsselwörter wie Philipperhymnus, κένωσις, Paulus, Christologie, Soteriologie, Jesus Christus, Erniedrigung, Erhöhung und Kreuzestod charakterisiert.

Wie wird der Philipperhymnus historisch-kritisch eingeordnet?

Der Philipperhymnus wird in der Forschung je nach Ansatzpunkt der historisch-kritischen Exegese in den Zeitraum um das Jahr 51 n. Chr., 53 n. Chr. oder gar 60 n. Chr. datiert und gilt nicht als Eigenkomposition des Paulus, sondern als von ihm rezipierte frühchristliche Tradition.

Welche Bedeutung hat die μορφὴ δούλου (Gestalt eines Knechtes) im Kontext der κένωσις?

Die Annahme der μορφὴ δούλου (Gestalt eines Knechtes) durch Christus stellt die völlige Entäußerung seines göttlichen Status dar und symbolisiert die niedrigste Stellung, die er aus Liebe zu den Menschen einnahm, um deren Erlösung durch seinen Tod am Kreuz zu erwirken.

Inwiefern beeinflusst der Philipperhymnus das weitere christologische Verständnis des Paulus?

Der Philipperhymnus gilt als ein Kernstück der paulinischen Reflexion über die Bedeutung der Person Jesu Christi und prägt die gesamte weitere Christologie des Philipperbriefes, indem er die Inkarnation und das Leben Jesu Christi durch Entäußerung und den Verzicht seiner göttlichen Stellung kennzeichnet.

Warum ist der Tod Jesu am Kreuz ein zentraler Aspekt der paulinischen κένωσις?

Der Tod Jesu am Kreuz ist zentral, weil er nicht nur eine körperliche Qual, sondern auch eine gesellschaftliche Schmähung für Verbrecher darstellte und die tiefste Erniedrigung Christi widerspiegelt. Er ist der Höhepunkt der κένωσις, durch den Jesus sich vollständig mit dem menschlichen Leid verankert und den Weg zur Erlösung der Menschheit bereitet.

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Details

Title
"...und den Menschen gleich." (Phil 2,7b) Das paulinische Verständnis der κένωσις am Beispiel des Philipperhymnus (Phil 2,5-11)
College
University of Freiburg
Author
Dominik Kunek (Author)
Publication Year
2025
Pages
8
Catalog Number
V1672823
ISBN (PDF)
9783389165379
Language
German
Tags
Theologie Neues Testament Paulus paulinisch Philipper Philipperbrief Philipperhymnus Gott Gottesherrschaft Basileia Jesus Jesus Christus Christologie Soteriologie Kenosis Phil
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Dominik Kunek (Author), 2025, "...und den Menschen gleich." (Phil 2,7b) Das paulinische Verständnis der κένωσις am Beispiel des Philipperhymnus (Phil 2,5-11), Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1672823
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