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Stilbildung im Bereich jugendlicher Subkulturen

Title: Stilbildung im Bereich jugendlicher Subkulturen

Term Paper , 2001 , 17 Pages , Grade: 2,3

Autor:in: Kristina Schmitz (Author)

Sociology - Children and Youth
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Durch den Begriff „Jugendkultur“ werden zwei Sachverhalte dargestellt, die durch
ihre Gegensätzlichkeit den Begriff selbst paradox erscheinen lassen:
Einerseits wird durch ihn Alltagswelt der Jugendlichen beschrieben, andererseits
erläutert er die von den Jugendlichen selbst entwickelten Alternativ- oder
Alltagsfluchtwelten, die sich meistens als gegenkulturell definieren. Infolgedessen
kann der Begriff durchaus als problematisch angesehen werden, er soll aber trotzdem
weiterhin verwendet werden, weil er sich in der wissenschaftlichen Rede über Jugend
etabliert hat.
Die Gemeinschaft der Wandervögel war die erste Jugendkultur, die zu Anfang des 20.
Jahrhunderts entstand.
Aus dem Impuls dieser ersten deutschen Jugendkultur heraus hat sich mittlerweile eine
Vielzahl der jugendlichen Szenen herauskristallisiert, die kaum noch überschaubar
sind und sich somit einer allzu einfachen Klassifizierung entziehen. Insofern ist ein
homogener Begriff von „Jugend“, wie ihn die klassische Jugendforschung verwendet
hat, nicht mehr möglich.
In den 90er Jahren haben sich gegenüber den 80er Jahren die diversen
Jugendszenen noch einmal beträchtlich vermehrt und vielfältig ausdifferenziert,
so dass inzwischen eine kaum mehr überschaubare Pluralität von
unterschiedlichen jugendlichen Verhaltensweisen und Orientierungen,
jugendkulturellen Einstellungen, Ausfächerungen und Stilisierungen
vagabundiert (...). (Ferchhoff, 1993, S.26)
Idee und Begriff der Subkultur als „Teilkultur“ der Jugendkultur entstammen der
angelsächsischen Soziologie und Kulturanthropologie und eroberten sich von den 30er
und 40er Jahren an einen beachtlichen Platz in der wissenschaftlichen Diskussion dieser Disziplinen. [...]

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Der Stil

3. Symbol und Ritual

4. Stilmischung: Bricolage

5. Die Rolle der Medien

6. Jugendkulturelle Stile am Beispiel von Tanzstilen zwischen 1945 und 1994

6.1 Kurzer geschichtlicher Abriss der Tanzformen und Tanzbewegungen

6.2 Tanzkleidung

6.3 Die gesellschaftliche Bedeutung der symbolischen Formen des Tanzes

7. Resümee

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Diese Arbeit untersucht die Entstehung und Bedeutung von Stilen innerhalb jugendlicher Subkulturen. Das primäre Ziel ist es, den komplexen Prozess der Stilschöpfung, die Funktion von Symbolen und Ritualen sowie den Einfluss von Medien und gesellschaftlichen Reaktionen auf die Identitätsbildung Jugendlicher soziologisch zu beleuchten.

  • Entwicklung und Abgrenzung von Subkulturen
  • Die Funktion des subkulturellen Stils als Identitätsmerkmal
  • Stilmischungsprozesse und das Konzept der Bricolage
  • Einfluss der Medien und Kommerzialisierung
  • Tanzstile als Ausdrucksform jugendlichen Protests

Auszug aus dem Buch

Stilmischung: Bricolage

Der Begriff des Stil wird erstmals durch die Studien des Centre for Contemporary Cultural Studies (CCCS) in England in die wissenschaftliche Diskussion gebracht. Die Forscher des CCCS haben eine Theorie subkultureller Stilbildung entwickelt: Stilschöpfung ist demnach ein komplizierter Prozess, den John Clarke (1998) mit dem Begriff „bricolage“ (= „Bastelei“) (S.375) beschreibt. Die Jugendlichen Stilbildner lösen im Prozess der Bricolage Dinge bzw. Waren des alltäglichen Bedarfs aus ihrem ursprünglichen Kontext und arrangieren sie am Ort des subkulturellen Lebens in einem veränderten Zusammenhang. Die Jugendlichen betätigen sich also als „Bastler“ (Clarke, 1998, S.375), sie entdecken Bedeutungen und Gebrauchsmöglichkeiten an Dingen, die den eigentlichen Bedeutungen und Gebrauchsmöglichkeiten nicht entsprechen; oder sie kombinieren Gebrauchsgegenstände miteinander, die nicht zusammen gebraucht werden sollen.

