Der Text ist eine wissenschaftliche Hausarbeit, die die Soziale Marktwirtschaft in Deutschland mit der Donut-Ökonomie von Kate Raworth vergleicht.
Die Arbeit untersucht die historischen Grundlagen und Prinzipien der Sozialen Marktwirtschaft – von der Entstehung des industriellen Kapitalismus über Bismarcks Sozialstaat bis hin zur Nachkriegsordnung unter Ludwig Erhard. Dem gegenüber wird die Donut-Ökonomie vorgestellt, ein Modell, das soziale Mindeststandards („gesellschaftliches Fundament“) und ökologische Grenzen („ökologische Decke“) als Rahmen für nachhaltiges Wirtschaften definiert.
Zentrale Themen sind:
- Entwicklung und Ziele der Sozialen Marktwirtschaft (Leistungsgerechtigkeit, Chancengleichheit, Bedarfsgerechtigkeit).
- Die sieben Denkansätze der Donut-Ökonomie (z. B. Abkehr vom BIP-Fokus, systemisches Denken, Verteilungsgerechtigkeit, regenerative Ausrichtung).
- Vergleich beider Modelle hinsichtlich sozialer Absicherung, ökologischer Nachhaltigkeit und Zukunftsfähigkeit.
- Analyse der Herausforderungen wie Klimawandel, Ressourcenknappheit und soziale Ungleichheit.
Fazit: Während die Soziale Marktwirtschaft historisch Wohlstand und soziale Sicherheit schuf, fordert die Donut-Ökonomie eine Neuausrichtung hin zu ökologischer Nachhaltigkeit und globaler Gerechtigkeit.
Inhaltsverzeichnis
- Abbildungsverzeichnis
- Tabellenverzeichnis
- Abkürzungsverzeichnis
- 1 Einleitung – Ökonomie Gestern und Heute
- 2 Fragestellung und Konzeption der Arbeit
- 3 Betrachtete Wirtschaftsmodelle
- 3.1 Grundzüge der Sozialen Marktwirtschaft
- 3.1.1 Die Entstehung des industriellen Kapitalismus in Deutschland
- 3.1.2 Die Entstehung des Sozialstaates in Deutschland
- 3.1.3 Das Konzept der Sozialen Marktwirtschaft
- 3.2 Grundzüge der Donut-Ökonomie
- 3.2.1 Das Ziel verändern
- 3.2.2 Das Gesamtbild erfassen
- 3.2.3 Die menschliche Natur pflegen und fördern
- 3.2.4 Systemisches Denken lernen
- 3.2.5 Auf Verteilungsgerechtigkeit zielen
- 3.2.6 Eine regenerative Ausrichtung fördern
- 3.2.7 Eine agnostische Haltung zum Wachstum einnehmen
- 3.1 Grundzüge der Sozialen Marktwirtschaft
- 4 Das gesellschaftliche Fundament
- 5 Die ökologische Decke
- 6 Fazit
- 7 Literaturliste
- 8 Anhang
- 8.1 Anhang 1
- 8.2 Anhang 2
- 8.3 Anhang 3
- 8.4 Anhang 4
Zielsetzung & Themen
Diese Arbeit befasst sich mit einem Vergleich zweier Wirtschaftsmodelle: der Sozialen Marktwirtschaft, wie sie in Deutschland praktiziert wird, und der Donut-Ökonomie nach Kate Raworth. Das primäre Ziel ist es, die Konzepte, Ziele und Herausforderungen beider Modelle zu analysieren und deren Übereinstimmungen sowie Gegensätze aufzuzeigen. Die Forschungsfrage beleuchtet die Konzeption und die verfolgten Ziele der Sozialen Marktwirtschaft, die Aspekte, die im Vergleich zur Donut-Ökonomie relevant sind, sowie die daraus resultierenden Herausforderungen und Lehren für die zukünftige Gestaltung der Wirtschaft.
- Historische und theoretische Grundlagen der Soziale Marktwirtschaft.
- Einführung und zentrale Prinzipien der Donut-Ökonomie (gesellschaftliches Fundament und ökologische Decke).
- Vergleichende Analyse beider Modelle hinsichtlich sozialer und ökologischer Nachhaltigkeit.
- Die Rolle des Wirtschaftswachstums und alternative Entwicklungsperspektiven.
- Aspekte der sozialen Gerechtigkeit (Leistungs-, Chancen- und Bedarfsgerechtigkeit).
- Konkrete Handlungsfelder und Herausforderungen für eine zukunftsfähige Wirtschaftsweise.
