Das Thema dieser Hausarbeit ist „Wissensmanagement und Lernstrategien“. Hierbei stellt sich die Frage, wie wichtig Lernstrategien für Wissensmanagement sind? Zunächst will ich darauf eingehen, was Wissensmanagement im Detail ist und worum es sich bei Lernstrategien handelt. Hierfür ist diese Arbeit in zwei Teile gegliedert: Im ersten Teil befasse ich mich mit einer Definition von Wissen und Wissensmanagement und gehe auf die einzelnen Bausteine dieser ein. Das Wissensmanagement unterteilt sich in organisationales und individuelles Wissensmanagement. Die Wissensziele werden benannt und auch die Wissensbewertung ist ein zentraler Punkt im Bereich des Wissensmanagements.
An diesen Teil anknüpfend verbinde ich im zweiten Teil das Wissensmanagement mit den Begriffen Lernen und Lernstrategien und gehe hier auch auf einige spezielle Strategien ein: Hierbei befasse ich mich zum einen mit kognitiven und metakognitiven Strategien und zum anderen auch mit kooperativen Lernstrategien.
Ziel dieser Arbeit soll sein, darzustellen, wie wichtig Wissensmanagement in Bezug auf Unternehmen und einzelne Personen ist und inwiefern Lernstrategien u.a. zu einer Leistungsverbesserung des Einzelnen und damit zu einer insgesamt besseren Leistung in einem Unternehmen beitragen können.
Inhaltsverzeichnis
- 1. Einleitung
- 2. Was ist Wissen?
- 3. Wissensmanagement
- 4. Lernstrategien
- 4.1 Die Kognitiven Lernstrategien
- 4.1.1 Elaborationsstrategien
- 4.1.1.1 Aktivierung des Vorwissens
- 4.1.1.2 Mnemotechnik
- 4.1.2 Organisationsstrategien
- 4.1.2.1 Die Strategie von Mind- bzw. Concept-Maps
- 4.1.3 Wiederholungsstrategien
- 4.1.3.1 Wiederholtes Enkodieren
- 4.1.3.2 Wiederholtes Abrufen
- 4.1.1 Elaborationsstrategien
- 4.2 Metakognitive Lernstrategien
- 4.2.1 Planung
- 4.2.2 Überwachen
- 4.2.3 Bewerten
- 4.3 Strategien für das Kooperative Lernen
- 4.3.1 FLIP
- 4.3.2 Problemorientiertes Lernen in Gruppen
- 4.3.3 Kooperationsskripts
- 4.1 Die Kognitiven Lernstrategien
- 5. Fazit
- 6. Literaturverzeichnis
Zielsetzung & Themen
Diese Arbeit untersucht die Relevanz von Wissensmanagement für Unternehmen und Einzelpersonen und analysiert, inwiefern gezielte Lernstrategien zur Steigerung der Leistungsfähigkeit beitragen können. Die zentrale Forschungsfrage ist, wie wichtig Lernstrategien für Wissensmanagement sind.
- Definition und Bausteine des Wissensmanagements
- Kognitive und metakognitive Lernstrategien
- Kooperative Lernstrategien im organisationalen Kontext
- Der Zusammenhang zwischen individuellen Lernprozessen und Wissensmanagement
- Potenzial von Lernstrategien zur Leistungsverbesserung in Unternehmen
Auszug aus dem Buch
4.1.1.2 Mnemotechnik
„Die Gedächtniskunst oder Mnemotechnik ist die Kunst des geordneten Einprägens, oder als Wissenschaft, die Lehre von den Grundzügen und Regeln dieser Kunst. ... Unter Mnemonik versteht man das angeborene, also das natürliche Gedächtnis, während man unter Mnemotechnik das technische oder künstliche Gedächtnis begreift, welches durch gewisse künstliche Mittel bezweckt, den natürlichen Kräften unseres Erinnerungsvermögens zu Hilfe zu kommen, und es dadurch zu verstärken“ (Stangl 2006, S. 90; zit.n. Plasger 2003).
Es geht also darum, die Begrenztheit unseres Informationsverarbeitungssystems zu kompensieren.
Die Mnemotechnik, deren älteste Methode die Loci-Technik (Technik der Orte) ist, dient z.B. dazu, sich eine lange Liste von Stichwörtern zu merken. Hierzu stellt man sich gewohnte Orte vor, die man in Gedanken abgeht, z.B. den Weg zur Arbeit oder vom Wohnzimmer in die Küche. Im nächsten Schritt verbindet man ein zu lernendes Stichwort mit einem Punkt auf dem Weg und macht sich davon eine bildhafte Vorstellung. „Man konstruiert vor dem geistigen Auge ein Bild, bei dem der markante Punkt des Weges und die bildliche Verwirklichung des Stichwortes den gleichen Raum einnehmen, bzw. in einem Bild zusammen vorkommen“ (Angermeier/ Bednorz/ Schuster 1991, S. 172). Der Wiedererkennungseffekt der Stichwörter tritt ein, wenn man den Weg in Gedanken abgeht und somit die konstruierten Bilder wieder ins Gedächtnis ruft.
Diese Technik basiert auf bildlicher Vorstellung und ist u.a. sehr gut geeignet um Informationen in festgelegter Reihenfolge sowohl vorwärts als auch rückwärts zu erlernen. Metzing und Schuster (1982) vermittelten zu dem noch einen großen Vorteil, denn auch das Vergessen eines Stichwortes oder eines Ortes ist bei dieser Methode nicht tragisch, da dies nicht zwangsläufig dazu führt das man auch alle Folgebegriffe vergisst. Meist genügt es, den Weg noch einmal vom letzten zum ersten Punkt zurückzugehen, um sich an vergessene Informationen zu erinnern (vgl. Metzing/ Schuster 1982, S. 64).
