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Totale Institutionen und die Bedrohung der Identität nach Erving Goffman

Título: Totale Institutionen und die Bedrohung der Identität nach Erving Goffman

Trabajo Escrito , 2010 , 12 Páginas , Calificación: 1,0

Autor:in: Michael Hegele (Autor)

Sociología - General y Teorías
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„Identität ist das Bewusstsein, ein unverwechselbares Individuum mit einer eigenen Lebensgeschichte zu sein, in seinem Handeln eine gewisse Konsequenz zu zeigen und in der Auseinandersetzung mit anderen eine Balance zwischen individuellen Ansprüchen und sozialen Erwartungen gefunden zu haben“. Um es einfach auszudrücken wird im Allgemeinen unter Identität die Übereinstimmung mit sich selber verstanden. Dabei ist die eigene Identität Grundlage für eine Interaktion mit anderen Menschen, denn durch ein Bewusstsein seiner Einzigartigkeit und seiner Normalität, wird dem Gegenüber eine, für eine Interaktion nötige, Verlässlichkeit gezeigt. Die Identität eines Individuums wird durch den Prozess der Sozialisation entworfen, allerdings ist Identität kein abgeschlossenes oder festes Konstrukt sondern kann durch besondere Lebensereignisse immer wieder in Frage gestellt werden. Beispielsweise ist immer wieder der Begriff „Identitätskrise“ zu hören, der eintreffen kann wenn jemand in die Arbeitslosigkeit abdriftet, oder eine lange Partnerschaft auseinandergeht.

Goffman schildert in seinen Schriften über totale Institutionen, wie Individuen versuchen solche extremen Identitätskrisen zu bewältigen.

Im Folgenden wird zuerst die von Goffman aufgestellte Soziologie der Interaktionsordnung vorgestellt. Danach werden die Merkmale einer totalen Institution beschrieben. Daran knüpft das vierte Kapitel an, indem dargestellt wird wie eine solche Institution unterwandert wird, um einen Verlust der Identität zu vermeiden.

Extracto


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Die Soziologie der Interaktionsordnung nach Goffman

2.1. Die Interaktionsordnung

2.2. Der Goffmensch

3. Was ist die totale Interaktion?

3.1. Merkmale einer totalen Institution

3.2. Der Verlust seiner sozialen Rolle

4. Das Unterleben einer totalen Institution

4.1. Die sekundäre Anpassung

4.1.1. Zerstörerische und gemäßigtere Form der sekundären Anpassung

4.2. Möglichkeiten des Unterlebens einer psychiatrischen Anstalt

4.2.1. Die Ausbeutung des Systems

4.2.2. Freiräume und Depots

4.2.3. Möglichkeiten zum Erlangen privater Sachen

5. Schluss

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht das Konzept der totalen Institution nach Erving Goffman und analysiert, wie Individuen durch spezifische Anpassungsstrategien versuchen, ihre Identität unter den extremen Bedingungen einer solchen Einrichtung zu bewahren.

  • Die soziologische Fundierung der Interaktionsordnung nach Goffman
  • Charakteristika und Wirkungsweisen totaler Institutionen
  • Der Verlust der sozialen Rolle und die Identitätsproblematik von Insassen
  • Konzepte des „Unterlebens“ und der sekundären Anpassung
  • Strategien zur Identitätswahrung in psychiatrischen Anstalten

Auszug aus dem Buch

4.2.1. Die Ausbeutung des Systems

Eine andere Möglichkeit zur Ausführung gemäßigter Praktiken ist die „Ausbeutung des Systems“ (Goffman 1961, S.204). Manche Patienten meldeten sich krank nur um die Aufmerksamkeit eines Arztes auf sich zu ziehen. Jedoch wurde auch der alleinige Aufenthalt für manche zum Ausbeutung des Systems, da sie sich in der Anstalt nur vor der äußeren Arbeitswelt drücken wollten.