Auszug aus dem Buch
Das Ziel verändern
Der erste Grundsatz der Donut-Ökonomie behandelt die Fixierung der Wirtschaft auf das Bruttoinlandsprodukt (BIP) und die möglichen Änderungen für eine Wirtschaft des 21. Jahrhunderts (Raworth 2018:37).
In den 1930er Jahren wurde der Nationalökonom Simon Kuznets vom US-Kongress damit beauftragt eine Maßeinheit für die Erfassung des amerikanischen Nationaleinkommens zu entwickeln. Das Ergebnis war das Bruttosozialprodukt (BSP), das den Politikern in den folgenden Jahren half, den Erfolg ihrer Maßnahmen an dieser Zahl zu messen (Fioramonti 2013:29ff). Viele Staaten auf der ganzen Welt übernahmen diese Berechnung um den Fortschritt ihrer Politik aufzeigen zu können. Mit Wirtschaftswachstum, das durch einen Anstieg des BSP und später durch den BIP ausgedrückt wurde, konnte dem Volk eine Sicherheit aufgezeigt werden, dass es der Volkswirtschaft gut geht und die Politik auf dem richtigen Weg ist. Wirtschaftswachstum wurde zum Allheilmittel für soziale, ökonomische und politische Probleme. Wenn die Wirtschaft wächst, ist das ein Garant für nationale Sicherheit, ein Weg zur Bekämpfung der Armut und eine Möglichkeit zur Reduzierung der Staatsverschuldung und Handelsungleichgewichte (Raworth 2018:52ff). Kuznets, wurde im Verlauf der Jahre zum erklärten Kritiker der Fixierung auf diese eine Kennzahl. Nach Kuznets gibt das Nationaleinkommen lediglich den Marktwert der Güter und Dienstleistungen an und klammert den enormen Wert der privaten Güter und Dienstleistungen, die im Alltagsleben und in Haushalten erbracht werden, völlig aus. „Das Wohlergehen einer Nation kann nur schwer aus der Erfassung des nationalen Einkommens abgeleitet werden“ warnte er schon bei der Einführung dieser Kennzahl im Senat 1934 (Kuznets 1934). Aus der Betrachtung des einzelnen Haushalts, wie im antiken Griechenland und der Betrachtungen der einzelnen Nationalhaushalte im 19. und 20. Jahrhundert, ist laut Raworth, nun die Betrachtung des planetaren Haushalts als nächster Schritt folgerichtig. Dabei sollte nicht der unbedingte Zwang zum Wirtschaftswachstum im Vordergrund stehen, sondern ein dynamisches Gleichgewicht aufgebaut werden, dargestellt durch den Donut mit den inneren und äußeren Grenzen. Das Ziel sollte das Erreichen der einzelnen Dimensionen des gesellschaftlichen Fundaments zum einen und die Beachtung der ökologischen Decke zum anderen sein und nicht vorrangig die Steigerung des BIP. (Raworth 2018:47ff).
Zusammenfassung der Kapitel
Kapitel 1: Einleitung – Ökonomie Gestern und Heute: Dieses Kapitel führt in die historische Entwicklung ökonomischen Denkens ein, von Aristoteles bis zur modernen Makroökonomie und der Entstehung des Konzepts des Wirtschaftswachstums, und leitet zur Vorstellung neuer Wirtschaftsmodelle über.
Kapitel 2: Fragestellung und Konzeption der Arbeit: Hier wird die zentrale Forschungsfrage der Arbeit formuliert, die den Vergleich der Sozialen Marktwirtschaft mit der Donut-Ökonomie sowie deren jeweilige Konzepte, Ziele und Herausforderungen beleuchtet.
Kapitel 3: Betrachtete Wirtschaftsmodelle: Dieses Hauptkapitel beschreibt detailliert die Grundzüge der Sozialen Marktwirtschaft, einschließlich ihrer historischen Entwicklung und des Konzepts der sozialen Gerechtigkeit, sowie die sieben Denkansätze der Donut-Ökonomie als alternatives Wirtschaftsmodell.
Kapitel 4: Das gesellschaftliche Fundament: Das Kapitel erklärt das gesellschaftliche Fundament der Donut-Ökonomie, das 12 Dimensionen umfasst, die von den UN Sustainable Development Goals abgeleitet sind, und bewertet Deutschlands Fortschritt in diesen Bereichen.
