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Über: Paul Willis: Spaß am Widerstand - Learning to labour

Title: Über: Paul Willis: Spaß am Widerstand - Learning to labour

Term Paper (Advanced seminar) , 2003 , 12 Pages , Grade: 1,5

Autor:in: Anonym (Author)

Pedagogy - Pedagogic Sociology
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Summary Excerpt Details

Willis Buch „Spaß am Widerstand“ erschien 1977 in England und zwei Jahre später in
Deutschland. Grundlage war ein finanziertes Projekt, bei dem der Übergang von Jungen aus
der Arbeiterklasse ohne höhere Schulbildung ins Arbeitsleben untersucht wurde.
Die Hauptstudie galt einer Gruppe von zwölf nicht akademisch geschulten Arbeiterburschen
aus einer Stadt die Willis Hammertown nennt. Diese Arbeiterjungs, die sich selbst lads
(= Burschen) nennen, gingen auf die Schule Hammertown boys, die ausschließlich von
Jungen besucht wurde. Die Schüler stammten vorwiegend aus Arbeiterfamilien. Willis
beschreibt detailliert die Wohn- und Arbeitssituation, sowie weitere Lebensbedingungen und
die Umgebung der Stadt1.
Die Fallstudie erstreckte sich über die Jahre 1972 – 1975 und betraf die letzten zwei
Schuljahre der lads und die ersten Monate im Arbeitsleben.
Die Hauptgruppe wurde mittels teilnehmender Beobachtung im Klassenzimmer, in der
näheren Umgebung der Schule und während ihrer Freizeit intensiv untersucht. Außerdem
wurden regelmäßig Gruppendiskussionen aufgezeichnet, informelle Interviews und
Tagebücher geführt. Paul Willis begleitete die Hauptgruppe als Mitglied im Unterricht und
anderen Veranstaltungen und nahm ausführliche Gespräche mit allen Eltern, Lehrern und
Berufsberatern auf Tonband auf.
Neben dieser Hauptgruppe wurden mehrere Vergleichsstudien durchgeführt, unter anderem
mit den sogenannten Konformisten2.

1 Willis, P.: Spaß am Widerstand, Frankfurt 1979, S. 18 - 20
2 Ebd.: S. 17

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Entstehung des Buches

2. Elemente der Kultur

2.1. Opposition gegen die Autorität

2.2. Ausschluss der Konformisten

2.3. Aussehen, Sprache und Umgang

2.4. Die informelle Gruppe

2.5. Sexismus und Rassismus

3. Klassenmuster

3.1. Gegen – Schulkultur und Betriebskultur

3.2. Unterricht

3.3. Eltern

4. Prozess der subjektiven Vorbereitung

4.1. Berufsberatung

4.2. Individuelle Berufswahl

5. Das Berufsleben

5.1. Desillusionierung

5.2. Umgang im Betrieb

6. Zusammenfassung

Zielsetzung und Themen der Arbeit

Die vorliegende Arbeit analysiert die Entstehung und die sozialen Auswirkungen der sogenannten „Schul-Gegenkultur“ unter Jungen aus der Arbeiterklasse, wie sie von Paul Willis in seiner Studie „Learning to labour“ beschrieben wird. Ziel der Ausarbeitung ist es, aufzuzeigen, wie informelle kulturelle Praktiken und Widerstandsstrategien innerhalb der Schule die Jugendlichen unbewusst auf ein Leben in der physisch fordernden, industriellen Arbeitswelt vorbereiten und dabei bestehende soziale Strukturen reproduzieren.

  • Entstehung und Charakteristika der „Schul-Gegenkultur“
  • Die Rolle der informellen Gruppe als Identitätsstifter
  • Wechselwirkungen zwischen schulischem Widerstand und Betriebskultur
  • Soziale Reproduktion durch informelle Werte und Handlungsweisen

Auszug aus dem Buch

2. Elemente der Kultur

Der Autor nennt die Gruppe der lads „Schul – Gegenkultur“, da ihre wichtigste Dimension die tief verwurzelte Opposition gegen die Autorität ist. Diese geht einher mit einer scheinbaren Umkehrung der üblichen Werte, wie sie von der Autorität vertreten wird, wie zum Beispiel Fleiß, Ehrerbietung und Respekt.

Die Opposition gegen die Schule zeigt sich in dem Bemühen, symbolisch und physisch von der Institution und ihren Regeln abzurücken und ihren wichtigsten Zweck zu vereiteln: sie zur Arbeit und zum Lernen zu bringen. Die lads schaffen dies, indem sie das Schuleschwänzen als Kunst perfektionieren.