John Clarke (1998) gibt folgende Zusammenfassung: Es kommt nicht zu einer Schaffung von Objekten und Bedeutungen aus dem Nichts, sondern vielmehr zu einer Transformation und Umgruppierung des Gegebenen in ein Muster, das eine neue Bedeutung vermittelt; einer Übersetzung des Gegebenen in einen neuen Kontext und seiner Adaptation. (S.378)

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die Problematik des Begriffs „Jugendkultur“ und skizziert die historische Entwicklung sowie die soziologische Einordnung von Teilkulturen.

2. Der Stil: Dieses Kapitel definiert Stil als Ausdrucksmittel einer Subkultur und analysiert dessen Doppelfunktion bezüglich Identität und Abgrenzung.

3. Symbol und Ritual: Hier wird die Bedeutung von Symbolen und rituellen Handlungen für den Gruppenzusammenhalt und die soziale Identifikation erläutert.

4. Stilmischung: Bricolage: Das Kapitel führt das Konzept der Bricolage ein, bei dem Jugendliche Gegenstände aus ihrem Kontext lösen und neu interpretieren.

5. Die Rolle der Medien: Es wird diskutiert, wie Medien Jugendkulturen beeinflussen, kommerzialisieren und deren Stile in den Massenmarkt integrieren.

6. Jugendkulturelle Stile am Beispiel von Tanzstilen zwischen 1945 und 1994: Anhand einer historischen Übersicht der Tanzformen wird die symbolische und gesellschaftliche Bedeutung körperlicher Ausdrucksformen untersucht.

7. Resümee: Die Zusammenfassung reflektiert den Wandel jugendlicher Stile in einem Spannungsfeld zwischen Protest und kommerzieller Vereinnahmung.

Schlüsselwörter

Jugendkultur, Subkultur, Stilbildung, Bricolage, Identität, Soziologie, Symbolik, Rituale, Medienwirkung, Kommerzialisierung, Tanzstile, Jugendforschung, Ausdrucksformen, Protest, Lebensstile

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht die soziologischen Hintergründe der Stilbildung innerhalb jugendlicher Subkulturen und wie Jugendliche ihre Identität durch Symbole, Rituale und Mode konstruieren.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Felder umfassen die Definition von Stil, die Bedeutung von Symbolen, das Konzept der Bricolage sowie den Einfluss der Medien und historischer Tanzstile auf jugendliche Subkulturen.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das Ziel ist es, die Verknüpfung bestehender Jugendkulturen und die Ausbildung neuer Formen des Ausdrucks in einem soziologischen Kontext zu beleuchten.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine theoretische Literaturanalyse, die auf den Konzepten der Jugendsoziologie und Kulturanthropologie basiert.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Fundierung von Stil und Symbolik, den Transformationsprozess der Bricolage sowie die praktische Anwendung auf Tanzstile zwischen 1945 und 1994.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind Jugendkultur, Subkultur, Bricolage, Identität und der Ambivalenzprozess zwischen Protest und Kommerz.

Wie verändert sich die Rolle des Tanzes für Jugendliche im Laufe der Jahrzehnte?

Der Tanz wandelte sich von einem direkten Ausdruck der Sinnlichkeit und des Protests (wie beim Rock 'n' Roll) hin zu eskapistischen Formen (Disco) und später zu einer Plattform für politischen Protest oder technoiden Gemeinschaftssinn.

Was bedeutet das Konzept der Bricolage in diesem Kontext?

Bricolage beschreibt, wie Jugendliche Alltagsgegenstände umfunktionieren, um ihnen eine neue, subkulturelle Bedeutung zu geben, die sich vom ursprünglichen konventionellen Kontext unterscheidet.

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Details

Title
Stilbildung im Bereich jugendlicher Subkulturen
College
LMU Munich  (Institut für Soziologie)
Course
Klassiker der Jugendsoziologie
Grade
2,3
Author
Kristina Schmitz (Author)
Publication Year
2001
Pages
17
Catalog Number
V16729
ISBN (eBook)
9783638214810
Language
German
Tags
Stilbildung Bereich Subkulturen Klassiker Jugendsoziologie
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Kristina Schmitz (Author), 2001, Stilbildung im Bereich jugendlicher Subkulturen, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/16729
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