Kapitel 5: Die ökologische Decke: Hier werden die neun planetaren Grenzen der Donut-Ökonomie und deren Kontrollvariablen erläutert, und es wird der Beitrag einzelner Staaten, insbesondere Deutschlands, zur Überschreitung dieser Grenzen im Kontext von CO2-Emissionen diskutiert.
Kapitel 6: Fazit: Das Fazit fasst die Erkenntnisse über die Soziale Marktwirtschaft und ihre Umsetzung in Deutschland zusammen und diskutiert die Herausforderungen bei der Transformation zu einer nachhaltigen und klimaneutralen Wirtschaft im Sinne der Donut-Ökonomie.
Schlüsselwörter
Soziale Marktwirtschaft, Donut-Ökonomie, Wirtschaftswachstum, Nachhaltigkeit, planetare Grenzen, gesellschaftliches Fundament, BIP, Verteilungsgerechtigkeit, Klimawandel, CO2-Emissionen, Homo Oeconomicus, Systemisches Denken, Kreislaufwirtschaft, soziale Gerechtigkeit, Umweltwissenschaften.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Diese Arbeit vergleicht die Soziale Marktwirtschaft in Deutschland mit dem Wirtschaftsmodell der Donut-Ökonomie von Kate Raworth, um Gemeinsamkeiten, Gegensätze und zukünftige Handlungserfordernisse aufzuzeigen.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zentrale Themenfelder sind die historischen und theoretischen Grundlagen beider Wirtschaftsmodelle, die Konzepte des Wirtschaftswachstums und der Nachhaltigkeit, soziale Gerechtigkeit sowie die Herausforderungen durch den Klimawandel und planetare Grenzen.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Das primäre Ziel ist es, die Theorien und Denkansätze der Donut-Ökonomie zu beleuchten und sie dem aktuellen Wirtschaftsmodell der Sozialen Marktwirtschaft in Deutschland gegenüberzustellen. Die Forschungsfrage fokussiert auf die Konzeption, Ziele, berücksichtigte Aspekte und die Lehren aus der Umsetzung der Sozialen Marktwirtschaft im Vergleich zur Donut-Ökonomie.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer wirtschaftstheoretischen Betrachtung beider Wirtschaftsmodelle, um eine Grundlage für deren Vergleich zu schaffen.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil beschreibt die Grundzüge der Sozialen Marktwirtschaft, inklusive der Entstehung des industriellen Kapitalismus und des Sozialstaates in Deutschland, sowie die Grundzüge der Donut-Ökonomie mit ihren sieben Denkansätzen, dem gesellschaftlichen Fundament und der ökologischen Decke.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Soziale Marktwirtschaft, Donut-Ökonomie, Wirtschaftswachstum, Nachhaltigkeit, planetare Grenzen, gesellschaftliches Fundament, BIP, Verteilungsgerechtigkeit, Klimawandel, CO2-Emissionen, Homo Oeconomicus, Systemisches Denken, Kreislaufwirtschaft, soziale Gerechtigkeit, Umweltwissenschaften.
Wie unterscheidet sich die Donut-Ökonomie von traditionellen Wirtschaftsmodellen hinsichtlich des Ziels?
Die Donut-Ökonomie legt den Fokus nicht primär auf das Bruttoinlandsprodukt (BIP), sondern strebt ein dynamisches Gleichgewicht an, das die Bedürfnisse der Menschen innerhalb der planetaren Grenzen befriedigt.
Was ist das "gesellschaftliche Fundament" der Donut-Ökonomie?
Das gesellschaftliche Fundament bildet den inneren Kreis des Donuts und umfasst 12 Dimensionen, die für ein gutes Leben aller Menschen notwendig sind, abgeleitet von den UN Sustainable Development Goals, wie Ernährungssicherheit, Gesundheit und Bildung.
Welche Rolle spielt Deutschland bei der Einhaltung der planetaren Grenzen?
Deutschland hat sich Klimaziele zur Verringerung der Emissionen gesetzt und strebt bis 2045 Klimaneutralität an, muss jedoch weiterhin Maßnahmen ergreifen, um die ökologische Decke nicht zu überschreiten, da einige planetare Grenzen bereits überschritten sind.
Was sind die drei Säulen der sozialen Gerechtigkeit in der Sozialen Marktwirtschaft?
Die drei Säulen der sozialen Gerechtigkeit in der Sozialen Marktwirtschaft sind Leistungsgerechtigkeit, Chancengerechtigkeit (bzw. Chancengleichheit) und Bedarfsgerechtigkeit.
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- Anonym (Author), 2023, Die soziale Marktwirtschaft im Spiegel der Donut-Ökonomie, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1672968