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung führt in das Thema Wissensmanagement und Lernstrategien ein, gliedert die Arbeit in zwei Hauptteile und formuliert das Ziel, die Bedeutung von Lernstrategien für die Leistungsverbesserung in Unternehmen und bei Individuen darzustellen.
2. Was ist Wissen?: Dieses Kapitel befasst sich mit der Definition von Wissen, unterscheidet es von Zeichen, Daten und Informationen und stellt es als personen- und kontextabhängige Fähigkeit zum Handeln dar.
3. Wissensmanagement: Es werden grundlegende Definitionen und Modelle des Wissensmanagements, insbesondere das ganzheitliche Modell von Probst, Raub und Romhardt mit seinen Bausteinen wie Wissensidentifikation, -erwerb, -entwicklung, -teilung, -nutzung und -bewahrung, erläutert.
4. Lernstrategien: Dieses umfangreiche Kapitel widmet sich verschiedenen Lernstrategien, unterteilt in kognitive (Elaboration, Organisation, Wiederholung), metakognitive (Planung, Überwachung, Bewertung) und kooperative Strategien (FLIP, problemorientiertes Lernen, Kooperationsskripts), und beschreibt deren Anwendung zur Förderung des Lernens.
5. Fazit: Das Fazit unterstreicht die Notwendigkeit, dass Unternehmen ihre Mitarbeiter im Umgang mit individuellem und organisationalem Wissen schulen sollten, wobei Lernstrategien eine zentrale Rolle für die Optimierung der Informationsverarbeitung und die Weitergabe von Wissen spielen.
Schlüsselwörter
Wissensmanagement, Lernstrategien, Wissensentwicklung, Kognitive Lernstrategien, Metakognitive Lernstrategien, Kooperative Lernstrategien, Loci-Technik, Mind-Maps, Concept-Maps, Wiederholungsstrategien, Problemlösung, Wissenstransfer, Organisation, Individuelles Lernen, Leistungsverbesserung
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Diese Arbeit befasst sich mit der Bedeutung von Wissensmanagement und Lernstrategien, insbesondere wie diese zur Verbesserung der individuellen und organisationalen Leistung beitragen können.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Themenfelder sind die Definition und Bausteine des Wissensmanagements, verschiedene Typen von Lernstrategien (kognitive, metakognitive, kooperative) und deren Anwendung zur Förderung des Lernens und Wissensmanagements.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Das primäre Ziel ist es, darzustellen, wie Wissensmanagement in Bezug auf Unternehmen und Einzelpersonen wichtig ist und wie Lernstrategien zu einer Leistungsverbesserung beitragen können. Die zentrale Forschungsfrage ist, wie wichtig Lernstrategien für Wissensmanagement sind.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer theoretischen Analyse und Synthese bestehender Konzepte und Modelle aus der Erziehungswissenschaft, Kognitionspsychologie und betriebswirtschaftlichen Wissensmanagement-Forschung.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil definiert zunächst "Wissen", erläutert dann das Konzept des Wissensmanagements und seine Bausteine und widmet sich ausführlich den verschiedenen Kategorien von Lernstrategien (kognitiv, metakognitiv, kooperativ), inklusive spezifischer Techniken und ihrer Anwendung.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wissensmanagement, Lernstrategien, Wissensentwicklung, Kognitive Lernstrategien, Metakognitive Lernstrategien, Kooperative Lernstrategien, Loci-Technik, Mind-Maps, Problemlösung, Wissenstransfer.
Worin liegt der Unterschied zwischen individuellem und kollektivem Wissen im Kontext des Wissensmanagements?
Individuelles Wissen umfasst die Kenntnisse und Fähigkeiten einer Einzelperson zur Problemlösung, während kollektives Wissen die Kombination verschiedener Wissensbestandteile und Wissensträger durch Zusammenarbeit und Kommunikation auf einer geteilten Wissensbasis darstellt.
Wie unterscheiden sich Mind-Maps und Concept-Maps als Organisationsstrategien?
Mind-Maps sind hierarchisch aufgebaut und ordnen Schlüsselbegriffe um ein zentrales Thema herum an, wobei die Beziehungen unbestimmt bleiben. Concept-Maps sind ebenfalls hierarchisch, benennen aber explizit die Beziehungen zwischen den Schlüsselbegriffen, was eine geordnetere Struktur schafft.
Welche Rolle spielt die Metakognition für individuelle Lernprozesse?
Metakognition ist die Fähigkeit des Individuums, das eigene Lernen zu beobachten, zu bewerten und zu planen. Sie ermöglicht es, über das eigene Denken nachzudenken, sich bei der Problemlösung selbst zu kontrollieren und Lernprozesse sowie Hilfsmittel effektiv zu organisieren.
Was ist unter „trägem Wissen“ zu verstehen und wie kann dem entgegengewirkt werden?
„Träges Wissen“ bezeichnet erworbenes Faktenwissen, das nicht selbstverständlich in die Praxis umgesetzt werden kann. Dem kann entgegengewirkt werden, indem bereits beim Wissenserwerb Mechanismen implementiert werden, die eine direkte Anwendung des Gelernten unterstützen und Wissensstrukturen für den Transfer in andere Kontexte aufbauen.
- Citar trabajo
- Marcel Rösner (Autor), 2009, Wissensmanagement und Lernstrategien, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1673254