Omega-3-Fettsäuren in der Ernährungstherapie


Essay, 2006
6 Seiten

Leseprobe

Einleitung: Omega-3-Fettsäuren in der Ernährungstherapie

Omega-3-Fettsäuren sind Bestandteil aktiver Ernährungsforschung und haben in den letzten Jahren immer mehr an wissenschaftlichem Interesse gewonnen. Es liegen insgesamt über 9.000 Studien vor. Zahlreiche Untersuchungen beschäftigen sich mit der gesundheitsförderlichen Wirkung der Omega-3-Fettsäuren. Dabei beschränkt sich ihr Wirkungsfeld nicht nur auf die positive Beeinflussung von Arteriosklerose und koronarer Herzkrankheit (KHK), sondern auch auf weitere Funktionen wie zum Beispiel antiinflammatorische Effekte. Durch diese Wirkungsvielfalt spielen Omega- 3-Fettsäuren eine wichtige Rolle in der Ernährungsmedizin und angewandten Diätetik bei der Therapie und Prophylaxe zahlreicher Krankheiten.

Vorkommen

Omega-3-Fettsäuren sind mehrfach ungesättigte Fettsäuren. Diese Fettsäuren sind essentiell und müssen daher mit der Nahrung aufgenommen werden. Omega-3- Fettsäuren werden unverändert vom Körper resorbiert und direkt in Zellmembranen eingelagert, wo sie als ein wichtiger Bestandteil fungieren. Dort bestimmen sie unter anderem den Grad der Fluidität der Zellmembranen und der davon abhängigen Zellfunktionen. Dadurch werden beispielsweise die Erythrozyten leichter verformbar und können so Kapillaren leichter durchströmen3. Zu den Omega-3- Fettsäuren zählen alpha-Linolensäure (C 18:3), Eicosapentaensäure (EPA; C 20:5) und Docosahexaensäure (DHA; C 22:6). Alpha-Linolensäure stammt aus pflanzlichen Quellen. Sie ist in grünem Blattgemüse, zum Beispiel Spinat und Salat, sowie in Pflanzenölen wie Lein-, Raps- und Walnussöl enthalten. Alpha-Linolensäure ist die Nahrungsvorstufe von EPA und DHA. Die langkettigen Omega-3-Fettsäuren EPA und DHA kommen hauptsächlich in fettreichen Seefischen aus kalten Gewässern wie Sardine, Lachs, Thunfisch, Hering oder Makrele vor sowie auch in einigen Meeresalgen. EPA und DHA werden deshalb auch als marine Omega-3-Fettsäuren bezeichnet. Im menschlichen Körper können sie nur zu einem geringen Anteil aus Alpha-Linolensäure synthetisiert werden, da das entscheidende Enzym Delta-6- Desaturase in nur sehr kleiner Menge vorhanden ist. Unter praktischen Ernährungsbedingungen ist alpha-Linolensäure kein ausreichender Ersatz für EPA und DHA aus fetthaltigem Meeresfisch oder Fischöl [1, 3, 4, 7]!

Wirkung der Omega-3-Fettsäuren

In der Mitte des letzten Jahrhunderts stellten Wissenschaftler fest, dass bei Eskimos nur selten Herz-Kreislauferkrankungen auftraten, obwohl diese sich sehr fettreich ernährten und kaum frisches Obst und Gemüse zu sich nahmen. Studien zeigten, dass der Grund für dieses Paradoxon in dem hohen Anteil mariner Omega-3- Fettsäuren in der Nahrung der Eskimos liegt. Weitere Studien (Gissi-Studie, LyonStudie) zeigten, dass eine regelmäßige Aufnahme von Fisch beziehungsweise Fischöl über mehrere Jahre das Risiko einer kardiovaskulären Erkrankung signifikant verringerte. Die protektive Wirkung der Omega-3-Fettsäuren auf Herz und Gefäße beruht dabei auf verschiedenen Wirkmechanismen:

Senkung der Blutfettwert - Omega-3-Fettsäuren senken die Triglyzeridee

Den größten Einfluss haben marine Omega-3-Fettsäuren auf die Triglyceride. Der Triglyceridgehalt im Blut wird dabei umso stärker vermindert, je höher der Ausgangswert ist3. Verschiedene Studien zeigen eine Senkung der Triglyceridwerte im Blut um 20 bis 30 Prozent. Auch auf den Cholesteringehalt im Blut haben Omega-3-Fettsäuren einen positiven Einfluss, der allerdings nicht so eindeutig ist wie bei den Triglyceriden. Das Gesamtcholesterin wird nur wenig gesenkt, viel wichtiger ist dabei aber der Einfluss der Omega-3-Fettsäuren auf die Unterfraktionen VLDL, LDL und HDL-Cholesterin. Die Konzentration des LDL- Cholesterins wird gesenkt, während das HDL-Cholesterin in seiner Konzentration zunimmt. Am effektivsten sind Omega-3-Fettsäuren in der Therapie von Fettstoffwechselstörungen mit erhöhten Triglycerid- und Cholesterinwerten. Omega- 3-Fettsäuren aus fetthaltigen Kaltwasserfischen beziehungsweise

Fischölarzneimitteln sind am positivsten zu bewerten. Ein regelmäßiger Verzehr von Fettfischen trägt außerdem zur Senkung der gesättigten Fettsäuren im Blut bei und hilft somit, das Gesamtcholesterin weiter zu senken. Die Empfehlung für eine therapeutisch wirksame Dosis an Omega-3-Fettsäuren beträgt mindestens 1 g[3].

Verbesserung der Durchblutung und Blutdrucksenkung

Omega-3-Fettsäuren verbessern die Elastizität der Erythrozyten und damit die Durchblutung. Bei erhöhten Blutdruckwerten ist ein senkender Effekt durch Omega- 3-Fettsäuren signifikant. Werte über 160 mmHg werden dabei stärker gesenkt als Werte, die darunter liegen. Dieses kann durch zahlreiche Wirkungsmechanismen der Omega-3-Fettsäuren erklärt werden, beispielsweise die Verminderung der Bildung oder der Wirkung einiger blutdrucksteigernder Hormone wie zum Beispiel Noradrenalin und Thromboxan A2, Verminderung blutdrucksenkender Elektrolyte wie Natrium oder Kalium, Erweiterung kleinerer Arterien und Verbesserung der Nierendurchblutung [3, 4]. Besonders bei Diabetes mellitus wirkt eine verbesserte Nierendurchblutung protektiv gegenüber der diabetischen Nephropathie.

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Ende der Leseprobe aus 6 Seiten

Details

Titel
Omega-3-Fettsäuren in der Ernährungstherapie
Autor
Jahr
2006
Seiten
6
Katalognummer
V167364
ISBN (eBook)
9783640851775
ISBN (Buch)
9783656611097
Dateigröße
454 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Omega-3-Fettsäuren, Fischöl, Ernährungstherapie, Sven-David Müller
Arbeit zitieren
M.Sc. Sven-David Müller (Autor), 2006, Omega-3-Fettsäuren in der Ernährungstherapie, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/167364

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