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High-Need-Babies. Wenn Eltern an ihre Grenzen kommen

Título: High-Need-Babies. Wenn Eltern an ihre Grenzen kommen

Trabajo Escrito , 2025 , 25 Páginas , Calificación: 1,3

Autor:in: Sandra Kiskemper (Autor)

Trabajo social
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Immer mehr Eltern erleben in den ersten Lebensmonaten mit ihrem Baby eine Überforderung, die weit über das „normale“ Maß hinausgeht. Ihr Kind schreit scheinbar ohne Grund, lässt sich kaum beruhigen, schläft schlecht und braucht ununterbrochen Körperkontakt. Solche Kinder werden als High-Need-Babys bezeichnet – ein Begriff, der auf den Kinderarzt William Sears zurückgeht und durch Autorinnen wie Nora Imlau im deutschsprachigen Raum bekannt wurde.

Die vorliegende Arbeit beleuchtet das Phänomen der High-Need-Babys aus theoretischer, bindungstheoretischer und sozialarbeiterischer Perspektive. Ziel ist es, die Besonderheiten dieser Kinder zu definieren, von angrenzenden Konzepten wie Regulationsstörungen, temperamentvollen oder neurodiversen Kindern abzugrenzen und die damit verbundenen Belastungen für Eltern zu analysieren. Dabei wird deutlich, dass High-Need-Babys keine pathologische Abweichung darstellen, sondern eine besonders intensive Variante normaler Entwicklung.

Auf Grundlage der Bindungstheorie nach Bowlby und Ainsworth wird gezeigt, dass High-Need-Babys ein besonders stark aktiviertes Bindungssystem aufweisen und eine hohe elterliche Feinfühligkeit erfordern. Für Eltern bedeutet dies häufig chronische Erschöpfung, soziale Isolation und partnerschaftliche Spannungen. Der gesellschaftliche Druck, ein „pflegeleichtes“ Kind zu haben, verstärkt Scham- und Schuldgefühle.

Im praktischen Teil untersucht die Arbeit die Bedeutung für die Soziale Arbeit. Anhand eines Interviews mit einer Fachkraft der Frühen Hilfen wird sichtbar, dass Fachkräfte bisher kaum über spezifisches Wissen zu High-Need-Kindern verfügen. Daraus ergibt sich ein klarer Handlungsauftrag: Die Soziale Arbeit sollte durch Aufklärung, Sensibilisierung und niedrigschwellige Unterstützungsangebote dazu beitragen, Belastungsspiralen zu durchbrechen und elterliche Ressourcen zu stärken.

Das Fazit betont, dass High-Need-Familien Verständnis statt Bewertung benötigen. Frühzeitige, wertfreie Begleitung kann nicht nur Überforderung verhindern, sondern stabile Bindungsbeziehungen fördern. Die Arbeit plädiert für mehr öffentliche und fachliche Aufmerksamkeit für das Thema, um High-Need-Babys und ihre Familien besser zu unterstützen und die Feinfühligkeit als zentrale Kompetenz in der Sozialen Arbeit zu stärken.

Extracto


Inhaltsverzeichnis

  • I. Abkürzungsverzeichnis
  • II. Anlagenverzeichnis
  • III. Abbildungsverzeichnis
  • 1. Einleitung
  • 2. Begriffserklärung und theoretischer Rahmen
    • 2.1 Was bedeutet „High Need"?
    • 2.2 Theoretische Abgrenzung
      • 2.2.1 Kinder in normalen Regulationsphasen
      • 2.2.2 Temperamentvolle Kinder
      • 2.2.3 Kinder aus dem neurodiversen Spektrum
  • 3. Bindung und Feinfühligkeit bei High-Need-Babies
  • 4. Belastungen und Herausforderungen für Eltern
    • 4.1 Psychische Belastung
    • 4.2 Rückzug und Isolation
    • 4.3 Auswirkungen auf Partnerschaft und Geschwister
  • 5. Relevanz für die Soziale Arbeit
    • 5.1 Bedarf an Sensibilisierung bei Fachkräften
    • 5.2 Handlungsansätze der Sozialen Arbeit
  • 6. Fazit und Ausblick
  • Literaturverzeichnis
  • Nicht veröffentlichte Quellen
  • Anlagen

Zielsetzung & Themen

Diese Arbeit definiert das Phänomen der High-Need-Babys und grenzt es von verwandten Begriffen ab. Sie untersucht die spezifischen Belastungen und Herausforderungen, denen Eltern von High-Need-Kindern gegenüberstehen, und analysiert deren Bedeutung für die Soziale Arbeit.