Für die lads steht nicht das Erreichen eines bestimmten Ziels im Vordergrund, sondern die Erhaltung des gegenwärtigen Zustandes. Somit verliert die Zeit an Wert und Bedeutung.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Entstehung des Buches: Dieses Kapitel erläutert den Hintergrund der soziologischen Studie von Paul Willis über eine Gruppe von Arbeiterjungen („lads“) im englischen Hammertown zwischen 1972 und 1975.

2. Elemente der Kultur: Hier werden die Verhaltensweisen der „lads“ beschrieben, die durch eine ausgeprägte Opposition gegen schulische Autoritäten, Abgrenzung von Konformisten sowie einen spezifischen Habitus gekennzeichnet sind.

3. Klassenmuster: Der Abschnitt vergleicht die „Schul-Gegenkultur“ mit der späteren Betriebskultur und stellt fest, dass beide Welten ähnliche maskuline Werte und informelle Hierarchien teilen.

4. Prozess der subjektiven Vorbereitung: Es wird analysiert, wie die informelle Ablehnung von Bildung und Qualifikation die Jugendlichen faktisch in eine Position bringt, in der sie körperliche Arbeit als alternativlose Realität akzeptieren.

5. Das Berufsleben: Dieses Kapitel thematisiert den Übergang in die Arbeitswelt und die daraus resultierende Desillusionierung der Jugendlichen, die erkennen müssen, dass die Arbeitswelt härter ist als ihr vorheriger „Widerstand“ vermuten ließ.

6. Zusammenfassung: Abschließend wird resümiert, dass der Widerstand der „lads“ unbeabsichtigt funktional für das kapitalistische System ist, da er die Jugendlichen auf eine lebenslange, monotone Erwerbsarbeit vorbereitet.

Schlüsselwörter

Schul-Gegenkultur, Arbeiterklasse, Paul Willis, Lernkultur, Informelle Gruppe, Soziale Reproduktion, Widerstand, Arbeitswelt, Maskulinität, Habitus, Bildungssoziologie, Lads, Konformismus, Kapitalismus, Arbeitsethos.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der Analyse der „Schul-Gegenkultur“ von Jungen der Arbeiterklasse und deren Vorbereitung auf das spätere Erwerbsleben.

Welche zentralen Themenfelder stehen im Fokus?

Zentrale Themen sind die Entstehung von Widerstand gegen schulische Normen, die Bedeutung der informellen Gruppe und die Reproduktion sozialer Ungleichheit durch kulturelle Praktiken.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist aufzuzeigen, wie das als Widerstand empfundene Verhalten der Schüler paradoxerweise dazu führt, dass sie sich freiwillig in ein System einfügen, das ihnen keine Aufstiegsmöglichkeiten bietet.

Welche wissenschaftliche Methode liegt der Studie zugrunde?

Die Arbeit stützt sich auf die Fallstudie von Paul Willis, die durch teilnehmende Beobachtung, Gruppendiskussionen und Interviews gewonnen wurde.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil analysiert die Elemente dieser Gegenkultur (Aussehen, Sprache, Umgang) sowie die Parallelen zwischen dem schulischen Alltag und der späteren Betriebskultur.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?

Neben dem „Widerstand“ sind Begriffe wie „informelle Gruppe“, „Arbeiterkultur“, „Reproduktion“ und „Maskulinität“ entscheidend für das Verständnis der Ausarbeitung.

Warum wird der Begriff „Schul-Gegenkultur“ verwendet?

Der Autor verwendet diesen Begriff, weil die Jugendlichen eine eigene Kultur entwickeln, die explizit die Werte der Schule (Fleiß, Respekt, Disziplin) ablehnt und umkehrt.

Was bedeutet der Titel „Learning to labour“ in diesem Kontext?

Der Titel verdeutlicht, dass die informellen Lernprozesse der Jungen – entgegen ihrem eigenen Empfinden von Spaß und Unabhängigkeit – eine gezielte „Einstimmung“ auf ihre spätere Rolle als manuelle Arbeiter darstellen.

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Details

Title
Über: Paul Willis: Spaß am Widerstand - Learning to labour
College
University of Education Freiburg im Breisgau  (Soziologie)
Grade
1,5
Author
Anonym (Author)
Publication Year
2003
Pages
12
Catalog Number
V16738
ISBN (eBook)
9783638214896
ISBN (Book)
9783656238898
Language
German
Tags
Paul Willis Learning to labour Spaß am Widerstand Soziologie Gegenkultur Arbeiterklasse
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Anonym (Author), 2003, Über: Paul Willis: Spaß am Widerstand - Learning to labour, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/16738
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