Das Ausnützen des Systems führte in der Regel zur Verbesserung der Lebensbedingungen. Beispielsweise nahmen viele Patienten nur an einem Kunst Kurs teil, da sie vom Lehrer Zigaretten und Süßigkeiten bekommen haben (Goffman 1961, S.212-218). Da ich selber in einer totalen Institution arbeite kenne ich ebenso Beispiele die auf solches Verhalten zutreffen. Auf Nachfrage an die dort arbeitende Psychologin schilderte sie mir den Fall, dass Insassen das Rauchen aufgehört haben, da sie dadurch ein Mehrbettzimmer mit eigenem Bad bekamen was anderen nicht gestattet war. Wie wichtig ein solches eigenes Bad für Insassen ist wurde mir vor Augen geführt als ich das erste Mal die Einrichtung besichtigte und als Neuankömmling betrachtet wurde. Die erste Frage war von einem Insassen ob ich Raucher oder Nichtraucher bin, und wurde im gleichen Atemzug aufgeklärt das es davon ob ich ein eigenes Bad bekomme oder nicht.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Dieses Kapitel führt in den Identitätsbegriff ein und erläutert, dass Identität durch soziale Prozesse geformt und in totalen Institutionen extremen Belastungen ausgesetzt ist.

2. Die Soziologie der Interaktionsordnung nach Goffman: Es werden die theoretischen Grundlagen des symbolischen Interaktionismus und das Rollenverständnis des sogenannten „Goffmenschen“ dargelegt.

3. Was ist die totale Interaktion?: Das Kapitel definiert totale Institutionen, beschreibt ihre zentralen Merkmale und analysiert den Identitätsverlust der Insassen.

4. Das Unterleben einer totalen Institution: Hier werden Strategien der sekundären Anpassung sowie Möglichkeiten wie die Ausbeutung des Systems und die Schaffung von Freiräumen erörtert.

5. Schluss: Zusammenfassend wird reflektiert, dass Bewältigungsstrategien für das Überleben und die Identitätswahrung auch außerhalb totaler Institutionen von zentraler Bedeutung sind.

Schlüsselwörter

Erving Goffman, totale Institution, Identität, Interaktionsordnung, sekundäre Anpassung, Unterleben, psychiatrische Anstalt, Identitätskrise, Rollenverlust, Privilegiensystem, Depots, Selbstdarstellung, Resozialisierung, Soziologie, soziale Kontrolle

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit beschäftigt sich mit der soziologischen Analyse totaler Institutionen nach Erving Goffman und untersucht, wie Insassen versuchen, ihre Identität unter restriktiven Bedingungen zu wahren.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Zentrale Themen sind die Interaktionsordnung, die Merkmale totaler Institutionen, der Verlust der sozialen Rolle sowie die verschiedenen Formen der sekundären Anpassung.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie Individuen in totalen Institutionen durch gezielte Strategien der Identitätswahrung den Anforderungen der Organisation entgegenwirken.

Welche wissenschaftliche Methode wird in der Arbeit verwendet?

Die Arbeit stützt sich primär auf eine theoretische Literaturanalyse der Werke von Erving Goffman sowie ergänzende soziologische Perspektiven, unterstützt durch Beobachtungen in der Praxis.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Verankerung der Interaktionsordnung, die Definition totaler Institutionen und die detaillierte Analyse des sogenannten „Unterlebens“ durch Anpassungspraktiken.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit lässt sich maßgeblich durch Begriffe wie totale Institution, sekundäre Anpassung, Identität, Interaktionsordnung und das Goffmansche Rollenverständnis charakterisieren.

Was versteht man unter dem „Unterleben“ einer totalen Institution?

Das Unterleben beschreibt informelle Praktiken und Arrangements der Insassen, mit denen sie versuchen, innerhalb der streng reglementierten Struktur Spielräume für ihre eigene Identität zu schaffen.

Warum ist das Privilegiensystem für die Insassen von Bedeutung?

Das Privilegiensystem fungiert als Mittel der Verhaltenssteuerung, das Insassen zu kooperativem Verhalten motivieren soll, indem es Anreize durch Sonderrechte schafft.

Final del extracto de 12 páginas  - subir

Detalles

Título
Totale Institutionen und die Bedrohung der Identität nach Erving Goffman
Universidad
University of Augsburg
Calificación
1,0
Autor
Michael Hegele (Autor)
Año de publicación
2010
Páginas
12
No. de catálogo
V167470
ISBN (Ebook)
9783640846085
ISBN (Libro)
9783640842773
Idioma
Alemán
Etiqueta
erving goffman eine analyse institution
Seguridad del producto
GRIN Publishing Ltd.
Citar trabajo
Michael Hegele (Autor), 2010, Totale Institutionen und die Bedrohung der Identität nach Erving Goffman, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/167470
Leer eBook
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