  • Definition und theoretische Einordnung von High-Need-Babys
  • Die Rolle von Bindung und Feinfühligkeit in der Entwicklung von High-Need-Babys
  • Psychische und soziale Belastungen sowie Isolation von Eltern fordernder Kinder
  • Auswirkungen auf die Partnerschaft und Geschwisterkinder in Familien mit High-Need-Babys
  • Relevanz des Themas für die Soziale Arbeit und identifizierte Handlungsansätze
  • Notwendigkeit der Sensibilisierung von Fachkräften im Bereich der frühen Hilfen

Auszug aus dem Buch

2.1 Was bedeutet „High Need"?

Der Begriff „High-Need-Baby“ wurde in den 1980er Jahren vom amerikanischen Kinderarzt William Sears und seiner Frau Martha Sears geprägt, um ein Säuglingsverhalten zu beschreiben, das sich nicht vollständig durch übliche Temperamentsunterschiede oder vorübergehende Regulationsphasen erklären lässt. Kennzeichnend ist ein außergewöhnlich hohes Bedürfnis nach Nähe und Unterstützung in der Co-Regulation: „[...] these babies simply need more: more touch, more understanding, more sensitivity, more creative parenting“ (Sears & Sears 2013: 7).

Um Eltern und Fachkräften eine Orientierung zu geben, haben die Sears zwölf für High-Need-Babys typische Eigenschaften herausgearbeitet. Zentrale Merkmale sind unter anderem (vgl. Sears & Sears 2013: Kapitel 2): intensives Verhalten, überdurchschnittlicher Bedarf an Nähe und Zuwendung (häufiges Stillen, lassen sich nicht ablegen), Schwierigkeiten beim Ein- und Durchschlafen, hohe Sensibilität (Reagieren stark auf Reize, wie Lärm oder fremde Umgebungen), starke Trennungsängste.

Die deutsche Autorin und Journalistin Nora Imlau hat den Begriff „gefühlsstarke Kinder“ im deutschsprachigen Raum geprägt und erweitert das Konzept der High-Need-Babys dahin gehend, dass nicht alle sehr sensiblen oder überdurchschnittlich temperamentvollen Kinder zwangsläufig mit Problemen kämpfen müssen. Sie betont besonders die Stärken und positiven Seiten dieser Kinder: Ihre besonders intensiven Emotionen, ihr Durchsetzungsvermögen, ihren Gerechtigkeitssinn, ihre Kreativität oder auch ihre Leidenschaft (vgl. Imlau 2021: 20). Für Imlau steht im Mittelpunkt, Eltern darin zu unterstützen, ihre gefühlsstarken Kinder anzunehmen und zu begleiten, ohne sie pathologisieren zu müssen. „Ich halte Gefühlsstärke eben nicht für eine Anomalie, nicht für eine behandlungsbedürftige Problematik, sondern für eine herausfordernde, aber letztlich ganz normale Spielart der Persönlichkeitsentwicklung“ (Imlau 2021: 22).

Obwohl der Begriff „High Need“ ein eigenständiges Konzept beschreibt, bestehen deutliche Parallelen zum Phänomen des sogenannten Schreibabys. Wessel definierte bereits 1954 die „Dreierregel“ – exzessives, nicht tröstbares Schreien von mehr als drei Stunden täglich, an mindestens drei Tagen pro Woche über mehr als drei Wochen – als Kriterium für ein Schreibaby (vgl. Wessel 1954, zit. n. Ziegler et al. 2023: o. S.). Beide Beschreibungen überschneiden sich insofern, als sie auf Säuglinge verweisen, die überdurchschnittlich viel weinen, schwer zu beruhigen sind und ihre Eltern stark fordern. Solche Begriffe können Eltern einerseits Orientierung bieten, andererseits jedoch auch verunsichern (vgl. Engel 2024: o. S.). Entscheidend sei laut Ruth Wollwerth de Chuquisengo von der Münchner Schreibabyambulanz weniger die genaue Bezeichnung als vielmehr die Belastung der Eltern: Nicht die Dauer des Schreiens, sondern das subjektive Erleben und die Grenzen der elterlichen Belastbarkeit seien ausschlaggebend (vgl. Engel 2024: o. S.). Diese Perspektive verdeutlicht, dass die Abgrenzung zwischen High-Need- und Schreibabys fließend ist und beide Phänomene Ausdruck einer besonderen Regulationsanforderung in der frühen Entwicklung darstellen.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Dieses Kapitel führt in das Phänomen der High-Need-Babys ein und umreißt die Belastungen für Eltern sowie die Relevanz des Themas für die Soziale Arbeit.

2. Begriffserklärung und theoretischer Rahmen: Hier wird der Begriff „High-Need-Baby“ definiert und von anderen Konzepten wie temperamentvollen oder neurodivergenten Kindern abgegrenzt.

3. Bindung und Feinfühligkeit bei High-Need-Babies: Das Kapitel beleuchtet das Verhalten von High-Need-Babys aus bindungstheoretischer Perspektive und betont die Bedeutung elterlicher Feinfühligkeit für eine sichere Bindungsentwicklung.

4. Belastungen und Herausforderungen für Eltern: Dieses Kapitel analysiert die psychischen, sozialen und partnerschaftlichen Belastungen, die Eltern von High-Need-Babys erfahren, einschließlich Rückzug und Isolation.

5. Relevanz für die Soziale Arbeit: Es wird die zentrale Rolle der Sozialen Arbeit bei der Unterstützung betroffener Familien diskutiert, wobei der Bedarf an Sensibilisierung von Fachkräften und konkrete Handlungsansätze im Vordergrund stehen.

6. Fazit und Ausblick: Das abschließende Kapitel fasst die Kernerkenntnisse zusammen, betont die nicht-pathologische Natur von High-Need-Babys und formuliert Handlungsempfehlungen für die Soziale Arbeit.

Schlüsselwörter

High-Need-Babys, Eltern, Soziale Arbeit, Bindungstheorie, Feinfühligkeit, Regulationsstörungen, Temperament, Neurodiversität, psychische Belastung, soziale Isolation, Partnerschaft, Geschwisterkinder, Frühe Hilfen, Unterstützung, Familienberatung

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit dem Phänomen der sogenannten High-Need-Babys, den damit verbundenen Herausforderungen für Eltern und der Relevanz dieser Thematik für die Soziale Arbeit.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zentrale Themenfelder umfassen die Definition und Abgrenzung von High-Need-Babys, ihre Bindungsentwicklung, die vielfältigen Belastungen für die Eltern sowie konkrete Handlungsansätze und die Rolle der Sozialen Arbeit.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das primäre Ziel ist es, High-Need-Babys zu definieren, von angrenzenden Begriffen abzugrenzen und die Frage zu beantworten, welche Belastungen sich für die Eltern ergeben und welche Bedeutung dies für die Soziale Arbeit hat.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit basiert primär auf einer theoretischen Auseinandersetzung und Literaturanalyse zur Definition und Einordnung von High-Need-Babys, ergänzt durch eine Analyse der Auswirkungen auf Familien und Handlungsansätze, teilweise gestützt durch ein Interview mit einer Fachkraft der Frühen Hilfen.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil behandelt die Begriffserklärung und theoretische Abgrenzung von High-Need-Babys, ihre Bindungsdynamiken, die psychischen und sozialen Belastungen für Eltern sowie die Relevanz und Handlungsansätze für die Soziale Arbeit.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird charakterisiert durch Schlüsselwörter wie High-Need-Babys, Eltern, Soziale Arbeit, Bindung, Feinfühligkeit, Belastung, Isolation und Frühe Hilfen.

Wie unterscheiden sich High-Need-Babys von "normal" temperamentvollen Kindern?

High-Need-Babys zeigen ein deutlich höheres Ausmaß an Intensität, Dauer und Alltagsbeeinträchtigung ihres Verhaltens im Vergleich zu temperamentvollen Kindern, die sich mit elterlicher Co-Regulation leichter beruhigen und mit der Zeit zur Selbstregulation fähig werden.

Welche Rolle spielen gesellschaftliche Vorurteile für Eltern von High-Need-Babys?

Gesellschaftliche Vorurteile, wie die Annahme, High-Need-Kinder seien "verwöhnt", verstärken den Druck auf die Eltern, führen zu Schamgefühlen und erschweren die Suche nach Unterstützung.

Warum ist die Sensibilisierung von Fachkräften der Sozialen Arbeit so wichtig?

Die Sensibilisierung von Fachkräften ist entscheidend, um Verhaltensweisen von High-Need-Babys korrekt als Ausdruck erhöhter Bindungs- und Regulationsbedürftigkeit zu verstehen, anstatt sie als mangelnde Erziehung zu interpretieren, und um rechtzeitig adäquate Unterstützung anbieten zu können.

Welche konkreten Handlungsansätze werden für die Soziale Arbeit empfohlen?

Empfohlen werden frühe, niedrigschwellige und aufsuchende Hilfen wie Familienhebammen und Schreibabyambulanzen, der Aufbau von Vertrauen, die Stärkung elterlicher Ressourcen und Netzwerkarbeit, um Isolation zu durchbrechen.

Final del extracto de 25 páginas  - subir

Detalles

Título
High-Need-Babies. Wenn Eltern an ihre Grenzen kommen
Universidad
University of Applied Sciences North Hesse; Bad Sooden-Allendorf  (Soziale Arbeit)
Curso
Theorien und Methoden der Sozialen Arbeit 2
Calificación
1,3
Autor
Sandra Kiskemper (Autor)
Año de publicación
2025
Páginas
25
No. de catálogo
V1672970
ISBN (PDF)
9783389167113
ISBN (Libro)
9783389167120
Idioma
Alemán
Etiqueta
High Need Schreibaby Regulationsstörung Frühe Hilfen Schlafmangel Depressionen Isolation Soziale Arbeit Sears Imlau Bindung
Seguridad del producto
GRIN Publishing Ltd.
Citar trabajo
Sandra Kiskemper (Autor), 2025, High-Need-Babies. Wenn Eltern an ihre Grenzen kommen, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1672970
Leer eBook
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Extracto de  25  Páginas
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